So war das 24-Stunden Rennen 2025 am Nürburgring: Sieg für Rowe BMW

Die Eifel zeigte sich am Samstag von einer ungewohnten Seite: strahlender Sonnenschein, kaum Wind, trockene Bedingungen – fast schon zu perfekt für ein Rennen, das normalerweise vom Wetterchaos lebt. Doch was der Himmel nicht lieferte, sollte das Rennen selbst umso eindrucksvoller nachholen.

Schon vor dem Start lag Spannung in der Luft. Rund um die Nordschleife säumten zehntausende Fans die Campingplätze, Bengalos färbten die Luft in rot und grün, und der typische Mix aus Motorensound, Grillgeruch und Vorfreude machte klar: Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2025 hatte begonnen.

Der Start – Manthey setzt das erste Ausrufezeichen

Pünktlich um 16 Uhr wurde das Rennen freigegeben. An der Spitze übernahm der legendäre „Grello“, der Porsche 911 GT3 R Manthey Racing #911, sofort die Kontrolle. Routiniert, aggressiv, aber fehlerfrei – genau so, wie man es vom Manthey-Team kennt.

Dahinter begann jedoch bereits das erste große Kapitel dieses Rennens: Der BMW M4 GT3 Rowe Racing #98 startete nur aus dem hinteren Feld – Position 17. Eine fast aussichtslose Ausgangslage für ein Rennen auf diesem Niveau. Doch was folgte, war eine der beeindruckendsten Aufholjagden der letzten Jahre.

Innerhalb weniger Stunden arbeitete sich das BMW-Quartett – darunter Kelvin van der Linde – durch das Feld, überholte Konkurrent um Konkurrent und tauchte plötzlich in den Top 10 auf.

Völlig unerwartet kam es zu einem Stromausfall im Fahrerlager der Teile der Infrastruktur lahm legte – Zeitnahme, Boxensysteme, Kommunikation. Die Rennleitung reagierte konsequent: Rote Flagge. Rennunterbrechung. Für wie lange das Rennen still stehen sollte war zuerst unklar. Die Fahrzeuge parkten in der Boxengasse, Teams diskutierten Strategien, Fahrer kühlten sich ab. Die Fans hingegen machten das Beste daraus – spontane Partys entlang der Strecke, Musik, Bier und eine fast festivalartige Atmosphäre. Sportlich würde dieses  Rennen auf jeden Fall nach dem Restart  komplett neu gemischt.

Nach über zwei Stunden Unterbrechung und der Ankündigung des baldigen Neustart lag eine spürbare Spannung über der gesamten Anlage des 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2025. In der Boxengasse herrschte konzentrierte Hektik. Ingenieure gingen ein letztes Mal Daten durch, Strategen rechneten Szenarien neu, und die Fahrer bereiteten sich mental auf den erneuten Rennstart vor.

Einige Teams entschieden sich für frische Reifen, andere setzten bewusst auf gebrauchte, um Track Position zu halten. Auch beim Thema Sprit wurde spekuliert – wie aggressiv kann man nach dem Restart fahren, ohne sich später selbst in Schwierigkeiten zu bringen?

Der führende Porsche 911 GT3 R Manthey Racing #911 blieb nach dem Restart zunächst die Referenz und behielt die Führung. Doch der Druck wuchs – vor allem durch den wiedererstarkten BMW M4 GT3 Rowe Racing #98, der durch die Unterbrechung zusätzliche Chancen bekam, seine Strategie zu optimieren.

Anders als zu Rennbeginn gab es kein vorsichtiges Herantasten. Der Restart wurde sofort zur Kampfzone. Mehrere Positionswechsel gab es vor allem im hinteren Feld und führten zu Rad an Rad Kämpfen auf der Grand-Prix-Schleife. Durch die Unterbrechung hatten sich auch die Streckenbedingungen verändert. Der Asphalt war abgekühlt und bot mehr Grip, das führte dazu, dass die Rundenzeiten nach dem Restart teilweise sogar schneller waren als bis vor dem Stromausfall.

Momentum verschiebt sich

Der Manthey Porsche hält die weiteren Stunden kontrolliert die Spitze, doch je näher die Nacht heran rückte desto mehr begann sich das Kräfteverhältnis langsam zu verschieben. Der BMW nutzte jede Runde, um näher heranzukommen. Mit Einbruch der Dunkelheit begann somit die vielleicht entscheidendste Phase der 53. Auflage des 24h Rennen am Nürburgring. Rowe Racing spielte in dieser Phase mit der #98 seine größte Stärke aus: Konstant schnelle Runden. Die Lücke schrumpfte – erst Minuten, dann Sekunden.

Sonntag mit Höhen und Tiefen

Mit dem Sonnenaufgang war der Porsche 911 GT3 R Manthey Racing #911 immer noch in Führung. Der BMW hatte aber über die letzten Stunden weiter und weiter den Rückstand verkleinert und war jetzt in Schlagdistanz.

Die Uhr tickte unaufhaltsam herunter. Noch etwas weniger zwei Stunden auf der Uhr beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2025 – und an der Spitze war der BMW direkt hinter dem Porsche. Dann kam es zum Moment, der über den Rennsieger entscheiden sollte. Beim Überrunden eines langsameren Fahrzeugs kam es zu einer kritischen Situation, der Manthey-Porsche setzte zum Überholmanöver an und berührte auf Grund des Verkehrs den zu Überrundenden. Die Rennleitung verhängte für die Kollision eine 100-Sekunden Zeitstrafe für den „Grello“.

Der Abstand auf der Strecke zwischen den beiden Führenden Autos schwankte – mal 10 Sekunden, mal 20 – doch die Strafe hing wie ein Schatten über dem Rennenverlauf. Der Porsche 911 fuhr am Limit und attackierte jede Kurve um den Abstand zum Zweiten so groß wie möglich zu halten. Das Team von Rowe spulte seine Runden ruhig und kontrolliert ab um die Schlagdistanz zum Führenden zu halten.

Die Ziellinie – zwei Wahrheiten

Als die letzten Minuten anbrachen, war die Situation paradox. Auf der Strecke führte der Grello-Porsche doch in der Wertung lag der Rowe-BMW vorne. Kurz nach 16 Uhr überquerte der „Grello“ zwar die Ziellinie als erstes Fahrzeug – doch auf der Zeittafel folgte nüchterne die Realität.

Der Sieg ging an den BMW M4 GT3 Rowe Racing #98. Mit einer nahezu perfekten Leistung  über 24 Stunden, die mit einer Aufholjagd von Position 17 begann,  sicherte sich Rowe Racing den Triumph der 2025er Ausgabe des 24h Rennens am Nürburgring.

Bilder: Philipp Deppe