Mercedes-Benz Fahrzeuge sollen zukünftig mit einem eigenen Betriebssystem ausgestattet sein. Entsprechende Details der eigenen Software, die unter dem Namen “MB.OS” laufen soll, hat Daimler-Entwicklungschef Markus Schäfer auf der CES in Las Vegas bekanntgegeben. Bis es soweit ist, sollen jedoch noch drei bis vier Jahre vergehen.

Eigenes Betriebssystem MB.OS für Mercedes-Benz Fahrzeuge geplant

MB.OS für Mercedes-Benz Fahrzeuge in Planung

Wir werden ein eigenes Betriebssystem MB.OS entwickeln. Wir sind überzeugt, dass dies notwendig ist,..” – so Daimler-Entwicklungschef Markus Schäfer am Rande der eröffneten CES 2020 in Las Vegas (USA). Die ersten Fahrzeuge mit herstellereigenen Betriebssystem sollen dazu jedoch frühestens in drei bis vier Jahren vom Band laufen.

Der Konzern will dazu die Rechenfunktionen in den eigenen Fahrzeugen bündeln und parallel mehr Software-Kompetenz im Unternehmen aufbauen, statt diese Aufgaben vollkommen an Fremdfirmen zu vergeben. Nach Angaben eines Daimler-Sprechers möchte man damit schneller und unabhängiger werden. Für die Umsetzung nutzt man dann vor allen interne Kompetenzen mit einen kleinen Anteil von externen Entwicklungen.

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Genaue Details zum Betriebssystem selbst gab Schäfer in Las Vegas zur CES 2020 hingegen nicht bekannt.

Bilder: Daimler AG

 

9 Kommentare
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Stefan Camaro
1 Jahr zuvor

Puh
Ich weis nicht ob ich das gut oder schlecht finden soll?
Dafür spricht die Unabhändigkeit von anderen Konzernen und auch die Datenmacht bleibt bei MB.
Dagegen spricht, dass es nicht die Kernkompetenz von MB ist. Google oder Apple sind in dem Gebiet wohl besser. Selbst Samsung (Tizen), Microsoft oder Blackberry hatten mit ihren Betriebssystemen keine Chance gegen Android und Apple.
Aber vlt läuft es ja bei Autos anders 🙂

Hartmut
1 Jahr zuvor

Genau der richtige Weg, sich nicht von anderer Firmen beim Autonomes-Fahren
abhänig zu machen!!!!
Die Verantwortung für die Kunden nie aus der
Hand geben!

MB.OS

Snoubort
1 Jahr zuvor

Damit wird man gegen die chinesische Konkurrenz zukünftig chancenlos sein… Wir will man mit ca. 2 Mio. Nutzern p.a. mithalten können?

Helge
1 Jahr zuvor

Finde ich auch gut. Nur sollte es transparent sein. Also der Kunde bzw. Käufer sollte wissen, welche Daten auch über ihn erhoben werden, und welche Daten das Fahrzeug an die Werkstatt bzw. den Hersteller sendet bzw. er sollte darauf Einfluss nehmen können.
Damit jeder selber entscheiden kann, was er dem Hersteller preisgibt und was nicht.

Denn ich glaube nicht, daß das fahrzeugeigene Betriebssystem nur dazu da ist, alle Funktionen im Auto zu steuern, sondern es sicher auch eine Interaktivität zwischen Fahrer und Fahrzeug geben soll, so wie MBUX jetzt.
Und da darf natürlich der Datenschutz nicht zu kurz kommen.
Sonst ist es letztlich egal, ob als Betriebssystem eine Eigenentwicklung zum Einsatz kommt, oder was Anderes.

martin
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

Dein Fahrzeug bzw. du als sein Nutzer ist in Bezug auf die Fahrdaten und GPS Ortung heute schon 100% transparent. Dazu braucht es kein neues Betriebssystem.
Seit dem die Notruf und Pannenortungsbuttons eingebaut sind , jedes Auto ab Werk mit dem Hermesmodul ausgerüstet ist und die Anmeldung und Nutzung von Mercedes ME an viele Features geküpft wird , die man als Nutzer braucht oder haben möchte, weiss Mercedes sowieso schon alles.

Davon abgesehen tun die meisten Menschen mit der Nutzung ihrer Smartphones und den Smartwatches schon von sich aus alles dafür das sie keinerlei Privatsphäre mehr haben.

werwennnichtich
1 Jahr zuvor

Finde ich gut, ich hoffe nur das es ein schneller und nicht fehlerhaftes Betriebssystem wird!

Daten, Werte und Datenschutz sehe ich nicht als Problem! einfach Mercedes Me nicht aktivieren und gut ist!

MrUNIMOG
1 Jahr zuvor

Interessant. Ob richtig oder falsch, kann man natürlich rein von der Ankündigung, die so erstmal vieles heißen kann, überhaupt nicht beurteilen – das wird ganz von konkreter Ausgestaltung und Umsetzung abhängen. Ich bin jedenfalls gespannt.

driv3r
1 Jahr zuvor

Ach ja, der Deutsche und Datenschutz. Während Facebook und Google über jede mögliche Homepage per Plug-Ins Daten ungefragt (oder per stiller Zustimmung via AGBs) abgreifen und auch die Deutschen höchst gerne ihre Daten per Google, Yahoo, Amazon, Facebook, Twitter, Tiktok, Apple, Netflix oder “Alexa”, “Siri”, “Hey Google” teilen bekommen sie Panik, wenn ein definitiv zu deutschen und europäischen Gesetzen und Richtlinien verpflichtetes deutsches Unternehmen, welches auch ein Haufen deutscher Steuern entrichtet, ein eigenes OS aufsetzt und eventuell nach Nutzung von Daten für bestimmte Services fragen könnte.

Helge
1 Jahr zuvor

@driv3r
Bitte nicht verallgemeinern. Es soll noch Menschen geben, die nicht bei Facebook, Twitter, Netflix, Whatsapp usw sind, und die auch keinen Datensammler wie Alexa usw. nutzen.
Ich stimme Dir nur in sofern zu, daß es sicherlich schwierig ist, heutzutage seine Daten zu schützen, und daß das mit Sicherheit nicht zu 100 % gelingt. Nur daraus den Schluß vielleicht zu ziehen, daß man dann keinen Datenschutz braucht, weils sowieso ein hoffnungsloses Unterfangen ist, wäre natürlich auch verkehrt. Sonst kann man ja auch sagen: Ich brauche keine Haustür, denn jedes Jahr wird zíg tausend mal eingebrochen, und irgendwann wirds mich dann auch mal treffen.