Mercedes-Benz führt Microsoft 365 Copilot am Arbeitsplatz weltweit ein

Mercedes‑Benz treibt die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Arbeitsalltag seiner Belegschaft weiter voran. Wie das Unternehmen Anfang März in Stuttgart mitteilte, wird der KI-gestützte Assistent Microsoft 365 Copilot künftig weltweit als Standardanwendung an digitalen Arbeitsplätzen im Konzern eingesetzt. Alle Mitarbeitenden in Verwaltungs- sowie produktionsnahen Bereichen sollen damit Zugang zu KI-gestützten Funktionen erhalten. Der globale Roll-out zählt nach Unternehmensangaben zu den größten flächendeckenden KI-Einführungen in der europäischen Industrie.

Die Einführung von Microsoft 365 Copilot ist Teil der strategischen Partnerschaft zwischen Mercedes‑Benz und Microsoft sowie Bestandteil der langfristigen Digital- und KI-Strategie des Autobauers. Ziel ist es, künstliche Intelligenz nicht nur in einzelnen Projekten einzusetzen, sondern systematisch in Arbeitsprozesse zu integrieren. Dabei soll KI künftig Wissensarbeit unterstützen, Entscheidungsprozesse beschleunigen und operative Abläufe effizienter gestalten.

Mit der Standardisierung auf eine konzernweit einheitliche Plattform will das Unternehmen zudem technische Komplexität und Betriebskosten reduzieren. Gleichzeitig entsteht eine gemeinsame Infrastruktur für Entwicklung und Nutzung neuer Anwendungen. Über diese Plattform können auch intern entwickelte KI-Agenten unternehmensweit bereitgestellt werden, etwa zur Automatisierung administrativer Aufgaben oder zur Unterstützung fachlicher Prozesse.

Nach Angaben von Katrin Lehmann, Chief Information Officer der Mercedes-Benz Group AG, geht der Roll-out über ein reines Technologie-Update hinaus. Der Konzern wolle künstliche Intelligenz „demokratisieren“ und sie direkt in den Arbeitsalltag der Teams integrieren. Dadurch sollen Geschwindigkeit, Effizienz und Freiräume für Innovation wachsen.

Auch beim Technologiepartner wird das Projekt als Signal für den industriellen Einsatz von KI gesehen. Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und Österreich, bezeichnete die Einführung als Beispiel dafür, wie KI in großem Maßstab in industrielle Arbeitsumgebungen integriert werden könne. Mit dem konzernweiten Einsatz übernehme Mercedes-Benz eine Vorreiterrolle bei der Skalierung von KI in einem globalen Industriekonzern.

Erste Erfahrungen mit dem System sammelte der Autobauer bereits seit 2024 in ausgewählten Unternehmensbereichen. In die Office-Arbeitsumgebung integriert, kann Microsoft 365 Copilot auf Unternehmensinformationen zugreifen, Berichte erstellen, Inhalte zusammenfassen oder Entscheidungsgrundlagen aufbereiten. Routineaufgaben sollen dadurch beschleunigt werden, während Mitarbeitende mehr Zeit für analytische, kreative und strategische Tätigkeiten erhalten. Die Nutzung erfolgt laut Unternehmen innerhalb klar definierter Sicherheits- und Governance-Standards.

Parallel zur technischen Einführung baut der Konzern Programme zur Qualifizierung der Belegschaft aus. Schulungen, Lernangebote und eine interne KI-Community sollen dazu beitragen, Kompetenzen im Umgang mit KI über alle Hierarchieebenen hinweg zu stärken. Nach Unternehmensangaben liegt die wöchentliche Nutzungsrate von KI-Anwendungen derzeit bei rund 50 Prozent der Mitarbeitenden – mehr als doppelt so hoch wie noch ein Jahr zuvor.

Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist zudem eine verbindliche Governance-Struktur für den Umgang mit KI. Risikobasierte Kontrollmechanismen und definierte Prinzipien sollen sicherstellen, dass Datensicherheit, Compliance und verantwortungsvoller Einsatz gewährleistet bleiben. Der Konzern verfolgt damit das Ziel, technologische Innovation mit klaren regulatorischen Rahmenbedingungen zu verbinden.

Bereits heute kommt KI bei Mercedes-Benz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Einsatz – etwa im Einkauf, in der Fahrzeugentwicklung, in Werkstätten oder im Produktionsnetzwerk. In den kommenden Jahren soll der Einsatz von KI-Agenten und intelligenten Assistenzsystemen weiter ausgebaut werden. Der weltweite Roll-out von Microsoft 365 Copilot gilt dabei als weiterer Schritt hin zu einer Organisation, in der KI-gestützte Unterstützung zum festen Bestandteil der täglichen Arbeit wird.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG