Mit dem elektrifizierten OM 654 M bietet Mercedes-Benz im E 300 d 4MATIC eine neue Motorisierung mit 48 Volt Bordnetz an, den es bislang so noch nicht gegeben hat. Besonders der Startergeneration mit 15 kW / 20 PS schiebt dabei ordentlich an und unterstützt mit 200 Nm Extra-Drehmoment.

Für den OM 654 M 4-Zylinder Dieselmotor hat man den bereits bekannten OM 654 nicht nur durch eine Hubraumvergrößerung auf 1.993 cm³ durch Anhebung des Hubs auf 94,3 mm modifiziert. Der Mild-Hybrid verfügt nun ebenso über ein 48 Volt Bordnetz – zusätzlich zum herkömmlichen 12-Volt Bordnetz, was unter anderem für den Betrieb des integrierten Startergenerator und für die Klimaanlage zuständig ist.

Einspritzdruck von bis zu 2.700 bar

Eine Common-Rail-Direkteinspritzung der 5. Generation mit bis zu sieben Einspritzungen pro Arbeitstakt arbeitet bis zu 2.700 bar. Der zweistufige Turbolader von Zulieferer BorgWarner verfügt dabei über verstellbare Turbinenschaufeln – zum regeln der Luftmenge – und sorgt so für einen besonders schnellen Drehmomentaufbau bereits bei niedrigen Drehzahlen.

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Das hier genutzte R2S-System des Turboladers ist laut Hersteller BorgWarner sogar die erste Diesel-Anwendung auf dem Markt,  die mit einem Stahlguss Turbinengehäuse für maximale Wärmebeständigkeit ausgestattet ist. Das System nutzt eine Kombi aus einem Turbolader für die Hochdruckstufe sowie für die Niederstufe.  Die Entwicklung beinhaltet einen wassergekühlten elektrischen Aktuator, Lagersystem und Kompressorgehäuse.

 

Durch den Einsatz von zwei SCR-Katalysatoren mit jeweiliger AdBlue® Einspritzung und einem zusätzlichen NOx-Speicherkatalysator wird der Ausstoß von NOx Gasen deutlich reduziert. Mehrwege-Abgasrückführung: Noch mehr Abgase werden im Verbrennungsprozess wiederverwertet.

Die Komponenten der Abgasnachbehandlung beim OM 654 M:

  • ein motornaher NOX-Speicherkatalysator zur Verminderung der Stickoxide
  • ein DPF (Diesel-Partikelfilter mit spezieller Beschichtung, um auch die Menge an Stickoxiden zu verringern)
  • ein SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction; mit dosiert eingespritzter Menge an AdBlue®) sowie ein zusätzlicher SCR-Katalysator im Unterboden des Fahrzeugs mit separat dosiert eingespritzter Menge an AdBlue®

Erster Diesel mit integrierten Startergeneration der 2. Generation

Der integrierte Startergenerator der 2. Generation kann den Verbrennungsmotor mit 15 kW (20 PS) zusätzlicher Leistung und 200 Nm Extra-Drehmoment unterstützen. Er ist dabei platzsparend im Triebkopf des  Automatikgetriebes 9G-TRONIC platziert und dadurch bezüglich elektrischer Anschlüsse und Kühlung optimal integriert. Zudem konnte das Gewicht des Systems reduziert und seine Robustheit gesteigert werden. Der 4-Zylindermotor bietet in Kombination mit einem integrierten Starter-Generator (ISG) und dem 48-Volt-Bordnetz (zusätzlich zum 12-Volt-Bordnetz) bei gleichen Stromstärken die 4-fache Leistung. Somit können Nebenaggregate mit hohem Leistungsbedarf wie u. a. der Kältemittelverdichter eingesetzt werden. Im Schubbetrieb wird zusätzlich ein erheblicher Anteil der kinetischen Energie in die Batterie zurückgespeist (Rekuperation). Dadurch kann der Verbrauch des Antriebs deutlich reduziert werden.

Details der Motorisierung im E 300 d 4MATIC (W213 Limousine):

  • 1.992 cm³, OM 654 M D 20 G SCR
  • 82,0 mm Bohrung, 94,3 mm Hub
  • Nennleistung 195 kW / 265 PS bei 4.200 u/min
  • 550 Nm zwischen 1.800 – 2.200 u/min
  • Beschleunigung 6,3 Sekunden, V-Max 250 km/h
  • Abregeldrehzahl 5.000 u/min.
  • Ölwechselmenge 6,5 Liter, SCR Tank 23,5 Liter, Kühlmittel 11 Liter
  • 15 kW E-Motor, 200 Nm (ISG2d)
  • Außengeräusch 71,9 dB-A, beim Fahren 67 dB-A
  • CO2 Emissionen kombiniert: 148-143 g/km
  • Verbrauch kombiniert 5,6-5,4 l pro 100 km
  • Allrad-Momentenverteilung: 45/55 % v/h
  • Achslast Vorderachse/Hinterachse (Leergewicht EG): 1.065 kg / 1.335 kg
  • zulässige Achslast vorne: 1.260 kg
  • zulässige Achslast Hinterachse im Hängerbetrieb: 1.455 kg
  • Maximale Dachlast: 100 kg, zulässige Stützlast: 84 kg
  • Zulässige Anhängelast ungebremst/gebremst (12%): 750 bzw. 2.100 kg

Bild: Daimler AG sowie BorgWarner

 

17 Kommentare
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Aleto
9 Monate zuvor

Mich würde ja mal die Zielvorgabe der Kulometerlaufleistung interessieren. Vielleicht hat ja jemand Insider-Infos, auch für andere Baumuster?

