Mercedes EQS mit 800-Volt lädt mit 175 kW an 400-Volt-Säulen

Im Rahmen der Modellpflege des Mercedes-Benz EQS erhält das Elektro-Flaggschiff von Mercedes-Benz eine technisch überarbeitete Hochvoltbatterie-Architektur, die insbesondere auf die Anforderungen moderner Schnellladeinfrastruktur ausgerichtet ist. Im Zentrum steht die Einführung einer 800-Volt-Systemarchitektur, die deutlich höhere Ladeleistungen an entsprechenden DC-Schnellladesäulen ermöglicht.

EQS Modellpflege lädt mit 175 kW an 400 Volt Säulen

An High-Power-Charging-Stationen mit bis zu 350 kW Spitzenleistung kann der EQS in dessen Modellpflege unter optimalen Bedingungen in kurzer Zeit große Energiemengen aufnehmen. Laut Herstellerangaben sind im Bestfall innerhalb von rund zehn Minuten bis zu etwa 320 Kilometer zusätzliche Reichweite möglich. Diese Werte gelten allerdings nur unter idealen Voraussetzungen, etwa bei entsprechend temperierter Batterie und einem günstigen Ladezustand.

Batteriepack teilt sich virtuell

Gleichzeitig bleibt das Fahrzeug vollständig kompatibel mit der in Europa weiterhin sehr verbreiteten 400-Volt-Ladeinfrastruktur. Für diesen Fall nutzt der EQS eine technische Lösung, bei der das Batteriepack intern in zwei „virtuelle Hälften“ aufgeteilt wird. Diese Segmentierung erlaubt es, die Ladeleistung trotz niedrigerer Spannung effizient zu nutzen und das System stabil zu betreiben. In dieser Konfiguration erreicht der EQS eine maximale Ladeleistung von bis zu 175 kW.

Das Batteriemanagementsystem steuert dabei die Verschaltung der Zellmodule und optimiert den Energiefluss je nach verfügbarer Ladeinfrastruktur. Damit bleibt der EQS sowohl an älteren als auch an hochmodernen Schnellladesäulen ein praxistaugliches Langstreckenfahrzeug.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

18 Kommentare
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Ing. Siggi Weber
1 Monat zuvor

Interessante Technik.

Krass wie schnell Elektroautos technisch immer besser werden !

Was soll so was
Reply to  Ing. Siggi Weber
1 Monat zuvor

Eigentlich völlig unnütz da bis auf die Schrottlader von Tesla so ziemlich alle ein 800V System nativ unterstützten…Ein Unding das man Tesla nicht verpflichtet technische Standard der Branche einzuhalten. Immerhin blockiert Tesla mit den Ladesäulen ein rares öffentliches Gut: Standorte für Ladestationen und sie machen diese weder für alle zugänglich noch zukunftsfähig.
Der Staat und somit die Bürger haben einige Standorte auch noch gefördert…

JMK
Reply to  Was soll so was
1 Monat zuvor

Das stimmt so aber nicht ganz. Die neuen Lader sind alle 800V fähig, auch bei Tesla. Dass Tesla jetzt für die bestehende Infrastruktur (bei denen sie früh dran waren), nicht massiv investiert, nur um den Fremdprodukten ein schnelleres Laden zu ermöglichen, kann ich absolut nachvollziehen. Lediglich der Cybertruck kann nämlich bei Tesla 800V nutzen, alle anderen hätten gar nichts davon.
Wenn das M3 oder MY auf 800 Volt umgerüstet werden, zieht Tesla seine Ladestationen sicherlich nach. Aber auch so schafft Tesla ja 260kW Peak, da man die Ladestationen bis 650A ausgelegt hat – schlau eigentlich.

Alexander Haupt
1 Monat zuvor

Aber mich wundert dass der keine Sterne in den Rückleuchten hat was ja jetzt sonst eigentlich offenbar bei Mercedes dazu gehört …

CJuser
1 Monat zuvor

Also hat man das Bankladen der PPE der VAG kopiert.

Quenti
1 Monat zuvor

Das 400V-Laden ist ein unnötiges Thema. Da wurde in Bezug auf den CLA viel drüber gesprochen – die sind aber selten. Mehr als 100kW kann von diesen Säulen m.w. sowieso keine.

