Mercedes OM656 Diesel: Häufige Probleme, Ursachen & Tipps zur Vermeidung von Motorschäden

Der Mercedes OM656 Diesel – seit 2017 erstmals eingeführt – ist ein Reihensechszylinder, der für seine Effizienz, hohes Drehmoment und niedrigen Verbrauch bekannt ist. Doch trotz dieser technischen Fortschritte bleibt der Motor nicht frei von Problemen, die Fahrer kennen sollten, um teure Reparaturen zu vermeiden.

Besonders das Kraftstoffsystem des OM656 6-Zylinder Diesels  als Nachfolger des OM642 erweist sich als anfällig: Das präzise Bosch CP4‑Common‑Rail‑System reagiert empfindlich auf minderwertigen Diesel oder Verschmutzungen. Bereits geringe Verunreinigungen im Tank können die Einspritzdüsen beschädigen, während ein verstopfter Kraftstofffilter die Verbrennung stört und langfristig zu Leistungsverlust führt. Fahrer berichten, dass regelmäßiger Filterwechsel und die Nutzung von qualitativ hochwertigem Diesel die Lebensdauer des Motors deutlich erhöhen können.

Auch die variable Ventilsteuerung, die Camtronic genannt wird, kann Probleme bereiten. Magnetventile und Aktuatoren sind anfällig für Ausfälle, und Verschleiß an der Nockenwelle führt oft zu unruhigem Leerlauf oder knackenden Geräuschen während der Fahrt. Wer diese Anzeichen frühzeitig erkennt, kann teure Folgeschäden verhindern, indem die Motorsteuerung und Ventiltechnik regelmäßig geprüft werden.

Bei Fahrzeugen bis 2022 wurden wurde vereinzelt Prboleme mit fehlerhaften Rollenschlepphebeln berichtet, die zu Spänen im Ölsystem führen können. Auch Probleme an Ölpumpen sind bekannt.

Der Turbolader des OM656 ist ein weiteres empfindliches Bauteil. Ölablagerungen, verschlissene Lager oder verunreinigtes Ladeluftsystem können zu Leistungsabfall und ungewöhnlichen Geräuschen führen. Besonders nach langen Autobahnfahrten ist es daher sinnvoll, den Motor kurz im Leerlauf abkühlen zu lassen, um Hitze- und Ölrückstände zu reduzieren und die Lebensdauer des Turbos zu verlängern.

Neben mechanischen Problemen zeigt der OM656 auch Schwächen bei den Abgasnachbehandlungssystemen. Abgasrückführung (AGR), Dieselpartikelfilter (DPF) und das SCR‑System mit AdBlue sind empfindlich gegenüber schlechter Kraftstoffqualität, Kurzstreckenfahrten und Temperaturschwankungen. Verstopfte Filter oder verschmutzte AGR‑Ventile führen nicht nur zu Leistungsverlust, sondern können auch direkt Fehlermeldungen im Cockpit auslösen. Regelmäßige Regenerationsfahrten, hochwertige AdBlue-Zufuhr und Wartung minimieren diese Risiken und sorgen für einen stabilen Motorlauf.

Auch die Elektronik und Sensorik spielen beim OM656 eine entscheidende Rolle. Defekte Ladedruck- oder Temperaturfühler können den Motorlauf stören, den Kraftstoffverbrauch erhöhen und zu unerwarteten Fehlermeldungen führen. Zudem berichten viele Fahrer über erhöhten Ölverbrauch, der trotz fehlender Undichtigkeiten auf interne Verschleißprozesse hindeuten kann.

Trotz dieser Schwachstellen bleibt der OM656 – produziert bei der Mercedes-Tochter MDC Power GmbH in Kölleda –  ein leistungsstarker und effizienter sowie laufruhiger Diesel, der bei sorgfältiger Pflege und hochwertiger Wartung sehr zuverlässig ist. Wer auf qualitativ hochwertigen Diesel, regelmäßige Ölwechsel, sorgfältige Wartung von Turbolader, Einspritzsystem und Abgasnachbehandlung achtet, kann die Lebensdauer seines Motors deutlich verlängern und Reparaturen vermeiden. Zusammengefasst zeigt sich: Der Mercedes OM656 ist ein technisch anspruchsvoller Motor, der moderne Dieseltechnologie auf höchstem Niveau bietet, aber Pflege und Aufmerksamkeit erfordert, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG