Daimler Truck präsentiert Mercedes-Benz NextGenH2 Truck

Mit dem Mercedes-Benz NextGenH2 Truck, einem Brennstoffzellen-Lkw, startet Daimler Truck Ende 2026 die Kleinserie von 100 Fahrzeugen für den Praxisbetrieb im Fernverkehr. Der NextGenH2 Truck kombiniert Flüssigwasserstoff-Technologie, seriennahe Komponenten aus dem eActros 600 und moderne Sicherheits- und Assistenzsysteme, um nachhaltigen Transport mit hoher Reichweite zu ermöglichen.

Wasserstoffantrieb und Flüssigwasserstoff für über 1.000 km Reichweite

Der NextGenH2 Truck nutzt die bewährte cellcentric Brennstoffzelle BZA150, die in einem Twin-System mit je 150 kW Systemleistung im Motorraum integriert ist. Wasserstoff wird dabei in elektrische Energie umgewandelt, die über die integrierte E-Achse die Räder antreibt – das einzige Nebenprodukt ist reiner Wasserdampf.

Dank Flüssigwasserstoff (-253 °C) erreicht der Lkw Reichweiten von über 1.000 Kilometern pro Tankfüllung, vergleichbar mit einem Diesel-Lkw. Die Betankung erfolgt innerhalb von 10–15 Minuten nach dem sLH2-Standard, entwickelt von Daimler Truck und Linde. Flüssigwasserstoff ermöglicht zudem eine höhere Nutzlast, geringere Betriebskosten und eine höhere Flexibilität im Fernverkehr.

Serienkomponenten und modernste Technologien

Der NextGenH2 Truck profitiert von zahlreichen Technologien aus dem Mercedes-Benz eActros 600:

  • ProCabin für optimierte Aerodynamik und verbesserten cw-Wert
  • Multimedia Cockpit Interactive 2 für modernes Fahrerlebnis
  • E-Achse für effiziente elektrische Kraftübertragung
  • Hochvolt Lithium-Eisenphosphat Batterie (101 kWh) als Pufferbatterie
  • Active Brake Assist 6, Front Guard Assist, Active Sideguard Assist 2 für maximale Sicherheit

Diese Kombination sorgt für ein komfortables und leistungsstarkes Fahrerlebnis, selbst bei voller Zuladung oder auf anspruchsvollen Strecken im schweren Fernverkehr. Der Lkw erreicht im Power-Modus bis zu 370 kW, im Economy-Modus bis zu 340 kW und nutzt effiziente Rekuperation, um Energie zurückzugewinnen und die Reichweite zu erhöhen.

Kompakter Aufbau und Kundennutzen

Ein Tech-Tower hinter der Kabine ermöglicht eine kompakte Bauweise und optimierte Anordnung der Flüssigwasserstofftanks, die jetzt bis zu 85 kg Wasserstoff aufnehmen können. Der verkürzte Radstand von 4.000 mm erlaubt eine breite Kompatibilität mit Standard-Aufliegern und erhöht die Flexibilität für unterschiedliche Transportaufgaben.

Zusätzlich gewährleistet ein Boil-Off-Management-System Sicherheit beim Abstellen in geschlossenen Räumen, während neue Sensoren die Kabine für längere Übernachtungen sicher machen. Seitenverkleidungen mit Crash-Elementen schützen die Tanks bei Unfällen und verbessern die Aerodynamik.

Praxisnahe Erprobung und staatliche Förderung

Daimler Truck testete die Prototypen des NextGenH2 Trucks unter extremen Bedingungen, etwa in den Schweizer Alpen, um Zuverlässigkeit und Effizienz zu prüfen. Das Projekt wird mit 226 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr sowie den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg unterstützt.

Ab Ende 2026 sollen die ersten 100 NextGenH2 Trucks in den Kundeneinsatz gehen, bevor die Serienproduktion für die frühen 2030er Jahre geplant ist. Damit zeigt Daimler Truck, dass Brennstoffzellen-Lkw mit Flüssigwasserstoff sowohl seriennahe Technik als auch praktikable Einsatzfähigkeit im Fernverkehr bieten können.