Ich finde aber die Ladeleistung ziemlich enttäuschend. 350kW klingt standesgemäß. Aber die Ladezeiten sprechen eine andere Sprache. Das ist ein Durchschnitt von 190kW (statt 160kW beim Vormopf). Also nur rund 15% schneller und schon jetzt eher nur Mittelfeld für 800V-BEV.
Mit anderen Worten: Zum erscheinen des Mopf ist die Ladeleistung schon hart an der Grenze des Akzeptablen für eine Oberklasselimo. Der muss nicht das allerbeste Auto sein, aber in der Oberklasse erwarte ich schon vorne dabei zu sein. Da wäre aber ein Schnitt >200kW erforderlich gewesen.

Peter
Reply to  Quenti
1 Monat zuvor

Das sind technische Daten für Nerds. Der typische EQS Fahrer ist keine 20 und vergleicht Daten und Ladekurven. Über 1000km mit einer Ladepause von 20 Minuten, DAS zählt im Alltag und keine Statistiken.

Quenti
Reply to  Peter
1 Monat zuvor

Grundsätzlich sind wir da einer Meinung. Der Fahrer soll sich nicht reinnerden müssen, sondern das Auto soll weit fahren und kurz laden.

Ich habe Zweifel, dass die Ladezeiten so gut sind. Die mäßige Durchschnittsgeschwindigkeit deutet auf einen kurzen Peak und ein deutliches Abfallen der Ladegeschwindigkeit hin. Man fährt ja nicht nur Langstrecke und lädt 10-80%. Wenn man – weil es vielleicht gerade terminlich passt – schon bei 45% nachladen will und der dann lahm lädt, ist das nichts was für die Oberklasse passt.

JMK
Reply to  Quenti
1 Monat zuvor

Da der Verbrauch ja extrem niedrig und der Akku extrem groß ist, stellt sich die Frage, warum man denn 10-80% Laden sollte? Wenn ich schon 600km gefahren bin und nur noch 200 oder 300km zum Ziel habe? Da reicht doch dann 10-50 oder 60%

Außerdem hat MB bei den Ladeleistung ja bisher eher konservativ kommuniziert, können also durchaus auch 200+kW im Schnitt sein.

JML
Reply to  JMK
1 Monat zuvor

Genau so. Bei den Fernfahrten berechnet schon der aktuelle EQS/EQE die optimale Ladestrategie sofern man die Navigation aktiviert hat, und der Wagen weiß, wohin man fährt. Man kann auch einstellen, welchen Ladestand man bei Ankunft am Ziel haben möchte.

Als Beispiel für Interessierte einmal der heute berechnete Reiseverlauf einer Fahrt, die ich in Wirklichkeit vergangenen Sommer mit meinem EQE SUV von Niedersachsen nach Österreich unternahm (Strecke ca. 750 km, berechnete Reisezeit: 8,75 Stunden): Abfahrt mit 100%, 1. Ladestopp 43-80% (23 Minuten) nach 175 km, 2. Ladestopp 36-87% (33 Minuten) nach 150 km, 3. Ladestopp 20-85% (35 Minuten) nach 218 km, Ankunft mit 20% nach weiteren 192 km. Bei der tatsächlichen Fahrt kam ich mit zwei Ladestopps von einmal 50 (empfohlen 30, aber ich musste noch auf mein Essen warten) und einmal 30 Minuten aus.

Die Ladeleistung ist technisch bedingt, habe meinen EQE nie mit spürbar mehr als den angegeben 170 kW laden gesehen. Was Mercedes wohl besser macht als manche Wettbewerber ist, das etwas größere Plateau des Ladeprofils. Es bringt ja nichts, in der Spitze für fünf Minuten mit 400 kW zu laden und dann fällt die Ladeleistung deutlich ab; da sind 350 kW für 20 Minuten besser.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von JML
DrMxxxxx
1 Monat zuvor

Viel interessanter ist doch die durchschnittliche Ladegeschwindigkeit. Was bringt mir ein super hoher Peak, wenn der nicht lange gehalten werden kann und die Ladekurve steil abfällt.

