Neue Lenkradgeneration mit kapazitiver Hands-Off Erkennung

Mit der neuen E-Klasse führt Mercedes-Benz ein komplett neu entwickeltes Lenkrad ein. Zu den wichtigsten Innovationen zählt hier die sogenannte kapazitive Hands-Off-Erkennung. Im Lenkradkranz befindet sich eine Zwei-Zonen-Sensormatte, die erkennt, ob die Hände das Lenkrad umfassen. Die Folge: Der Fahrer muss keine aktive Lenkbewegung mehr ausführen, um den Assistenzsystemen zu signalisieren, dass er das Fahrzeug kontrolliert. Dies erhöht den Bedienkomfort beim teilautomatisierten Fahren in den E-Klasse Modellen und markiert gleichzeitig einen weiteren Schritt in Richtung autonomes Fahren. Auch die fugenlos auf den Lenkradspeichen platzierten Touch Control Buttons arbeiten jetzt – wie bei einem Smartphone – mit kapazitiver Sensorik.

Sensormatte unter der Leder- oder Holzummantelung mit zwei Sensorflächen

Die Sensormatte befindet sich direkt unter der Leder- oder Holzummantelung und hat zwei Sensorflächen – eine auf der Vorderseite und eine auf der Rückseite des Lenkradkranzes. Das Berühren der Sensoren bewirkt eine Kapazitätsänderung, die von einem Steuergerät in ein digitales Signal umgewandelt wird. Wenn die Hände das Lenkrad nicht vollständig umfassen, sondern nur vorne oder seitlich anliegen, wird eine geringere Kapazitätsänderung gemessen. Nur wenn der gemessene Wert eine vorgegebene Schwelle überschreitet, wird dies als Berührung erkannt. Sind die Hände für eine bestimmte Dauer gar nicht am Lenkrad, wird eine Warnkaskade gestartet, die bei anhaltender Inaktivität des Fahrers letztlich den Nothalt-Assistenten aktiviert.

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Luxuriös und supersportlich: zwei individuelle Lenkrad-Designs

In E-Klasse Coupé und Cabriolet ist das neue Lenkrad in zwei Ausführungen mit Lederkranz erhältlich: Bei der Variante „Luxus“ formen die drei Speichen einen von eleganten Callas-Blüten inspirierten Kelch in Schwarz Hochglanz, der von einem Rand in Silver Shadow eingefasst ist. Auf den Kelchblättern befinden sich die Bedienflächen. In der Ausführung „Supersport“ sitzen die Bedienflächen auf zwei Doppeldeckerspeichen, die an Radflügelmuttern von Sportwagen erinnern. Sie sind ebenfalls in Hochglanzschwarz und am Rand in Silver Shadow gehalten. So inszenieren die Lenkräder Hightech und wecken gleichzeitig Emotionen.

Die hochwertigen Materialien sind so gewählt, dass die Bedienung auch in einem durch Sonneneinstrahlung stark aufgeheizten Innenraum nicht beeinträchtigt wird. Die bündig in die Speichen integrierten Bedienflächen für Kombiinstrument und Media-Display sind auf Temperaturen von über 100 Grad Celsius ausgelegt. Die einzelnen Touch Control Buttons sind erstmals völlig fugenlos voneinander getrennt und arbeiten mit digitalen Signalen. Die Mechanik der Schaltflächen ist damit auf ein absolutes Minimum reduziert. Die Berührungen werden über eine kapazitive Sensorik erfasst und ausgewertet. Dies ermöglicht eine intuitive Bedienung über Wischgesten und Drücken der bekannten Symbole. Das System erkennt automatisch, wo sich der Finger gerade befindet.

Quelle: Daimler AG

11 Kommentare
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Helge
2 Jahre zuvor

Spannend wirds, wenn diese Sensormatten bzw. diese Technik mal kaputt geht. Dann wirds teuer, weil wahrscheinlich ein neues Lenkrad fällig wird.

Stranger
2 Jahre zuvor

Ob man dieses System nicht relativ einfach austricksen kann ? Irgendjemand wird „geeignete Pflasterstreifen konstruieren“, die man ans Lenkrad kleben kann und die dann die Kapazitätsänderung bewirken.
Ich erinnere mich noch mit Schauern an den Bericht über denTesla-Fahrer, der auf die Rückbank umgestiegen sein soll…..

