Rückschlag für Daimler: EU hält Verkauf von einzelner Modelle wegen Kältemittel für unzulässig

Im Kältemittelstreit mit der Daimler AG hat die EU nun Frankreich Recht gegeben, – der Verkauf „einzelner Modelle sei derzeit nicht zulässig“ – so heißt es in einer Mitteilung von Industriekommisar Tajani.

Ein scheinbarer Rückschlag für Daimler im Streit um das umstrittene Kältemittel: geht es nach der Mitteilung von Industriekommissar Antonio Tajani, seien einige Fahrzeuge des Konzerns „laut einer vorläufigen Kommissions-Analyse nicht in Einklang mit ihrer Typgenehmigung“. Der Konzern verstoßt demnach gegen eine EU-Direktive von 2006 zur Verwendung von Kältemitteln -solche Fahrzeuge könnten „nicht in der EU verkauft oder zugelassen werden“.

Gegenüber Spiegel Online widersprach ein Daimler-Sprecher: „Wir haben eine Typgenehmigung des Kraftfahrtbundesamts für die betroffenen Fahrzeuge, die auch in Frankreich gültig ist.“. In Frankreich wurde die Zulassung der A- und B-Klasse,CLA, sowie SL Roadster ausgesetzt, weil dessen Klimaanlagen noch mit einem alten Kältemittel befüllt sind – der Konzern stellt dafür für seine Kunden u.a. Ersatzfahrzeuge bereit (siehe hier).

Bild: Daimler AG

10 Kommentare
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Otto72
11 Jahre zuvor

Was soll man auch von diesem undemokratischen Haufen in Brüssel erwarten. Lauter Marionetten der USA samt ihren Großkonzernen…
In einigen Jahren braucht Mercedes dank gesteuerter Politik und den gehirngewaschenen Wählern eh keine A- und B-Klasse mehr. Dann muss bei uns die Masse mit dem Fahrrad fahren und einige wenige mit einer gepanzerten S-Klasse.

ftc
11 Jahre zuvor

Nur weiter so, liebe EU. Hauptsache wir spielen täglich den Zahlmeister für den Rest der Gemeinde.

sternthaler
11 Jahre zuvor

…das war doch abzusehen das es mal so kommt.

Oder denken die Daimler Götter im Vertrieb sie könnten Recht beugen wie es ihnen gefällt ?

Klar der Porsche Macan bassiert auf dem Audi Q3 , der neue 3er auf dem alten, der Golf 7 auf dem Golf 6.

Mit ewigen Tricks wurde auch “ erfolgreich“ es geschafft einen 222er als alten 221 er zu verkaufen.

Sagt dies mal einem Kunden das er eigentlich laut KBA Trickserei einen 221er fährt.

Frankreich ist da nur Konsequent, wenn die den A, den B und den SL nun nicht mehr zulassen.

Christian W.
11 Jahre zuvor

@sternthaler

ich teile deine Meinung nicht.
Eine einmal durch das KBA erteilte Typengenehmigung muss europaweit Gültigkeit haben. Oder soll jeder Hersteller für jedes europäische Land – von Norwegen bis Zypern – eine spezifische Typengenehmigung beantragen?
Hier verkennen die Franzosen den europäischen Gedanken und verfallen wieder in ihre nationale Denkweise.
Dass Daimler und das KBA hier nicht ganz sauber gearbeitet haben, sollte auch jedem klar sein, rechtfertigt aber den Alleingang Frankreichs noch lange nicht.
Die Kompetenz liegt hier allein auf der europäischen Ebene, wenn sie konsequent wären, müsste die Typengenehmigung für ganz Europa versagt werden.

sternthaler
11 Jahre zuvor

Co2 war schon längst in der Pipeline, nur hat man es nicht konsequent vorangetrieben da der VW Phaeton damals auch Probleme hatte.

Problem war wohl das diffundieren des Kältemittels in den flexiblen Schläuchen. Dies hat der Hersteller wohl nun im Griff.

Aber-:

Warum will ein Hersteller das Thema nicht wieder angehen ?
Warum werden so Winkelzüge mit dem R134a gemacht, wenn es doch schon mal Alternativen gab ?

Weil man auf Gewinnmaximierung aus ist ! ! !

Nicht vergessen ( anderes Thread hier) die Kosteneinsparung seitens R134a zu 1234y, welches ja vom Klimakartell Dupont/Honeywell weltexklusiv hergestellt wird.

Man sollte bedenken das die Jahrliche PKW Produktion bei ca 65 Mio Autos liegt.
Würden alle mit dem R1234a von den beiden Firmen gefüllt werden wäre dies die Lizenz zum Geld drucken.

Es geht hier einfach mehr um die Kosten der Einführung des 1234y als die Skepsis zur Sicherheit.

Kigo
11 Jahre zuvor

Ja dann macht doch das neue Kältemittel rein! Wenn dann die Fahrzeuge abfackeln gebt bitte nicht Mercedes die Schuld sondern den Leuten in Brüssel!!! Es ist nachgeweisen dass das neue Kältemittel leicht entzündbar ist. Nicht auszudenken was im Crashfall passiert wenn das Zeug ausströmt und die Fahrzeuge abbrennen. So schnell ist keine Feuerwehr da um die betroffenen Personen da rauszuholen…

Felix
11 Jahre zuvor

@Sternthaler: CO2 ist in der Entwicklung und bestimmt nicht günstiger für den Hersteller als 1234y…!

sternthaler
11 Jahre zuvor

..

aber man muss den Lobbisten die Stirn zeigen.

Hier wird von der Firmenvereinigung Honeywell / Dupont ein Marktmonopol geschaffen was noch keiner überblicken kann. !!
Ist man erst in der Lage das R1234y Pflicht wird so ist es die Lizenz zum Geld drucken.

Alternativen müssen einfach her um sich in der Klimamitteldisskusion nicht zu verrennen und abhängig zu werden. Das Preisdiktat wird dann sicher kommen !

Die Videos von brennenden r1234y schon gesehen?
Wenn hier 750 g Kältemittel “ evtl“ verbrennen?
Nach 2 Sekunden ist dieses Mittel verbrannt.

Problem ist hier nur das giftige Dämpfe in diesem Zusammenhang freigesetzt werden.
( Nur wer befindet sich in dieser Situation bei einem Unfall im Motorraum ?)

Bpower
11 Jahre zuvor

„( Nur wer befindet sich in dieser Situation bei einem Unfall im Motorraum ?)“

Ist ihr Fahrzeug hermetisch abgeriegelt? Gerade bei einer Unfallsituation können große Öffnungen in der Karosserie entstehen.

Ich finde es mutig und hervorragend, dass man sich so gegen das neue Mittel wehrt. Es ist mal wieder Zeit das Politik und Hersteller gemeinsam arbeiten und nicht die eine Partei der anderen diktiert was sie zu tun hat.

Peter
11 Jahre zuvor

Man muss hier unterscheiden: Die Typgenehmigung des KBA gilt europaweit. Daher ist die französische Regelung schlicht europarechtswidrig.

Auf der anderen Seite gibt’s auch eine Richtlinie, die ein Verbot von R134a vorgibt. Wenn hiergegen verstoßen wurde (durch die Zulassungsentscheidung des KBA), ist dies ein Fall für ein sog. Vertragsverletzungsverfahren vor dem EuGH (Kommission gegen Deutschland).

Solange Daimler eine Typgenehmigung hat, müssen die Fahrzeuge auch zugelassen werden.

Die Aussage des Kommissars der EU wundert mich jetzt gar nicht. Im Moment ist Deutschland (obschon wir zahlen) nicht wirklich beliebt, weil hier die dringenden Reformen schon vor Jahren angegangen wurden, was jetzt nachgeholt werden muss.

Ich hoffe, dass in diese Diskussion Vernunft einkehrt. Das neue Kühlmittel ist lebensgefährlich, weil a) leicht entzündlich und b) Flusssäure (mit so das heftigste an Säuren, was es geben kann; das Zeug greift sogar Glas an) entsteht. So was hat im Auto nix verloren, so dass bis zur Serienreife von CO2 eben das alte Zeug weiter genommen werden sollte.