Der neue SL: Sprung nach vorn

Auch wenn ich selbst noch nie einen besessen habe: Der Mercedes SL spielt in meiner automobilen Prägung eine große Rolle. Schon als Junge durfte ich in der „Pagode“ meines Patenonkels mitfahren, die – neu gekauft – jahrzehntelang und über viele hunderttausend Kilometer gefordert wurde. Der 107er eines Freundes, den ich in der Eifel bewegen durfte, begeisterte mit dem bulligen 4,2-Liter-V8 unter der langen Haube. Und Los Angeles sowie den Angeles Crest Highway habe ich im 129er eines anderen Freundes kennengelernt, in einem 600 SL der ersten Serie.

Alle Generationen, die danach kamen, habe ich dann auch auf Fahrpräsentationen erlebt: dort waren übrigens auch einmal der klassische 300 SL Flügeltürer und der entsprechende Roadster zu bewegen. Unvergesslich, damit ganz alleine anderthalb Stunden durch den Südwesten Mallorcas zu fahren! Nur der 190 SL fehlt mir noch, der schöne Vierzylinder, der inzwischen leider geradezu zwanghaft mit dem degoutanten Nitribitt-Histörchen in Verbindung gebracht wird.

In der SL-Geschichte gab es wirklich schon alles: Reine Zweisitzer und Zwei-Plus-Zwei-Modelle; Vier-, Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder; luxuriöse Boulevard-Cruiser und echte Rennmaschinen (nur ein Diesel, obwohl angedacht, kam nie). Deshalb war ich gespannt, wie Daimler die neue, jetzt vorgestellte Modellgeneration definieren würde. Dass es überhaupt eine geben würde, war gar nicht so klar. Denn der Cabrio-Markt schrumpft, und die Verkaufszahlen des SL waren zuletzt geradezu eingebrochen.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Vor allem das Design des Vorgängers R 231 konnte nicht überzeugen: Er sieht aus, als hätten drei verschiedene Teams daran gearbeitet, wurde intern gelästert. Das Interieur litt unter dem asymmetrisch verschobenen Ensemble aus Ausströmern und Zentralbildschirm. Und das Klappdach, erst seit dem Facelift 2016 auch während der Fahrt bedienbar, wirkte schon beim Debüt nicht mehr ganz modern. Der Nachfolger, soviel war klar, musste ganz anders werden.

Vielleicht auch deshalb hat Daimler die Entwicklung des neuen SL ausgelagert – und zwar an die Performance-Tochter AMG in Affalterbach. Dort arbeitet man auch an der nächsten GT-Generation, von zahlreichen Gleichteilen mit dem neuen SL darf man ausgehen. Die Aufgabe ist anspruchsvoll, denn es galt nicht nur die SL-Tradition fortzuführen, sondern auch einen Teil der Kundschaft der ausgelaufenen Modelle SLK/SLC und des AMG GT Roadster aufzufangen.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Sportwagen-Gene im SL

Es sind echte Sportwagen-Gene, die im neuen SL stecken, und das manifestiert sich schon im sehr leichten Rohbau mit Aluminium-Rahmen. Torsions- und Quersteifigkeit sind nicht nur besser als beim Vorgänger, sondern toppen auch den GT Roadster. Das ABC-Fahrwerk des 231ers weicht einem Stahlfeder-Fahrwerk mit einer hochinnovativen Raumlenker-Vorderachse, deren fünf Lenker in den Vorderrädern angeordnet sind.

Auch hinten ist eine Raumlenker-Achse verbaut. Und während der AMG SL 55 serienmäßig über Drehstab-Stabilisatoren verfügt, kommt im AMG SL 63 ein Hydrauliksystem mit untereinander verschalteten Dämpfern zum Einsatz. Ein elektronisches Sperrdifferential ist beim 63er Serie, beide Varianten verfügen über eine Allradlenkung mit maximal 2,5 Grad Einschlag an der Hinterachse. Die Stahlbremsanlage kann durch einen Keramik-Bremse ersetzt werden.

