Mercedes‑Benz steigt bei Autonomie‑Spezialisten Qianli ein

Mercedes‑Benz setzt ein deutliches Zeichen im Rennen um autonome Fahrtechnologien: Der deutsche Premiumhersteller hat Anteile am chinesischen Technologieunternehmen Qianli Technology erworben und stärkt damit seine Präsenz auf dem wachsenden Markt für selbstfahrende Systeme.

Über die Tochtergesellschaft Mercedes‑Benz Digital Technology der Stuttgarter Automarke wurden rund 3 % der Aktien von Qianli erworben – 135,6 Millionen Aktien der Shanghai‑börsennotierten Lifan Holdings zu je 9,87 Yuan, insgesamt rund 1,34 Milliarden Yuan (ca. 191 Mio. USD). Damit ist Mercedes‑Benz nun der fünftgrößte Einzelaktionär von Qianli, ohne die Mehrheitsverhältnisse zu verändern.

Integration autonomer Technologien

Die Beteiligung markiert den Abschluss der strategischen Integration von Mercedes‑Benz-Technologien in Qianli Intelligent Driving. Dabei wurden Technologieplattformen, Datenarchitekturen und Produktplanungen zusammengeführt, um die Entwicklung autonomer Systeme zu beschleunigen. Qianli setzt auf fortschrittliche KI-gestützte Autonomie statt auf klassische regelbasierte Systeme, mit dem Ziel, Fahrzeuge in komplexen urbanen Verkehrssituationen sicher zu steuern.

Strategische Bedeutung

Die Partnerschaft stärkt Mercedes‑Benz nicht nur technologisch, sondern auch strategisch in China – unterstützt durch die Zhejiang Geely Holding Group. In einem Markt, der zunehmend von lokal entwickelter KI und autonomen Lösungen geprägt ist, sichert sich Mercedes‑Benz Zugang zu einem innovativen Ökosystem, ohne eigene Ressourcen vollständig neu aufbauen zu müssen.

Analysten sehen in dem Schritt ein Signal, dass Mercedes‑Benz bereit ist, Partnerschaften und Beteiligungen als Wachstumsmotor zu nutzen, um den Anschluss an führende Wettbewerber im Bereich autonomes Fahren nicht zu verlieren.

Noch ist unklar, wann die Technologien in Serienfahrzeuge einfließen. Fest steht: Mercedes‑Benz investiert nicht nur Kapital, sondern auch strategisches Vertrauen in die Zukunft autonomer Mobilität – und setzt damit einen klaren Impuls im globalen Wettbewerb um intelligente und vernetzte Fahrzeuge.

Symbolbild: Mercedes-Benz Group AG

12 Kommentare
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DüdoVans
1 Monat zuvor

Und wieder China! Ich weiß, es ist ein globaler Markt und globale Zulieferer. Aber der Trend ist nicht gut! Ich glaube aktuell könnte man am meisten profitieren wenn man sich komplett auf deutsche Technik und Produktion nur in Deutschland konzentrieren würde. Und es entsprechend bewirbt. Leider wollen alle alles haben und nichts dafür bezahlen…. Ich finde wenn ein Produkt seinen Preis wert ist darf es auch mehr kosten. Wenn es so weitergeht gehören bald alle Hersteller einem chinesischen Konzern!

Dr Alexander
Reply to  DüdoVans
1 Monat zuvor

Deutsche Produkte sind bei weitem nicht so viel besser, wie sie teurer sind.

Urs
Reply to  DüdoVans
1 Monat zuvor

Ja und? Der Zug ist doch abgefahren. Hier gefallen sich alle in Diskussionen, wie es nicht geht.

Das geht noch eine Weile aus der Substanz und dann wird hier das wirkliche Heulen und Zähneklappern stattfinden. Momentan ist alles nur Rauschen im Walde.

Ich sehe nicht, wie wir mit dem verbreitetenen Mindset hier wieder an der Spitze rauskommen wollen.

Und Mercedes agiert halt global, die müssen da hin, wo Fortschritt gelebt wird. Das haben sie ihren Aktionären versprochen…

YesOrNo?
Reply to  Urs
1 Monat zuvor

Mindset? Welches? Das Gejammer über den Preis? Paketlogiken? Oder die lustige Drohung man würde das Auto nicht mehr nehmen, obwohl man Mitarbeiter ist und es sich sonst nicht mal leisten könnte.

