Die Daimler AG schlägt Timotheus Höttges zur Wahl in den Aufsichtsrat des Unternehmens vor. Auf Basis der Empfehlung des Nominierungsausschusses hat der Aufsichtsrat der Daimler AG beschlossen, der Hauptversammlung den Vorschlag zu machen, Timotheus Höttges mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 1. April 2020 bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat zu wählen.

Timotheus Höttges ist ein erfahrener Vorstandsvorsitzender und ein ausgewiesener Fachmann für Digitalisierung in der Telekommunikation. Unter seiner Leitung hat die Deutsche Telekom AG einen großen Sprung nach vorne gemacht. Mit seiner Qualifikation passt er hervorragend in den Aufsichtsrat der Daimler AG“, sagte Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Paul Achleitner wird nach zehnjähriger Tätigkeit den Aufsichtsrat der Daimler AG zum 1. April 2020 verlassen. In einem Schreiben an Manfred Bischoff hat er frühzeitig mitgeteilt, nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren zu wollen. „Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, nicht wieder zu kandidieren. Das Verständnis über angemessene Fristen für Gremienzugehörigkeit hat sich in jüngster Zeit stark verändert. Ich kann und will zu diesem Zeitpunkt deshalb keine Zusage für weitere fünf Jahre geben“, erläuterte Achleitner.

Manfred Bischoff dankte Paul Achleitner ausdrücklich für seine engagierte Mitarbeit im Aufsichtsrat und seine am Wohl des Unternehmens orientierten Beiträge im Namen des gesamten Gremiums. „Dieser Entscheidung gebührt unser Respekt. In den vergangenen zehn Jahren hat Paul Achleitner mit seiner Erfahrung und Expertise unser Gremium bereichert“, so Bischoff.

Anzeige:

Quelle: Daimler AG

Anzeige:
18 Kommentare
Älteste
Neueste Meist bewertet
Inline Feedbacks
Betrachte alle Kommentare:
E-Klässler
1 Jahr zuvor

.. ich denke jede Wahl ist besser, als jemanden dafür zu nehmen, der das Unternehmen DAIMLER in derart schlechtem Zustand hinterlassen hat

Snoubort
1 Jahr zuvor

Wieso schlägt die Daimler AG ihre Aufsichtsräte selbst vor? Nach dem Motto, wer lässt uns alle hier am Meisten in Ruhe und lässt und schalten und walten wie wir wollen? Oder doch eher, „tust Du mir nichts, tue ich dir nichts“…?
Aber ja, besser als Achleitner kann es nur werden…

Eule
1 Jahr zuvor

Ich denke, dass Höttges eine hervorragende Wahl ist.

In seinem Morning Briefing berichtet Gabor Steingart von einer kürzlich stattgefundenen Veranstaltung mit Källenius und Höttges vor Führungskräften von Mercedes. Höttges sparte dabei nicht mit Kritik:

Ich bin kürzlich Tesla gefahren und muss ehrlich sagen: Die Software dieses Autos ist außergewöhnlich. Verglichen mit meinem Mercedes ist das eine Revolution.

Trotz raunenden Publikums setzte er nach:

Die Innovationen, die durch die Software gekommen sind, sind so viel besser als das, was ich bislang von den deutschen Superautos gesehen habe, dass ich besorgt darüber bin, wie ihr das aufholen wollt.

Sicherlich kann man über diese Einschätzungen streiten. Aber solche kritischen Leute braucht man, wenn man vorankommen will…

Joachim
Reply to  Eule
1 Jahr zuvor

Deinem letzten Absatz stimme ich voll zu.

driv3r
Reply to  Eule
1 Jahr zuvor

Gut, also „die Software“ – was auch immer damit genau gemeint ist – wird er wohl nicht beim Fahren eines Teslas „erfahren“ haben. Die Thematik, dass Automobile sich von dutzenden Steuergeräten verabschieden und zentrale Steuereinheiten in die Fahrzeuge kommen, ist bei allen Herstellern präsent. VW beginnt beispielsweise bereits beim ID.3 damit.
Ich persönlich sehe aktuell nicht, dass die bisherigen Player Tesla bei der Software meilenweit hinterherfahren würden. Und wenn die Telekom nicht selber einen Tesla einmal zerlegt und die Software ausgelesen hat, dann weiß ich aber mit Sicherheit, dass die hiesigen Player das längst getan haben und intern völlig klar ist, wo Stärken und Schwächen der berühmt-berüchtigten amerikanischen Elektrofahrzeuge liegen.

MarcS
Reply to  Snoubort
1 Jahr zuvor

Naja, ich halte 6 Jahre für eine absolute Übertreibung. Wir sprechen hier z.B. von der Zeit zwischen erstem iPone und Version 5s. In Anbetracht der Tatsache, dass Nvidia als Zulieferer mittlerweile wieder nachgezogen hat, scheint mir das kaum realistisch.