Das alles funktioniert auf kurvigen, schnellen Landstraßen hervorragend; wir konnten uns davon bei Testfahrten in Südkalifornien überzeugen. Schon der Vorgänger wirkte leichtfüßig, der neue SL legt aber nochmals deutlich nach und hebt das Fahrverhalten geradezu auf Sportwagen-Niveau. Wie präzise der 232er auf auf Lenkbefehle reagiert, wie locker er sich positionieren lässt und wie direkt er Meldung über den Straßenzustand erstattet, das kann ein Porsche 911 Carrera eigentlich auch nicht besser. Dennoch ist der SL komfortabel genug für entspanntes Cruisen.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Fahrwerk und Antrieb

Dieses hervorragende Fahrwerk geht ein kongeniales Zusammenspiel mit dem aufgeladenen 4,0-Liter-V8 ein. Das bewährte M177-Aggregat leistet im AMG SL 55 476 PS (350 kW), im SL 63 sogar 585 PS (430 kW). Die Leistung wird über einen sehr schnell schaltenden 9-Gang-Automaten mit nasser Anfahrkupplung auf alle vier Räder übertragen, die variable Momentenverteilung sorgt dabei für maximale Agilität und Fahrstabilität.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Der Klangteppich des Achtzylinders sucht seinesgleichen, die Fahrleistungen sind überragend: Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert 3,9 bzw. 3,6 Sekunden, die Fahrwiderstände gelangen erst bei 295 km/h bzw. 315 km/h zum Ausgleich. Vorzeitig abgeregelt wird nicht, und auf eine Hybridisierung haben die Entwickler ebenfalls verzichtet. Vermisst wird sie am Steuer nicht. Übrigens reicht der 55er völlig aus; die Beschleunigung ist schon bei diesem Modell überaus gut, der Unterschied zum 63er nur selten herauszufahren.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Hybride kommen später

Natürlich wird es noch Hybride geben; wer weiß, was sich irgendwelche Bürgermeister an Einfahrbeschränkungen noch einfallen lassen. Sowohl der 4,0-V8 als auch ein kommender Vierzylinder (vgl. C63) dürften als Plug-In-Hybrid kommen, die dann an der Steckdose Kohle- und Fracking-Strom für vielleicht 20 Kilometer Reichweite ziehen können. Es ist auch ein Einstiegsmodell mit vier Zylindern, Heckantrieb und Mild-Hybridisierung denkbar. Die Sechszylinder verschwinden sicher, und einen V12 wird es auch nicht mehr geben.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Das Design des neuen SL ist Geschmackssache, in den Foren haben die Fans ausführlich darüber diskutiert. Ich finde ihn unglaublich schön, perfekt proportioniert, und würde ihn mit silbernen Felgen bestellen, um etwas Brutalität herauszunehmen. Das Stoffdach ist nicht nur genauso komfortabel und leise wie das früher verwendete Klappdach, es ist auch kompakter und der Ästhetik sowohl in offenem als auch in geschlossenem Zustand ausgesprochen zuträglich.

2+2 Sitzer

Dank Stoffdach kann der SL auch wieder zum 2+2-Sitzer werden; hinten sitzen Kinder und Jugendliche einigermaßen bequem, bei geöffnetem Dach funktioniert es auch für Erwachsene. Trotzdem wäre es schön, wenn es alternativ zu den auffälligen Rücksitzen eine rein zweisitzige Variante mit einer optisch diskreten, teppich- oder lederbezogenen Gepäckmulde gäbe.

Vorne sitzt man ohnehin perfekt, die Sitze passen wie angegossen, vor dem Fahrer erstreckt sich ein Cockpit ausgesprochen futuristischer Machart. Mercedes-AMG nennt die Bildschirmdarstellung analoger Instrumente „hyperanalog“, die Mittelkonsole lässt sich in der Neigung elektrisch verstellen. Was wir für ein Gimmick hielten, hat sich beim Offenfahren bewährt, weil sich jegliche Blendung durch Anpassung des Winkels abschalten lässt.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Infotainment mit Schwächen

Infotainment- und Assistenzsysteme bieten Performance auf hohem Niveau, die Bedienführung ist weitgehend logisch. Schön wäre es, wenn das Auto eine abgelehnte Paarungs-Anfrage ans Telefon akzeptieren würde, anstatt endlosen Neuanfragen zu starten. Und der eine oder andere Besitzer dieses Oberklasse-Roadsters würde es sicher begrüßen, von seinem Auto nicht geduzt zu werden.

