Mercedes S‑Klasse Facelift 2026: Kein Level 3 Drive Pilot

Mercedes‑Benz überrascht mit einer strategischen Entscheidung: Das Facelift der S‑Klasse 2026 wird ohne das bisher angekündigte Level 3 Drive Pilot System auf den Markt kommen. Stattdessen setzt der deutsche Premiumhersteller auf weiterentwickelte Level 2++ Fahrerassistenzsysteme, die Alltagstauglichkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz vereinen.

Mercedes S‑Klasse Facelift 2026: Kein Level 3 Drive Pilot

Ursprünglich hatte Mercedes als Vorreiter teilautonomer Fahrfunktionen gegolten: Bereits 2021 erhielt das Unternehmen die Zulassung für den Drive Pilot auf Level 3, zunächst in Deutschland und später in US-Bundesstaaten wie Nevada. Dieses System erlaubt es Fahrern, unter bestimmten Bedingungen wie Staus auf Autobahnen ohne permanente Aufmerksamkeit zu fahren – ein entscheidender Schritt über klassische Level‑2-Systeme hinaus.

Trotz der Innovation stieß das System auf praktische Grenzen: Die anfängliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h im Stau und enge Einsatzbedingungen schränkten den Nutzen im Alltag stark ein. Zwar wurde die Höchstgeschwindigkeit später auf 95 km/h erhöht, dennoch blieb die praktische Anwendung für viele Kunden eingeschränkt.

Mercedes S‑Klasse Facelift 2026: Kein Level 3 Drive Pilot

Auf der IAA 2023 präsentierte Mercedes bereits die nächste Generation autonomer Fahrtechnologien, mit dem Ziel, höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Dennoch wird das S‑Klasse Facelift 2026, dessen Weltpremiere für den 29. Januar 2026 geplant ist,  nun  ohne Level 3 Drive Pilot ausgeliefert. Stattdessen setzt Mercedes hier auf das MB.Assist Pro Paket auf Level 2++, das fortgeschrittene Fahrerassistenz bietet, jedoch die Verantwortung beim Fahrer belässt.

Auch das EQS‑Facelift wird von dieser Entscheidung betroffen sein: Mercedes plant, auch hier auf Level 3 zu verzichten und die Software-gestützten Assistenzsysteme weiter zu optimieren. Hintergrund ist eine ungünstige Kosten-Nutzen-Relation der bisherigen Level‑3-Hardware im Vergleich zur tatsächlichen Nachfrage, kombiniert mit einem strategischen Fokus auf Alltagsnutzen und Sicherheit.

Mit dem Facelift der S‑Klasse 2026 setzt Mercedes auf praktische, ausgereifte Assistenztechnologien auf Level 2++, anstatt auf stark limitierte Level‑3-Funktionen. Fahrer können so weiterhin auf modernste Assistenzsysteme vertrauen, während Mercedes jedoch die Weiterentwicklung autonomer Technologien für zukünftige Modelle im Hintergrund vorbereitet.

Bilder: Jens Walko / walko-art.com /  via jesmb.de

38 Kommentare
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Lackfarbe
1 Monat zuvor

Hört, hört 😉

Edeltraut
Reply to  Lackfarbe
1 Monat zuvor

Gut so! Vielleicht sollte man ehrlich sein und nicht meinen, nur weil es technisch möglich ist und eine Innovation darstellt, dass die Kunden das automatisch wollen. L2++ reicht völlig – komfortable Entlastung des Fahrers, die technisch u. preislich langsam iO umsetzbar ist. Ich fahre gerne Mercedes, möglichst selber.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Edeltraut
Gerhard
1 Monat zuvor

Das sind erstaunlich vernünftige und sinnvoll begründete Nachrichten, von einem Unternehmen, bei dem man zuletzt wenig solcher Neuigkeiten gehört hat.

Tutnixzursache
1 Monat zuvor

Mercedes schafft sich ab

Voegpid
Reply to  Tutnixzursache
1 Monat zuvor

So ein Quatsch, wenn es kaum bestellt wird. Dann braucht man es nicht anbieten, und mit 95 Km/h nicht wirklich im Alltag Nutzbar.