Max
2 Jahre zuvor

BMW hat das im Übrigen schon seit längerem. Eingeführt wurde es damals im BMW 7er (G11) im Jahre 2015. Heute ist das Lenkrad (und so auch die Hands-Off Erkennung) in allen BMW Modellen ab 3er/Mittelklasse bei Bestellung des Driving Assistant Professional bzw Plus kapazitiv. Wirklich innovativ ist das was hier Mercedes-Benz zeigt nicht. Vor allem wenn es seit kurzem bei VW im neuen Golf als auch Passat Facelift genauso ist und im neuen A3 auch so sein wird. Man will denke ich nur den Anschluss nicht verpassen. BMW war damals Vorreiter und hat den Domino Effekt angestoßen. Da ist der Stauende-Notbremsassistent bei Mercedes viel innovativer.

Wolfi
2 Jahre zuvor

Mal unabhängig vom Lenkrad: ist das Thema „Autonomes Fahren“ nicht irgenwie versandet? Meiner Einschätzung nach ist der Hype darüber vorbei. Ich glaube, dass viele Leute, nachdem sie die „autonomen“ Funktionen der Fahrzeuge mal eine Zeit lang ausprobiert haben, nun wieder ganz normal lenken, wie früher auch. Ich würde nie auf die Idee kommen, ein Fahrzeug danach auszuwählen, ob es nun Level 2, 3 oder 4 des autonomen Fahrens beherrscht.

Andreas
2 Jahre zuvor

Kann jemand sagen wie es bisher gemacht worden ist? Dachte nämlich das wäre bereits jetzt so gelöst ….. so kenne ich das nämlich aus dem aktuellen 5er BMW (seit 2017).

Helge
2 Jahre zuvor

@Wolfi
Das glaube ich auch. Solange beim autonomen Fahren die Haftungsfrage (z.B: bei Unfällen) so ist, daß der Fahrer dann auch für die Fehler des Autos haftet, wird sich das nicht durchsetzen.
Denn dann sagt jeder verantwortungsbewußte Fahrer: Dann fahre ich lieber gleich selber, dann weiß ich auch, daß ich schuld bin, wenn ich einen Fehler mache.
Wer möchte schon gerne für die Technik gerade stehen.

Ich kann mir in diesem Zusammenhang nur Assistenzsysteme vorstellen, die den Fahrer unterstützen und die Unfallschwere vermindern (oder manchmal auch ganz vermeiden).

Seb
2 Jahre zuvor

@Helge: und genau deshalb sind alle auf dem Markt erhältlichen Systeme FahrASSISTENZsysteme, „automatisierte Fahrsysteme“ wird es erst in Serie geben wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen (inkl. Haftungsfrage) definiert sind.

Helge
2 Jahre zuvor

@Seb
Meine ich ja. Und da aber kein Hersteller die Haftung (für seine Programmierer) übernehmen möchte, wenn das Steuergerät bzw. der Computer im Fahrzeug falsch entscheidet, dauert es noch sehr lange, bis sich das autonome Fahren durchsetzt.
Denn der Fahrer darf nicht schuld sein und der Geschädigte darf aber auch nicht leer ausgehen, so nach dem Motto: Das Auto hat halt leider falsch entschieden – haste Pech gehabt. Warst zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort.

Und dieses Dilemma kann man kaum lösen. Denn jeder der dann für die Entscheidungen des Autos haften soll (also Fahrer oder Hersteller) wird sich dagegen wehren und sagen: Ich kann doch nichts dafür…..

Dirk
2 Jahre zuvor

Endlich. Man kommt sich derzeit beim X222 noch vor wie in der Steinzeit, wenn man mit Tempomat fährt und nach einigen Sekunden Geradeausfahrt das System einen nötigen will, die Hände ans Lenkrad zu legen (obwohl diese bereits am Lenkrad sind). Ich finde diese „Hände-ans-Lenkrad“-Warnung sowieso nicht mehr zeitgemäß. Diese Bevormundung sollte sich Mercedes am besten komplett sparen!

Dirk Liphardt
2 Jahre zuvor

Hi Ihr,

Zu den Lenkrädern habe ich auch noch eine Frage:

Kann ich das AMG Line Lenkrad in die Luxus Variante einbauen lassen? Also ich kaufe ein neues Lenkrad aber dann nicht mehr das Serienlenkrad sondern das Lenkrad aus der AMG Line.
Sind die Lenkräder kompatibel, da die Buttons die gleichen sind.

Toll, wenn Ihr mir das beantworten könntet.

Grüße
Dirk