Bei Daimler Truck schwächt Nordamerika das Nutzfahrzeuggeschäft

Daimler Truck verzeichnet für das Geschäftsjahr 2025 einen spürbaren Absatzrückgang und steht insbesondere in Nordamerika vor großen Herausforderungen. Der weltweit größte Nutzfahrzeughersteller musste im vergangenen Geschäftsjahr deutliche Einbußen bei den Verkaufszahlen hinnehmen. Hauptursache ist die schwächelnde Nachfrage auf dem nordamerikanischen Markt, der traditionell zu den wichtigsten Absatzregionen des Konzerns zählt.

Insgesamt lieferte Daimler Truck weltweit rund 422.500 Lkw und Busse aus und blieb damit deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück. Besonders stark fiel der Rückgang im Segment Trucks North America aus. Dort brach der Absatz im zweistelligen Prozentbereich ein, was das Konzernergebnis erheblich belastete. Die Zurückhaltung vieler Speditionen bei Neuinvestitionen, hohe Finanzierungskosten sowie wirtschaftliche Unsicherheiten in den USA und Kanada gelten als zentrale Gründe für die rückläufige Nachfrage.

Auch handelspolitische Faktoren spielen eine Rolle. Zusätzliche Zölle und anhaltende Unsicherheiten im internationalen Warenverkehr sorgen dafür, dass viele Flottenbetreiber ihre Fahrzeugerneuerung verschieben. Für Daimler Truck bedeutet dies eine spürbare Abschwächung in einem Markt, der über Jahre hinweg als Wachstumstreiber galt.

Stabiler zeigt sich hingegen die Entwicklung in anderen Regionen. In Europa konnte der Absatz von Mercedes-Benz Trucks weitgehend auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Auch in Lateinamerika erwies sich das Geschäft als robust. Positiv entwickelte sich zudem der asiatische Markt, in dem Daimler Truck leichte Zuwächse verbuchte. Das Busgeschäft zeigte sich weltweit widerstandsfähig und konnte die rückläufigen Lkw-Verkäufe teilweise kompensieren.

Der Absatzrückgang wirkte sich jedoch auch auf Umsatz und Ergebnis aus. In den ersten drei Quartalen 2025 sank der Konzernumsatz spürbar, während der Gewinn deutlich stärker zurückging. Steigende Kosten, geringere Stückzahlen und ein schwieriges Marktumfeld setzten die Profitabilität dabei unter Druck. Als Reaktion darauf hat Daimler Truck umfassende Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet. Mit dem Programm „Cost Down Europe“ verfolgt der Konzern das Ziel, die Kostenbasis langfristig um mehr als eine Milliarde Euro zu reduzieren. Im Zuge dessen sind auch Stellenstreichungen angekündigt worden, insbesondere im europäischen Truck-Geschäft. Parallel dazu reagiert das Unternehmen in Nordamerika mit Produktionsanpassungen und Personalmaßnahmen auf die geringere Nachfrage.

Der Ausblick bleibt entsprechendverhalten. Daimler Truck rechnet kurzfristig nicht mit einer schnellen Erholung des nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarktes. Vielmehr geht der Konzern von anhaltenden Herausforderungen aus, die durch konjunkturelle Schwankungen, geopolitische Risiken und einen intensiven Wettbewerb geprägt sind. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf Effizienzsteigerungen, regionale Diversifizierung und eine langfristige strategische Neuausrichtung, um die eigene Marktposition zu stabilisieren und zukünftiges Wachstum abzusichern.

Bilder: Daimler Truck AG