Silberfisch
1 Monat zuvor

why not both?

JML
Reply to  Silberfisch
1 Monat zuvor

Aus dem gleichen Grund warum das hierzulande so beliebte T-Modell in immer mehr Baureihen abgeschafft wird. Der Hersteller hat hohen Entwicklungs- und Zulassungsaufwand, den er aber nur auf wenige Kunden verteilen kann. Entweder wird die Ausstattung/Baureihe unbotmäßig teuer, oder er macht Verlust. Wenn jeder zweite Käufer einer S-Klasse oder EQS die Sonderausstattung gewählt hätte, gäbe es diesen Artikel wahrscheinlich nicht. Haben sie aber nicht.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von JML
Peter
Reply to  JML
1 Monat zuvor

Natürlich wählt nicht jeder zweite Käufer der S-Klasse ein System, das nur bis 60 km/h funktioniert. Würde auch kein Käufer der A-Klasse machen bei den Aufpreisen.

XRT 78
1 Monat zuvor

Was an der aktuellen S‑Klasse zu kritisieren ist, ist, dass das Greenhouse seitlich zu sehr an die aktuelle C‑Klasse erinnert. Quasi C-Klasse im XXL‑Format. Vorne fallen die relativ kurzen Scheinwerfer auf, die ebenfalls an eine C‑Klasse erinnern, die an sich gar nicht mal so schlecht aussehen, aber eben kein S‑Klasse Feeling herüberbringen und bei einer Staatskarosse wie der S‑Klasse nichts zu suchen haben. Beim sehr schmalen Rückleuchten Design scheiden sich ebenfals die Geister, die m.M. n. nicht so luxuriös und teuer herüberkommen wie beim Bentely-Rückleuchten-Design des Vorgängers, da sollten sich die Mercedes Designer beim S-Klasse Nachfolger unbedingt mehr Mühe geben und an die Leuchten des Vorgängers orientieren. Größere Designverbesserungen erhoffe ich mir beim Nachfolgemodell der S Klasse.

Rheinhesse
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Bentley und RR sind für mich persönlich eine Klasse an die eine S Klasse vom Design sowieso nicht rankommt.

XRT 78
Reply to  Rheinhesse
1 Monat zuvor

Na ja, Backsteindesign à la RR, oder Wladimir Putins Russen Rolls Royce Aurus Senat als Meilenstein des Designs zu bezeichnen, wäre zu übertrieben. Beim Bentley kann man noch ein Auge zu drücken. Sonst hätte der allzu oft gescholtene aktuelle BMW 7er/i7 den Schönheitspreis bekommen unter den Staatslimousinen.

Gottlieb Daimler
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Es ist andersherum: Die S-Klasse sieht nicht aus wie die C-Klasse (Limousine), sondern die C-Klasse sieht aus wie eine (kleine) S-Klasse. Das ist schon seit Baureihe 201 so und absolut gewollt. Traditionell wird die neue S-Klasse als erstes vorgestellt, danach folgt die „dazugehörige“ neue C-Klasse. Mit der designmäßigen Ähnlichkeit soll das S-Klasse-Image auf die C-Klasse abstrahlen und das Modell für Käufer – durch die Ähnlichkeit mit der S-Klasse – attraktiver machen.

XRT 78
Reply to  Gottlieb Daimler
1 Monat zuvor

Das mag bisher weitgehend der Fall gewesen sein. Ein genauerer Blick auf die S- Klasse W222 (2013-2020) und C-Klasse der Baureihe W205 (2014-2021) offenbart jedoch deutliche Unterschiede beim Design der beiden Helden. Mir scheint z.B. dass die aktuelle W223 S-Klasse (2021-heute) einfach die Scheinwerfer der W205 C-Klasse (2014-2021) übernommen und leicht verfeinert hat. Dies stellt einen Bruch mit der bisherigen Designphilosophie von MB dar, bei der die C-Klasse einer verkleinerten S-Klasse ähnelte.

Gottlieb Daimler
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Diese Aussage kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich finde die Scheinwerfer vom 223 sehen den Digital Light Scheinwerfern vom 206 schon extrem ähnlich (sowohl von der Form, als auch von der Lichtsignatur), wohingegen ich zu den Scheinwerfern vom 205 absolut keine Ähnlichkeit sehe. Schon allein die Grundform ist ganz anders: Während die S-Klasse 223 Scheinwerfer eher flach und breit sind, sind die 205-Scheinwerfer eher hoch und schmal. Ich bleibe dabei: Der W205 sieht aus wie ein kleiner W222, der W206 sieht aus wie ein kleiner W223.

Marc W.
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Das Design der S-Klasse war bisher nie ein Problem. Im Gegenteil, häufig wohltuend vornehmer als beim Panzer 7.
Ob man sich aber einen Gefallen tut, einen gewöhnungsbedürftigen „Zorro-“ Grill ala E-Klasse nachzuverwenden, bleibt abzuwarten. Auch die Scheinwerfer werden ja unverbindlicher.

XRT 78
Reply to  Marc W.
1 Monat zuvor

Bis auf die zu modern und verspielt wirkenden Rückleuchten vom W223, mit dessen W205 ähnlichen Scheinwerfer, bekommt der W223 eine 9,5 von 10 von mir.

Tutnixzursache
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Sie sind das, der mich immer am Zebrastreifen aufhält und meine Scheinwerfer beschimpft?

XRT 78
Reply to  Tutnixzursache
1 Monat zuvor

Wenn ich nur wüsste welches Auto du fährst.

Dr. Alexander
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Heißt das, sie arbeiten sich allgemein an allem ab, was teurer ist als ihr oller 318d?

Cornelius
1 Monat zuvor

Schade. Die Brötchen, die Mercedes bäckt, werden immer kleiner. Dass Luminar, der Anbieter, von dem Mercedes die Lidar-Sensoren mit hoher Reichweite beziehen wollte, zwischenzeitlich pleite gegangen ist, hat wahrscheinlich auch nicht geholfen.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Cornelius
Dr. Alexander
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

Lidar ist doch eine Totgeburt, seit Jahren bekannt.

JML
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Aber ohne wird es mit SAE Level 3+ schwer, da der auch vom Gesetzgeber gewünschte Zustand drei technisch unterschiedliche Sensorsysteme ist. Radar und Visuell haben beide Nachteile bei der Witterungsempfindlichkeit (und Kameras zudem bei der Interpretation des Bildmaterials – siehe die Teslas, die in querende LKW gefahren sind weil FSD der Ansicht war, dass der LKW eine Mautbrücke ist). Also hat man entweder Mk. 1 Auge + Radar/Ultraschall + Visuell/Kameras (SAE 2), dann muss der Fahrer aber immer das Verkehrsgeschehen überwachen, oder Radar/Ultraschall + Visuell/Kameras + X. Und für X bietet sich technisch Lidar derzeit eben an.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von JML
Ralf
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Schwierige Wortwahl… Ohne Lidar fahren Autos eben in Lkw, die wie der Himmel aussehen…

Dr. Alexander
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Da kennt sich aber einer mit dem Ingenieurswesen nicht aus. LIDAR ist absolut lebendig und in nahezu jedem Staubsauger enthalten.

Dr. Alexander
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Korrekt.

Thomas Earl Petty
1 Monat zuvor

Autonomes Fahren war immer schon die Antwort auf eine Frage, die eigentlich niemand gestellt hat. Klar, ich kenne auch Leute, die das interessant finden, im Grunde aber mit Autofahren nichts zu tun haben wollen und genau deshalb niemals S-Klasse Kunden wären. Und eine Fokussierung auf ausgereifte Technologien ist ausdrücklich sehr zu begrüßen. Gerade wenn man aktuelle MB-Modelle kennt und fährt, dann weiß man, was damit gemeint ist. Aktuell gilt schließlich: so wenig wie möglich Spielkram in ein Fahrzeug hinein konfigurieren, wenn man seinen Spaß haben will. Der Star in meinem W214/OM656M ist ganz klar eher die Hardware, also Antrieb mit 9G-TRONIC, 4MATIC, AIRMATIC, Hinterradlenkung und Verzahnung dieser Komponenten.