Der Mercedes-Benz NextGenH2 Truck ist wohl ein Meilenstein auf dem Weg zu nachhaltigem Schwerlastverkehr. Mit hoher Reichweite, modernster Brennstoffzellentechnologie, effizienten Serienkomponenten und umfangreichen Sicherheitsfeatures setzt der Lkw neue Standards für Zero-Emission-Transport. Für Unternehmen im Fernverkehr bedeutet das: klimaneutral unterwegs sein, ohne auf Leistung, Reichweite oder Flexibilität zu verzichten.

Bilder: Daimler Truck AG

19 Kommentare
Älteste
Neueste Meist bewertet
Inline Feedbacks
Betrachte alle Kommentare:
Tom
1 Monat zuvor

Für mich ist Wasserstoff ein totes Pferd auf dem man seit ca. 25 Jahren reitet und das nur durch irrsinnige Subventionen durch den Staat erhalten wird. Warum MB Truck hier noch Geld investiert ist vmtl. nur, weil das Management keine Entscheidungsstärke hat, vollumfänglich auf Elektor und Diesel zu setzen. Wundert aber bei KR und Co. wiederum jetzt auch nicht besonders….

Ralf
Reply to  Tom
1 Monat zuvor

Na ja, Elektro war für 90 Jahre ein totes Pferd… 😉

Tom
Reply to  Ralf
1 Monat zuvor

das kann man so nicht direkt vergleichen. Ein E-Auto/-Truck ist vom Aufbau relativ simpel: Grob gesagt Akku – Stromleitung – Motor.
Ein H2 Auto/Truck: – dutzende Leitungen, Kühler, Kompressoren, etc… um ein vielfaches komplexer, wartungsanfälliger, fehleranfälliger und vor allem anfälliger für Leckage.
Es hat schon seinen Grund, warum viele Länder E-Mobilität aufgebaut haben, aber kaum ein Land Wasserstoffaufbau und Forschung fördert. Oder zumindest nur sehr, sehr wenige…

Ralf
Reply to  Tom
1 Monat zuvor

Jeder Vergleich hinkt – hat aber auch Wahrheit in sich.

Ist das so simpel? Hat man nur den Wald vor Bäumen nicht gesehen?
Ich denke gerade die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, wie komplex auch das Thema Batterie, Leitungen, Motor (, Effizienz) ist…
Technische Überlegenheit per se gibt es nicht, da kommt es auch auf Anwendungsgebiete an. Man sollte sich nicht vor allem verschließen, auch wenn es Aufwand bedeutet. Dass der Verbrenner so gut ist, wie er jetzt ist, kam ja auch nicht über Nacht…

Tractionbatteryexpert
1 Monat zuvor

Dümmer geht es kaum lol. Das ist vielleicht für gaaaanz schmale Nischen eine Lösung – Schwertransporte vielleicht – aber jeder Spediteur, der sich das Ding auf den Hof stellt hat einfach nichts verstanden. Weder Technisch, noch Kaufmännisch. Das gleiche gilt für Speditionen, die 2026 noch neue Diesel kaufen. Wasserstoff und Diesel – einfach tote Technik.

Ralf
Reply to  Tractionbatteryexpert
1 Monat zuvor

Hach ja, Totgesagte leben ja bekanntlich länger…

Schalter Weel
Reply to  Tractionbatteryexpert
1 Monat zuvor

Deiner Anstalt sollte dringend der Internetanschluss gekappt werden…

Dr. Alexander
Reply to  Schalter Weel
1 Monat zuvor

Stfu:))

Dr. Alexander
Reply to  Schalter Weel
1 Monat zuvor

Sie gucken die Anstalt?

