Mercedes-Benz treibt die Transofrmation zur emissionsfreien Mobilität mit Nachdruck an. Unter dem Programm „Ambition 2039“ möchte der zukünftige Vorstandsvorsitzende der Daimler AG – Ola Källenius – bereits ab 2030 mehr als 50 % des PKW-Absatzes mit Plug-In-Hybriden oder rein elektrischen Fahrzeugen erreichen und in den nächsten 20 Jahren mit der Neuwagenflotte CO2-neutral sein.

Dazu äußerte sich Ola Källenius, derzeit noch als Vorstandsmitglied verantwortlich für die Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung heute in einer Presseveranstaltung wie folgt im Wortlaut:

„First Move the World“ – das ist unser Purpose bei Mercedes-Benz Cars. Das ist der tiefere Sinn unserer Arbeit, unser Antrieb, unser „wozu“. „First Move the World“ bedeutet, mehr zu verfolgen als das Unmittelbare. Dieser Pioniergeist ist Teil unserer DNA. Deshalb ist es auch ein Eckpfeiler der neuen nachhaltigen Geschäftsstrategie, an der wir gerade arbeiten. Diese Strategie hat mehrere Dimensionen, aber eines der entscheidenden Themen ist unser CO2-Fußabdruck. Bei Mercedes-Benz streben wir nach dem Besten; unsere Kunden erwarten von uns nachhaltige und faszinierende Produkte. Eine der Schlüsselfragen lautet deshalb: Was tun wir, damit unsere Kunden in Zukunft auf klimaneutrale Mobilität umsteigen können? Die Antwort ist unsere Ambition2039:

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Wir streben eine CO2-neutrale Neuwagen-Flotte in 20 Jahren an.

Was bedeutet das für uns? Einen fundamentalen Wandel unseres Unternehmens in weniger als drei Produktzyklen. Das ist kein langer Zeitraum, wenn man bedenkt, dass fossile Treibstoffe unsere Industrie dominierten, seit Carl Benz und Gottlieb Daimler vor mehr als 130 Jahren das Auto erfunden haben. Aber als Unternehmen, das von Ingenieuren gegründet wurde, glauben wir: Technologie kann dazu beitragen, eine bessere Zukunft zu gestalten. Unser Weg zur nachhaltigen Mobilität ist Innovation – in einem ganzheitlichen Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Wir wollen unseren Kunden ein CO2-neutrales Fahrerlebnis bieten.

In Oslo findet heute die Pressefahrvorstellung unseres Mercedes-Benz EQC (Stromverbrauch kombiniert: 20,8 – 19,7 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km*) statt, dem Ersten einer ganzen Generation von elektrischen Mercedes-Modellen. Bis 2030 wollen wir mehr als die Hälfte unserer Autos mit Elektroantrieb verkaufen – hierzu zählen vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in Hybride. Wir werden unseren Kunden weiterhin Leistung und Luxus von Mercedes bieten. Gleichzeitig wollen wir die CO2-Emissionen pro Fahrzeug deutlich reduzieren. Daran arbeitet unser RD-Team gemeinsam mit etablierten Partnern und Start-ups, um die Elektro-Performance weiter zu steigern und die Kosten zu senken. Im Sinne der Ganzheitlichkeit bauen wir auch unsere Mobilitätsdienste kontinuierlich aus, um die Nutzung von E-Mobilität zu verbreiten. Neben den Pkw elektrifizieren wir unsere Transporter, Lkw und Busse. Dabei ist dank unseres modularen Entwicklungsansatzes ein schneller Technologietransfer zwischen den Divisionen möglich. Aktuell liegt unser Fokus auf der batterieelektrischen Mobilität. Gleichzeitig bleibt es wichtig, an weiteren Lösungen zu arbeiten, wie etwa der Brennstoffzelle oder E-Fuels. Ein Beleg dafür ist unser GLC F-CELL (Wasserstoffverbrauch kombiniert: 0,34 kg/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km, Stromverbrauch kombiniert: 13,7 kWh/100 km**). Diese Technologie wird auch in unseren Stadtbussen zum Einsatz kommen. Heute kann niemand mit Sicherheit sagen, welcher Antriebsmix in 20 Jahren die Bedürfnisse unserer Kunden am besten erfüllen wird. Deshalb wollen wir die Politik darin bestärken, der Technologieneutralität den Weg zu bereiten: Lasst uns das Ziel festlegen, aber nicht die Mittel, um es zu erreichen.

Wir streben die CO2-neutrale Produktion an.

Unsere Factory 56 gibt die Richtung vor: Diese neue Fabrik im Werk Sindelfingen nutzt erneuerbare Energien und wurde von Beginn an CO2-neutral geplant. Im nächsten Schritt werden alle unsere europäischen Werke bis 2022 folgen. Wie gut sich Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz in Einklang bringen lassen, zeigt beispielhaft unser neues Werk im polnischen Jawor. Mit Windkraft fertigen wir dort nicht nur grüner, sondern auch wirtschaftlicher, als es an diesem Standort mit konventionellem Strom möglich wäre. Auch unseren EQC im Werk Bremen und unsere Batterien im sächsischen Kamenz werden wir mit Strom aus regenerativen Quellen produzieren. Eine ganzheitliche Betrachtung der CO2-Einsparungen umfasst zudem das Recycling von Rohstoffen. Mercedes-Fahrzeuge haben eine potenzielle Recyclingquote von 85 Prozent. Wir bewegen uns also von einer Wertschöpfungskette zu einem Wertschöpfungskreislauf.

Wir wollen, dass auch unsere Lieferanten diesem Anspruch folgen.

Es ist uns wichtig, die Umsetzung unseres Ziels der Klimaneutralität auch bei unseren Lieferanten und Partnern voranzutreiben. Ausgangspunkt ist die Schaffung von Transparenz. Zu diesem Zweck arbeiten wir mit Organisationen wie CDP zusammen, um die Umweltauswirkungen unserer Lieferkette zu bewerten. In einem weiteren Schritt führen wir zurzeit Workshops mit Lieferanten durch, um effektive CO2-Reduktionsmaßnahmen zu identifizieren. Wir haben uns vorgenommen, CO2-Ziele zu einem wichtigen Kriterium für Lieferantenentscheidungen und -verträge zu machen.

Wir begeistern unsere Kunden für klimaneutrale Mobilität und ermöglichen das emissionsfreie Fahren.

Strom ist im Lebenszyklus eines Elektroautos in einigen Regionen eine sehr signifikante CO2-Quelle – abhängig davon, wie er erzeugt wird. Wir wollen unsere Kunden dazu inspirieren, ihre grünen Fahrzeuge mit grünem Strom zu laden. Mit Mercedes Me Charge zum Beispiel ermöglichen wir es den Autofahrern, ihre Fahrzeuge bequem an vielen verschiedenen öffentlichen Stationen in Europa zu laden, wo immer möglich mit Energie aus erneuerbaren Quellen. Aber der Wandel zur nachhaltigen Mobilität der Zukunft wird nur gelingen, wenn Autoindustrie, Energieversorger und Politik Hand in Hand arbeiten. Es bedarf massiver Investitionen und konkreter Maßnahmen auch über die Automobilbranche hinaus. Klimaneutrale Energie und eine umfassende Infrastruktur sind für diesen Systemwechsel unerlässlich. Und wir sind offen für eine Diskussion über die wirksame Bepreisung von CO2 und Anreize für kohlenstoffarme/-freie Technologien – möglichst auf globaler Ebene.

Wir sind entschlossen.

Für uns ist das Pariser Klimaabkommen mehr als eine Verpflichtung – es ist eine Überzeugung. Und wir haben einen klaren Kurs gesetzt, um unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Allerdings ist diese Transformation eine riesige Herausforderung – technologisch wie finanziell. Schließlich wollen wir nachhaltige Mobilität noch aufregender machen, nicht teurer. Und natürlich geht es uns dabei auch um nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Wie gehen wir also damit um? Eine Möglichkeit wäre, sich wegzuducken und zu versuchen, den Status quo zu sichern. Aber das würde unserem Purpose nicht gerecht werden – und schon gar nicht unserer Zukunft dienen. Wir wollen lieber das tun, was unsere Gründer getan haben: Sie wurden zu Systemarchitekten einer neuen Mobilität ohne Pferde. Unser Auftrag heute ist die individuelle Mobilität ohne Emissionen.

Erneut braucht es dazu Technologie und Entschlossenheit. Um zu unterstreichen, dass wir es ernst meinen, koppeln wir Teile der Vorstandsvergütung an die Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele, einschließlich unseres CO2-Fußabdrucks. Wir alle müssen unsere Komfortzonen verlassen, um auf neuen Wegen voranzukommen. Dabei streben wir selbstverständlich einen engen Schulterschluss mit unseren Mitarbeitern und deren Vertretung an. Diese Transformation ist die Aufgabe unserer Generation. Und ich bin absolut zuversichtlich: Wir haben das richtige Team, um sie erfolgreich zu meistern. Diese Strategie wird dazu beitragen, unsere Spitzenposition in der Autoindustrie zu behaupten.

 

*Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration.

** Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO2-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Die EG-Typgenehmigung und eine Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

Quelle: Daimler AG

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Stormtrooper
2 Jahre zuvor

Hot and cool..

Thor
2 Jahre zuvor

Es sehr optimistisch was der neue Daimler Chef sich vorstellt.
2030 CO2 frei Auto Flotte bei Mercedes.
Konkurrenzfähig ist das Konzept nicht und das Festhalten an Überholten Technologie ist fern Dr Realität.
11 Jahre nichts neues ! Das kann es nicht sein.

Wolfi
2 Jahre zuvor

Der Plug-In wird benötigt, um die CO2 Grenzwerte ab 2030 einhalten zu können.
Ich bin gespannt, wann die einschlägigen Parteien damit anfangen, den Verbrauchs-Zyklus für Plug-In-Hybride in Frage zu stellen. Es wird nicht lange dauern, bis auch die Letzten merken, dass eine Plug-In S-Klasse nicht nur 2,5 Liter/100km verbraucht.

HB
Reply to  Wolfi
2 Jahre zuvor

Wenn es demnächst die Verbrenner nur noch als Plug-In-Hybride geben sollte, werden Spritverbrauch und CO2-Ausstoß steigen. Denn viele Fahrer werden das Ladekabel originalverpackt liegen lassen und nie verwenden.

Joachim
Reply to  HB
2 Jahre zuvor

Genau so wird es kommen. Die Politiker haben ihre Überlegungen/Gedanken zu Papier/Gesetz gebracht, die Unternehmen haben einen sehr kostenintensiven technischen „Umstrukturierungs“-prozess bis zur Marktreife über mehrere Jahre hinbekommen, die PKW-käufer haben auch das alles kostenmäßig getragen u n d dann hebelt die menschliche Komponente das alles wieder aus.
Folge: Nach dem Alkoholsensor ( Bevölkerungs-Akzeptanz 100 % vorhanden ) wird dann wahrscheinlich ein „Nachladesensor“ Pflicht. Ansonsten startet das Auto den Verbrenner nach einem gewissen Zeitraum nicht mehr. Da geringe Akzeptanz => entsprechende Apps lösen das Problem.

Wolfi
Reply to  Joachim
2 Jahre zuvor

Auch wenn man den Akku der Plug-In S-Klasse vorbildlich aufgeladen hat, wird dieses Fahrzeug auf einer Strecke von 300 km niemals nur 7,5 Liter verbrauchen (3 * 2,5Liter/100Km Normverbrauch)!
Die Norm-Verbrauchswerte der Plug-ins sind utopisch, egal ob ich den Akku geladen habe, oder nicht!
Da werden ganz schnell neue Forderungen von interessierter Seite aufkommen, dass die Verbrauchzyklen der Plug-ins angepasst werden müssen.
Dann kann die Strategie sehr schnell ausgehebelt sein!

tony
2 Jahre zuvor

eine schande. warum stellt man sich diesem ganzen co² wahn nicht entschieden entgegen? stattdessen springt man volle kanne auf diseen irsinn an. grauenhaft.

melaw
Reply to  tony
2 Jahre zuvor

40 Jahre Vorstandsvorsitz in der Hand von Ingenieuren, Und jetzt kommt ein moderner grüner hipper junger Reformer der vermutlich nichtmal weiß wie ein Motor funktioniert.

mitleser
Reply to  melaw
2 Jahre zuvor

Stimmt,alle Ingenieure waren ganz tolle CEOs, da sind u.a. solche Glanzleistungen wie die Fusion mit Chrysler passiert.

Marc W.
Reply to  mitleser
2 Jahre zuvor

War nicht AEG oder Fokker noch schlimmer 😉

Frank
2 Jahre zuvor

Da werden viele Parteispenden fließen müssen, um 2030 in Europa noch 50% reine Diesel und Benziner verkaufen zu können.

MrUNIMOG
Reply to  Frank
2 Jahre zuvor

Wer sagt, dass die übrigen 50 % reine Verbrenner sind? Das dürften bis dahin ausschließlich Mildhybride mit ISG sein.

Mathias
2 Jahre zuvor

Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses werden jeweils mit der Volvo Car Corporation und Volvo Trucks fusioniert, die neu entstandenen Einheiten gehen dann im Geely-Konzern auf. Smart ist die Vorschussleistung an die Chinesen und die Mobilitätssparte ist ja bereits mit BMW vermählt, geht also nach München. Den Konzern Daimler wird es im 2039 nicht mehr geben – nichts als logisch, dass die CO2-Neutralität auch erreicht wird. Dass mit Ola Källenius ausgerechnet ein Schwede den Vorstandsvorsitz übernimmt, ist allerdings wirklich nur Zufall. Echt jetzt.

MrUNIMOG
2 Jahre zuvor

Meine Wunsch-Modellpalette für 2039 (gerne schon früher) sähe folgendermaßen aus:

– Sämtliche Kompaktmodelle rein elektrisch, ebenso meiste Motorisierungen der größeren Baureihen. Je nach zukünftigem Fortschritt der Speichertechnologie entweder reine BEV oder Brennstoffzellen-Plug-In wie GLC F-Cell.

– Stärkere Motorisierungen der größeren Baureihen weiterhin mit R6 oder V8, natürlich als Plug-In Hybrid. Wenigstens die AMG-Modelle. Und eigentlich muss die S-Klasse zumindest als Maybach einen V12 behalten…