Mercedes-Benz hat nun für 3 Modelle – nachträglich – eine geänderte Fahrzeugzulassung vom Kraftfahrtbundesamt erhalten – und darf so nun auch weiterhin R134a in die Klimaanlagen füllen – für die A-Klasse (W176), die B-Klasse (W246) sowie für den SL (R231).

SL 63 AMG

Die Daimler AG vertritt schon länger den Standpunkt, das die Verwendung des Kältemittels R1234yf gefährlich sei und möchte dafür weiterhin das Mittel R134a benützen – wenn auch die EU in Brüssel auf die Umsetzung der geltenden Richtlinien hinweist. Der Stuttgarter Hersteller hat nun Zeit für die Schlacht gewonnen, – und mittels Kraftfahrbundesamt (KBA) nachträglich geänderte Fahrzeugzulassungen für drei Modelle erhalten. Eine von Mercedes beantragte Erweiterung der Typgenehmigungen für die A-Klasse (W176), B-Klasse (W246) sowie für den SL (R231) sind nun genehmigt worden.

A-Klasse

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Mercedes-Benz hat für die Genehmigung der drei Modelle die Modelle älter gemacht, als diese sind – und darf so nun weiterhin das alte Kältemittel benützen. Welche Klimaanlage mit welchem Kältemittel benützt werden muss, hängt dafür vom Zeitpunkt der Typgenehmigung ab: Fahrzeuge, die nach 1. Januar 2011 die Typgenehmigung erhielten, müssen seit 1. Januar 2013 das neue Kältemittel R1234yf nutzen. Für die 3 Modelle hatte Mercedes zwar eine neue Typengenehmigung erhalten – nun entschied sich der Hersteller jedoch für eine nachträglich erweiterte Typgenehmigung und kann somit weiterhin das Kältemittel R134a nutzen.

Bild: Daimler AG

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8 Jahre zuvor

Laecherlich, dass so etwas moeglich ist. Da fahren die neuen Fahrzeuge mit uralten Typgenehmigungen durch die Gegend.

Genau so laecherlich ist jedoch das Verhalten der EU. Wenn einer der groessten europaeischen Autohersteller nach umfangreichen Tests so grosse Sicherheitsbedenken hat, dann koennen die Verantwortlichen bei der EU das nicht so stur ignorieren.

Eigentlich waere es die Aufgabe der entsprechenden EU Komission gewesen, die Sicherheitsbedenken nach den Daimler-Ergebnissen durch eigene Tests zu widerlegen. Jetzt macht das das KBA mit dem TUEV Rheinland.

Ich hoffe die Tests fallen pro Daimler aus, das wuerde die komplette Inkompetenz der entsprechenden EU Komission beweisen.

Daniel K
8 Jahre zuvor

Neues Kältemittel und solche Probleme, finde es gut das Mercedes auf seine Kunde bedacht ist.

sternthaler
8 Jahre zuvor

..an die Kunden gedacht ??

na würde es eher unter den wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehen, R1234y ist halt auch im Einkauf 10x teuer als das R134a.

( Monopol von Honeywell und Dupont)

So “ spart“ der Hersteller ja weiterhin beim Einkauf und muss die Kosten evtl nicht weitergeben.

Das man das wohl des Kunden auch seitens des Geldes immer im Focus hat glaube ich persönlich nicht.

AMG
8 Jahre zuvor

Und beim 222 ging es so einfach, weil Daimler die S-Klasse nicht als neuer Typ, sondern nur als Erweiterung vom 221 zugelassen wurde?

mete111
8 Jahre zuvor

@AMG: Das hat man erfolgreich behaupten können. Die Wirklichkeit sieht anders aus, denn der W222 und W221 teilen sich nur knapp 5% der Bauteile.

@sternthaler: Du darfst getrost davon ausgehen, dass es ressourcenschonender ist, das neue Kältemittel einzusetzen, als sich mit den Behörden zu bekriegen und das alte Mittel zu verteidigen.

