smart #1 pro+ – Reicht die Basisausstattung mit 272 PS ?

Während smart sein „Hashtag“ 1 Modell in mehrere Ausstattungsvarianten und neuerdings sogar in zwei Batteriegrößen anbietet, stellt sich oft die Frage, wieviel Ausstattung man überhaupt benötigt und ob man auch mit der Basisausstattung „gut fährt“. Immerhin verbaut man die Grundausstattung aktuell in nahezu drei Varianten: im pro, pro+ sowie in der Allradvariante der pulse Ausstattung – die sich nur in wenigen Details unterscheiden.

smart #1 pro+ - Reicht die Basisausstattung mit 272 PS ?

Das smart #1 pro+ Modell erhält – im Vergleich zum smart #1 pro –nicht die kleine 49 kWh Lithium-Eisenphosphat (LFP) Batterie, sondern die 66 kWh (brutto) große Lithium-Ionen Batterie. Das merkt man nicht nur an der Reichweite, sondern minimal auch am Gewicht. So kommt das pro Modell auf ein Leergewicht von 1.855 kg mit 425 kg Nutzlast, die pro+ Variante verfügt über 1.863 kg Gewicht bei identischer Nutzlast. Die Reichweite liegt bei 310 bzw. 435 km nach WLTP. Bei den Ausstattungen unterscheiden sich die pro sowie die pro+ Variante jedoch nur in einen Punkt: beim verbauten On-Board Lader. Während man beim pro nur einen 1-phasigen 7,4 kW Lader erhält, verbaut man beim pro+ bereits den 3-phasigen 22 kW Lader. Die DC-Ladung liegt maximal bei 130 bzw. 150 kW.

Dabei sei angemerkt: der einphasige 7,4 kW Lader in der pro-Ausstattung leistet nur  an einer 22 kW seine maximale AC-Leistung. An einer üblichen 11 kW Wallbox wird der Lader aufgrund der Schieflast in Deutschland auf nur 4,6 kW begrenzt. Hier ist man mit dem 3-phasigen 22 kW AC Lader im pro+ deutlich im Vorteil. Eine Wärmpumpe gibt es hingegen bei keiner der beiden Varianten, was auch beim smart #1 pulse der Fall ist.

Basisausstattung des smart #1 pro+ 

Die Basisausstattung verfügt dabei über zahlreiche Highlights, die man bei anderen Herstellern erst in höheren Ausstattungslinien erhält. So verbaut man hier bereits eine 360 Grad Kamera mit Parksensoren, „Halo“ Panoramadach sowie 64-farbige Ambientebeleuchtung. Sitzheizung vorne und elektrische Sitzverstellung (mit Memoryfunktion) sind ebenso Serienumfang, wie eine automatische Heckklappe oder LED-Scheinwerfer, 19“ Alufelgen oder elektrische & flächenbündige Türgriffe. Das von Mercedes bekannte „Keyless-GO“ ist ebenso enthalten. Gegenüber anderen Varianten muss man jedoch auf die Lederpolsterung verzichten, stattdessen gibt es man Kunstledersitze. Auch das ab Premium-Line verbaute 10“ Head-Up Display, das Beats-Soundsystem oder die aktiven CyberSparks LED+ Scheinwerfer werden hier nicht verbaut. Während man den automatischen Park-Assistent hier ebenso nicht anbietet, besteht jedoch eine Vorrüstung für eine später zu aktivierende Lenkradheizung. Doch stört das Fehlen einiger gar wichtige Ausstattungen, zumal das Multimediasystem in jeder Variante identisch ist  ?  Wir haben uns das Pro+ Modell angesehen und haben Plus- aber auch Minuspunkte zusammengestellt.

smart #1 pro+ - Reicht die Basisausstattung mit 272 PS ?

Unser Fahrtest: smart #1 mit 200 kW / 272 PS

Der von smart bereitgestellte smart #1 pro+ zum Grundpreis von 42.490 Euro richtet sich vor allem an Nutzer, die die Vorteile des großen Akkus und dessen Reichweite nutzen wollen, dabei jedoch auf das volle Ausstattungsangebot der neuen smart #1 Modelle  weniger Wert legen. Mit 200 kW / 272 PS und Heckantrieb ist das Fahrzeug aber auch ausreichend motorisiert, um neben dem Stadtverkehr auch mal auf Langstrecke zu gehen. Wer also so oder so auf die Wärmepumpe verzichten kann, wählt das pro+ Modell für die maximal mögliche Reichweite, während man die kleine Batterie des #1 pro Modells für einen überwiegenden urbanen Verkehr nutzt. Für 428 PS Leistung und Allrad wählt man das smart #1 Pulse Modell, für mehr Ausstattung – und weiterhin Heckantrieb – die Premium Variante. Wer Allrad & 428 PS mit bester Ausstattung jedoch kombinieren möchte, greift weiterhin zum smart #1 BRABUS Modell.

