S-Klasse Sitzfertigung verbleibt am Standort Sindelfingen

Nachdem Mercedes-Benz bereits im Jahr 2018 beschlossen hatte, die Sitzfertigung für die S-Klasse zukünftig fremd zu vergeben, wurde  der Betriebsrat am Standort Sindelfingen nun in seiner Meinung bestätigt und die Eigenfertigung weiterhin gesichert.

Gute Nachricht für den Standort Sindelfingen

Vor allen aus Gründen der Flexibilität im Produktionsnetzwerk und um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, hatte man bereits im Jahr 2018 beschlossen, die S-Klasse Sitzfertigung fremd zu vergeben. Der Betriebsrat am Standort Sindelfingen wollte dies jedoch nur dann akzeptieren, wenn dafür neue Technologien am Standort integriert werden und den Beschäftigten somit eine Perspektive geboten werde, woraus die Betriebsvereinbarung „Zukunftsbild Sindelfingen 2025+ (Next Level) entstand. So konnte die Produktion des GLC Modells am Standort ebenso gesichert werden, wie nun auch der kommende Aufbau einer Batteriefertigung.

Sitzfertigung für die S-Klasse bleibt „auf der Hulb“

Nach einer neuen Wirtschaftlichkeitsrechnung wurde die Haltung des Betriebsrats in Sindelfingen nun bestätigt, wonach eine Fremdvergabe der Sitzfertigung für die S-Klasse der kommenden Baureihe 223 nicht günstiger ist und die Produktion nun doch am Standort verbleiben kann. In Zeichen von Corona eine mehr als positive Mitteilung an alle betroffenen Mitarbeiter am Standort.

Symbolbilder: Daimler AG

 

 

16 Kommentare
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Wolfi
4 Jahre zuvor

Ich bin kein Fachmann!
Aber ist es nicht eigenartig, wenn man zum jetzigen Zeitpunkt feststellt, dass die Sitzfertigung für die neue S-Klasse nun doch nicht fremd vergeben werden soll?
Schliesslich soll das Fahrzeug in ein paar Monaten zum Kunden gehen. Da hätte ich gedacht, dass solche grundsätzlichen Entscheidungen schon vor vielen, vielen Monaten getroffen wurden.
Bedeutet das, dass in Sindelfingen noch keine Sitzproduktion für die S-Klasse aufgebaut wurde, dies jetzt also nachgeholt werden muss. Unter möglichen Zeitdruck!
Oder gibt es die Sitzproduktion für den W223 in Sindelfingen schon, obwohl man bisher davon ausgegangen ist, dass eine Fremdvergabe ansteht?
Beide Fälle wirken eher eigenartig!

driv3r
Reply to  Markus Jordan
4 Jahre zuvor

Solche klassischen In-/Out-Sourcing-Vergaben werden weit, sehr weit im Voraus gerechnet und geplant. Wann (und ob überhaupt) man so etwas an die Presse kommuniziert ist eine völlig andere (und davon unabhängige) Entscheidung.

Jürgen
4 Jahre zuvor

Richtige Entscheidung. Bevor so ein Debakel wie beim GLE noch mal probiert, sollte man es lieber selbst machen.

Pano
4 Jahre zuvor

Ich vermute mal, daß die schlechten (und teuren) Erfahrungen die man mit dem Outsourcing der Sitzfertigung beim aktuellen GLE/GLS gemacht hat eine nicht unwesentlche Rolle gespielt haben.
Darüber hinaus freut es mich für die Belegschaft, daß sich der BR in dieser Frage durchgesetzt hat und die Neuberechnung dieses Beharren im Sinne der Mitarbeitenden bestätigt hat.
Grüße
Pano

harry
4 Jahre zuvor

Derzeit gibt es mehrere Berichte darüber „neue Luxus-Strategie von Daimler“. Ola gibt die neue Strategie bekannt. Rückzug auf das Kerngeschäft. Die Strategie kann man ohne wenn und aber nachvollziehen und sie war längst überfällig. Wie passt es dann zusammen das es für das S-Coupe keinen Nachfolger mehr geben soll.

Claus
4 Jahre zuvor

Also ist Sitzfertigung ist sicher schon länger an einen Zulieferer vergeben worden. Der baut ja die Fertigungskapazitäten auf. Kostet Daimler jetzt zweimal und die Arbeitsplätze werden beim Zulieferer abgebaut. Sicherlich zu schlechteren Konditionen. Also schlecht für die Gewerkschaften, aber gut für den Daimler Betriebsrat.

