Auf Rückfrage von uns bei der Daimler AG haben wir jetzt durch einen Sprecher weitere Details zur Airscarf-System bzw. Problematik und der aktuell vorhandenen Vertriebssperre erhalten.

Fahrzeuge vor Auslieferung mit AIRSCARF betroffen
Vom BGH Urteil der letzten Woche zeigt sich der Konzern erstaunt, da bereits beide Vorinstanzen anders entschieden hatten. Aktuell sind nur Fahrzeuge, die sich noch vor der Auslieferung an den Kunden befinden, vom Rechtsstreit betroffen – was Gebrauchtwagen sowie Neuwagen einschließt. Fahrzeuge, die sich bereits im Besitz von Kunden befinden, werden nicht zurückgerufen. Das war bereits aber auch so bereits bislang bekannt.

Airscarf Funktionsweise

Zeitnahe Lösung angestrebt
Für deutsche Kunden wird aktuell geprüft, inwieweit das System eventuell deaktiviert ausgeliefert werden kann, um Airscarf nach Patentende im Dezember 2016 in der Werkstatt wieder aktivieren zu können – die rechtlichen Prüfungen sind hier aktuell aber noch nicht abgeschlossen, sodass hier noch keine verlässliche Aussage getroffen werden kann. Das Patent läuft bekanntlich am 25. Dezember 2016 aus.

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Da aufgrund des Urteils auch die Produktion des Systems untersagt ist, wird aktuell über eine Nachrüstlösung oder auch eine patentfreie Lösung nachgedacht – sowohl für ausländische, wie auch für inländische Kunden der betroffenen Baureihen. „Über die Details zur Abwicklung wird über die Vertriebsorganisiation informiert – und die betroffenen Kunden daraufhin durch ihre Händler“ – so der Sprecher der Daimler AG.

Für Fahrer von Fahrzeugen mit Mitarbeitermiete gibt es übrigens keinerlei Änderung, die Fahrzeuge können weiter benützt werden. Der Hersteller BMW ist vom Gerichtsurteil übrigens nicht betroffen, dessen durchaus ähnliches System darf weiter beworben und verkauft werden.

Bilder: Daimler AG

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24 Kommentare
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Bernd Czelustek
5 Jahre zuvor

Es freut mich ja, dass man seit einer Woche nachdenkt! Noch lieber wäre mir mein Auto, das bereits zugelassen ist und auf das ich seit einer Woche warte! Es ist mir völlig unverständlich, warum der BGH sein Urteil zulasten Dritter fällt. Ebenso gut hätte man die in der Auslieferung befindlichen Fahrzeuge noch zulassen und in die Entschädigungssumme mit einbeziehen können. Von DB hätte ich mir eine schnellere Lösung und bessere Information erwartet. So vergeht Tag um Tag meines Urlaubes ohne die geplante Cabrio-Tour!

Reply to  Bernd Czelustek
5 Jahre zuvor

@Bernd Czelustek
Den Ärger über die verzögerte Auslieferung können wir verstehen. Aber sei dir sicher an Lösungen und Informationen wird seitens der Daimler AG intensiv gearbeitet. Das Problem ist schlicht, das der Konzern 1. nicht mit einer Niederlage vor Gericht gerechnet hat und somit 2. auch keine Planungen für eine Lösung an der Hand hatte/hat. Somit können 3. zur Zeit auch keine detaillierten und besseren Informationen an die Öffentlichkeit gegeben werden. Fakt ist es dürfen seit dem Urteil keine Fahrzeuge mehr mit dem System im Fahrzeug verbaut ausgeliefert werden. Ein schlichtes deaktivieren von Airscarf aber der Verbleib der technischen Bauteile scheint nicht zulässig zu sein.

Jochen
Reply to  Philipp Deppe
5 Jahre zuvor

Zu 1.: Auch wenn die ersten beiden Instanzen für Daimler ausgegangen sind, finde ich es etwas naiv zu denken, dass es dann in der letzten Instanz vor dem BGH „schon auch so ausgehen wird“ ! Jeder weiß doch: „Vor Gericht und auf hoher See …“

Zu 2.: Unter „Das Beste oder Nichts“ hätte ich hier verstanden, dass ein Plan B zumindest in der Schublade liegt, um im Fall der Fälle, der jetzt ja aus heiterem Himmel eingetreten ist, den Ärger von den Kunden fernzuhalten !

Zu 3.: Die Informationen, die bisher von Daimler erfolgt sind, sind mehr als dürftig. Keine direkte Ansprache an die Kunden, keine Veröffentlichung z.B. des Urteils (was zu Transparenz geführt hätte). Das ist mehr als schwach und für mich in keinster Weise nachvollziehbar !

Daimler muss sich doch im Klaren sein, dass durch eine solche Informationspolitik Kunden verärgert und vergrault werden. Das kann doch nicht in deren Interesse sein ?!

Ein weiteres Beispiel ist die kürzlich verschobene Bestellfreigabe des C-Klasse Cabriolets. Bis heute gibt es keine Begründung dafür, warum diese Verschiebung erfolgt ist. Warum wird das nicht kommuniziert, die kaufwilligen Kunden wären dankbar dafür. Wahrscheinlich ja auch wegen der Airscarf-Problematik ?! Sollte dem so sein, hätte man das Unheil Mitte April bereits geahnt und die Kunden ins offene Messer laufen lassen …

Ich war und bin großer Anhänger der Marke mit dem Stern, aber diese Dinge lassen mich echt daran zweifeln …

Bernd
Reply to  Jochen
5 Jahre zuvor

„Der Kunde ist König“ – sollten man glauben. Im März bestellte ich in einer MB-Niederlassung einen SL 400 mit nahezu Vollausstattung, mithin Airscarf umfassend. Beim Verkauf keine Erwähnung, dass es ggf. Probleme hinsichtlich der Nackenheizung geben könnte. Im Lichte der Presseveröffentlichungen teilte mir die Niederlassung auf meinen Hinweis, ein Fahrzeug ohne die Installation nicht abnehmen zu wollen, da ich ein solches gar nicht erst bestellt hätte, lapidar mit: „Sollten Sie aus diesem Grund von der Bestellung zurücktreten wollen, bitte ich um kurze, schriftliche Stornierung des Auftrages.“
Vorsicht Falle? Also den Vertrag kündigen, kein Airscarf, aber dafür ggf. mit Schadensersatz seitens MB überzogen werden?
„Der Kunde war König“ – seit nunmehr fast zwei Wochen spricht MB seine Kunden nicht pro aktiv an. Der Kunde ist darauf angewiesen, sich Informationen bei MB „abzuholen“, um Antworten wie ausgeführt zu erhalten, oder sich selbst via Internet zu orientieren.
Noch bin ich ein großer Anhänger der Marke MB, woran MB allerdings kein Interesse zu haben scheint. Schade einerseits, andererseits gut das MB nicht alternativlos ist.

Gernot
Reply to  Bernd
5 Jahre zuvor

In beiden Fällen macht der Vertrieb eine extrem schlechte Figur. Die Verschiebung des C Cabrios hat andere Gründe, aber soetwas wird grundsätzlich nicht veröffentlicht. Könnte man anders machen. Macht man aber nicht. Die Konkurrenz übrigens auch nicht.
Und beim Airscarf sollte man offensiv auf die betroffenen Kunden zugehen. Nur dauert das in so einem großen Laden eine Ewigkeit.

Gernot
5 Jahre zuvor

Ohne Details zu kennen, ist es schwierig, fundierte Aussagen zu treffen. Daher rein spekulativ: Offensichtlich wurde man kalt erwischt, das zeigen auch die beiden Urteile der Vorinstanzen. Deshalb wird es nun einige Tage dauern, bis eine Lösung gefunden wurde. Ich kann mir vorstellen, dass die Fzg. ohne das betroffene Bauteil (die betroffenen Bauteile?) gebaut werden, und dann im Ausland nachgerüstet werden. Für D folgt dann die Nachrüstung in 2017.
Oder man findet einen Weg, das Patent zu umgehen. Aber letzteres dauert zu lange. Das hätte man schon früher angehen müssen. Dabei gilt vmtl. wieder der erste Satz (kalt erwischt).
(Für mich) verwunderlich ist schon, dass bereits gebaute, aber nicht ausgelieferte Fzg. betroffen sind. Es wird in einen Vertrag eingegriffen mit unbeteiligten Dritten. Es ist ja nicht so, dass die Kunden bei Bestellung ahnen mussten, dass Ungemach droht (wenn ich ein Navi bei ebay zu absurd niedrigen Preisen bestelle, dann muss damit rechnen, dass irgendwann die Polizei das Ding einkassiert).
Einfachste Lösung: Die beiden Parteien einigen sich auf x Euro, die pro Fzg. gezahlt werden. Dann kann einfach weitergebaut und verkauft werden. Vmtl. ist dafür aber die Stimmung versaut.

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Joy
5 Jahre zuvor

Stimme Bernd Czelustek und Jochen 1 zu 1 zu.
Unser Cabrio welches wir sofort nach Verkaufsfreigabe bestellt haben, steht nun auch nach der Werksabnahme und wird nicht ausgeliefert.
Wir wissen weder wie eine Lösung aussieht noch wann wir unser Auto bekommen. Schön das sich MB freuen kann, dass es nur Deutschland betrifft. Unsere Freude hält sich das versteht sich von selbst in Grenzen. Keine Information von MB an den Kunden. Tag für Tag kämpft man sich im Internet durch um an Informationen zu gelangen. Schlechtes Management. Schlechte Informationspolitik. Wir erwarten nun eine schnelle und reibungslose Lösung des Problems. Der Kunde kann am aller wenigsten dafür.

Bernd Czelustek
Reply to  Joy
5 Jahre zuvor

Man kann nur hoffen, dass die Konstruktionsabteilung besser arbeitet als die Kommunikationsabteilung!

Joy
Reply to  Bernd Czelustek
5 Jahre zuvor

Ja, da gebe ich dir recht, aber wie heißt es so schön „die Hoffnung stirbt zuletzt“.
Ein kleines Anschreiben an die betreffenden Kunden wie z.B. leider haben wir mit der Auslieferung ihres Autos wegen des verlorenen Rechtsstreites (Airsraf) ein Problem. Die Daimler AG entschuldigt sich für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten und arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung und wird sie umgehend in Kenntnis setzen wie es weiter geht……, aber was haben wir aus dem Hause Daimler gehört “ NICHTS“ sehr dürftig.

Martin Wasner
5 Jahre zuvor

Herr Czelustek, ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Es handelt sich nur um eine Art Machtdemonstration der BGH-Richter. Völlig daneben.

Dominic
5 Jahre zuvor

Ich denke in naher Zukunft wird es diesbezüglich deutlich mehr Informationen geben.
Wenn es kein „Folgevertrag“ für’s Leasing ist, einfach locker bleiben.
Daimler wird sicher eine Lösung vorschlagen, die versucht beide Seite zu befriedigen.
Im Übrigen kann deine NL oder Dein Händler auch nur das wenige an Informationen weitergeben, was ihm mitgeteilt wurde.
Und das ist ein Hauch von nichts.

Joy
Reply to  Dominic
5 Jahre zuvor

Hoffentlich vor Saisonende.
Mit jedem Tag der ins Land zieht und MB weiter solch eine Informationspolitik betreibt wird die Sache beim Kunden auch nicht besser.
Jetzt sind schon 13 Tage seit dem Urteil vergangen. Wie lange den noch …. unser Auto steht und steht.
Sechs Wochen noch dann steht der Jahresurlaub an und da ist das Auto ein fester Bestandteil.

Wolfgang
5 Jahre zuvor

Habe bei einer Niederlassung ein E 220d Cabrio (Jahreswagen) gekauft.
Die gleiche schlechte Informationslage (nichts) wie bei den anderen Kommentaren.

Heute aber die Nachricht, dass das Fahrzeug mit ausgebautem Airscarf ausgeliefert werden kann.
Fahrzeug war bezahlt und auf mich angemeldet. Wurde von der NL wieder abgemeldet und kann nun wieder mit neuer EVB Nummer angemeldet werden. Auslieferung dann am Mittwoch.

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Wolfgang
Reply to  Markus Jordan
5 Jahre zuvor

Der Zahlungseingang bei Daimler war der 10.5.16.
Das Eigentum geht nicht mit der Eintragung im Fahrzeugbrief, sondern erst mit der Übergabe des Fahrzeuges über.

Joy
5 Jahre zuvor

Was ist an der Aussage dran?
Auszug aus dem Bericht siehe Link:
Mit „Airscarf“ bestellte Wagen würden ausgeliefert, Mercedes müsse das Heizsystem aber stilllegen, sagte die Sprecherin. Der Bericht ist von heute Aktualisiert: 23.05.16 10:25
LINK: http://www.tz.de/auto/bgh-stoppt-spezielles-mercedes-heizsystem-cabrios-zr-6424817.html

WAS NUN?

Die Zahl der Cabrios liege „im unteren einstelligen Bereich“ der Gesamtzulassungen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.
Ist aber kein Grund den Kunden so zu behandeln.

FRUST statt VORFREUDE

Wolfgang
5 Jahre zuvor

Habe heute mein Cabrio mit ausgebautem Steuerteil des Airscarfs (Aussage des Verkäufers) ausgeliefert bekommen. Ich musste eine geänderte Bestellung ohne Airscarf unterschreiben zum unveränderten Preis. Keine mündliche oder schriftliche Aussage, dass der Airscarf Ende des Jahres wieder kostenfrei eingebaut wird. Nur die vage Erklärung, dass Daimler sicher eine Lösung finden wird. Wieder nicht sehr kundenfreundlich.

Joy
Reply to  Wolfgang
5 Jahre zuvor

@ Wolfgang GLÜCKWUNSCH zum AUTO und viel Spaß damit.
@ Markus Jordan
Bei unserem Neuwagen kann immer noch niemand sagen was, wie und wann passiert. Es steht in Bremen mit Endabmahme.
DER FRUST WÄCHST
Keiner kann oder will uns sagen wann wir das Auto bekommen.
„Wir bedanken uns für Ihre Geduld und Ihr Verständnis.“ REICHT EINFACH NICHT MEHR

Das mit dem Stecker ziehen haben noch nicht alle mitbekommen. Wen ich auch darauf anspreche keiner kann was dazu sagen.

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Markus Jordan
Reply to  Joy
5 Jahre zuvor

Bevor wir sowas jedoch veröffentlichen, prüfen wir es idR nochmals quer. Ab welchen Produktionspunkt im Werk die Fahrzeuge mit deaktiviertem Airscarf ausgeliefert werden, ist uns nicht genau bekannt – aber vermutlich wohl nach der Endabnahme.

Joy
Reply to  Markus Jordan
5 Jahre zuvor

Wann kann man da mehr sagen?