MB.Drive Assist Pro kommt in den USA als Abo – 3.950 $ für drei Jahre

Mit dem MB.Drive Assist Pro bringt Mercedes-Benz eines der derzeit leistungsfähigsten Fahrerassistenzsysteme in den USA auf den Markt. Technologisch setzt der Hersteller dabei neue Maßstäbe – beim geplanten Preismodell allerdings ebenfalls. Denn das System ist nicht als klassische Kaufoption gedacht, sondern wird vor allem über ein zeitlich begrenztes Abonnement vermarktet.

Enorme Rechenleistung für Level-2++-Assistenz

Technisch fährt Mercedes beim MB.Drive Assist Pro groß auf: Rund 30 Sensoren erfassen permanent die Fahrzeugumgebung. Dazu zählen zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Die dabei entstehenden Rohdaten laufen in einem zentralen Supercomputer zusammen, der mit einer Rechenleistung von bis zu 508 TOPS (Tera Operations per Second) arbeitet. Herzstück ist ein KI-Chip von Nvidia, ebenso stammt die zugrunde liegende Software „Drive AV“ vom US-Chiphersteller. Mercedes ist damit der erste Autobauer, der Nvidias Drive-AV-System in einem Serienfahrzeug einsetzt. Der Startschuss fällt noch in diesem Quartal in den USA, zunächst im neuen CLA. Für Europa ist der Marktstart laut Nvidia bereits für das zweite Quartal vorgesehen.

Premium-Technik, aber kein autonomes Fahren

Trotz der beeindruckenden Hardware bleibt der Funktionsumfang klar eingegrenzt. Der MB.Drive Assist Pro ist ein Fahrerassistenzsystem auf SAE-Level 2. Das bedeutet: Das Fahrzeug kann Lenken, Beschleunigen und Bremsen übernehmen, der Fahrer muss das System jedoch permanent überwachen und jederzeit eingriffsbereit sein. Damit positioniert sich der Drive Assist Pro als besonders hochwertiges Assistenzsystem, nicht als Selbstfahrer-Lösung.

3.950 Dollar – aber nur für drei Jahre

In den USA kostet der MB.Drive Assist Pro 3.950 US-Dollar für eine Nutzungsdauer von drei Jahren. Umgerechnet sind das rund 1.317 Dollar pro Jahr oder etwa 110 Dollar pro Monat. Nach Ablauf dieser drei Jahre fallen weitere Gebühren an, deren Höhe Mercedes bislang nicht offiziell beziffert hat. Damit etabliert Mercedes ein Abo-Modell für eine zentrale Fahrzeugfunktion – ein Trend, der in der Branche zunehmend diskutiert und von Kunden nicht immer positiv aufgenommen wird. Denn selbst nach dem Kauf eines teuren Premiumfahrzeugs müssen Fahrer weiterhin regelmäßig zahlen, um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können.

Vergleich mit Tesla: günstiger Einstieg, aber gleiche Stufe

Im direkten Vergleich wirkt Mercedes preislich zunächst moderater als Tesla. Deren „Full Self-Driving“ (FSD) kostet rund 8.000 US-Dollar als Einmalkauf oder 99 Dollar pro Monat im Abonnement. Allerdings arbeitet auch Teslas System bislang nur auf Level 2. Tesla verspricht seinen Kunden seit Jahren, dass spätere Upgrades auf höhere Autonomie-Stufen im Preis enthalten sein sollen. Mercedes verkauft den Drive Assist Pro klar als Assistenzsystem. Dennoch bleibt die Frage, wie akzeptiert ein Abo-Preis von über 100 Dollar monatlich für Funktionen ist, die rechtlich und technisch noch weit vom autonomen Fahren entfernt sind.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

12 Kommentare
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tutnixzursache
1 Tag zuvor

Also bei dem Preis wäre ich raus, das ist echt ne Menge Holz.

Dr. Alexander
Reply to  tutnixzursache
20 Stunden zuvor

Aber Nörgelkasper wie Sie fahren eh Holzklasse. Zahlende Kundschaft wird den Preis akzeptieren.

Dr. Alexander
Reply to  tutnixzursache
8 Stunden zuvor

Aber nörgelnde Windowshopper wie Sie fahren eh Holzklasse. Man wird sich bei der Preisfindung wohl an der zahlenden Kundschaft orientiert haben.

Marc W.
1 Tag zuvor

Sonnenklar: Pflicht im DW bei weiterhin bestehenden Kostengrenzen (muss halt die größte Felgenoption und der sündteure Sonderlack geopfert werden) – aber ebenso ein NEVER im Privatbereich.
Allerdings wirkt sich ein Serienverbau der Hardware (Kameras) schon negativ auf Versicherungsprämien aus.

Hansi
22 Stunden zuvor

stolzer Preis und dann hast das noch nicht mal dauerhaft
Würde ich mir nicht holen zu dem Preis

Dailybimmer
21 Stunden zuvor

+1$ für die Flatrate für 3D-filmchen auf dem Hyperscreen?

Dr. Alexander
20 Stunden zuvor

Was genau soll da bitte laut Nvidia I’m 2. Quartal zu uns kommen?

Dr. Alexander
15 Stunden zuvor

Sorry, Dafür dass FSD viel, viel mehr kann (Technisch Level 4 !), müsste Mercedes ihr System günstiger anbieten, zumal es offiziell nur ein Assistent ist.

Gerhard Horstmann
9 Stunden zuvor

An dem Tag, an dem das System einen Fahrer ersetzt, ich also gemütlich im Fond sitzen darf, sind solche Preise und Modelle gerechtfertigt. Bis dahin sind es Spielereien – nice to have – denen man aber rasch Überdrüssig wird. Ein System, welches ich permanent überwachen muss, birgt keinen Mehrwert und verursacht im Zweifel nur Stress!

Ralf
Reply to  Gerhard Horstmann
8 Stunden zuvor

Also ich fahre seit Tempomat und Distronic entspannter, auch wenn ich es selbst überwachen muss.

ArmDose
5 Stunden zuvor

Bei Mercedes stimmt etwas nicht,
das ist viel Geld.

Bernd das Brot
3 Stunden zuvor

Die Kunden werden der Marke den Rücken kehren.
Abo ist der Anfang vom Ende.
Ich finde es sowieso peinlich die Hardware zu verbauen um es im Anschluss als Abo zu vermieten.
Ich gehe doch davon aus, dass die Hardware das meiste Geld kostet.

Zuletzt editiert am 3 Stunden zuvor von Bernd das Brot