Mercedes-Benz: Gewinn bricht 2025 um fast die Hälfte ein

Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz hat im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Konzerngewinn sank von 10,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf 5,3 Milliarden Euro und damit um knapp 49 Prozent. Auch Umsatz und Absatz entwickelten sich rückläufig. Die Erlöse gingen um rund neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück, die weltweiten Auslieferungen von Pkw und Vans sanken ebenfalls um etwa neun Prozent auf rund 2,16 Millionen Fahrzeuge.

Als Hauptursachen für die schwache Entwicklung nennt das Unternehmen mehrere Faktoren. Besonders belastend wirkt sich die anhaltende Schwäche im wichtigen chinesischen Markt aus. Dort sorgen ein intensiver Preiswettbewerb, eine gedämpfte Kauflaune und starke einheimische Hersteller – vor allem im Bereich Elektromobilität – für erheblichen Druck auf internationale Premiumanbieter. Hinzu kommen höhere Zölle und Handelshemmnisse, insbesondere im US-Geschäft, sowie negative Wechselkurseffekte, die das operative Ergebnis zusätzlich geschmälert haben.

Der Gewinnrückgang bleibt auch für die Beschäftigten nicht ohne Folgen. Die Ergebnisbeteiligung für rund 85.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland fällt mit bis zu 3.139 Euro deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Parallel dazu treibt Mercedes ein umfassendes Sparprogramm voran. Bis 2027 sollen die Kosten spürbar gesenkt werden, unter anderem durch Effizienzmaßnahmen in Verwaltung und indirekten Bereichen sowie durch freiwillige Abfindungsprogramme.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sieht das Management den Konzern strategisch weiterhin auf Kurs. Im Mittelpunkt stehen eine höhere Effizienz, flexiblere Produktionsstrukturen und eine stärkere Fokussierung auf margenstarke Modelle. Gleichzeitig bleibt die Transformation zur Elektromobilität eine zentrale Zukunftsaufgabe. Der deutliche Gewinneinbruch zeigt jedoch, dass selbst Premiumhersteller mit starker Marke und hoher Preissetzungsmacht den aktuellen globalen Marktverwerfungen nicht entkommen können.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

37 Kommentare
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Vanler
1 Monat zuvor

Ich frage mich immer wieder ob Mercedes wirklich soviele Werke in Deutschland braucht?!

Rainer
1 Monat zuvor

Denke mal, das China-Geschäft ist für die deutschen Hersteller tot, oder?

EQ44fahrer
Reply to  Rainer
1 Monat zuvor

Ja. Und ich habe euch letztes Jahr gesagt, warum. Ich konnte es vor Ort über Wochen erleben.

gesellschaftlicherGroßkonflikt
Reply to  EQ44fahrer
1 Monat zuvor

Warum ?

Bernhard
1 Monat zuvor

Bin gespannt ob die neuen EQ-Modelle in 2026 einen Turnaround bringen. Die technische Plattform ist konkurrenzfähig, das Preis-/Leistungsverhältnis im Konkurrenzumfeld ist es nicht. Das mutlose Design von CLA und EQB verkauft sich vielleicht bei deutschen Traditionalisten aber auf den wichtigen Weltmärkten wird das anders aussehen.

Marc W.
Reply to  Bernhard
1 Monat zuvor

Das mutige Design von EQE/EQS hat ja weltweit auch nicht funktioniert ?! Vielleicht ist es auch nur so, dass gut alleine nicht reicht, man muss auch gemocht werden.
Dafür braucht man aber eine schlüssige Gesamtperformance, mithin Dinge, die auch eine CDU nicht hat.

Cornelius
Reply to  Marc W.
1 Monat zuvor

Naja, wenigstens werden wir nicht mehr durch Frau Baerbock in China vertreten. Kann eigentlich nur besser werden.

schwob
Reply to  Bernhard
1 Monat zuvor

Tja, dem ist wenig hinzuzufügen, aber selbst bei der technischen Plattform ist es durchaus nicht so dass MB vorne wäre (wenn ich zB iX3, EX 60 und GLC EQ vergleiche sehe ich uns zumindest nicht vorne), aber die Claqueure rund um den Vorstand bestärken OK weiterhin auf seinem desaströsen Zick-Zack Kurs, Luxusstrategie, e-only-Strategie etc….

Und im hiesigen Forum applaudieren irgendwelche Fanboys nach wie vor laut bei jedem Furz, den OK lässt, passion macht anscheinend blind.

Mir ist’s egal, Ende des Jahres ist meine aktive Zeit beim Daimler zu Ende, hinter mir die Sintflut.

Alex
Reply to  schwob
1 Monat zuvor

Na, da scheint mir aber einer tief frustriert zu sein. Viel Erfolg beim neuen Arbeitgeber.

schwob
Reply to  Alex
1 Monat zuvor

Mein neuer Arbeitgeber ist die deutsche Rentenversicherung…

Ein bisschen mehr als 40 Jahre beim Daimler sind genug.

gesellschaftlicherGroßkinflikt
Reply to  schwob
1 Monat zuvor

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Sven Keller
Reply to  Bernhard
1 Monat zuvor

… und gerade fährt die BYD-Fabrik in Ungarn die Produktion hoch. Pro Jahr 200’000 Fahrzeuge werden angepeilt. Bei Xiaomi geht es ab 2027 los.
Joseph Schumpeter: Die Erschließung neuer Märkte, neuer Bezugsquellen von Rohstoffen… [das ist der] Prozess, der das Kapitalistische System von innen heraus revolutioniert, ununterbrochen eine neue Wirtschaftsstruktur schafft und die alte unaufhörlich zerstört“.

https://www.electrive.net/2026/02/02/erstmals-made-in-europe-byd-beginnt-in-ungarn-mit-pkw-testproduktion/

Alex
Reply to  Sven Keller
1 Monat zuvor
Baron zu Münchhausen
Reply to  Bernhard
1 Monat zuvor

Ole beschädigt mit seinem Wunsch nach Sozialismus in den Medien das Ansehen der Marke jedenfalls nachhaltig !

Schalter Weel
Reply to  Bernhard
1 Monat zuvor

Erkläre mal, wie eine Ideologie, die ausschließlich durch Subventionen und massiver Propaganda am Leben erhalten wird (wie ein Komapatient an einer Lebenserhaltungsmaschine), einen „Turnaround“ bringen soll…

(keine Sorge: rhetorischer Einwurf)

CH-Elch
1 Monat zuvor

Die Hütte brennt…. Und der Vorstand klopft sich auf die Schulter? Wielange lässt man O.K. noch walten?

Pano
Reply to  CH-Elch
1 Monat zuvor

Hat Vertrag bis Mai 2029.
Grüße
Pano

schwob
Reply to  Pano
1 Monat zuvor

Langsam kommt aber eine bezahlte vorzeitige Vertragsauflösung billiger als ihn weiter werken zu lassen.

EQ44fahrer
Reply to  schwob
1 Monat zuvor

Ich will euch keine Illusionen nehmen aber das was der Vollhorst verbockt hat, kann niemand selbst mittelfeistig mehr rumreißen. Eigentlich ist es nur konsequent und beschädigt immerhin keinen fähigen CEO, wenn man den Loser-Ola die Suppe selber wieder auslöffeln lässt, die er MB und den Kunden eingebrockt hat.

Baron zu Münchhausen
1 Monat zuvor

Heftig, der Pleitegeier kreist über Ola !

axxxtz
1 Monat zuvor

ich finde, im sinne von angebot & nachfrage, die fahrzeug-listenpreise in deutschland einfach zu hoch, gerade im internationalen vergleich.
gibt es eigentlich ein land auf der welt, wo man mehr für neu-fahrzeuge bezahlt als in DE?
gerade wenn man das mal mit dem nationalen durchschnitts- oder auch median einkommen vergleicht …

FrohesNeues
Reply to  axxxtz
1 Monat zuvor

So weit musst du gar nicht schauen. In Österreich sind die Preise höher, was u.a. an der höheren Mwst. liegt soweit ich weiß. Oder in Indien oder Singapur, wo heftige Luxussteuern greifen. In Singapur soll ein 1er BMW über 100.000 Dollar kosten, habe ich letztens irgendwo gelesen. Also es ist nicht alles schlechter hier.

schwob
Reply to  FrohesNeues
1 Monat zuvor

In Österreich kommt bei Verbrennern die NoVA hinzu, das ergibt -speziell bei leistungsstarken Fahrzeugen- absurd LP, bei einem G63 sind das 49%, LP ohne SA 297k

Rainer
Reply to  FrohesNeues
1 Monat zuvor

AFAIK ist die Anzahl der zugelassenen Autos in Singapur eh‘ begrenzt. Bzw. ist die Obergrenze seit 2018 oder soerreicht. Damit ein neues Auto zugelassen wird, muss erst ein altes abgemeldet werden.
Google „Singapore vqs“.

Da wäre was los hierzulande, wenn man das einführen würde 😉

Rainer
Reply to  axxxtz
1 Monat zuvor

Natürlich gibt’s das. Dänemark zum Beispiel. Südamerika auch. Dank Zöllen (wobei die Frage ist, ob das jetzt dank MERCOSUR besser wird).

Ist aber nicht das eigentliche Problem.

Das Verhältnis Lohnkosten des Arbeitgebers (Lohn + Sozialabgaben, die der Arbeitgeber an den Sozialstaat überweist statt an den Arbeitnehmer) zum ausgezahlten Nettolohn ist halt kaum irgendwo so schlecht wie in Deutschland.
Das führt dann zu Absurditäten wie dass wenn man z.B. 100k Lohnkosten in der Schweiz hat, davon dann am Ende quasi das Doppelte beim Arbeitnehmer ankommt.

Dass dieser sinnvollerweise einen grösseren Teil davon für Altersvorsorge und nicht von der Krankenversicherung gedeckte Leistungen sparen sollte steht auf einem anderen Blatt – erst mal ist das Geld auf dem Konto.
Und nur was auf dem Konto ist, kann man ausgeben.