Tutnixzursache
Reply to  Thomas Earl Petty
1 Monat zuvor

Das Ergebnis ist dann, dass er fast so agil fährt wie ein Siebener Aber will man das bei einer Chauffeurslimousine? Ich denke, autonomes Fahren wäre hier mit Sicherheit am ehesten angebracht. Gewesen.

Dr. Alexander
Reply to  Thomas Earl Petty
1 Monat zuvor

Das ist Nonsens.

Das iPhone und der Heim-Computer waren auch Antworten auf Fragen, die niemand gestellt hat. Merken Sie etwas?

Dr. Alexander
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Nöö

Prof. Dr. Dr. rer. nat. habil. H. Ans-Wurst
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Doch.

Hans Wurst
Reply to  Thomas Earl Petty
1 Monat zuvor

Selten so einen Quatsch gelesen. Innovation kamen schon immer top-down. Erst S-Klasse, später dann E und C. Im Mittelklassesegment mit überwiegend beruflichen Vielfahrern macht (Teil-)autonomes Fahren auf einmal sehr viel Sinn, da man tatsächlich legal nebenher sinnvoll arbeiten könnte.
Wohl die wenigsten kaufen ein Fahrzeug, „um Spaß zu haben“ – und dann sicher keine S-/E-Klasse.

Bernhard
1 Monat zuvor

So wenig Sinn ich für mich selbst in den untauglichen FSD-Ansätzen erkennen kann ist der Rückzieher von MB doch ein spektakuläres Signal. Das hat ähnliche Bedeutung als ob Apple KI für Siri abkündigen würde.

P.S.: FSD finde ich genau dann gut wenn ich während der Fahrt ein Buch lesen kann und das Fzg. macht – ohne Wenn und Aber!

Hans Wurst
1 Monat zuvor

Wer braucht schon technische Innovation, wenn er fesche Sterne im Scheinwerfer haben kann …

EQ44fahrer
1 Monat zuvor

Im neuen 5-Jahresplan der Chinesen steht unter anderem, dass man sich nun, nach dem Beherrschen des elektrischen Automobilbaus, nun voll auf’s Autonome fahren konzentrieren möge.

Und ich kann euch sagen, die werden das mit Macht tun und es in jedem Fall durchziehen. Erfolgreich.

Unsere kommunistische Regierung hingegen sowie und ihre ökosozialistischen Gefolgsleute wie Ola werden in der Zeit gleichen bei dem Thema wieder herumstümpern und nichts auf die Kette bekommen. Daher ist es Im Grunde konsequent, sich präventiv selbst den Dolch reinzurammen und schön auszubluten.

Anders lässt sich die Entscheidung kaum erklären.

Dr. Alexander
Reply to  EQ44fahrer
1 Monat zuvor

Geh doch nach drüben

Michael Sommer
Reply to  EQ44fahrer
1 Monat zuvor

DIe Chines lachen sich ins Fäustchen nachdem sie so getan haben als würden Sie Elektro bauen. Und die Schlaumeier hier meinen das wäre die Zukunft. Das war eine List. Und nun folgt die nächste List.

Erik
1 Monat zuvor

Auch wenn mir bewusst ist, dass die S Klasse das Flagschiff und Technologieträger für neues im Konzern ist.
Ist das nicht die falsche Baureihe für autonomes Fahren?
Ein Chauffeur Fahrzeug, wo der Kunde eh nicht selbst fährt und jemanden bezahlt, dass er ihn fährt?
Mir ist natürlich klar, dass es genauso Kunden gibt, die selber fahren.

markus koch
1 Monat zuvor

Ist besser so wenn es seit langem nicht einmal möglich ist bei leichtem Schneefall
Fällt die Distronic aus mann könnte eine zuschaltbare Heizung vorne einbauen