Ich denke es gibt vielmehr zwei andere Gründe, die es Daimler verbieten das alte Kältemittel zu verwenden:

Zum einen hat man stolz verkündet, dass es gefährlich sei und dass das Unternehmen, seine Kunden dieser Gefahr nicht aussetzen kann. Jetzt einen Rückschritt zu machen geht nicht, da verliert man seine Glaubwürdigkeit. Jetzt muss man das durchziehen, koste es was es wolle.

Zum anderen denke ich auch, dass das keine Show seitens Daimler ist, sondern dass die Verantwortlichen tatsächlich bedenken haben, bezüglich der Sicherheit. So oder so wird Daimler das Thema so schnell nicht aufgeben, denke eher dass Sie eine weitere Verlängerung der Frist erzwingen werden bis das neue CO2 basierte Mittel Einsatzfähig sein wird.

Gruß

Daniel K
8 Jahre zuvor

Wieviel Fahrzeuge sind mit dem neuen Kältemittel ausgeliefert worden?

sternthaler
8 Jahre zuvor

CO 2 Klima´s gab es bei DB schon 2003-2004 in einigen Fahrzeugen.
Auch VW hatte im Pheaton schon Versuche mit C02 Klimas gemacht.

Die Drücke von 130 Bar waren damals ja wohl das Problem in den flexiblen Leitungen vom Fahrzeug zum Motor.

Hier diffundierten die GAse wohl übermäßig durch den Schlauch.

Seitens des Herstellers ist dies Problem aber wohl nun im Griff.

Also los nun mit Co2. Die Sachen waren schon am laufen.

Peter
8 Jahre zuvor

Daimler hätte es sich einfach machen können, das neue R1234yf einfüllen und hoffen, dass nichts passiert. Da es durch eine EU-Richtlinie vorgeschrieben war, hätte es wohl auch kein Problem mit Produkthaftung gegeben.

So hat Daimler teure Tests gemacht (übrigens hat m.W. kein anderer Hersteller dies gemacht) und sich dann mit den Behörden angelegt. Gerade dies macht’s teuer, da hier aufwändige (und damit teure) Verfahren laufen und über allem ein Damokles-Schwert schwebt, dass neue Fahrzeuge plötzlich ohne Typzulassung vorhanden sind. Was glaubst Du, was los ist, wenn Käufer (die viel Geld bezahlt haben), plötzlich nicht mehr fahren dürfen? Dass Daimler dieses Risiko eingegangen ist, finde ich bemerkenswert.

Die höheren Kosten des Kältemittels hätte Daimler locker auf den Fahrzeugpreis aufgeschlagen, was für Daimler kostenneutral ist. Für die Kunden ist’s von Vorteil, da Klimaanlagen nie zu 100% dicht sind, und daher immer mal wieder nachgefüllt werden muss.

Phil
8 Jahre zuvor

Es bleibt nur zu hoffen, dass Daimler standhaft bleibt. Das C0 2-basierte Kältemittel ist sicher, umweltfreundlich und preiswert. Hingegen will aufs Neue die US-amerikanische Wirtschaft, konkret vertreten durch die Fa. Honeywell, knallhart ihre wirtschaftlichen Interessen durchsetzen; die Sicherheit der Verbraucher interessiert -wenn überhaupt- nur am Rande. Die EU-Kommission wäre dem nicht zum ersten Mal auf den Leim gegangen.

Felix
8 Jahre zuvor

Opel hat laut Spiegel wohl auch Tests durchgeführt, bei welchen die Fzge nicht gebrannnt haben…

MfG
Felix

Jan
8 Jahre zuvor

Ich finde die Vorgehensweise mit dem Kältemittel seitens MB gut.

Zum Thema CO2 und Versorgungsleitungen zum/vom Verdichter am Motor (vibrationsbelastete Bauteile):
Wenn MB ein elektisch angetriebenen CO2-Verdichter verwenden würden, könnten sie das System leicht entkoppeln. Zu dem wäre der dann lastabhängig steuerbar.

Mein eigendlicher Hinweis:

Die Franzosen wieder… z.Z. keine Zulassung von A- B- und SL-Klasse

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kaeltemittelstreit-zulassungsstopp-fuer-mercedes-modelle-in-frankreich-a-909715.html