S-Fahrer
9 Monate zuvor

6,3s von 0-100 sind weniger beeindruckend als ich erwartet hatte. Die „schwächeren“ V und R6-Diesel sind besser unterwegs und selbst ein 220d ist mit 70Ps weniger kaum langsamer (ca. 0,5s).
Bin mir nicht sicher, ob die Welt einen so starken R4 Diesel wirklich braucht.

Snoubort
Reply to  S-Fahrer
9 Monate zuvor

Das Thema mit den Fahrleistungen hatten wir ja schon vor kurzem, und es bleibt mir unerklärlich.
Vom Papier hätte das die Eierlegendewollmilchsau schlechthin werden müssen / können, das Ergebnis scheint dann im Vergleich zu OM656 oder 642 – speziell aber auch zur .30d Konkurrenz aus München – ziemlich ernüchternd.

M.Sache
Reply to  Snoubort
9 Monate zuvor

Tjaa, wenn man sich jetzt noch von Gedanken wie höher, schneller, weiter, etc. in den Standard Stammtisch-/ Autoquartettzahlen löst , dann kommt man vielleicht auch darauf, dass aktuell und natürlich erst recht noch in der Zukunft ein Auto u.a. auch einen niedrigeren Verbrauch auf dem Prüfstand und im „praktischen Fahrversuch“ erfüllen muss. Und mal so einfach elektronisch das Gemisch „anfetten“ um ab einer gewissen Drehzahl Sprintkriterien besser zu erfüllen, sollte man vielleicht heutzutage auch nicht mehr so einfach vornehmen. Das wird bestimmt sofort von irgendeiner Umweltschutzinitiative plakativ herausgestellt.
Erinneren wir uns doch einfach mal an viel frühere Jahre. Da waren doch die BMW im Vergleich zu MB immer die sportlicheren Autos, aber doch meistens auch die größeren Säufer.

Matthias
Reply to  Snoubort
9 Monate zuvor

Genau meine Meinung! Schauen wir mal wieviel vom theoretischen Verbrauchsvorteil im Vergleich zu den 6-Zylindern der Konkurrenz übrig bleibt – gerade bei Langstrecken-Autobahnfahrt… der Volvo 4-Zylinder im S90 hat da gegen 530d, A6 50 TDI und E350d (noch mit R6) in Tests schlecht abgeschnitten.

Snoubort
Reply to  Matthias
9 Monate zuvor

Kann ich nur bestätigen… Aber Volvos Image ist bei dem Thema prima, sie sind quasi die Vordenker… Bleibt zu hoffen das BMW seinen Wettbewerbsvorteil weiter pflegen wird.

Michael
Reply to  S-Fahrer
9 Monate zuvor

Ein E220d als 4matic ist 1,3 Sekunden langsamer von 0-100 als der neue 300d mit ISG. Für mich ist der Unterschied mehr als deutlich!

Benedikt Zimmermann
9 Monate zuvor

Wisst ihr, ob der Motor für synthetischen XTL Diesel nach EN15940 freigegeben ist? Der Kradmftsoff ist in zB. Skandinavien und Holland schon flächendeckend verfügbar. Dort meistens unter dem Begriff HVO100.

Uwe
9 Monate zuvor

Im Test sind es 94 mm Hub, in den Daten 84 mm. Zum Hubraum passen eigentlich nur die 94mm..bitte checken.

Schöne Maschine trotzdem. Ich finde es toll, wie der ISG das gruselige Schütteln beim Starten über Ritzelanlasser eliminiert. So geht Start/Stop!

Matthias
9 Monate zuvor

„Achslast Vorderachse/Hinterachse (Leergewicht EG): 1.065 kg / 1.335 kg“ -> eher Gesamtgewicht EG oder? Sonst kämen wir auf ein Leergewicht von 2.400 kg …

Marc W.
Reply to  Matthias
9 Monate zuvor

Achslasten dürften immer Maximalwerte sein – passt also zum zGG.

Rudi Gerauer
9 Monate zuvor

Das hier ist die letzte Ausbaustufe des Motors, bevor er dann aus dem Programm genommen wird. Die Tage des Diesels sind gezählt, die Zukunft sind E-Motoren oder eben als Übergang Benziner mit E-Unterstützung (PHEV).

Werk68
9 Monate zuvor

@Rudi Gerauer
Der OM 654 wird weiter modifiziert und ist noch etliche Jahre im Programm

Christian
9 Monate zuvor

Hat der neue 300d Motor jetzt etwa 20PS mehr bekommen?
Ich meine jetzt ohne den kleinen E-Motor als zusätzliche Hilfe.

Der alte Motor hatte ja 245PS.

Bin gespannt, wann er dann ohne 4-Matic erhältlich sein wird.

Ron
Reply to  Christian
9 Monate zuvor

Ja, hat er. Er hat nun auch 550 anstatt 500 Nm.

Thomas
9 Monate zuvor

Kommt die OM 654 M mit ISG auch im V-klasse?