Digitale Wartung von Lasern in der Produktion von Mercedes

Im Bereich der Echtzeit-Laserwartung hat Mercedes-Benz zusammen mit dem Hochtechnologieunternehmen TRUMPF im Zeitalter der Smart Factory nun auf eine vorausschauende digitale Instandhaltung gesetzt – und kann damit auch sparen. Ein erstes Pilotprojekt im Werk Sindelfingen diente hierfür als Blaupause für alle Mercedes-Benz Werke weltweit. Das neue Verfahren verringert das Risiko ungeplanter Maschinenausfälle deutlich, womit die Resilienz der komplexen Fahrzeugproduktionsprozesse gesteigert werden kann.

Digitale Wartung von Lasern in der Produktion von Mercedes

Bislang erfolgten die Wartungen der Laser in fest definierten Zeitintervallen direkt an den Anlagen in den jeweiligen Produktions-Standorten von Mercedes-Benz. Die Stammdatenpflege, Dokumentation und der Datenaustausch wurden dazu manuell durchgeführt. Mithilfe des Manufacturing Service Bus (MSB) und zusätzlichen Elementen der globalen MO360 Dateninfrastruktur, ist inzwischen gut die Hälfte der rund 400 bei Mercedes-Benz weltweit eingesetzten TRUMPF Laser und zugehörigen Laser-Optiken in einer Cloud verbunden.

„Die Zukunft der Automobilproduktion liegt in vorausschauenden, digitalen Prozessen, dynamischer Wartung und maximaler Ausfall-Absicherung. Gemeinsam mit unserem Partner TRUMPF treiben wir mit dem innovativem Condition Monitoring die kontinuierliche Prozessoptimierung auch in der Anlagenwartung voran.“ so Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG – Produktion, Qualität & Supply Chain Management.

Digitale Wartung von Lasern in der Produktion von Mercedes

In dem von Hersteller TRUMPF entwickeltem digitalen Service Condition Monitoring wird der Zustand der eingesetzten Laser in der Fahrzeugproduktion ab sofort dauerhaft und in Echtzeit cloudbasiert überwacht und analysiert. Im sogenannten Condition Monitoring kontrollieren Serviceexperten von TRUMPF mithilfe von Algorithmen die vernetzten Laser zentral von einem Punkt aus im laufenden Maschinenbetrieb. Auffälligkeiten werden dabei sofort erkannt und unmittelbar an die entsprechende Instandhaltung gemeldet, begleitet von Handlungsempfehlungen. Mercedes-Benz ist damit in der Lage, zusätzliche Wartungsbedarfe zu erkennen, bevor ein Laser ausfällt. Das Risiko eines Ausfalls ist somit besser vorhersagbar und kann durch rechtzeitige Wartungsmaßnahmen verhindert werden. Dies vermeidet ungeplante Stillstände in der Produktion und reduziert ganz maßgeblich die Ausfallzeiten sowie spart parallel auch Kosten. Über 80 % aller Servicefälle können damit vorhergesagt und proaktiv geplant werden. Darüber hinaus unterstützen die Ergebnisse dieser Analysen Mercedes-Benz dabei, die Laser besser zu betreiben und helfen somit bei der kontinuierlichen Optimierung ihrer High-Tech Fahrzeugproduktion.

Mercedes-Benz setzt aktuell weltweit über 400 Lasermaschinen ein, hauptsächlich im Karosseriebau. Davon sind nun 200 Laser in insgesamt neun Werken angeschlossen und liefern bereits entsprechende Daten in die Cloud. „Laser können ausfallen – Mit der Bereitstellung der Zustandsdaten dieser Laser durch Mercedes wissen wir genau, wie jeder einzelne unserer Laser bei Mercedes zu jedem Zeitpunkt performt“, so Hagen Zimer, der zuständige Spartenchef bei Trumpf – und wieter:„Mit diesen Daten in Echtzeit können wir den Kunden früher warnen und Fehlerursachen beheben, bevor der Laser ausfällt und die Produktionslinie des Kunden zum Erliegen kommt.“

Quelle: Mercedes-Benz Group AG

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B B
1 Monat zuvor

Tolle Sache! Wir arbeiten in unserem Bereich auch gerade an Condition Based Maintenance Solutions… denke es ist ganz klar die Zukunft. Allerdings wird noch viel Zeit vergehen, bis dies flächendeckend umgesetzt sein wird.

Einzig kritischer Punkt: Dies kann auch dem Sustainability-Gedanken hinsichtlich CO2-Emissionen entgegenstehen, da die dadurch generierten Datenmengen erheblich die Emissionsbilanz verschlechtern können. Folglich müsste man hier auch genauer hinschauen und einen Abgleich von Unternehmenszielen hinsichtlich der Interdependencies durchführen.

Es bleibt spannend! 🙂

Pano
Reply to  B B
1 Monat zuvor

Klingt tatsächlich spannend. Leider hab ich nur die Hälfte vetstanden 😉
Grüße
Pano

Bubbasprax
Reply to  B B
1 Monat zuvor

Bitte nochmal in Deutsch.

Thomas
1 Monat zuvor

Man hat also die Laseranlagen ans Netz gehängt, übermittelt bestimmte Messdaten an einen Server des Werkzeugherstellers und dieser wertet diese nach einer bestimmten Logik aus. Werden Auffälligkeiten erkannt, erfolgt eine Meldung an die Instandhaltung des Kunden vor Ort.
Sinnvoll. Aber so spektakulär, dass man dafür eine Pressemitteilung braucht?