Chris
Reply to  DrMxxxxx
1 Monat zuvor

Die durchschnittliche Ladedauer ist eher beim „voll-laden“ interessant. Wenn ich Langstrecke fahre z.B. Frankfurt – Hamburg oder Frankfurt – München dann mache ich auf der Strecke sowieso einen Zwischenstop für Kaffee wegbringen/neu holen und genau da ist das Peak Laden für mich viel wichtiger, verglichen mit der Zeit die man früher für Benzin/Diesel verbracht hat bekommt man genug Reichweite um es zum Ziel zu schaffen und läd dort dann in ruhe mit 11/22 kW über Nacht wieder auf 100% für die Rückreise. Und wie oben schon beschrieben die wenigstens EQS Fahrer machen Autoquartett und vergleichen dies sondern schätzen eher die Ruhe den Komfort und in der Lage zu sein quer durch die Republik zu kommen mit wenig Ladeaufwand.

DrMxxxxx
Reply to  Chris
1 Monat zuvor

Stimmt! Danke!

Allerdings denke ich auch hier ist die durchschnittliche Ladeleistung interessant.

Wenn das Fahrzeug nur 10s den Peak hält und dann auf unter 100KW fällt, dann ist weniger gewonnen, als wenn es 10m 250KW hält.

Quenti
Reply to  Chris
1 Monat zuvor

Der durchschnittliche Ladeleistung bietet eher einen anderen wichtigen Hinweis.
Zu viele Hersteller haben eine tolle Peakladeleistung die nur unter ganz engen Bedingungen erreichbar ist. Beim EQS sieht es ehrlich gesagt auch so aus. Wenn der 350kW-Peak packt, aber 10-80% nur im Schnitt mit 190kW, kann man von einem sehr kurzen Peak und einem schnellen sowie starkem Abfallen der Ladeleistung ausgehen.

Der muss weite Teile der Zeit <200kW laden. Eher sogar große Teile <150kW um den Schnitt zu schaffen. Das ist aktuell okay aber schon jetzt nicht besonders toll. Der CLA schafft in Tests im Schnitt 195kW. Die vom GLC noch höher. Heißt also, der teure EQS schafft gerade so den aktuellen Mittelklassestandard. 2026 ist das okay, da kaum jemand deutlich besser ist.
Aber wie will man das in 2-3 Jahren noch vermarkten, wenn man länger an der Ladesäule steht als mit Autos die 1/3 des Preises kosten?

Hansi
Reply to  DrMxxxxx
1 Monat zuvor

Sehe ich auch so – was bringt mir ein Peak von 320 oder 350 in der Theorie und nur bei bestimmten Bedingungen? Komm mit dem cla eq oder jetzt auch mit dem neuen EQS erstmal an einer Säule an mit 12 Prozent oder so , dann richtig temperierter Batterie und dann bekommst du vielleicht die 350 für paar Minuten.
Meistens kommst nicht mit den Vorbedingungen an und wunderst dich, dass der bei 150 kw rum dümpelt .ich versteh,dass man die Batterie schonen will/muss aber irgendwie sollte man doch dem Besitzer des Fahrzeugs die Option ermöglichen, wenn er das so will, volle power zu laden.
Aber vielleicht bin ich zu naiv

JMK
Reply to  Hansi
1 Monat zuvor

Kann man denn nicht mehr manuell die Batterie vorheizen? Bei meinem EQE350+ geht das.

JMK
Reply to  DrMxxxxx
1 Monat zuvor

Ja, aber jetzt kannst du am Stammtisch das Bild rumzeigen, das du vom Ionity Lader gemacht hast, als gerade 355KW angezeigt wurde und dem BMW i7 Fahrer mitleidig auf die Schulter klopfen.

Manuel Wälzlein
1 Monat zuvor

Also ich kann zwar nur für mich sprechen, aber ich finde es sehr entspannt diese Ladepausen. wobei ich keine Pause wegen laden mach sondern weil ich eine brauch oder ich einen Kaffee trinken will oder weil die Kinder eine Pause benötigen. Ob jetzt das Auto 25 oder 10 min lädt ist sowas von egal bei mir. Vor allem wenn man sehr kurze Ladezeiten hat, kommt man sofort in den Stress, dass man ja die Ladesäule wieder frei machen müsste. Es wählt doch eh jeder das was er für sich am besten braucht. Und ich werde sicherlich noch sehr lange Freude mit meinem EQE haben.