Snoubort
Reply to  MarcS
1 Jahr zuvor

Die 6 Jahre beziehen sich ja schlichtweg auf die Erwartung, dass VW in 2025 soweit sein wird, ein tatsächlich eigenes, völlig integriertes System auf den Markt zu werfen (also 6 Jahre nach Tesla). Dafür wird der VW Konzern gerade völlig umgekrempelt und 10.000 neue Stellen geschaffen (und wie Driv3r es ausgeführt hat, das ganze wurde in Angriff genommen nachdem man das Model 3 zerlegt hatte…).
Das was man jetzt beim ID3 eingebaut hat entspricht dem – wie im Artikel gut beschrieben – nicht annähernd, und bereitet VW massive Probleme.
Der Unterschied zu iPhone etc. ist ja der, dass es weniger darum geht irgendwelche Chips, Hardware und einzelne Funktionen auf den selben Stand zu bringen, sondern die gesamte (langjährig aufgebaute) Entwicklungs- und Lieferkette umzukrempeln. Wünsche dem neuen COO da schon mal viel Erfolg bei….

MarcS
Reply to  Snoubort
1 Jahr zuvor

Ja das Thema Lieferkette ist hier ein andere, da gebe ich dir Recht. In meinen Augen wird das leider oft vermischt. Dieses oft geäußerte „Tesla ist 6 Jahre vorne und wenn die anderen soweit sind, ist Tesla ja eh schon wieder viel weiter“ ist leider grob vereinfachend. Da bin ich dann auch bei driv3r, unterm Strich wird man eine Lösung finden, die tauglich ist. Und die wichtigsten Schritte dahin werden weit vor 2025 gegangen, selbst wenn es noch nicht vollständig integriert sein wird.

Snoubort
Reply to  Snoubort
1 Jahr zuvor

Genau, der „Paradigmenwechsel“ wird die deutsche Auto-Industrie noch ein paar Jahre beschäftigen – und Daimler sollte da langsam auch Gas geben – anschließend wird man aber nicht mehr (und schon gar nicht dauerhaft) 6 Jahre hintendran liegen.
Aber aktuell kann die Lösung beim ID3 nicht mit der von Tesla verglichen werden.

Helge
1 Jahr zuvor

Ich finds gut, daß es Herr Zetsche nicht geworden ist.

Snoubort
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

Es geht hier ja nicht um den Aufsichtsratvorsitzenden…

Helge
1 Jahr zuvor
driv3r
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

Na, noch mal einen zwei Wochen alten Artikel aufgewärmt?

Helge
Reply to  driv3r
1 Jahr zuvor

Ja, es ging mir weniger um die Dinge auf Seite 1 sondern eher auf Seite 2 mit den Hintergründen zur Batterie-Misere.
Warum berichtet Daimler darüber nicht offen und entschuldigt sich bei seinen Kunden (siehe A 250e Blog). Denn das Handelsblatt weiß es ja auch. Also kann es ja kein Geheimnis sein. Das verstehe ich nicht.

Die Stellenstreichungen sind ja fast schon ein alter Hut.

Snoubort
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

Eines muss man dieser „zweiten Seite“ lassen, die hier geforderten personellen / strukturellen Maßnahmen (Mercedes Finanzvorstand, Vans-Sparte) sind eine Woche später umgesetzt…. Zum Glück hält man sich aber (noch) nicht an die F1 Ausstiegsforderung ;).
Was mir aber noch gänzlich fehlt ist die geforderte demütige Haltung (und ich meine jetzt keinen Telekom Vorstand, der davon erzählt dass er auch mal in nem Tesla statt in seinem Mercedes gesessen hat…, weih wie „kritisch“)

Joachim
1 Jahr zuvor

Vielleicht mal ganz allgemein: Viele Journalisten kennen nachträglich immer die „Wahrheit“. Nur wenn man sie fragt, was man denn konkret tun sollte, haben sie in der Regel wenig fachlich überzeugende Antworten. Woher soll das denn auch kommen? Aus der reinen journalistischen Tätigkeit bestimmt nicht. Als bitte mal die vielen Journalisten sehen wie/was sie sind: Meist durchaus symphatische Menschen, die selbst keine besseren Lösungen haben. Auch nicht in der Nachschau. Vorschau wird deswegen auch extrem journalistisch gemieden, weil daran kann man ja später gemessen werden. Auch Journalisten sind Menschen, die mit dem „Produzierten“ Geld verdienen wollen/müssen.
Das kann manchmal gut sein, aber auch häufiger totaler Müll.
Und wie überall gilt natürlich auch hier im blog: Nur die Mittelmäßigen sind immer in Höchstform.

JanOle
1 Jahr zuvor

Höttges wird deswegen genommen, weil er mit Hartmut Müller ziemlich dicke und best Buddy ist.
Nicht mehr nicht weniger.
Oder wie erklärt es sich sonst, dass nur noch Telekom Verträge bei Daimler abgeschlossen werden?