Herr Schmidt
Reply to  Claus
4 Jahre zuvor

Was soll denn die Trennung von Gewerkschaft und Betriebsrat? Woher nimmst du denn dein Wissen?

Claus
Reply to  Herr Schmidt
4 Jahre zuvor

Nennen wir es Allgemeinwissen oder von mir aus auch Spekulation:
Sagen wir die Anzahl der Mitarbeiter, die man zur Sitzfertigung braucht, ist konstant.Als Rechenbeispiel 100.
Hersteller vergibt Fertigung an Zulieferer: Zulieferer baut 100 Arbeitsplätze auf. Herstellermitarbeiter werden durch eine Betriebsvereinbarung abgesichert.
Beide sind in der IG-Metall. Jetzt bleibt die Sitzfertigung beim Hersteller und der Zulieferer muss die 100 Arbeitsplätze abbauen = Schlecht für die IG Metall!!
Den Betriebsrat interessiert doch nur die eigene Belegschaft. Gewerkschaft ist für alle da.
Die Herstellermitarbeiter sind bestimmt deutlich besser abgesichert als die beim Zulieferer.
Wenn die Arbeit allerdings in den tiefsten Osten verlagert wurde, dann ist das der IG Metall auch egal.

Snoubort
Reply to  Herr Schmidt
4 Jahre zuvor

?
Betriebsrat = 1 Unternehmen (und ggf. mehrere Gewerkschaften), in diesem Fall Daimler.
Gewerkschaft = Angestellte mehrerer Unternehmen (mindestens einer Branche), also auch Zulieferer.
Und noch einmal als Übersetzung: Die Entscheidung ist generell im Interesse des Daimler-Betriebsrates, wenn sie aber zu weniger Arbeitsplätzen bei den Zulieferern (in D) führt, nicht zwingend auch für die Gewerkschaft. Mehr hat doch Claus gar nicht ausgedrückt!?
Mitarbeiter bei MB sind ja nicht per se mehr Wert als andere… und auch nicht alle Zulieferer sind im Ausland angesiedelt….

Claus
4 Jahre zuvor

Vielleicht ungünstig ausgedrückt: Die Fertigung für die NEUE S-Klasse ist sicherlich schon vergeben gewesen. Wenn Daimler das 2018 entscheidet, braucht man ja immer einen gewissen Vorlauf für den Aufbau der Fertigung. Ist die Frage, was sich bei den neuen Sitzen geändert hat? Wenn da neue Technologien oder Fertigungsverfahren reinkommen, muss man ja neue Maschinen anschaffen usw., was nicht von Heute auf Morgen geht

Verwunderter
4 Jahre zuvor

@Claus:
Spekulation trifft es genau.
Aus Deinen Ausführungen ist ebenfalls zu entnehmen, dass Du keinerlei Ahnung (Betonung liegt auf keinerlei) von diesen Prozessen hast.
Insofern unterlasse doch solche Statements die weniger als „Halbwissen“ beinhalten. Du ersparst vielen dadurch Verunsicherung.
Wenn Du sowas unbedingt loswerden musst, dann gehe in ein Lokal, setzte Dich zu den dort immer am Stammtisch Sitzenden und erzähle denen Deine Weisheiten von Entscheidungs-, Vergabe-, Planungs- und Montageprozessen in der Automobilindustrie. Damit wäre allen geholfen (auch denen am Stammtisch, dann haben die . weider ein neues Thema über das sie sich aus…. können)

Claus
Reply to  Verwunderter
4 Jahre zuvor

Auch kein Problem. Zufälligerweise arbeite ich bei einem Zulieferer der u.A auch Sitze herstellt.
Allerdings muss ich zugeben, das ich in der Entwicklung in einem anderen Bereich arbeite und nicht in der Produktion.

Vielleicht bestellt Mercedes auch die Fertigungsmaschinen erst am Abend vor SOP.

Flo
4 Jahre zuvor

Hallo zusammen!
Wertschöpfung im Haus behalten!!! Vor allem bei so einem lukrativen und individuellen Produkt wie der S Klasse!!!

martin
4 Jahre zuvor

Hmm, irgenwie passt diese Entscheidung nicht dazu dass man die Kostenstrukturen im Hause verbessern will.
Denn dazu gehört auch die dringend notwendige Reduzierung der Fertigungstiefen.
Wenn man schon die neuste Betriebsvereinbarung des ganzen Konzerns in Frage stellt ( Arbeitsplätze zugesichert bis 2029) , kann es doch kein Problem sein einen alten Wisch den man mal mit einem einzeln BR Gremuium in indelfingen abgeschlossen hat, in die Tonne zu treten.