Mercedes-Benz verabschiedete sich zum Jahresende von klassischen Automobilbildern und schickt seine Marke ins Weltall. Mit einem cineastischen Kurzfilm inszeniert der Autobauer eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Erde und Kosmos – realisiert mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Im Zentrum steht kein PS-Wert, keine neue Assistenzfunktion und kein erklärender Sprecher. Stattdessen setzt Mercedes-Benz auf Emotion, Bildsprache und ein erzählerisches Experiment: Ein Fahrzeug auf der Erde tritt in eine fast poetische Beziehung zu einem Objekt im All.
KI nicht als Effekt, sondern als Werkzeug
Bemerkenswert ist im Spot der konsequente Einsatz von generativer KI. Sie wurde genutzt, um Bildwelten, Bewegungen und visuelle Übergänge zu erschaffen, die mit klassischer Filmproduktion nur schwer oder sehr aufwendig umzusetzen wären. Mercedes-Benz positioniert KI dabei nicht als Selbstzweck, sondern als kreatives Instrument, das neue narrative Räume öffnet. Der Film verzichtet bewusst auf plakative Technikverweise. Stattdessen fügt sich die KI nahtlos in die Ästhetik ein – sie bleibt unsichtbar, prägt aber Tempo, Stimmung und Bildtiefe.
Grenzgang zwischen Werbung und Kunstfilm
Mit der Produktion entfernt sich Mercedes-Benz deutlich von klassischen Produktkampagnen. Der Kurzfilm erinnert eher an einen Arthouse-Sci-Fi-Film als an Werbung. Diese Entscheidung ist riskant – aber strategisch. Die Marke setzt auf Differenzierung in einem Markt, in dem sich automobile Bildwelten zunehmend ähneln. In der Branche wird der Film entsprechend diskutiert. Befürworter loben den Mut, KI nicht nur zu erklären, sondern gestalterisch einzusetzen. Kritiker bemängeln die Abstraktion und fragen, ob die emotionale Geschichte die Marke ausreichend klar transportiert. Genau diese Ambivalenz dürfte jedoch Teil der kalkulierten Wirkung sein.
Ein Signal für die Zukunft der Markenkommunikation
Unabhängig von der Bewertung zeigt der Film, wohin sich Markenkommunikation entwickeln kann: weg von reiner Produktargumentation, hin zu erzählerischen Erlebnissen. Mercedes-Benz nutzt KI nicht, um effizienter zu produzieren, sondern um neue Formen des Ausdrucks zu testen. Der Ausflug ins All ist damit weniger Zukunftsvision als Gegenwartsdiagnose. Werbung wird zunehmend zum kulturellen Format – und künstliche Intelligenz zum kreativen Partner. Mercedes-Benz hat diesen Schritt nun sichtbar gemacht.
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Bilder/Video: Mercedes-Benz Group AG


