Mercedes-Benz erweitert das neue Fahrassistenzpaket der künftigen E-Klasse zur Markteinführung im Frühjahr um den Aktiven Spurwechsel-Assistenten und macht die Limousine der Business-Klasse damit noch intelligenter. Der radar- und kamerabasierte Assistent unterstützt den Fahrer beim Spurwechsel, zum Beispiel beim Überholen auf mehrspurigen Straßen. Damit bietet das System einen weiteren, deutlichen Komfortgewinn und kann dazu beitragen, Kollisionen zu vermeiden. Nahezu 15 Prozent aller Unfälle im deutschen Straßenverkehr passieren zwischen Fahrzeugen, die in derselben Richtung unterwegs sind, knapp 20 Prozent davon bei Kollisionen während des Spurwechsels.
Um solche risikoreichen Situationen zu entschärfen, bietet Mercedes-Benz seit 2007 den Totwinkel-Assistenten an, der 2010 zum Aktiven Totwinkel-Assistenten weiterentwickelt wurde. Neben der optischen und bei Blinkerbetätigung zusätzlich akustischen Warnung kann der Aktive Totwinkel-Assistent bei Kollisionsgefahr mit einer einseitigen Bremsung spurkorrigierend eingreifen.
Mit dem Aktiven Spurwechsel-Assistenten geht Mercedes-Benz nun einen großen Schritt weiter. Als Bestandteil des DRIVE PILOT entlastet er den Fahrer in typischen Spurwechselsituationen, weil dieser sich so besser auf das Verkehrsgeschehen um sich herum konzentrieren kann. Zum anderen hilft die Funktion als Ergänzung des Aktiven Totwinkel-Assistenten und des Aktiven Spurhalte-Assistenten, Unfälle zu vermeiden.
„Die neue E-Klasse passt sich noch mehr den Wünschen der Kunden im Segment der Business-Klasse an. Der Fahrspaß geht mit der Hilfe von zahlreichen Innovationen selbst auf monotonen und überfüllten Strecken nicht verloren. DRIVE PILOT und Aktiver Spurwechsel-Assistent unterstützen auf Wunsch bei den Fahraufgaben, die oft keinen Spaß machen“, sagt Prof. Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.
Automatischer Spurwechsel
Aktiviert der Fahrer den Blinker für länger als zwei Sekunden um die Fahrspur zu wechseln, lenkt der Aktive Spurwechsel-Assistent die neue E-Klasse auf die Nachbarspur. Der Wagen nimmt nur dann selbsttätig den Fahrbahnwechsel vor, wenn die Sensorik keine Fahrzeuge im relevanten Sicherheitsbereich erkannt hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Auto zum Überholen nach links wechseln oder sich wieder auf der rechten Spur einordnen möchte. Ein Fernbereichs-Radar und die Stereokamera überwachen den Bereich vor dem Fahrzeug; Multi-Mode-Radare kontrollieren ständig den Bereich nach hinten und zur Seite. Beide berücksichtigen dabei die Geschwindigkeit von erkannten Fahrzeugen in der Umgebung. Der Fahrer selbst muss den Spurwechsel lediglich überwachen. Für Deutschland wurde vom Kraftfahrbundesamt eine vorläufige Zulassung des Aktiven Spurwechsel–Assistenten bereits erteilt. Das Antragsverfahren für eine EU-weite Zulassung läuft.
Kriterien zur Ausführung des Aktiven Spurwechsel-Assistenten sind:
- Blinkerbetätigung für mehr als zwei Sekunden
- Freiraumerkennung lässt einen Spurwechsel innerhalb von drei Sekunden zu
Lenk-Pilot ist aktiviert - Fahrt auf mehrspurigen, autobahnähnlichen Straßen, erkannt über das in COMAND Online integrierte Navigationsmodul
- abgetrennte, angrenzende Fahrspur über Stereokamera erkannt
- Geschwindigkeit zwischen 80 und 180 km/h
Der aktive Spurwechsel wird systemseitig abgebrochen, wenn die Sensorik ein Hindernis erkennt, keine Spurmarkierungen mehr wahrnimmt, der Fahrer gegenlenkt oder der Lenk-Pilot ausgeschaltet wird. Der neue Aktive Spurwechsel-Assistent ist eine Teilfunktion des DRIVE PILOT und damit Bestandteil des Fahrassistenz-Pakets von Mercedes-Benz, das nächstes Jahr in der neuen E-Klasse Weltpremiere feiert. Die neue E-Klasse wird im Frühjahr 2016 in Deutschland eingeführt.
Update: Infos zur Baureihe 213 zum Thema Premiere, Verkaufsfreigabe und Markteinführung findet man hier bei uns.
Quelle: Daimler AG