Doch das sind Kleinigkeiten. Insgesamt präsentiert sich der neue SL als überragender Sportwagen, als absolut überzeugende Neuinterpretation des mittlerweile 70 Jahre alten SL-Themas. Der 232er ist mit Sicherheit der beste und sportlichste SL, vielleicht auch einer der schönsten. Und für mich persönlich ein weiterer Höhepunkt in der Abfolge automobiler eindrucksvoller Erlebnisse und Prägungen.

Der neue Mercedes-AMG SL: Sprung nach vorn

Bilder: Mercedes-Benz AG sowie Jens Meiners

41 Kommentare
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Marc W.
2 Jahre zuvor

Ob das mal aufgeht? Bei den Preisen und den höchstgezüchteten Motoren werden wohl nur ganz wenige SLC AMG Käufer hierhin wechseln. Und GT Roadster Fahrer von einem „Großserienmodell“ überzeugen?
Ich bezweifle das Konzept dieses SL. Mercedes war groß mit sportlich-luxuriösen Cruisern und hat viele Fans und Kunden, die nicht ständig AMG und sport schreien möchten. Viel Glück !

barolorot
2 Jahre zuvor

Bei einem Mietwagen-SL wäre es ok für mich, wenn dieser mich siezt, aber meinem eigenen Wochenend-Komplize-SL würde ich auf jeden Fall das „Du“ anbieten.

Fabian
2 Jahre zuvor

Auch wenn ich persönlich das Design des neuen SL (ich weiß, „sportlich leicht“ ist er wirklich nicht mehr) wirklich gelungen finde, muss ich Marc W. Recht geben. Währenddessen ich mir zwar vorstellen könnte, dass ein GT Roadster Kunde Gefallen an dem neuen SL finden könnte, bezweifle ich absolut, dass frühere SLC AMG Kunden durch den SL aufgefangen werden – dafür ist selbst die Einstiegsvariante viel zu teuer.

Nichtsdestotrotz: Ein für meinen Geschmack wirklich sehr schönes Auto (auch wenn ich die elegante Variante mit Chrom (I know, unpopular opinion…) tatsächlich bevorzugen würde). In Kombination mit der Bezeichnung 55 AMG als Homage an „die gute alte Zeit“ ein wirkliches Traumauto.

Phil
Reply to  Fabian
2 Jahre zuvor

Zu meinem Bedauern hat die Wertigkeit im Innenraum merklich gelitten, siehe Beitrag von ams:

https://www.youtube.com/watch?v=ZeJS6nRjQzU

  • z.B. das Windschott bei 01:37, das man bereits ab 00:57 im Wind flattern sehen konnte
  • die Schalterleiste an der Tür bei 02:05.

Unter Luxus verstehe ich etwas anderes. Das manuelle Windschott beim R230 war eine äußerst stabile Lösung, auch beim A208. Die Sitzverstellung vom R231 bleibt unerreicht. Wenn man die Regelung von Sitzheizung und -lüftung nun in der Tür haben will, zeigten 222 und 217 bzw. zeigt immer noch 213 wertigere und vor allem haptisch ungleich bessere Lösungen.

HAWKiS63
Reply to  Fabian
2 Jahre zuvor

Mal sehen. Für mich ist dass auch ein (sehr schönes!) AMG GT Roadster nachfolger, aber natürlich nicht ein ersatz von meiner S cabrio. Mann versucht 3-4 Zielgruppe in einem Auto zo machen……dass kann gut gehen, oder………allen sind unzufrieden. Mal gucken was passiert.

Der test von Autgefühl zeigt am ende genau warum dass AMG GT Roadster gefühl zo stark ist. Hätte ich auch schön beim Sneak Preview mitte 2021. Aber ein gutes upgrade: mehr comfort, luxus, tech, 4WD, 4WS, usw, ok, etwas mehr Kilo’s, aber dass ist nur am Track ein richtiges issue.

AMG Power
2 Jahre zuvor

Schade, leider ist dieses Konzept für mich und vermutlich einigen Anderen echt nicht gelungen. Das Design ist altbacken, die Interieur-Anmutung viel zu billig und leider für mich nicht gelungen. Leider hat MB/AMG die Chance verpasst hier was besseres bzw. schlüssigeres auf die Straße zu bringen. Vom äußeren A/CLS-Design möchte ich erst gar nicht anfangen, richtig alt leider. Der Wagen sieht neu schon so alt aus!

Zuletzt editiert am 2 Jahre zuvor von AMG Power
bocksruth
2 Jahre zuvor

Zu vier AMG GT , Zu wenig SL linie 129, 230, 231.

Nai
2 Jahre zuvor

Genialer Motor. Wie immer der famose V8. Heck gefällt, Front etwas weniger mutig sieht eher nach W177 aus. Schade. Interior ein Witz. Nicht mal mehr Knöpfe zur Sitz und Seitenspiegeleinstellung, Sitzheizung und andere Funktionen auf einer Knopfplatte. Sind die Türtaschen wenigstens unterschäumt?

Als Fahrmaschine genial. Aber eher mehr GT Roadster mit W177 Front als SL.
Tolles Produkt das AMG hier federführend bei Motor, Getriebe, Fahrwerk und Karosserie gebaut hat, aber auch etwas durch einfache Interior Materialien und W177 Front Halbherzigkeit versprüht.

Thorsten
2 Jahre zuvor

Schönes Auto.

Proportionen finde ich zu langweilig, hätte mir ein Frontmittelmotorkonzept gewünscht.

Interior am Zeitgeist vorbei, Display in der Mittelkonsole ist bei so einem Wagen fehlplatziert. Die Konsole wirkt dadurch billig.

Leider keine ikonischer Innenraum wie beim GT.

Wie gesagt sehr schönes Auto, aber auch sehr beliebig. Man hätte wie bei der G Klasse puristischer bleiben sollen.

Pano
2 Jahre zuvor

Ob es der neue SL schafft fahrtechnisch an den 911 heranzukommen bleibt abzuwarten. Der Porsche ist aber auch was den Absatz angeht Benchmark. Knapp 38.500 ausgelieferte 911-Exemplare in 2021 sind für das künftige SL/GT-Duo eine ziemlich hohe Messlatte.
Grüße
Pano
PS @Markus: Darf mal wieder nur Jens Meiners ran oder bekommt ihr auch die Möglichkeit den SL zu fahren?

Leser
Reply to  Pano
2 Jahre zuvor

Bin ein riesengroßer Fan vom GT, die Zahlen vom 911er werden aber höchstwahrscheinlich weiterhin unerreichbar bleiben.

2020 hatte Porsche ganze 7.330 911er allein in Deutschland neu zugelassen.
Der GT (Roadster + 2-türiges Coupe) kam im Jahre 2020 auf 883 Neuzulassungen in DE.
In seinen besten Jahren kam der GT (ohne dem 4-Türer) jeweils auf knapp 1.300 Neuzulassungen hierzulande. Der 911er kratzte 2018 an der 10.000er Marke.

Pano
Reply to  Leser
2 Jahre zuvor

Die Porsche-Zahlen beziehen sich ja auf alle 911-Derivate. Deswegen wird sich erst wenn auch der GT-Nachfolger im Markt eingeführt ist zeigen, wie SL und GT zusammen angenommen werden. Gerade wenn man bedenkt, daß Sportwagen bzw Roadster eine eher schrumpfende Nische sind. Bei den aufgerufenen Preisen sollte man aber prinzipiell von einem lukrativen Geschäft ausgehen.
Grüße
Pano

Snoubort
Reply to  Pano
2 Jahre zuvor

Die Stückzahlen vom 911er erinnern wahrscheinlich nicht von ungefähr denen der G-Klasse. Zusammen mit den (Rekord-) Stückzahlen z.B. Bentley, RR oder auch der S-Klasse zeigt das ja wie prächtig die Entwicklung und die Aussicht im (echten) Luxus-Bereich sind.
Es zeigt aber auch, was diese Kunden wollen, nämlich die „Originale“ – und genau das ist dieser AMG SL eben nicht, so wie das eben auch der GT nicht war – und auch nicht durch ein SL Batch wird.