JM13
Reply to  Tractionbatteryexpert
1 Monat zuvor

Und was macht man in den „tollen“ Ländern, wo Diesel verboten wird? Schwerlastverkehr nur mit Elektro ist Traumtänzerei. Dann muss es Alternativen geben wie zum Beispiel Wasserstoff und da muss Mercedes mitspielen. Wenn die Politik verbietet, muss die Politik auch fördern. Warum muss Mercedes die Entwicklung selber zahlen? Es ist genau richtig, was Mercedes macht. Mitspielen und vorne dabei sein, um flexibel auf ideologische Politiken reagieren zu können. Wenn ein Land ideologische Politik macht, sollen die Wähler auch diese gewählte Politik bezahlen inkl. der Entwicklung dorthin und nicht die Firmen.

Marc W.
1 Monat zuvor

An diesem Thema kann man nur gutes darin erkennen, dass Ingenieursleistung im Konzern verblieb und dass man evtl. Forschungserkenntnisse auch anderweitig nutzen kann.
Ein H2-Netz wird nirgendwo aufgebaut werden. Es genügt, ein MW-Ladenetzwerk zu etablieren.
Oder, für die Gesamtnachhaltigkeit und Langlebigkeit mal ein LKW-Akkutausch-Szenario durchzurechnen. Die Hardware (Gabelstapler) ist an den Hubs ja leicht verfügbar.

Sven Keller
1 Monat zuvor

Kein Wunder wurde der Automobil-Salon in Genf abgeschafft. Seit gefühlt 50 Jahren wird Seitens Mercedes gesagt „das Wasserstoff-Auto kommt bald“. Fragt sich was bald bedeutet… und immer in Kleinserie und nur Leasing und … blabla. Siehe Beispiel GLC mit Wasserstoff-Antrieb. Liebe Boomer, geht in Rente, es ist langsam unerträglich.

Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Sehr innovativ von Mercedes, finde ich gut! Da können sich Audi und BMW eine Scheib von abschneiden.

Ralf
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Audi und BMW haben jetzt auch eher keine Lkw im Angebot – den M5 außen vor gelassen. 😉
BMW kooperiert aber auch mit Toyota in Sachen Wasserstoff und bringt einen X5 in Serie damit.

Adrian
Reply to  Ralf
1 Monat zuvor

jo, und bekommen Unsummen Geld der Steuerzahler für Jedes der paar Wasserstoff suvs

JM13
Reply to  Adrian
1 Monat zuvor

Und was macht man in den „tollen“ Ländern, wo Diesel verboten wird? Schwerlastverkehr nur mit Elektro ist Traumtänzerei. Dann muss es Alternativen geben wie zum Beispiel Wasserstoff und da muss Mercedes mitspielen. Wenn die Politik verbietet, muss die Politik auch fördern. Warum muss Mercedes die Entwicklung selber zahlen? Es ist genau richtig, was Mercedes macht. Mitspielen und vorne dabei sein, um flexibel auf ideologische Politiken reagieren zu können. Wenn ein Land ideologische Politik macht, sollen die Wähler auch diese gewählte Politik bezahlen inkl. der Entwicklung dorthin und nicht die Firmen.

Wollfran
1 Monat zuvor

Jetzt kommen gleich wieder die ewigen Nörgler und erklären einem wie unnötig das ganze ist und sowieso nicht funktioniert.

Die Welt spielt in einem anderen Takt wie wir in Europa. China hat H2 in seinem Fünf Jahresplan aufgenommen und pusht Wasserstoff mit der selben Macht wie einst Photovoltaik oder BEV. Mehrere Hunderttausende Schwerlast H2 Lkw sind geplant.

Entweder nehmen wir das Thema in Deutschland ernst wir verschlafen den nächsten Trend bzw. Zukunftstechnologie.

Annalenchen 100.000e KM entfernt
1 Monat zuvor

Krass. Wird den Markt bestimmt durchrütteln.

Baron die Legende
1 Monat zuvor

Hat eigl. schon jemand von hier die neue S-Klasse gesehen? Ist gut?