„Mercedes-Benz Studios“: – sollen Markenerlebnis in die Innenstädte bringen

Mit einer neuen globalen Initiative rückt Mercedes-Benz seine Marke näher an die Menschen: Unter dem Titel „Mercedes-Benz Studios“ entstehen ab 2026 innerstädtische Erlebnisräume in mehr als zehn Metropolen weltweit. Ziel ist es, die klassische Trennung zwischen Markeninszenierung und Fahrzeugverkauf aufzulösen – und so ein ganzheitliches Kundenerlebnis zu schaffen.

Auftakt in Kopenhagen

Den Anfang macht ein erster Standort in Kopenhagen, der als Blaupause für weitere Studios dient. In zentralen urbanen Lagen sollen Besucher künftig die Marke in entspannter Atmosphäre erleben können – fernab klassischer Autohäuser. Die Studios verbinden Ausstellung, Begegnungsort und Verkaufsfläche. Fahrzeuge werden nicht nur präsentiert, sondern in einen kulturellen Kontext eingebettet: mit Events, Kooperationen und kuratierten Inhalten, die gezielt neue Zielgruppen ansprechen sollen.

„Welcome home.“ als Leitmotiv

Im Zentrum der Initiative steht das Markenversprechen „Welcome home.“ – ein bewusst emotional gewählter Ansatz. Statt nüchterner Produktpräsentation setzt Mercedes-Benz auf Aufenthaltsqualität und persönliche Ansprache. Christina Schenck, Kommunikationschefin des Unternehmens, beschreibt das Konzept als Einladung: Räume, „in denen man gern Zeit verbringt, unsere Produkte entdeckt und sich bei Mercedes-Benz zuhause fühlt“. Geplant sind Standorte in Europa, Nordamerika, Asien und Australien. Trotz globaler Strategie sollen die Studios individuell gestaltet werden und lokale Besonderheiten widerspiegeln. Dieses Zusammenspiel aus zentralem Markenkonzept und regionaler Anpassung gilt als Kern der Initiative. Die Eröffnungen erfolgen schrittweise und abhängig von Marktbedingungen sowie Standortfaktoren.  Im Gegensatz zum bisherigen Studio, z.b. am Odeonsplatz in München als früherer Prototyp sind die neuen Studios weiterentwickelte, stärker retail-orienteire und global standarrdisierte Varianten davon. Das Studio in München ist eher als Experiment zu sehen.

Markenerlebnis trifft auf Vertrieb

Die Studios sind Teil eines größeren strategischen Rahmens: Mercedes-Benz will die Customer Journey neu denken. Vom ersten Kontakt über das Markenerlebnis bis hin zum Kauf soll alles in einem Raum stattfinden. Dabei setzt der Konzern auch auf Partnerschaften – etwa mit der Formula 1 und der Women’s Tennis Association –, um zusätzliche kulturelle Anknüpfungspunkte zu schaffen. Parallel läuft die Jubiläumsinitiative „140 Years of Innovation“, die an das erste Automobilpatent von Carl Benz erinnert. Ausgewählte Studios sind Teil der globalen Route „140 Years. 140 Places.“, die die Marke physisch zu Kunden bringt.

Wettbewerb um Aufmerksamkeit in den Städten

Mit den neuen Erlebnisräumen reagiert Mercedes-Benz auf einen zunehmenden Wettbewerb um Sichtbarkeit und Markenbindung in urbanen Zentren. Klassische Verkaufsmodelle stoßen dort zunehmend an Grenzen. Die Studios sollen deshalb nicht nur Verkaufsorte sein, sondern strategische Touchpoints: Orte, an denen Markenwahrnehmung entsteht, Beziehungen wachsen – und Loyalität langfristig aufgebaut wird.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

9 Kommentare
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XRT 78
4 Tage zuvor

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XRT 80
Reply to  XRT 78
4 Tage zuvor

Thanks

Michael Sommer
4 Tage zuvor

wir brauchen fähige Werkstätten und keine Cafebars

Geschwurbel
3 Tage zuvor

Orte, an denen Markenwahrnehmung entsteht, Beziehungen wachsen – und Loyalität langfristig aufgebaut wird.“

Was ist den das für ein Käse. So geht Mercedes in den sicheren Untergang.

JML
3 Tage zuvor

Ich hoffe, dass dieser Idee etwas mehr Fortune beschieden ist, als dem vorherigen Versuch eines innerstädtischen Markenerlebnisses, das relativ schnell wieder eingestellt wurde.

Alpaka
3 Tage zuvor

Es wirkt, als halte sich der (Un-)Geist früherer Marketingstrategien (Bettina Fetzer & Co.) – bei Mercedes-Benz noch immer hartnäckig. Oder verfügen die Marketing- und Kommunikationsabteilungen nach den vielen Entlassungen und Abgängen inzwischen wieder über so üppige Budgets, dass diese mit vollen Händen aus dem Boutiquefenster hinausgeworfen werden können?

Die Innenstädte grosser Metropolen gelten längst als autofeindlich – umso fragwürdiger erscheint es, wenn Automobilhersteller dort teure Boutiquen betreiben, in denen vor allem unbezahlbare Luxusfahrzeuge oder Concept Cars präsentiert werden. Der Mehrwert solcher Standorte ist gleich Null, der wirtschaftliche Nutzen äussert zweifelhaft.

Gleichzeitig fehlt es vielen Retail-Konzepten an Kreativität und Kundennähe. Dabei liegt die naheliegende Alternative auf der Hand: Grosse, moderne Niederlassungen und Markenvertretungen bieten bereits heute die ideale Bühne für Markeninszenierung und Produktpräsentation. Warum also nicht gezielt in hochwertige Wanderausstellungen investieren, die flexibel eingesetzt werden können? Ein solches Konzept wäre nicht nur kosteneffizienter, sondern auch näher am Kunden und Vertrieb, markenkonformer und letztlich wirkungsvoller als prestigeträchtige, aber nicht zielführende überteuerte Innenstadt-Boutiquen.

B B
Reply to  Alpaka
3 Tage zuvor

Ja, da stimme ich zu. Habe soeben etwas Ähnliches hier gepostet, war allerdings etwas (vorsätzlich) polemisch (Stilmittel und so…).

😀

B B
3 Tage zuvor

Ja genau. Luxus-Store-Optik und Bonzenfahrzeuge in erlesenen Locations. Das zieht GARANTIERT den A- und C-Klasse-Fahrer an, der einfach ein hochwertiges, zuverlässiges Every Day Vehicle sucht… natürlich.

Lachnummer, die garantiert KEINE Nähe zu den Abnehmern der Brot-und-Butter-Modelle erhöht. Wirkt für mich wie Fortsetzung des Fetzer-Styles.

Absurd.

Frank
1 Stunde zuvor