Kühlkonzept des CONCEPT AMG GT XX: Hightech für Höchstleistung

Das CONCEPT AMG GT XX hat bei seiner beeindruckenden Rekordfahrt in Nardò nicht nur durch seine Performance begeistert, sondern auch durch ein revolutionäres Kühlkonzept Maßstäbe gesetzt. Im Zentrum stehen dabei der Central Coolant Hub (CCH) sowie eine neuartige Kühlplatte im Unterboden – zwei technologische Schlüssel zur dauerhaften Hochleistungsfähigkeit des vollelektrischen Technologieträgers von Mercedes-AMG.

Central Coolant Hub (CCH): Das Gehirn der Kühlung

Der Central Coolant Hub ist ein hochintegriertes Bauteil, das sämtliche Kühlströme im Fahrzeug zentral steuert. Er befindet sich platzsparend zwischen der vorderen Electric Drive Unit (EDU) und dem linken vorderen Längsträger – und übernimmt dort die Aufgabe, alle temperaturkritischen Komponenten bedarfsgerecht zu versorgen. Dazu zählen:

  • Direkt-Ölkühlung der Hochleistungsbatterie
  • EDUs an Vorder- und Hinterachse
  • Onebox-System mit Leistungselektronik und On-Board-Lader

Dabei stellt der CCH sicher, dass alle Aggregate im optimalen Temperaturfenster betrieben werden. Besonders beeindruckend ist die Effizienz: Dank integrierter Hochleistungs-Kühlpumpen, Temperatursensoren und 4- bzw. 5-Wege-Ventilen werden weniger Schläuche, Halter und Bauteile benötigt – das spart Gewicht und Bauraum.

Über adaptive Ventile lassen sich bei Bedarf einzelne Kühlkreisläufe aktivieren oder deaktivieren. So ist es möglich, gezielt nur die Batterie oder ausschließlich die EDUs zu kühlen – oder bei Extrembelastung sämtliche Aggregate gleichzeitig. Das Kühlsystem ist so ausgelegt, dass auch nach 300-km/h-Dauerfahrt unter heißen Bedingungen sofort wieder Ladeleistung auf höchstem Niveau bereitgestellt werden kann – ein klarer Vorteil gegenüber herkömmlichen E-Fahrzeugen, die in solchen Szenarien ihre Leistung drosseln müssen.

Passive Kühlplatte: Effizienz durch Unterboden-Technologie

Eine weitere Besonderheit: die passive Kühlplatte im Unterbodenbereich, ursprünglich entwickelt von Mercedes-AMG High Performance Powertrains in England und bereits beim VISION EQXX erprobt. Die dauerhaft durchströmte Platte entlastet den Hauptkühler und ermöglicht es, das Luftregelsystem über weite Strecken geschlossen zu halten – was wiederum den Luftwiderstand reduziert und die Energieeffizienz erhöht.

AIRPANEL & Aerodynamik als aktiver Bestandteil der Kühlung

Die aerodynamische Feinarbeit trägt ebenfalls zur Kühlleistung bei. So wurde das bekannte AIRPANEL-Systemweiterentwickelt: Bewegliche Lamellen hinter der Kühlerverkleidung und erstmals auch an den Radlaufkühlern regeln aktiv die Kühlluftzufuhr. Im Normalfall bleiben die Lamellen geschlossen, um Luft gezielt in Richtung Unterboden zu leiten. Bei steigendem Kühlbedarf öffnen sie stufenlos, sodass der Wärmetauscher optimal versorgt wird.

Kühlung als Voraussetzung für Rekorde

Das integrierte Kühlsystem des CONCEPT AMG GT XX ist nicht nur technologische Meisterleistung, sondern ein entscheidender Baustein für die Rekordfahrt in Nardò. Es sorgt dafür, dass das vollelektrische Hochleistungsfahrzeug unter extremsten Bedingungen dauerhaft 300 km/h fahren, gleichzeitig rekuperieren und anschließend mit bis zu 1000 Ampère laden kann – ohne Leistungsverlust.

Die Innovationskraft von Mercedes-AMG zeigt sich dabei nicht nur in der Wahl der Komponenten, sondern auch in deren synergetischem Zusammenspiel. Das Ergebnis: kompromisslose Performance auf Langstrecke – ohne Kompromisse bei der thermischen Stabilität.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

12 Kommentare
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Sebastian Wagner
3 Monate zuvor

Klasse Artikel – da haut AMG/Mercedes ja wieder was raus!

Da ist der Plasma Actuator doch im Vergleich zum Active Aero Kunststoffbrett beim Cayenne mit dem gleichen Ziel eine gänzlich andere Technikepoche.

Ein Vorteil der Axialfluss-Motoren mit ihrem geringen Bauraum und guten Kühlbarkeit ist auf jeden Fall der Platzgewinn für Passagiere und Gepäck. Gerade zum Cayenne kann man ein kleineres Fahrzeug damit mit mehr Leistung, weniger Widerständen/Verbrauch und mehr Platz ausstatten.

Nur Vorteile – jetzt muss Mercedes sie nur zeitnah und populär ausnutzen!

Das sieht einfach gut aus…

Bernhard
3 Monate zuvor

Das scheint die Technik meines nächsten AMG (X) EQ zu werden. Ich freue mich drauf. Hoffentlich kommen diese Spezifikationen im Wesentlichen 2026/2027 und nicht in kleinen Häppchen verteilt über viele Jahre wie beim G EQ.
*) X ist mein Platzhalter für das konkrete AMG-Modell das (a) zeitnah verfügbar sein und (b) praxistauglich sein wird.

G Fahra
3 Monate zuvor

Ja schön gut, ich möchte aber trotzdem einen V8.

Pano
Reply to  G Fahra
3 Monate zuvor

Kannste haben.

Dr. Baron Münchhausen
3 Monate zuvor

Heute neuer Y Juniper Performance vorgestellt: RIP Mercedes !

Bernhard
Reply to  Dr. Baron Münchhausen
3 Monate zuvor

Es ist erfahrungsgemäß sinnvoll Ironie als solche zu kennzeichnen 🙂
Das Y Juniper Performance ist der Beweis dass Tesla sein BEV-Pulver technologisch längst verschossen hat. Dieses Y JP sähe nicht mal gegen den aktuellen EQE43/53 Land.

Rainer
Reply to  Bernhard
2 Monate zuvor

Gibt es irgendwo einen Vergleich?

Pano
Reply to  Dr. Baron Münchhausen
3 Monate zuvor

Weil er den Blinkerhebel bekommen hat?
Grüße
Pano

Aleto
2 Monate zuvor

Wieviel Minuten bzw. Kilometer lagen denn zwischen den Ladestopps?

Sebastian Wagner
Reply to  Aleto
2 Monate zuvor

Eine Runde hat 12,7km und bei 6 Runden mit 76km in 16min würden 6min geladen.
Bei Wärme wurden aber bestimmt weniger Runden gefahren und die Intervalle verkürzt. Der Rekord würde über 18h bei 300km/h ergeben und unter 6h laden, also ein 3:1 Verhältnis.

Zuletzt editiert am 2 Monate zuvor von Sebastian Wagner
BenX
2 Monate zuvor

Schön leider wird es das Auto NIE geben.

Pano
Reply to  BenX
2 Monate zuvor

Ist ein Concept Car, gelle. Serie kommt und sieht etwas anders aus. Noch etwas Geduld.
Grüße
Pano