Zuletzt editiert am 2 Jahre zuvor von Snoubort
Pano
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

Zumindest die amerikanische Motorpresse ist der Meinung, daß der neue SL sehr wohl ein Original ist: https://www.motortrend.com/reviews/2022-mercedes-amg-sl-class-first-drive-review/ und https://www.caranddriver.com/reviews/a38737707/2022-mercedes-amg-sl-drive/
Grüße
Pano

Snoubort
Reply to  Pano
2 Jahre zuvor

Wir werden es sehen… Allein schon der Markenname ist nicht „Original“, genau wie ausschließlich 2-stellige Modellbezeichnungen.
Ich denke es ist eine Fehleinschätzung zu glauben dieser Kundengruppe „alles“ bzw. einfach nur Labels verkaufen zu können, auch nicht in China.

Zuletzt editiert am 2 Jahre zuvor von Snoubort
Leser
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

Eine AMG G-Klasse ist dann aber auch nicht „original“ und trotzdem der Verkaufsschlager Nummer 1. Der 992 Porsche wäre nach dieser Logik auch kein „original“ (kein luftgekühlter Boxermotor), dennoch verkauft der sich ebenfalls wie geschnitten Brot.

Wegen dem Markennamen würde ich den SL auf keinen Fall abschreiben.

Snoubort
Reply to  Leser
2 Jahre zuvor

AMG als Ergänzung gibt es schon ziemlich lange – und es ist etwas völlig anderes, ob ein AMG eine exklusivere MB Variante ist, oder ein anderer „Hersteller“.
Und zum 992: genau deshalb ist der GT3 ja auch völligst ausverkauft . mit Wartelisten die wahrscheinlich für die nächsten 10 Jahre reichen würden.

Leser
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

G-intern kommen der 350/400d und der 500er zusammen nicht mal auf die Hälfte des Absatzes in Deutschland ran. Ich denke in China, in den Küstenstaaten der USA, Russland und den Golfstaaten liegt der 63er-Anteil seit 2019 konstant bei über 90%. AMG ist bei der Baureihe mehr als nur eine Ergänzung.

Zum GT3: Selbst wenn der wie ein 318i vom Band laufen würde, käme er im 992-internen Absatzranking nicht auf eine zweistellige Prozentzahl. Da dominieren die nicht ganz „originalen“ Turbomotoren des 992.

Ich weiß aber worauf du hinaus möchtest. An den Legendenstatus der Beiden kommt der SL wegen den holprigen letzten 10-15 Jahren aktuell schwer ran. Geben wir ihm aber eine Chance.

Snoubort
Reply to  Leser
2 Jahre zuvor

Genau, „Originale“ habe ich auch nicht wörtlich im Sinne von „alles unverändert“ gemeint (sonst würde auch der G nicht darein passen), sondern tatsächlich eher im Sinne von Legende. Am Rande, deshalb finde ich auch die aktuelle BMW Marketing Strategie mit „THE 5“, „The 7″, The 2 Coupe“ oder was auch immer ziemlich „zielführend“.
Und ich erkenne bei diesem „SL“ eben eher einen AMG GT Roadser II mit SL Batch – und bin deshalb gespannt, ob die Kunden ihn als würdigen SL wahrnehmen. Ich gebe ihm die Chance – hab ihn in rot auch als Hintergrund Bild auf meinem iPad.

Holz, Manfred
2 Jahre zuvor

Der neue SL sieht eher aus wie eine E-Klasse.

Engelbert
2 Jahre zuvor

Ja, sorry aber das Teil holt mich nicht ab. Es fehlt einfach die legere, hemdsärmlige Sportlichkeit der Vorgänger. Auch die luxuriöse Anmutung des Innenraums ist…weg! Kein Holz. Plastikleder und keine Spur von netten Details. Kein SL für mich.
Schade

AMG Power
Reply to  Engelbert
2 Jahre zuvor

Gebe Dir vollkommen recht, ich wurde für mein Statement eher kritisiert (16 x Daumen runter). Für mich leider kein SL und viel zu billig gemacht.

Phil
Reply to  AMG Power
2 Jahre zuvor

Nach dem Beitrag von ams lebt der R232 ausschließlich von dem begnadeten 4l-V8. Das ist für einen gut gemachten „SL 580“ einfach zu wenig.

Ein gut zehn Jahre jüngerer Kollege, den ich bislang als weniger bis gar nicht autoaffin wahrgenommen habe, brachte mich gestern ernsthaft zum Staunen. Seine Augen leuchteten fast, als er vom Leder, den Schaltern und dem Innenraum überhaupt eines Bentley Cabrio berichtete.
Er sah dies weniger unter dem Aspekt der Mobilität als vielmehr unter dem Gesichtspunkt des „Schöner Wohnen“. Wir verbringen dermaßen viel Zeit unterwegs, dass man erfahr- und erfühlbaren Rückschritt in der Qualität nicht hinzunehmen bereit ist. Dass es deutlich Besseres gibt, beweisen Vergangenheit und Gegenwart. Lieber angemessene Qualität zum für beide Seiten angemessenen Preis bereitstellen, sonst wird das nichts.

Snoubort
Reply to  Phil
2 Jahre zuvor

Und die „Begnadung“ ist spätestens mit den 4,0 Litern auch nicht mehr die selbe wie noch mit 5,5 oder 6,2 Liter – z.B. gerade auch im direkten Vergleich mit BMW.

Phil
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

An dem 4l kann ich nichts Schlechtes finden, auch wenn Dr. Hermann Storp den 4,7l im 500 dem 4l in 560 und 580 vorzieht. Das Lob für den 4,7l kann ich aber jederzeit teilen.

Carsten
2 Jahre zuvor

Also, man nehme das bekannte Shark-Nose Design, das Heck vom CLA, flext das Dach ab und heraus kommt ein SL, mal übersoitzt gesagt. Aber sieht gelungen aus. Wobei der SL doch eigentlich der elegante Cruiser ist. Da wirkt die Front fast ein wenig zu aggressiv.

Hightechsilber
2 Jahre zuvor

Bitte einmal SL, genau so, sofort zum Mitnehmen! Kann’s kaum erwarten…

Danke Jens Meiners für’s Teilhabenlassen in Wort und Bild an dieser Traumfahrt!

Was stimmt denn alles nicht mit euch Möchtegern-Miesepeter-Kommentatoren? 😉

Endlich hat Mercedes nach all den Auf-und-ab-Jahren wieder seine Formensprache und seine Identität in einer immer verrückter und schneller werdenden Zeit gefunden. An diesem Boliden stimmen 99% in Perfektion und Sinnlichkeit und heben die ganze SL-Story auf ein neues und noch nie dagewesenes Level mit einer endlich wieder goldenen Zukunft. Und dieses Mal sogar mit zukünftigem GT-Geschwisterchen mit SL-Genen. Mercedes braucht keine 911er Alternative. Mercedes hat einen eigenen Star, mit vielen einzigartigen (und vielleicht sogar wunderschönen) Identitäten, seit 70 Jahren…

Und das ‚S‘ in SL schließt zum ersten Mal seit langer Zeit auch wieder sichtbar den Kreis zur S-Klasse in der ‚S‘-Familie. Unglaublich, wie grundverschieden und zugleich doch so nah sich diese beiden Wagen sein können…

Die Qual der Wahl der Konfigurationen ist endlich wieder ein wahre Freude…

Helge
2 Jahre zuvor

Aber Eines muß man sagen: Das Display hinter dem Lenkrad bettet man beim SL schön ins Amaturenbrett ein. Warum geht das nur beim SL und nicht in z.B: in der Kompaktklasse, wo es aussieht, als hätte jemand ein Tablet einfach so reingeklebt..?
Das es anders (schöner) geht, sieht man hier.

Snoubort
Reply to  Helge
2 Jahre zuvor

dafür sieht aber das Display in der Mitte noch weniger integriert und einfach reingestellt aus. Das gefällt mir bei der C-Klasse dann deutlich besser.

Dr.med. Alexander
2 Jahre zuvor

Es wird der sozusagen der letzte Schuss für den SL sein und der sollte sitzen. Leider habe ich die Zulassungen nur von 2017 bis 2019 und diese lauten (Vergleich Porsche 911)
2017 insgesamt 576 SL und 7.520 Porsche 911
2018 insgesamt 378 SL und 9.352 Porsche 911
2019 insgesamt 204 SL und 7.884 Porsche 911
sicher ging es in den folgenden Jahren weiter bergab, während sich der 911 im Bereich der 10.000 Marke hielt.

Helge
Reply to  Dr.med. Alexander
2 Jahre zuvor

Also so ganz vergleichen, kann man den Porsche 911 und den Mercedes SL nicht.
Der Porsche ist eher ein Sportwagen und eine „Spaßmaschine“. Wer sich einen SL kauft, möchte nicht damit auf die Piste, um zu rasen, sondern es ist eine Ikone von Auto, mit welcher man gediegen reisen kann. Also im SL stecken andere „Gene“. Beide Modelle haben natürlich ihre Tradition und ihr Image, sprechen aber unterschiedliche Käufer an.
Für einen SL ist es fast schon eine „Beleidigung“, wenn man ihn mit einem Porsche vergleicht.

Ein SL gehört ebenso in die Kategorie hat für Kenner genauso einen Stellenwert wie bei BMW ein 850er

Snoubort
Reply to  Helge
2 Jahre zuvor

Ja, aber beide Autos kamen mal von ganz, ganz ähnlichen Stückzahlen her (Ende der 90er/Angang der 2000er – weltweit meine ich, nur in D kam kam der SL von einer ganz anderen Dimension her.)

Helge
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

Man darf da nicht nur nach den Stückzahlen gehen. Wer eine „Pistensau“ wie den Porsche 911 bei Mercedes möchte, kauft entweder den AMG GT oder früher noch den SLS etc. Der SL ist zu elegant für die Rennstrecke ein absolutes Liebhaberfahrzeug, mit Tradition usw. Der weckt (zumindest bei mir) noch mehr Emotionen. Der hat irgendwie eine „Seele“.

Dr.med. Alexander
Reply to  Helge
2 Jahre zuvor

Das man die beiden nicht ganz vergleichen kann ist doch logisch. Aber weil eben beide im Segment Sportwagen gewertet sind, diese Stückzahlenvergleiche. Und das gediegene Reisen genieße ich auch im SL und freue mich schon heute auf den kommenden Sommer. Aber um eine Legende zu bleiben schreibt heute AB „Kriegt der Roadster jetzt die Kurve?“ Und das meinte ich mit dem letzten Schuss, sonst ist es nämlich vorbei mit dem SL

Helge
Reply to  Dr.med. Alexander
2 Jahre zuvor

Ich glaube nicht, daß es mit dem SL vorbei wäre, selbst wenn die Verkaufszahlen sinken würden. Sicher, wenn natürlich nur noch 100 Leute sich einen kaufen würden dann schon, aber ansonsten sicher nicht.
Daimler braucht solche Modelle. Vorallem ist es ja ein „Leuchtturm-Projekt“ mit einer Tradition. Und bevor man solche einstellt, stellt man andere Modelle ein.

Bei der S-Klasse damals hat man auch das S-Klasse Cabrio eingestellt. Dieses Modell war auch kaum gefragt und hatte keine Tradition.
Und leider werden sicher auch für den SL solche Modelle geopfert wie künftig eine neue B-Klasse. Und das hat nicht nur mit dem SUV Trend zu tun.

Will sagen: Ich bin davon überzeugt, daß der SL genauso wie die S-Klasse überleben werden. Da muß es Daimler schon sehr schlecht gehen, daß man solche Modelle auf dem „Gabentisch opfert“.

Snoubort
Reply to  Dr.med. Alexander
2 Jahre zuvor

Und sogar der Cabrio-Anteil ist beim 911er stabil geblieben!
Die Tendenz (auch der Vorjahre) zeigt auch wie unfassbar gut das Facelift mit dem rundflutsch-Design mit verkehrtherum montiertem Grill eingeschlagen ist – ein Beispiel das „gefälligeres Design“ auch schlicht in „belanglos“ enden kann – da hatte der Vorfacelift-231 wenigstens noch Charakter.

Dr.med. Alexander
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

Richtig und gerade dieser konstante Anteil an Cabrios ist der Beweis dafür, dass es eben nicht nur die von Helge genannten Pistensäue sind, welche mit einem Porsche auf eine Rennstrecke gehen. Nein, es sind wie früher beim SL die gut verdienenden Best Ager und diese hat eben Mercedes an Porsche verloren.

Snoubort
Reply to  Dr.med. Alexander
2 Jahre zuvor

Genau so ist es!
911er und SL sind nicht die absolut identischen Fahrzeugkonzepte, aber sie kämpfen um den selben Kern-Kundenkreis – in D / Europa ist das in erster Linie die Kundschaft 50+ (Ausnahmen aus Clan-Kreisen bestätigen die Regel).
Genauso wie die G-Klasse, während aber G-Klasse und 911er noch nebeneinander in der Garage stehen (sehr gerne ergänzt noch um S-Klasse oder Cayenne oder GLS), deckt das 911er Cabrio doch zu viel vom SL ab.
Genau deshalb habe ich auch nie verstanden warum man den konkurrenzlosen SLS (imagemäßig über dem 911er positioniert) frühzeitig gegen den komplett 1:1 auf den 911 positionierten GT getauscht hat – dass der, egal wieviel AMG da drauf steht, V8 drinsteckt und 911er-Clonvarianten platziert werden, gegen das „Original“ im Markt nicht den Hauch einer Chance haben wird, war doch sonnnenklar.

driv3r
Reply to  Dr.med. Alexander
2 Jahre zuvor

Da der 911 – schon immer – die Kragenweite Coupé UND Cabriolet UND Zusatzderivat Targa abgedeckt hat und mit seinem 2+2-Design UND einer kontinuierlichen Spreizung der gesamten Modellbreite UND einer drastischen Orientierung hin zu mehr Komfort und Assistenz sich immer „breiter“ gemacht hat im Sinne des Kundenkreises, sollte man da bei der hier geführten „Originalitätsdiskussion“ mal die Kirche um Dorf lassen und wahrlich objektiv bleiben:

Wie viel Förster „G“ ist heute noch in einem aktuellen AMG G63? Richtig, eigentlich gar nichts, außer der entlehnten Karosse. UND: Im Gegensatz dazu ist beim SL / AMG SL ist wenigstens die Zielgruppe noch annähernd ähnlich. Das ist beim G wohl kaum noch der Fall, da ist der Zielkunde längst ein völlig anderer.

Und die KBA-Cabriolet-Zahlen aus Deutschland liefern folgendes:

2020: 245 SL / 400 AMG GT Roadster / 207 S-Klasse Cabriolet = 852 vs. 2.650 911 Cabriolet

2019: 294 SL / 468 AMG GT Roadster / 302 S-Klasse Cabriolet = 1.064 vs. 3.816 911 Cabriolet

2018: 378 SL / 46 AMG GT Roadster / 548 S-Klasse Cabriolet = 971 vs. 3.499 911 Cabriolet

2017: 576 SL / 722 S-Klasse Cabriolet = 1.298 vs. 4.174 911 Cabriolet

Und bei aller Diskussion lässt sich auch nicht ganz außer Acht lassen, dass Mercedes mit C- und E-Klasse Cabriolet in den letzten Jahren auch noch andere interessante offene Modelle im Angebot hat, die auch ihre Wechselwirkungen in ihren Top-Modellen auf die anderen offenen Modelle hatten. Da gab es eine Vielzahl von Wechselkäufern bei insgesamt schrumpfender Zielgruppe.

Der Fokus des SL als offenes Top-Modell mit deutlich sportlicherem Anstrich, bei gesteigertem Alltagsnutzen ist genau das, was der 911 schon über die letzten Generationen vollzogen hat: In den Carrera und turbo-Modellen reduzierte Puristerei und mehr Komfort.

Endgültig freischwimmen in Richtung Zuffenhausen wird sich AMG mit der AMG.EA… 😉

Pano
Reply to  driv3r
2 Jahre zuvor

Welches Modell wird das erste auf der AMG.EA Plattform sein? Ich würde nämlich auf den Nachfolger des GT Viertürers tippen.
Grüße
Pano

Jan Janssen
2 Jahre zuvor

Der ganze Artikel liest sich für mich wie ein Werbeprospekt, abgesegnet von der Marketingabteilung von Mercedes-Benz.