Mercedes setzt sich bei Diesel Rückruf gegen KBA (formal) durch

Mercedes-Benz hat einen wichtigen juristischen Erfolg errungen: Das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein hob nun mehrere Rückrufanordnungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) für Dieselmodelle des Konzerns auf. Im Zentrum des Streits standen Motoren der Baureihen OM651 und OM640 der Abgasnorm Euro 5, denen die Behörde eine unzulässige Abschalteinrichtung vorgeworfen hatte.

Rechtsgrundlage entscheidend

Das Gericht entschied hierbei jedoch nicht über die technische Zulässigkeit der sogenannten Kühlmittelsolltemperaturregelung (KSR). Stattdessen kippte es die Rückrufe lediglich aus formalen Gründen. Die Bescheide seien auf Basis einer veralteten Rechtsgrundlage ergangen, da die frühere Genehmigungsverordnung zwischenzeitlich durch EU-Regelungen ersetzt worden war. Damit waren die Anordnungen rechtlich nicht mehr haltbar. Inwieweit die Behörde dazu noch Rechtsmittel einlegen wird, ist noch unbekannt.

Auswirkungen

Für Besitzer der betroffenen Mercedes-Diesel bedeutet das Urteil vorerst Entwarnung, da der verpflichtende Rückruf entfällt, solange das KBA keine neue, formal korrekte Entscheidung trifft oder Berufung einlegt. Der Richterspruch könnte aber auch Signalwirkung entfalten – insbesondere für weitere Dieselverfahren, in denen das KBA auf ähnliche Argumentationsmuster setzt. Mercedes-Benz selbst wertet das aktuelle Urteil als Bestätigung, dass die rechtliche Basis der Rückrufe von Beginn an angreifbar gewesen sei. Unabhängig davon hat der Hersteller den Rückruf umgesetzt und vier Jahre später fast alle 1,4 Millionen Fahrzeuge umgerüstet. Ob die Auseinandersetzung endgültig beendet ist, hängt nun vom weiteren Vorgehen des KBA ab.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

 

22 Kommentare
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Baron
1 Monat zuvor

Was für eine Lachplatte, ein PR-Desastef für Mercedes !

JM13
Reply to  Baron
1 Monat zuvor

Peinlich für das KBA.

Dr Alexander
Reply to  JM13
1 Monat zuvor

Versuchen Sie gerade den Ölofen gesund zu beten?
Haben wir 2015?
Der einzige Grund für die Privilegierung der Panzerbrühe in EU, Korea, Japan, war. dass man sie für die militärische Infrastruktur engmaschig verfügbar haben wollte.Der Rest der Welt hat nie mitgemacht. Egal welcher Hersteller: Alle Spaß- und Powerdiesel wurden heimlich schnell und leise eingestellt, nachdem der böse Ami mal auf die Idee kam nachzumessen, Tempfenster, Motorschutz,… hin oder her.

EQ44fahrer
Reply to  Dr Alexander
1 Monat zuvor

Das ist richtig. Diesel war für Hochleistunsaggegate konzipiert, bei denen sich keiner um Emissionen schert und auch keine Additive nachkippt.

Dr Alexander
Reply to  EQ44fahrer
1 Monat zuvor

Genau dahin ging es: Audis R10, BMWs M-Diesel, VWs V8, V10, Audis V12 TDI, AMG C30… erinnern Sie sich?

Arno
Reply to  Baron
1 Monat zuvor

Artikel nicht gelesen?

Ralf
Reply to  Arno
1 Monat zuvor

Der Tesla-Bot hat so seine Schwierigkeiten mit Fakten und Text – wie Grok bei der Einordnung der Leistungen von Elon Musk. 😉

Dr Alexander
1 Monat zuvor

Diesel in PKW ist ohne Tempfenster, „Motorschutzeinrichtungen“ , (Voll)Lastbypässeund sonstigen Beschiss niemals wirtschaftlich zu betreiben, bzw überhaupt gar nicht fahrbar:

Der Diesel-PKW gehört ins Museum, farewell!.

JM13
Reply to  Dr Alexander
1 Monat zuvor

Heh? Herr Museumsleiter.

Dr Alexander
Reply to  JM13
1 Monat zuvor

Sie bekommen natürlich ermäßigten Eintritt…

Andreas Rieger
Reply to  Dr Alexander
1 Monat zuvor

Stimme zu, alleine schon der beißende Gestank, das Genagel der Motoren und die Schmiersiffe beim Tanken sind ein absolutes NoGo. Dazu kein Drehzahlband.