Doch zurück zum smart pro+: Beim Erstkontakt fiel uns zuerst die Frontbeleuchtung auf, dessen LED-Module ein klares Erkennungszeichen für den kleineren Ausstattungsumfang ist. Optisch anders, aber nicht negativ. Im Exterieur – abgesehen von den erhältlichen Lackkombinationen und Felgen – gibt es hingegen keinerlei Unterschiede.

Wer das Interieur des neuen smart #1 Modell hingegen noch nicht kennt, wird zuerst von dessen Wertigkeit überrascht sein – Kenner vermissen hingegen die bessere Beats-Soundanlage. Das man auf Kunstledersitzen Platz nimmt, fällt optisch hingegen weniger auf. Die Verarbeitung wirkt hochwertig, ohne scharfen Ecken und Kanten. Kunststoff findet man – wie in den anderen Varianten – dann eher an versteckten Stellen, wie im Kofferraum.

smart #1 pro+ - Reicht die Basisausstattung mit 272 PS ?

Komfort- und Sicherheitsausstattung identisch

Die Komfort- und Sicherheitsausstattung ist jedoch identisch. So verfügt der pro+ ebenso über einen Abstandstempomaten, Spurassistenten sowie Totwinkelwarner. Während Parksensoren den Abstand anzeigen und eine 360 Grad Kamera verbaut ist, fehlt jedoch der automatische Einparkassistent.  Das Fahrzeug bietet jedoch weiterhin das identische Platzangebot mit hohen Nutzwert der anderen Ausstattungslinien: 15 Liter Frunk, variabel verstellbare und 60:40 teilbare Rücksitze und sogar noch eine Anhängelast von bis zu 1,6 Tonnen. Das Kofferraumvolumen liegt bei 323 bis 986 Litern.

Im Fahrtest zeigt sich das smart #1 Modell mit 4,27 m Fahrzeuglänge und einer hohen Wendigkeit verwunden mit sehr agilem und reaktionsfreudigem Fahrverhalten. Immerhin sprintet das Modell innerhalb von 6,7 Sekunden auf die 100 km/h Marke – und das ist mehr als ausreichend.

Die Lenkung und das Fahrwerk sind für uns gut abgestimmt. Der Fahrkomfort sowie die Dynamik stehen dazu in einem ausgewogenen Verhältnis, zumal man auch bei flotterer Fahrt keine übermäßigen Wank Bewegungen spürt. Fahrbahnunebenheiten werden dazu vom Fahrwerk wirkungsvoll geschluckt. Die Lenkung selbst vermittelt ein gutes Gefühl für die Straße, auch wenn diese nicht allzu direkt ausgelegt ist. Windgeräusche sind hingegen nur gering hörbar und halten sich grundsätzlich auf einen angenehmen Niveau.

smart #1 pro+ - Reicht die Basisausstattung mit 272 PS ?

Das Entertainmentsystem im smart – im Testfahrzeug mit der OS Version 1.3.0 – arbeitet reaktionsschnell, auch wenn die Menüpunkte manchmal gesucht werden müssen. Viele Funktionen sind aber auch per Sprachsteuerung möglich. Viele Punkte sind auch über eine Kurzwahltaste erreichbar. Direkt ansteuerbar sind hingegen die Fahrmodi, Fahrzeugeinstellungen und die Defrost- und Heizfunktionen. Zusätzlich stehen nun auch endlich Android-Auto und Apple-CarPlay – kabellos – zur Verfügung. Die vier Kameras der 360 Grad Kamera könnten hingegen über eine höhere Auflösung verfügen, zumal der fehlende Wetterschutz der Kameras die Rundumsicht bei schlechten Wetter schwierig macht. Ein Problem, was sich der pro+ jedoch mit den anderen #1 Modellvarianten teilt.

Im Fahrtest konnten wir unseren Stromverbrauch im smart #1 pro+ durchaus im Rahmen halten. So fuhren wir im täglichen Überlandbetrieb im Schnitt mit knapp 16,5 kWh – und konnten dabei die Werksangabe von 17,4 kWh pro 100 km sogar unterbieten. Bei längeren Fahrten mit teils widrigen Wetterverhältnissen lag der Verbrauch hingegen schnell oberhalb von 19 kWh. Die Limitierung auf 180 km/h störte uns hingegen in keinerlei Situation.

Probleme noch bei der Software

Hinsichtlich Problemen hat smart noch einige wenige Baustellen, die jedoch in Kürze abgestellt werden sollen. Während in Summe die Hardware bereits passt, gibt es so noch einige Mängel bei der Software. So ist u.a. vor allem die Ladeplanung noch nicht vollständig vorhanden. Auch zwickt es noch ein wenig bei der Verkehrszeichenerkennung und ab und an beim Spurassistenten. Die notwendige Updates sind jedoch in Vorbereitung und werden später via Over-the-Air in die Fahrzeuge übertragen.  Hinsichtlich der Ladeplanung visiert man sogar mindestens das Niveau des MBUX Systems von Mercedes-Benz an. Probleme, welche smart nicht über die Software nachsteuern könnte, haben wir im Fahrtest hingegen nicht finden können.

Was uns grundsätzlich aufgefallen ist:

  • Einige Menüpunkte im Entertainmentsystem sind schlecht zu finden (z.B. Spiegelverstellung)
  • Ladeplanung noch nicht vollständig funktionsfähig
  • Softwareupdates „over-the-air“ (OTA) mit kurzen Zeitabständen zwischen Releases
  • Gute Integration von Spotify mit separater Datenverbindung
  • Dreiphasiger AC-Lader mit 22 kW gut für urbanen Bereich
  • Vorrüstung für optionale Anhängekupplung bereits vorhanden
  • Fahrsicherheitssysteme identisch zu den anderen Ausstattungslinien

Dabei die Besonderheiten der pro+ Ausstattung:

  • Lenkradheizung-Vorrüstung für pro+/pro-Variante nicht vorhanden
  • Deutlicher Unterschied der Seriensoundanlage zum beats-System
  • Kunststoff-Sitze der pro+-Ausstattung weniger atmungsaktiv, aber bieten guter Seitenhalt
  • Gute Ausleuchtung der (Serien-) LED-Scheinwerfern bei Dunkelheit
  • keine kabellose Lademöglichkeit für Mobiltelefone vorhanden
  • kein Head-Up Display

Fazit: pro+ Line vollkommen ausreichend – mehr ist Bonus

Wie auch bei den anderen Ausstattungslinien passt der smart #1 von der Hardware, wobei bei einigen Softwarepunkten noch nachgesteuert werden muss. Welche Ausstattungsline man wählt – womit wir wieder bei der Grundfrage angekommen wären, muss wohl der persönliche Ausstattungsbedarf und der Geldbeutel entscheiden. Uns fehlte bei der pro+ Ausstattung jedoch lediglich das dynamische Licht und die bessere (beats-) Soundanlage. Die 200 kW aus dem Elektromotor an der Hinterachse reichen uns vollkommen, während wir auf die Assistenz beim Parken gerne verzichten können.

Bilder: MBpassion.de

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4 Kommentare
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SammyB
2 Monate zuvor

Seit heute Dienstwagenfahrer eines #1. Bei kürzeren Fahrten in den letzten Wochen, fand ich den bislang sehr angenehm, bin jetzt aber sehr gespannt auf den Dauertest! #3 in Mallorca fand ich vom Interieur doch ein deutliches Niveau höher, bin jetzt gespannt was der #1 jetzt auf längere Zeit an den Tag legt! Danke für diesen gut beschriebenen Artikel.

EQ44fahrer
2 Monate zuvor

Ich bin den Premium #1 gefahren und drunter würde ich definitiv nicht kaufen.
Es fängt bei der Wärmepumpe an und endet bei der Anmietung vom noch schlechteren Interieur.

Beim #1 Premium war es gar nicht mal so gut. Die Echtledersachen aus meinem alten Smart fehlen selbst beim Premium.

EQ44fahrer
Reply to  EQ44fahrer
2 Monate zuvor

„Anmutung“ sollte es heißen.

Hotte
2 Monate zuvor

Smart Basis mit 272 PS. Finde den Fehler.
Gab es die erste Generation nicht mit 45 PS als Basis?

Gruß,
azzzek