Daimler Truck legt Zahlen des Geschäftsjahres 2025 vor

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck Holding AG hat das Geschäftsjahr 2025 in einem schwierigen Marktumfeld mit rückläufigen Absätzen, aber stabiler operativer Entwicklung abgeschlossen. Während Umsatz, Gewinn und Cashflow im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen, setzt der DAX-Konzern auf steigende Auftragseingänge, Effizienzprogramme und höhere Stückzahlen, um 2026 wieder operativ zuzulegen.

Solide Ergebnisse trotz Gegenwind

2025 verkaufte der Konzern weltweit 422.510 Lkw und Busse – rund acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz des Industriegeschäfts sank um zehn Prozent auf 45,9 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) lag bei 3,78 Milliarden Euro nach 4,67 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Die bereinigte Umsatzrendite im Industriegeschäft erreichte 7,8 Prozent und blieb damit innerhalb der Zielspanne des Unternehmens. Auch der Free Cashflow ging deutlich zurück und belief sich auf 1,82 Milliarden Euro (2024: 3,15 Milliarden Euro). Das Ergebnis je Aktie sank von 3,64 Euro auf 2,56 Euro.

Dennoch wertet das Unternehmen die Entwicklung als robust angesichts schwacher Nutzfahrzeugmärkte und zusätzlicher Belastungen durch Zölle. Vorstandschefin Karin Rådström erklärte, die Ergebnisse belegten eine verbesserte operative Performance in einem anspruchsvollen Umfeld. Daimler Truck habe seine strategischen Ziele weiter vorangetrieben, unter anderem mit Marktführerschaften in Nordamerika und Europa bei schweren und mittelschweren Lkw sowie einer erstmals zweistelligen Profitabilität im Busgeschäft.

Starke Entwicklung im Busgeschäft

Besonders positiv entwickelte sich die Sparte Daimler Buses, die 2025 eine Umsatzrendite von zehn Prozent erreichte – ein deutlicher Sprung gegenüber 8,3 Prozent im Vorjahr. Der Umsatz stieg auf knapp sechs Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 39 Prozent zu.

Auch die Finanzdienstleistungssparte verbesserte ihre Profitabilität. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich auf 6,1 Prozent, unterstützt durch konsequente Kostendisziplin.

In der Nutzfahrzeugsparte zeigte sich hingegen ein gemischtes Bild: Während Trucks North America trotz eines Absatzrückgangs eine zweistellige Rendite von 10,7 Prozent erzielte, blieb die Profitabilität bei Mercedes-Benz Trucks stabil, wenn auch leicht rückläufig. Das Asiengeschäft zeigte robuste Absatzentwicklungen, insbesondere in Indonesien und im Nahen Osten.

Auftragseingänge ziehen wieder an

Ein positives Signal kommt von der Nachfrageseite. Der Auftragseingang stieg 2025 leicht um zwei Prozent auf 425.458 Fahrzeuge. Besonders dynamisch entwickelte sich das vierte Quartal: Hier legten die Bestellungen um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu.

Treiber waren vor allem eine Erholung der Nachfrage in Nordamerika sowie eine stärkere Entwicklung bei Mercedes-Benz Trucks.

Gleichzeitig baut der Konzern seine Elektrifizierungsstrategie aus. Der Absatz batterieelektrischer Lkw und Busse stieg 2025 um 67 Prozent auf 6.726 Einheiten. Modelle wie der elektrische Fernverkehrs-Lkw eActros 600 und der Stadtbus eCitaro spielen dabei eine zentrale Rolle im europäischen Markt.

Strategische Projekte und Effizienzprogramme

Parallel treibt der Konzern strukturelle Veränderungen voran. Mit dem Effizienzprogramm „Cost Down Europe“ sollen Materialkosten gesenkt, Prozesse optimiert und zusätzliche Mittel für Zukunftsinvestitionen freigesetzt werden. Bereits 2025 erzielte Daimler Truck Nettoeinsparungen von mehr als 100 Millionen Euro und übertraf damit die ursprünglichen Planungen. Für 2026 peilt das Unternehmen Einsparungen von mindestens 250 Millionen Euro an.

Ein weiterer strategischer Schritt ist die geplante Integration von Mitsubishi Fuso und Hino in die neue Holding ARCHION, die gemeinsam mit der Toyota Motor Corporation aufgebaut wird. Daimler Truck will langfristig rund 25 Prozent an der neuen Gesellschaft halten, die an der Börse in Tokio notiert werden soll.

Ausblick: Operative Verbesserung erwartet

Für 2026 rechnet der Konzern mit einer Verbesserung der operativen Leistung. Das Absatzvolumen soll zwischen 330.000 und 360.000 Fahrzeugen liegen. Der Umsatz des Industriegeschäfts wird in einer Spanne von 42 bis 46 Milliarden Euro erwartet.

Die bereinigte Umsatzrendite soll zwischen sechs und acht Prozent liegen. Beim Free Cashflow stellt das Unternehmen einen deutlichen Anstieg auf 2,7 bis 3,2 Milliarden Euro in Aussicht. Ein Teil dieses Anstiegs resultiert aus erwarteten Mittelzuflüssen von rund 1,5 Milliarden Euro aus der Fuso-Hino-Integration.

Finanzvorständin Eva Scherer betonte, dass steigende Stückzahlen und Effizienzgewinne höhere Zolleffekte kompensieren sollen. Zudem erwartet das Unternehmen aufgrund der steigenden Auftragsdynamik ein stärkeres zweites Halbjahr.

Dividende stabil – Aktienrückkauf startet

Den Aktionären will Daimler Truck trotz des Ergebnisrückgangs eine stabile Ausschüttung bieten. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 6. Mai eine unveränderte Dividende von 1,90 Euro je Aktie vor. Zudem startet im März ein bereits angekündigtes Aktienrückkaufprogramm, das die Kapitalrendite für Anteilseigner weiter erhöhen soll. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und möglicher handelspolitischer Spannungen blickt der Nutzfahrzeughersteller damit vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Steigende Bestellungen, strukturelle Effizienzmaßnahmen und strategische Partnerschaften sollen den Weg zu einer stärkeren operativen Entwicklung im Jahr 2026 ebnen.

Bilder: Daimler Truck AG

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Holla
4 Sekunden zuvor

Stark, das man trotz der schwierigen geopolitischen Wirtschaftslage, die Dividende stabil halten kann.