Mercedes tauscht EQA und EQB Batterien in China und USA

Mercedes-Benz reagiert auf Probleme mit den 70,5-kWh-Hochvoltbatterien, die vom Hersteller Farasis stammen und unter anderem im EQA 250+ sowie EQB 250+ verbaut sind. Aufgrund eines erhöhten Brandrisikos hat der Konzern mit dem Austausch erster Batterien begonnen – bislang jedoch nur in den USA und in China.

In China werden insgesamt 19.481 Fahrzeuge zurückgerufen, die zwischen dem 1. April 2021 und dem 12. März 2024 produziert wurden. Betroffen sind lokal gefertigte EQA- und EQB-Modelle. Ursache sind Schwankungen im Produktionsprozess der Hochvoltbatterien, die in Kombination mit einer möglichen Überlastung einzelner Batteriezellen zu einem erhöhten Brandrisiko führen können. Der chinesische Joint-Venture-Partner Beijing Benz wird bei den betroffenen Fahrzeugen die Hochvoltbatterien über autorisierte Händler vollständig austauschen. Bis zum Tausch werden Kunden angewiesen, die Fahrzeuge nur bis 80 % zu laden und möglichst im Freien zu parken.

Auch in den USA hat Mercedes-Benz Rückrufe eingeleitet. Dort sind neben dem EQB 250+ auch frühe Produktionsjahre des EQB 300 4MATIC und EQB 350 4MATIC mit Farasis-Batterien betroffen. Konkrete Stückzahlen wurden bislang nicht veröffentlicht. Die zuständige US-Behörde empfiehlt ebenfalls, den Ladezustand auf 80 % zu begrenzen und die Fahrzeuge nicht in unmittelbarer Nähe von Gebäuden abzustellen.

In Deutschland gibt es derzeit keine vergleichbaren Rückrufe. Bei den hierzulande betroffenen Modellen EQA 250+ und EQB 250+ wird bislang lediglich ein Softwareupdate angeboten, das sowohl die nutzbare Batteriekapazität als auch die Ladegeschwindigkeit reduziert. Ein umfassender Batterietausch – wie er in China und den USA vorgesehen ist – ist für deutsche Kunden aktuell nicht geplant, trotz bereits zahlreicher eingereichter Beschwerden und Klagen.

Auszug aus dem Informationsschreibens des Herstellers an die Kunden in Deutschland:

via jesmb.de / cnevpost.com / Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

 

 

 

 

 

 

17 Kommentare
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lumia
1 Monat zuvor

Unglaublich. Wenn Mercedes wie beim Diesel hier in Europa so blöd reagiert, werde ich Abstand von der Marke nehmen. Da fühlt man sich ja komplett betrogen…

Adrian
Reply to  lumia
1 Monat zuvor

Beim Diesel hat Mercedes streng genommen nicht geschummelt.

lumia
Reply to  Adrian
1 Monat zuvor

Mercedes tauscht nun die Batterien, alles gut. Wie man aber damals beim Diesel genötigt wurde ein Softwareupdate durchzuführen, welches nachweislich den Verbrauch nach oben geschraubt hat, war schon ne Nummer.

Neisyros
1 Monat zuvor

Kunden dritter Klasse.
Ganz ganz schlechte Außenwirkung, vor allem wenn man bedenkt, dass es in China und Amerika nicht läuft. Will man da den Hattrick?

Rainer
1 Monat zuvor

Mein‘ ich es nur oder haben wir hier wieder so einen Case wo man in Europa die Capacity reduziert und die Ladezeiten erhöht und in den USA gibt’s ein Full Replacement?

So wie damals, als VW in den USA die ganzen Euro5 Diesel zum VK zurückkaufen musste? Und hierzulande jeder drei Ad Blue-Füllungen und ein Firmware-Update bekam, was dann den Tod der AGR Ventile beschleunigte….?

Dr. Alexeander
1 Monat zuvor

Mercedes muss endlich eigene Akkumulatoren fertigen!

Voegpid
Reply to  Dr. Alexeander
1 Monat zuvor

So was geht aber nicht von heute auf Morgen. Und vor allem lohnt sich das von den Kosten her nicht, die in Deutschland zu fertigen. Das können die Chinesen besser und billiger. Und haben fast alle Rohstoffe vor der Tür.

Baron zu Münchhausen
Reply to  Voegpid
1 Monat zuvor

Komisch, in Brandenburg scheint es sich ab nächstes Jahr zu lohnen 🙂

Pano
Reply to  Baron zu Münchhausen
1 Monat zuvor

Leider drei Nummern kleiner als geplant. Wenn es überhaupt soweit kommt…
Grüße
Pano

Dailybimmer
1 Monat zuvor

Is ja irre, was MB sich mit den dummen Deutschen traut…

Was haben sich diverse Mitforisten hier beoemmelt, als BMW wegen Brandgefahr ein paar wenige Akkus in D TAUSCHEN musste… Und jetzt?

Pano
Reply to  Dailybimmer
1 Monat zuvor

Und jetzt? Dreimal darfst du raten, Hombre 😉

XRT 78
1 Monat zuvor

Mercedes muss sich von einer Sache trennen: Ola. 2026 sollte das Jahr der Rücktritte werden, sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik.

Baron zu Münchhausen
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Ich stehe als Interims-CEO jederzeit bereit – geht mal neue Wege und traut euch was Mercedes !

XRT 78
Reply to  Baron zu Münchhausen
1 Monat zuvor

Es reicht uns völlig aus, wenn du den Merz machst.

Basel
1 Monat zuvor

Au weija, mit den deutschen kann man es ja machen

Lemcke
1 Monat zuvor

Guten Abend,die deutschen Kunden werden in diesen Tagen über genau diesen Rückruf informiert.Die Mitarbeiter im Service und im Verkauf wurden bereits in der vergangenen Woche zudiesem Thema abgeholt.Also auch in Deutschland. Niemand Kunde zweiter Klasse.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Lemcke
Bernhard
1 Monat zuvor

Das Fallmanagement in dieser Angelegenheit ist unterirdisch. Anstatt ein Ende mit Schrecken (Kosten) wird mit der kundenfernen Reichweiten-/Ladegeschwindigkeitsreduzierung ein jahrelanger Gau für Renomeė und Kundenvertrauen geschaffen. Gerade angesichts der schwerfälligen Akzeptanz der E-Mobilität bei den MB-Kunden ist dieses Vorgehen grob fahrlässig.
Ola’s Chaosladen in Reinform!