Mercedes‑Benz hat ein innovatives Patent angemeldet, das Reiseübelkeit im Auto (Kinotose) reduzieren soll. Statt auf komplexe Mechanik setzt der Hersteller auf gezielte Luftströmungen und LED‑Lichteffekte im Innenraum.
Reiseübelkeit, auch Kinetose genannt, tritt auf, wenn visuelle Eindrücke und Gleichgewichtssinn nicht übereinstimmen. Die Augen nehmen dabei eine statische Szene wahr – etwa ein Buch oder ein Bildschirm – während der Körper Bewegungen spürt. Dieses Ungleichgewicht kann Übelkeit, Schwindel und Unwohlsein auslösen.
Das neue Patent kombiniert dabei zwei Ansätze:
- Dynamische Belüftung: Luftströme im Innenraum werden an Beschleunigung und Bremsvorgänge angepasst, sodass Fahrgäste zusätzliche physische Hinweise auf die Bewegung erhalten – ähnlich einem natürlichen Fahrtwind.
- LED-Lichtsignale: LEDs im Dachhimmel oder an Armaturen zeigen Farbsignale oder Richtungsinformationen. So sollen visuelle Eindrücke und Bewegungswahrnehmung besser synchronisiert werden.
Ziel ist es, Komfort ohne aufwendige Technik zu schaffen. Durch die Nutzung bestehender Fahrzeugkomponenten könnte das System relativ leicht in neue Modelle integriert werden, besonders im Premiumsegment.
Ansätze gegen Kinetose im Auto gibt es schon länger, etwa über adaptive Sitze, visuelle Signale oder aktive Federungssysteme. Mercedes’ Ansatz ist besonders subtil: Statt mechanischer Eingriffe liefert das System kontinuierliches physisches und visuelles Feedback, das die Wahrnehmung der Passagiere harmonisiert. Mit diesem Patent könnte Mercedes‑Benz ein weiteres Komfortmerkmal für Fahrgäste etablieren – vor allem für längere Strecken oder autonomes Fahren, bei dem Passagiere weniger die Straße beobachten.
Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG



