Intelligente Federung AIRMATIC von Mercedes nutzt Car-to-X Technologie

Mercedes-Benz hebt die adaptive Fahrwerksregelung auf das nächste Level: Mit der neuen Generation der AIRMATIC Luftfederung bringt der Stuttgarter Hersteller ein System auf den Markt, das dank vernetzter Sensorik, Cloud-Daten und künstlicher Intelligenz noch vorausschauender agiert. Das Ziel: mehr Komfort, höhere Effizienz und ein souveränes Fahrgefühl.

Vorausschauender Fahrkomfort durch Car‑to‑X

Herzstück der neuen AIRMATIC ist eine integrierte Car‑to‑X-Funktion, die Mercedes-Benz selbst entwickelt und zum Patent angemeldet hat. Sie nutzt dazu Fahrbahninformationen aus der Mercedes-Benz Cloud, die von anderen Fahrzeugen in Echtzeit übermittelt werden. Erkennt ein vernetzter Mercedes eine lange Fahrbahnschwelle – wie sie häufig in Südeuropa oder den USA vorkommt – wird diese Information für 14 Tage gespeichert und allen anderen Fahrzeugen mit aktivierter Car‑to‑X-Funktion zur Verfügung gestellt.

Fährt ein weiteres Fahrzeug mit der neuen AIRMATIC über dieselbe Strecke, passt das System die Dämpfung schon vor dem Hindernis automatisch an. Die Federung gleicht die Unebenheit sanft aus, ohne dass Fahrerinnen oder Fahrer eingreifen müssen. Diese „geteilte Intelligenz“ erweitert die Reichweite der fahrzeugeigenen Sensoren – Radar und Kamera – um den Blick anderer Fahrzeuge. Mittlerweile fließen Daten von rund 15 Millionen vernetzten Mercedes-Benz Modellen weltweit in dieses System ein.

Effizienz durch Kartenwissen

Neben Komfort spielt auch Effizienz eine zentrale Rolle. Die neue AIRMATIC nutzt erstmals Kartendaten von Google zur automatischen Niveauregulierung. Anders als konventionelle Systeme, die sich allein an der Geschwindigkeit orientieren, „weiß“ das Fahrwerk so, dass ein Fahrzeug auf der Autobahn bleibt – selbst wenn die Geschwindigkeit kurzzeitig abfällt, etwa in Baustellen oder Tunneln. Das Fahrzeug bleibt länger im Tiefniveau, was den Luftwiderstand reduziert und die Reichweite insbesondere bei Elektrofahrzeugen verbessert.

Kontrolle auf Zuruf

Auch der Bedienkomfort wurde erweitert: Das Fahrzeugniveau lässt sich mit einem Sprachbefehl anheben – etwa mit „Fahrzeugniveau anheben“. So können Fahrer bei Bedarf 20 Millimeter zusätzliche Bodenfreiheit abrufen, etwa für steile Auffahrten oder unebenes Gelände. Ergänzt wird das System durch das Fahrprogramm Sport, das die Karosserie bei höheren Geschwindigkeiten automatisch absenkt und so die Fahrdynamik steigert.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

16 Kommentare
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Ing. Siggi Weber
24 Tage zuvor

Bald werden die Autos inteligenter als die Fahrer.

JMK
Reply to  Ing. Siggi Weber
23 Tage zuvor

Bei manchen Fahrern hat man das Gefühl, als wäre das schon 1994 geschehen.

schwob
Reply to  Ing. Siggi Weber
23 Tage zuvor

Bei manchen (AMG)Modellen ist das definitiv heute schon der Fall 😉

Marco
Reply to  Ing. Siggi Weber
23 Tage zuvor

Bei Tesla-Fahrern scheint das wohl auch so zu sein, wie der orthografisch korrekte Satz zeigt … 😉

Michael Kauf
24 Tage zuvor

Super bis sich ein Spassvogel einloggt und eine Hüpfburg integriert…

JMK
Reply to  Michael Kauf
23 Tage zuvor
Michael Kauf
Reply to  JMK
23 Tage zuvor

Meinte allerdings einen wizzbold von aussen…

Marc W.
24 Tage zuvor

Interessanterweise ist das ein Thema bzw. fast das Einzige, was mich an meinem nicht mehr ganz neuen CLS stört: die (richtige) Empfehlung, auf guten Autobahnen tief, aber COMFORT (Dämpfung !) zu bevorzugen, was bisher eben bei Geschwindigkeitseinbrüchen zu Bedienbedarf (SPORT belässt tief usw.) führt…
Aber: warum hat das nicht schon längst ein S oder GLS ???

Südhesse
Reply to  Marc W.
24 Tage zuvor

Der 223 hat das Feature seit der Mopf auch.

JMK
Reply to  Marc W.
24 Tage zuvor

Ist doch bei der 223er Mopf mit dabei.

Quenti
Reply to  Marc W.
22 Tage zuvor

Das habe ich mich auch gefragt. Car-to-x mag neuer und aufwendiger sein. Aber warum nicht der Abgleich mit den Kartendaten? Das ist doch etwas was seit mehreren Modellgenerationen problemlos möglich sein müsste?!

Gilt in meinen Augen für viele Eigenschaften beim Auto. Die könnte man doch viel mehr an Autobahn/Landstraße/Stadt als Bedingungen anpassen. Gilt doch genauso für adaptive Dämpfer, Lenkung und allerhand andere Einstellungen.

Loewensenf
24 Tage zuvor

Kann diese Car-to-X Schwarmwissenfunktion auch dazu genutzt werden, dass von der Kamera eindeutig erkannte Tempolimits übermittelt werden und völlig veraltete aus den Navigationsdaten damit überschrieben werden?

JMK
Reply to  Loewensenf
23 Tage zuvor

Nein, aber es gab mal den Case, dass man die Daten der Wheelspin Sensorik genutzt hat, um die Schneepflüge an die richtigen (=rutschigen) Stellen zu lotsen. Hat der Zollern-Alb-Kreis meines Wissens nach pilotiert, ich weiss aber nicht was daraus geworden ist.

Quenti
Reply to  Loewensenf
22 Tage zuvor

Technisch möglich ist es sicherlich.

Hat in der Anwendung Einschränkungen. Einfacher ist die Nichtexistenz. Also: „Schild wird in 0% der Fälle detektiert“. Da kann man nach tausenden Datenpunkten annehmen, dass das Limit vermutlich nicht mehr existiert.

Umgekehrt ist es schwieriger. Ein erkanntes Schild, dass jedoch nicht hinterlegt ist, kann auch ein temporäres Limit sein. Oder eine Fehlerkennung. Da ist dann die Trägheit das Problem. Nehme ich einzelne Datenpunkte hat man das Risiko auf Fehlerkennungen. Will ich erst 200 Autos haben, die das Schild innerhalb von 48h gesehen haben, bin ich sehr spät dran bis das Limit auftaucht. Das Problem wäre dann das Ende. Ab wie vielen Autos die das nicht gesehen haben entferne ich das Limit wieder.

Es ist technisch möglich. Erfordert aber viele Regeln ab wann ein Limit hinzugefügt und wieder entfernt wird. Mich wundert aber auch, dass man das nicht nutzt bei Schildern für die man theoretisch >1000 Datenpunkte hätte.

Meine Vermutung: Das kostet viel Rechenkapazität und ist den Herstellern bislang zu teuer.

Eine Person
Reply to  Quenti
20 Tage zuvor

Natürlich ein großer Technischer Aufwand aber das sollte man als Premium Hersteller wie Mercedes in Kauf nehmen. Die Car-to-X Daten werden nur für 2 Wochen gespeichert, zumindest bei Unebenheiten im Boden. So etwas ähnliches könnte man auch mit Car-to-X Verkehrszeichenerkennung machen oder man löscht ein Schild aus den Daten wenn es zu 100% nicht mehr erkannt wird wenn es Temporär war.
Die Aktuellen sehr schlechten Google Maps Kartendaten haben viele Zeitweise 30er Zonen zu den Völlig falschen Zeiten eingespeichert, fügen temporäre Schilder erst extrem spät hinzu und entfernen temporäre Beschränkungen (z.B. wegen Baustellen) auch erst viel zu spät wieder. Da sollte Mercedes wirklich viel Arbeit reinstecken das die Schildererkennung besser wird, das war vor den Google Kartendaten nämlich deutlich besser.

B B
23 Tage zuvor

Karosserie absenken bei höheren Geschwindigkeiten. Die man ohnehin nur beschränkt fahren kann verglichen mit anständigen Verbrennern. Weil sonst die Batterie nach null Komma nix leer ist. Well done! Nicht.