Mercedes-Benz Motorsportlegende Hans Herrmann verstorben

Der ehemalige Mercedes-Benz Rennfahrer Hans Herrmann ist am 9. Januar 2026 im Alter von 97 Jahren verstorben. Mit seinem Tod verliert der internationale Motorsport eine seiner prägendsten Persönlichkeiten und Mercedes-Benz eine lebende Legende der berühmten Silberpfeil-Ära. Hans Herrmann war nicht nur Formel-1-Pilot, Le-Mans-Sieger und vielseitiger Motorsportler, sondern bis zuletzt auch engagierter Markenbotschafter von Mercedes-Benz Heritage.

Hans Herrmann wurde am 23. Februar 1928 in Stuttgart geboren und blieb seiner Heimatregion Zeit seines Lebens eng verbunden. Internationale Bekanntheit erlangte er insbesondere in den Jahren 1954 und 1955 als Werksfahrer von Mercedes-Benz, als die Marke mit dem Stern spektakulär in den Grand-Prix-Sport zurückkehrte. In dieser Zeit startete Herrmann sowohl mit dem legendären Formel-1-Rennwagen W 196 R als auch mit dem Rennsportwagen 300 SLR (W 196 S). Er galt als äußerst konstanter und schneller Fahrer, der durch beständige Rundenzeiten und hohe Zuverlässigkeit überzeugte.

Seine Motorsportkarriere begann Hans Herrmann 1952 mit einem privaten Porsche 356. Bereits früh machte er mit Klassensiegen bei der Deutschlandfahrt sowie bei der legendären Mille Miglia auf sich aufmerksam. Diese Erfolge führten dazu, dass Alfred Neubauer, Leiter der Mercedes-Benz Rennabteilung, den talentierten Nachwuchsfahrer 1954 in die Werksmannschaft holte – an der Seite von Größen wie Juan Manuel Fangio und Karl Kling. Schon beim Debüt der neuen Silberpfeile in Reims fuhr Herrmann die schnellste Rennrunde und bewies damit eindrucksvoll sein außergewöhnliches Können.

In der Formel-1-Saison 1954 erreichte Hans Herrmann mehrere Podestplätze, während Teamkollege Fangio Weltmeister wurde. Auch 1955 gehörte Herrmann zum erfolgreichen Mercedes-Benz Team, bis ein schwerer Unfall im Training zum Großen Preis von Monaco seine Saison vorzeitig beendete. Trotz dieser Verletzung kämpfte sich der als „Hans im Glück“ bekannte Rennfahrer zurück in den Motorsport – ein Spitzname, der auf mehrere überstandene schwere Unfälle zurückging.

Nach dem Rückzug von Mercedes-Benz aus dem Werksrennsport im Jahr 1955 blieb Herrmann der Marke eng verbunden. Er startete unter anderem 1961 bei der Rallye Großer Straßenpreis von Argentinien mit einem Mercedes-Benz 220 SE „Heckflosse“ und feierte dort einen Doppelsieg für Mercedes-Benz. Gleichzeitig bewies er seine Vielseitigkeit in unterschiedlichsten Rennklassen, darunter Formel 1, Formel 2, Sportwagenrennen und Rallyes, sowie mit Fahrzeugen von Porsche, Maserati, BRM, Cooper oder Abarth.

Die größten Erfolge seiner Karriere erzielte Hans Herrmann im Langstreckensport. Zu seinen wichtigsten Siegen zählen die Targa Florio 1960, die 24 Stunden von Daytona 1968 und der legendäre Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1970. Nach diesem Triumph beendete er seine aktive Rennkarriere konsequent und widmete sich fortan seinem erfolgreichen Unternehmen im Autozubehörhandel.

Bis zu seinem Tod blieb Hans Herrmann dem Motorsport und insbesondere Mercedes-Benz Heritage eng verbunden. Als Markenbotschafter repräsentierte er die Geschichte der Silberpfeile weltweit und begeisterte Fans mit seinem Fachwissen, seiner Bodenständigkeit und seiner sympathischen Art. Auch im hohen Alter beeindruckte er bei historischen Rennveranstaltungen mit seinem sicheren Fahrstil. Hans Herrmanns Tod markiert das Ende einer Ära – sein Vermächtnis als einer der bedeutendsten deutschen Rennfahrer und als prägende Figur der Mercedes-Benz Motorsportgeschichte wird jedoch unvergessen bleiben.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG