Mercedes-Benz 2025 unter Druck: Absatz sinkt, China bleibt Sorgenkind

Mercedes-Benz steht im Jahr 2025 weiter unter Druck. Der Stuttgarter Autobauer musste erneut deutliche Absatzrückgänge hinnehmen und kämpft vor allem in seinem wichtigsten Einzelmarkt China mit schwierigen Rahmenbedingungen. Insgesamt sank der Konzernabsatz um zehn Prozent auf 2,16 Millionen Fahrzeuge. Bei den Pkw gingen die Verkäufe um neun Prozent auf rund 1,8 Millionen Einheiten zurück, während der Absatz bei den Vans mit einem Minus von elf Prozent auf 359.100 Fahrzeuge noch stärker nachgab.

Besonders problematisch bleibt die Entwicklung in China. Dort verkaufte Mercedes 551.900 Fahrzeuge, was einem Rückgang von 19 Prozent entspricht. Das Marktumfeld gilt weiterhin als extrem herausfordernd, vor allem im Segment der Elektroautos. Zahlreiche lokale Hersteller liefern sich einen intensiven Preiskampf, der es ausländischen Premiumanbietern schwer macht, ihre Margen zu verteidigen. Mercedes betont zwar weiterhin, den Fokus auf den Werterhalt der Marke statt auf reines Volumen zu legen, doch der Abwärtstrend hält bereits seit Jahren an. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2020 setzte Mercedes in China noch 774.382 Fahrzeuge ab. Hoffnungsträger ist nun der neue CLA, der insbesondere im Elektrosegment neue Käufergruppen ansprechen soll.

Stabiler präsentierte sich das Geschäft in den USA. Dort legten die Kundenauslieferungen um ein Prozent zu. Diese Kennzahl unterscheidet sich bewusst vom Konzernabsatz, da sie nur Fahrzeuge umfasst, die tatsächlich an Endkunden verkauft wurden. Hintergrund ist der Abbau hoher Lagerbestände, die Mercedes zuvor wegen drohender Zölle aufgebaut hatte. Betrachtet man die in den Markt gelieferten Fahrzeuge, ging der Absatz in den USA hingegen um zwölf Prozent auf 284.600 Einheiten zurück.

In Europa zeigt sich ein differenziertes Bild. In wichtigen Einzelmärkten wie Deutschland, Spanien oder Polen konnte Mercedes das Vorjahresniveau halten oder sogar leicht steigern. Insgesamt fiel der Absatzrückgang in der Region Europa inklusive Großbritannien, Schweiz und Norwegen mit einem Minus von einem Prozent auf 634.000 Fahrzeuge vergleichsweise moderat aus. Deutliches Wachstum erzielt Mercedes aktuell fast ausschließlich in den sogenannten Rest-der-Welt-Märkten. In Südamerika stieg der Absatz um 54 Prozent, in Australien um zehn Prozent und in der Türkei um elf Prozent – allerdings von einem niedrigen Ausgangsniveau.

Ein wichtiger Stabilitätsfaktor bleibt der Modellmix im Premium- und Luxussegment. Die sogenannten Top-End-Fahrzeuge wie S-Klasse, Maybach-Modelle, EQS, AMG-Performancefahrzeuge und die G-Klasse machen rund 15 Prozent des Gesamtabsatzes aus. Besonders erfolgreich ist die G-Klasse, die mit 49.700 verkauften Einheiten einen neuen Absatzrekord erzielte und um 23 Prozent zulegte. Ein wesentlicher Treiber ist die Einführung der elektrischen G-Klasse. Mehr als jede zehnte G-Klasse wird inzwischen rein elektrisch ausgeliefert, womit der Elektroanteil bei diesem Modell deutlich über dem durchschnittlichen BEV-Anteil von 9,3 Prozent am Gesamtabsatz liegt. Um CO₂-Strafzahlungen zu vermeiden, hat sich Mercedes zudem einem Emissionspool mit Volvo, Polestar und Smart angeschlossen – ein Schritt, der jedoch mit hohen Kosten verbunden ist.

Positiv entwickelte sich das vierte Quartal 2025. Mit 558.400 verkauften Pkw und Vans lag der Absatz sechs Prozent über dem dritten Quartal. Dennoch gilt auch 2026 als Übergangsjahr. Zwar hat Mercedes die größte Modelloffensive seiner Geschichte gestartet und mit dem CLA, der zum „Car of the Year 2026“ in Europa gewählt wurde, ein starkes Signal gesetzt. Doch die Vielzahl neuer und überarbeiteter Modelle – darunter S-Klasse und EQS Facelift, die neuen Vans VLE und VLS sowie die elektrischen Versionen von C-Klasse, GLE und GLS – dürfte sich erst ab 2027 deutlich im Absatz niederschlagen.

Ermutigende Signale kommen bereits jetzt vom neuen CLA. Der elektrische Einstieg in die Marke ist laut Mercedes sehr gut angelaufen und weist einen hohen Auftragsbestand auf. In Deutschland schaffte es der CLA im Dezember mit 1.572 Neuzulassungen unter die Top Ten der meistverkauften Elektroautos. Im Laufe des Jahres folgen der CLA Shooting Brake sowie die Benzinvarianten. Auch der elektrische GLC stößt auf starke Nachfrage, der Auftragsbestand reicht bis weit in die zweite Jahreshälfte. Mit dem kommenden GLB, der sowohl elektrisch als auch später mit Verbrennungsmotor angeboten wird, setzt Mercedes zusätzlich auf neues Wachstum.

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Werker Sifi
6 Stunden zuvor

Wann verkaufen wir endlich die Van-Sparte?? Voller Fokus auf das Kerngeschäft bitte!

Dr Alexander
Reply to  Werker Sifi
2 Stunden zuvor

Und hören auf mit Dieselmotoren ?

Baron zu Bayerstein
5 Stunden zuvor

Isch over.

Carsten
5 Stunden zuvor

Mich würden mal die Preise in China interessieren. Wenn sich da die einheimischen Hersteller einen Preiskampf liefern, und Mercedes seine Marge verteidigen möchte, wäre es mal interessant zu wissen, was das in Zahlen (Kaufpreis) bedeutet.
Oder „böse“ gesagt, ob die Kunden in anderen Märkten die Bilanz ausgleichen sollen / müssen.

Hansi
Reply to  Carsten
5 Stunden zuvor

Cla eq fängt dort mit 31k oder 33k an – bei uns mit 53k.
Aber gut, der wird auch vor Ort in China produziert weshalb er vermutlich auch günstiger angeboten werden kann

Urs
Reply to  Hansi
1 Stunde zuvor

Und die Kaufkraft in China ist geringer. Das macht alleine ca. 30% Preisunterschied aus.
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_price_level

Baron zu Münchhausen
1 Stunde zuvor

Der CEO kokettiert einfach zu arg mit der sozialistischen Linksgrünen-Regierung. Das verschreckt viele potentielle Käufer !