Frazz2404
1 Monat zuvor

Der X253 Mopf hatte nie den OM651, also sind die Bilder falsch.

Fritz
Reply to  Frazz2404
1 Monat zuvor

Der Vor-Mopf schon, allerdings als EURO 6B

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Fritz
Philipp H.
1 Monat zuvor

Diese Drecksschleudern sollten einfach von der Straße verschwinden.

Ich sehe da keinen Erfolg für Mercedes oder Dieselfahrer. Nur ein Verlust für die gesamte Gesellschaft. Je früher die Dinger von der Straße genommen werden desto besser. Und jeder der sich so einen Mist noch gekauft hat nach all dem was man über die Maschinen und die Lügen der Hersteller weiß, läuft hart am Leben vorbei.

Andreas Rieger
1 Monat zuvor

Wirklich ein Armutszeugnis, auch noch FÜR schmutzige Luft und Abgas“tricksereien“ zu klagen !

Pano
Reply to  Andreas Rieger
1 Monat zuvor

Wer lesen kann ist im Vorteil, gelle 🙂

Marc W.
Reply to  Andreas Rieger
1 Monat zuvor

Einzige Lösung ist, schon ab morgen, Montag, 1.12., europaweit jedwede Zulassung eines Verbrenners zu verbieten.
Die „Enteignung hintenrum“, etwa durch Erlöschen einstiger Typgenehmigungen (z.B. auch durch Entfall eCall / Abschaltung 2G) ist auch keine Lösung.

Gerecht wäre einzig, jedwedes Fahren von Verbrennern sukzessive (inkl. Oldtimern !) zu verbieten, z.B. ab 2026 alle Kfz Baujahre 1986 und früher. Keine Ausnahme für THW, BW, FW etc. Weshalb sollen reiche Sammler etwas dürfen, angesichts hunderttausender Klimatoter ?

Selbstverständlich trifft das auch alle Bahnen mit ihren Dieselloks; Transport und Fortbewegung lassen sich nicht grundrechtlich ableiten, gute Luft dagegen schon.

Dr Alexander
Reply to  Marc W.
1 Monat zuvor

Bestandsschutz sagt Ihnen was? Aber Eigentum verpflichtet. Wer die Ressourcen hat, sollte einfach den Anstand haben umzusteigen. Menschen mit Asthma, COPD, Lungenkrebs, Kleinkinder, Innenstadtbewohner und ihre Fassaden werden es ihnen danken.

2fast4u2
Reply to  Dr Alexander
1 Monat zuvor

60 grosse Schiffe (Containerschiffe, Kreuzfahrtsschiffe, etc.) verursachen soviel Abgas, wie alle Fahrzeuge auf der Welt zusammen. Es gibt über 20000 solcher Schiffe. Quelle: Doku Seeblind von den Öffentlich Rechtlichen, die man nur noch gegen Entgelt beziehen kann.

Dr Alexander
Reply to  2fast4u2
1 Monat zuvor

Und die Bauindustrie und die Heizungen und der Flugverkehr,…
Bei der Schiffahrt besteht auch viel Reformbedarf, allerdings jogge ich selten neben einem Containerschiff, das auf hoher See die Abfallprodukte der Raffinerie verbrennt.

Dass 60 Schiffe den globalen KFZ-Verkehr aufwiegen halte ich allerdings für maßlos übertrieben. Wo kann ich mir diese schweizer Doku von 2015 denn angucken?

Philipp W.
Reply to  2fast4u2
1 Monat zuvor

Wie kann man denn so wenig Verständnis haben, dass man davon ausgeht, dass 60 Schiffe soviel Abgase produzieren wie eine Milliarde PKW. Ist ihnen das nicht peinlich ihr Unwissen so in die Welt zu stellen? Entweder wissen Sie wie sehr sie selbst lügen oder sie sind nicht kognitiv in der Lage den Sachverhalt zu verstehen. So oder so tragen Sie nichts sinnhaftes zur Unterhaltung bei.

Aber klar im Internet kann man alles behaupten. Quellen? Egal. Verstand? Egal. Hauptsache irgendwie die eigenen Gefühle versuchen als Tatsache dar zu stellen.