Die Daimler AG erweitert das globale Pkw-Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars um einen neuen Standort in Brasilien:

In einem neuen Montagewerk in Iracemápolis bei São Paulo sollen zukünftig die nächste Generation der C-Klasse sowie der GLA für den lokalen Markt gefertigt werden. Gemeinsam mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichneten Andreas Renschler, im Daimler-Vorstand verantwortlich für Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars sowie Mercedes-Benz Vans, und Philipp Schiemer, CEO Mercedes-Benz do Brasil & Daimler Latin America, heute den Rahmenvertrag. Die ersten Kundenfahrzeuge sollen nach heutigem Planungsstand bereits 2016 vom Band laufen. Für die im ersten Schritt vorgesehene Ausbaustufe sind Investitionen von rund 170 Millionen Euro vorgesehen.

Andreas Renschler: “Brasilien ist ein wichtiger Zukunftsmarkt. Mit der lokalen Fertigung stellen wir uns dem Wettbewerb und greifen an. Der neue Standort steht exemplarisch für die Erweiterung unseres globalen Produktionsnetzwerkes – damit sind wir noch näher an unseren Kunden.” Renschler weiter zur strategischen Bedeutung des zukünftigen lokalen Produktionsprogramms: “Mit der nächsten Generation der C-Klasse sowie dem GLA werden wir in Mercedes-Topqualität zwei hochattraktive Produkte lokalisieren, für die wir großes Potenzial im brasilianischen Premiumsegment sehen.”

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“Mit der lokalen Fertigung von Pkw, Lkw, Bussen und Transportern ist Mercedes-Benz das einzige Unternehmen, das in allen Segmenten in Brasilien produziert”, sagte Philipp Schiemer. “Die Nähe zu unseren Produktionsstandorten in São Paulo und Minas Gerais ermöglicht uns zudem eine noch bessere Vernetzung zwischen den Werken und innerhalb der Belegschaft.”

In dem Montagewerk ist die Produktion von jährlich bis zu 20.000 Fahrzeugen vorgesehen. Am Standort werden rund 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Hinzu kommen außerdem etwa 3.000 Stellen, die bei Lieferanten entstehen sollen. Die Daimler-Landesgesellschaft Mercedes-Benz do Brazil wird in Kürze den Landerwerb für das zukünftige Werksgelände in Iracemápolis bei São Paulo abschließen, so dass mit den Bauvorbereitungen begonnen werden kann.

Quelle: Daimler AG

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KF
7 Jahre zuvor

Guter Schachzug.
Aber ab 2016 schon? Da müssen sie sich aber ranhalten.

Martin
7 Jahre zuvor

Hat man aus den Desaster mit dem ehemaligem PKW Werk Juiz de Fora immer noch nichts gelernt?
Der Versuch von Daimler PKW in Brasilien für das Kompakt und Mittelsegment herzustellen ist doch schon mal in die Hose gegangen.

Dieses Segment ist für brasiliansiche Verhältnisse einfach zu teuer. Für soviel Geld wie ein solcher Mercedes kostet kauft sich der normale Brasi gleich 2 VW Gol.

Die Mercedes Führungsriege kann nur noch Geld im Ausland rausschmeissen. Kunden gewinnen sie dort aber keine (siehe Ungarn).

Aber vermutlich will man die deutschen Werke weiter zurückdrängen. Bloss wenn hier alles dicht ist kauft auch keiner mehr Jahreswagen.

Markus Jordan
7 Jahre zuvor

Ich sehe das auch kritisch, – aber es gibt scheinbar hier auch erneut staatliche Zuschüsse vor Ort, parallel spart man Zollabgaben. Passend dazu empfehle ich das Manager Magazin und die Automobilwoche online, die sich hier dem Thema annehmen.

Herr B
7 Jahre zuvor

Naja, für uns außenstehende evtl. noch nicht so einfach zu verstehen. Aber wenn Daimler zu viel Gewinn macht, ist es evtl. günstiger, Geld in ein neues Werk zu investieren, statt Steuern zu beuahlen. Ich habe kein BWL studiert, aber ich könnte mir sowas vorstellen. Das ist vllt. Vorteil Nummer 2, Vorteil Nummer 1 kann ja trotzdem die Kundennähe sein. Wir in Deutschland bzw. Europa werden wohl kaum C Klassen aus Brasilien bekommen. Davon geht auch der Jahreswagenmarkt noch nicht flöten. Bedenklich wird es erst, wenn Daimler ein komplettes Fahrzeug nur dort fertigen lässt und dann in der BRD verkauft. Der ML erster Generation war qualitativ ganz weit hier w210, w202 o.ä.

Christian
7 Jahre zuvor

Bei der Produktion handelt es sich nicht um ein Vollwerk a la part-by-part (wie Tuscaloosa, USA). In Brasilien werden die Fahrzeuge W205 und X156 in CKD-Weise montiert/produziert. Falls das Produktionsprofis etwas sagt.

Das Risiko ist deutlich geringer als mit dem damaligen W168-Werk in Juiz de Fora, da die Investitionen viel geringer sind. Trotzdem erhält man steuerliche Einfuhrvergünstigungen. Wenn man überhaupt noch Premiumautos in Brasilien in signifikanter Stückzahl verkaufen will, muss man diesen Schritt machen. Der brasilianische Staat hat erst kürzlich die Einfuhrbeschränkungen für Fahrrzeuge verschärft.

P.S.: Auch Audi und BMW machen das nicht anders. Bei so geringen Stückzahlen lohnt sich ein Vollwerk kaum. Man muss hier schon mindestens 50.000 Fahrzeuge per annum produzieren.

KF
7 Jahre zuvor

Ich gehe davon aus, dass man mit der Entscheidung vor allem Wechselkursrisiken und Einfuhrzölle umgehen möchte (und natürlich die hohen Produktionskosten und die starken Gewerkschaften in Deutschland).
Auch in Brasilien gibt es eine wachsende wohlhabende Mittelschicht, die sich gerne mit Statussymbolen schmückt.

Martin
7 Jahre zuvor

@KF
ich unterschreibe den ersten Teil deiner Ausführung.
Allerdings ist der letzte Satz leider falsch weil du die Verhältnisse nicht kennst.
Wer schonmal in dem Land war, der weiss das es extrem gefährlich ist mit protzigen Autos in der Gegend rum zu fahren (Besonders in den grossen Städten gibt es ein hohes Überfallrisiko).Besser ist Understatement beim Autokauf.Daher gilt in BRA auch ein Auto nicht unbedingt als Statussymbol. Den Status zeigt man lieber mit guter Wohngegend und der Einrichtung des Hauses sowie Kleidung und das Kinder z.b. in Privatschulen gehen.

Für die Leute die wirklich Geld haben und das mit dem Auto auch zeigen (die gibt es natürlich) ist deswegen ein gepanzertes Fahrzeug die erste Wahl.
Und deswegen sind C-Klasse und GLA in ihrem Preissegment komplett am Markt vorbei.

mehrzehdes
7 Jahre zuvor

completely-knocked-down ist kein autowerk, sondern quasi nur eine montage. da ist man flexibler, was produzierte typen angeht. würde die c-klasse die bedürfnisse nicht treffen, könnte zb ein zu erwartender c-van oder die s-klasse auf gleicher linie im mix montiert werden. daß der gla wirklich komplett am markt vorbei geht, sehe ich nicht.

die schere zwischen arm und reich spricht keinesfalls gegen premiumautos. eine praktizierte maßnahme gegen überfälle ist die separierung und damit einhergehend lange wege unter vermeidung öffentlicher verkehrsmittel. es muß zwischen arbeit/ schule/ kita/ freizeitangebot/ wohnviertel viel individuell gefahren werden. da spielt komfort und zuverlässigkeit des autos eine rolle. sich einen fiat zu kaufen, um sich zu schützen ist zu simpel gedacht. das überfallrisiko ist viel mehr vom gewählten weg und der uhrzeit abhängig, was wiederum für ein auto mit premiumnavi inkl. echtzeitnavigation sprechen könnte.

fahrzeuge mit schutzklasse passen nur in ein sicherheitskonzept, das von einer deutlich höheren individuellen bedrohungslage ausgeht und wo entsprechend das fahrzeug mit schutzklasse jährlich den geringsten anteil im sicherheitsbudget erwarten lässt.