In Deutschland bzw. der EU würden die Politiker am Liebsten alles frei verfügbare Erwerbseinkommen aller Leute einsammeln und dann wieder „gerecht“ verteilen. So dass die Leute wie zu Feudalzeiten maximal abhängig vom Lehnsherr sind….

Anyway…

Mercedes verkauft aber in der Schweiz auch nicht mehr so super viel, was ein Hinweis auf den Grad der Attraktivität und des P/L Verhältnisses der Autos sein könnte.

CJuser
1 Monat zuvor

Tja, das passiert wohl, wenn man darauf pokert, weniger Fahrzeuge mit höheren Margen (also zu schlechten Konditionen) an den Kunden zu bringen.

Jörg
1 Monat zuvor

Ende 2026 oder eher Mitte/Ende 2027 wird man sehen, ob die größte Modelloffensive in der Geschichte erfolgreich war oder nicht. Die Modelloffensive hat ja gerade erst begonnen. Ich bin mal optimistisch.

Rainer
Reply to  Jörg
1 Monat zuvor

Hoffen wir, dass die Modell-Offensive nicht so endet wie die Ardennen-Offensive damals 😉
Das ist nämlich das Problem an diesen ganzen „Offensiven“ – sie werden selten aus einer Position der Stärke heraus gestartet.

schwob
Reply to  Jörg
1 Monat zuvor

Abwarten, da kommt der VLE, bei dem kein Mensch seriöse Prognosen zur Stückzahl wagt, die MOPF der S-Klasse (da steht Stückzahl nicht im Vordergrund, aber das ist generell ein schwieriges Marktsegment geworden), AMG GT 4 door (mal schauen wie groß der Markt für solche Fahrzeuge tatsächlich ist), C-Klasse EQ (Antrieb aus Rumänien, gebaut in Ungarn) und die MoPF der MoPF für GLE/GLS.

Philipp
1 Monat zuvor

Mal sehen wann Mercedes anfängt im Rahmen des Sparprogramms in der E-Klasse die Ambientebeleuchtung im Fußraum für 10 Cent einzusparen wie letzte Woche im CLA

Sternfahrer
1 Monat zuvor

China ist ein hausgemachtes Problem und Teil der verfehlten Konzernstrategie. OK hat fälschlicherweise Weise auf China, Elektro und die Luxusstrategie gesetzt. Nur sind sehr viele Kunden seinen wirren Visionen nicht gefolgt. Ein Premium/Luxus Hersteller kann sich nicht nur über den Preis definieren, sondern in erster Linie über die Qualität. Das System, Preise deutlich erhöhen und die Qualität drastisch reduzieren ist kläglich gescheitert. Jahrelang waren allen deutschen Hersteller auf China fokussiert, allerdings hat niemand rechtzeitig erkannt, dass dieses System nur mit Verbrennern funktioniert. Beim Elektro geht es weniger um Status oder Prestige, es zählen andere Faktoren. Diese können aber die deutschen Hersteller in China nicht erfüllen. Es ist zu hoffen, dass Mercedes den Kurs korrigiert. Im alltäglichen Verkauf gibt es das wichtige Instrument „ Bedarfsanalyse“ Es geht darum zu erfragen was der Kunde will. Dieser Faktor wird aber von der abgehobenen Konzernführung komplett ignoriert.

Alexander Will
1 Monat zuvor

Ich frage mich was man tun muss, um als CEO bei Mercedes gefeuert zu werden.

axxxtz
Reply to  Alexander Will
1 Monat zuvor

er scheint zu wissen wer welche leichen im keller hat ^^

EQ44fahrer
1 Monat zuvor

Das läuft ja alles wie geschmiert.
Auf der Rutsche steil bergab…
Aber immerhin läuft es.

XRT 78
1 Monat zuvor

Ob Herr H. jetzt wieder ein heimlicher BMW-Fan wird, jetzt, nachdem Audi und Mercedes im vorherigen Jahr auf den internationalen Absatzmärkten vom Münchener Erzrivalen  vernichtend geschlagen wurden und die daraus resultierenden Gewinneinbrüche beider Marken?

Jörg
1 Monat zuvor

Gerade gelesen:
Mercedes beschleunigt die Modelloffensive – 7 Weltpremieren in den nächsten 3 Monaten

schwob
1 Monat zuvor

Eine der Ursachen für die Misere: Wir haben nach wie vor keinen strategischen Kernaktionär, keine Aktionär, der alleine zumindest über eine Sperrminorität verfügt und so kann OK relativ konsequenzenlos eine Fehlentscheidung nach der anderen treffen und wird trotzdem nicht abgelöst. Wenn Zipse in MUC so viel Schmarrn erzählen würde wie OK in Stuttgart würde ihn der Quandt/Klatten Clan eigenhändig vor die Tür setzen.

Die kritischen Fragen aus den Reihen der institutionellen Anleger werden auf der HV wegmoderiert und danach geht es gleich weiter wie vorher. Die Chinesen und Kuwaitis werden mit relativ hohen Dividenden ruhig gestellt, dass Källenius den gesamten Wirtschaftsraum Stuttgart nachhaltig schädigt stört anscheinend niemand mehr.