Mit diesem Mindset und den Mitarbeitern (die hier offensichtlich vertreten sind) verglüht Mercedes wie jeder andere Stern.

Andreas
Reply to  Urs
1 Monat zuvor

Leider richtig. Regularien, die neue Technik ausbremsen, Kunden, die die neue Technik mit Skepsis oder Ablehnung gegenüberstehen und ein enges Datenschutzkorsett, was die Verwendung der Daten sehr erschwert.
All das ist in China anders. Da wird autonomes fahren sogar von der Politik forciert.
Perfekter Nährboden für Start Ups und alle anderen.

Reno
Reply to  Andreas
1 Monat zuvor

Es wird einem auch auf keiner Ebene leicht gemacht, dass man sich wie früher für die Produkte begeistern kann und einen Stolz hatte, wenn man sich einen Mercedes leisten konnte. Der Spaß und die Begeisterung sind wirklich abhanden kommen, auch wenn ich mich manchmal freue einen S214 fahren zu dürfen.

Anna
Reply to  Andreas
1 Monat zuvor

Daten und China in einem Atemzug – das ist der Lacher schlechthin!

Gottlieb Daimler
Reply to  DüdoVans
1 Monat zuvor

Sehe ich ähnlich. Der chinesische Markt ist verloren. Gegen die enorme hiesige Konkurrenz hat MB – und alle anderen deutschen Hersteller – keine Schnitte mehr. Zumindest nicht mit der zu erzielenden Rendite. Egal wie stark sie nun in China (nach)investieren oder neue Partnerschaften schließen. Das sollte sich das Management endlich eingestehen. Ist dieser wichtige Schritt erfolgt, kann man sich wieder voll auf die „westlichen“ Kunden fokussieren. Man braucht dann bspw. kein asiatisch dominiertes Produktdesign mehr anbieten und könnte stattdessen Design und Ausstattung für die westlichen Kunden schärfen. Damit könnte man echte USPs gegenüber den starken chinesischen Herstellern herausarbeiten und sich wirklich von ihnen differenzieren. Meines Erachtens ist eine starke Differenzierung für die deutschen Premiumhersteller der einzige Weg weiterhin (erfolgreich) zu bestehen. Aktuell machen sie das Gegenteil: Sie versuchen die Chinesen in sämtlichen Dingen zu kopieren.

Bernhard
Reply to  Gottlieb Daimler
1 Monat zuvor

Gebe Ihnen vollkommen recht – unsere Hersteller müssen wieder Autos für europäische Kunden bauen – dann sind die Fzg auch wieder interessant für die Kunden anderer Märkte weil Anders.
Gesichtslose Chinakopien zu nicht konkurrenzfähigen Preisen sind jedenfalls nicht das Rezept um im Weltmarkt zu überleben.

Cornelius
Reply to  Gottlieb Daimler
1 Monat zuvor

Ich gebe Ihnen bei Design-Spielereien wie Mercedes-Sterne in den Rücklichtern recht, das wirkt überzeichnet und passt nicht zum hierzulande bevorzugten Understatement.

Allerdings scheint mir der chinesische Markt einer zu sein, wo im Gegensatz zu hier sehr viel experimentiert wird, insbesondere im Bereich der Infotainment-Systeme. Und ich könnte mir vorstellen, dass das, was sich dort durchsetzt, das auch hier tut.

Ähnliches sieht man an den USA, da wird im Technologiebereich sehr viel ausprobiert, was sich nicht durchsetzt, aber wenn sich etwas durchsetzt, dann hat es oft auch international Erfolg.

Rainer
Reply to  Gottlieb Daimler
1 Monat zuvor

Der Markt in Europa (und USA) dürfte halt kaum reichen um die ganzen Fabriken auszulasten – vom Wasserkopf in Deutschland mit entsprechender Entlohnung mal ganz abgesehen.

Sieht man ja z.B. am ID.7. Wird hier gehyped ohne Ende, spielt aber im USA keine Rolle und ist in China quasi unverkäuflich.

Das sind alles keine „Welt-Autos“.

Pascha Sallenberg
1 Monat zuvor

Da FSD fertig ist und global exzellent performt, geht Mercedes jetzt (zurecht) die Muffe !