Mercedes-Benz bietet für die größeren Diesel-Varianten der Kompaktwagenbaureihen der A- und B-Klasse (hier: A 200 d sowie A 220 d mit OM 654q Motorisierung) nun erstmals ein Doppelkupplungsgetriebe mit 8 Gängen aus eigener Produktion an: das 8G-DCT. Für die größere 220 d Variante ist das Getriebe bereits Serienausstattung.

8G-DCT für die Kompaktmodelle aus eigener Produktion

Das 8-Gang Doppelkupplungsgetriebe (8G-DCT, Typ F-DCT 400) besteht dabei aus zwei Teilgetrieben mit jeweils einer eigenen Kupplung und verfügt über 8 Vorwärtsgänge sowie einen Rückwärtsgang. Für einen Kick-Down des Fahrzeuges kann das Getriebe parallel mehrere Gänge zurückschalten. Das automatische Getriebe ist dabei ein 3-Wellengetriebe und wird elektro-hydraulisch angesteuert. Die Getriebespreizung liegt hier übrigens bei 8,81.

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Mehrfachrückschaltung möglich

Je nach Fahrprogramm nutzt das Fahrzeug die Charakteristik des Doppelkupplungsgeriebes und nutzt die 8 Gänge wahlweise für effizientes Fahren mit niedrigen Drehzahlen oder für mehr Dynamik. Im Fahrprogramm „ECO“ sorgt das System für frühes hochschalten sowie spätest Herunterschalten und nutzt – neben der Start Stopp-Funktion auch eine Segelfunktion, wobei die Kupplung geöffnet wird und die eigene Bewegungsenergie genutzt wird. Im „Comfort“ Modus steht ein ausgewogenes Fahrprogramm zur Verfügung, im „Sport“ Modus stehen die Gänge höher aus und steigert so mit schnellen Gangwechseln den Fahrspaß.

Die Übersetzungen der Gänge 1 bis 8 sowie des Rückwärtsganges liegt bei: 15,94/11,18/7,34/5,15/3,75/2,93/2,29/1,81 – R1 13,40.

Im Vergleich dazu die Übersetzungen des 7G-DCT Automatikgetriebes des B 180 d (F-DCT 300, Getriebespreizung 8,16): 16,44/9,76/5,92/4,02/3,11/2,52/2,02 – R1 14,94

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Unbestätigt sind übrigens die Gerüchte, inwieweit ein 9G-DCT Automatikgetriebe von Mercedes-Benz für die Kompaktmodelle in der Entwicklung war und am Ende aufgrund von Kostengründen verworfen worden ist. Dazu macht man bei Mercedes-Benz aber auch keine Angaben. Soweit wir informiert sind, war ein solches jedoch durchaus angedacht.

Titelbild: Daimler AG / andere Bilder: MBpassion.de (Philipp Deppe)

16 Kommentare
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Martin Schneiders
3 Jahre zuvor

Beeindruckende Ingenieursleistung, aber für Privat-PKW leider völlig oversized, wenn man sich überlegt was da alles von den vielen Einzelteilen kaputt gehen kann.

Ein Elektromotor + Getriebe ist da deutlich einfacher und haltbarer.

Ralf
Reply to  Martin Schneiders
3 Jahre zuvor

Tja, wäre nur zu schön, wenn dem so ist: Tesla wechselt alle E-Motoren (auch die können kaputtgehen) auf Garantie (Image und so), daher hört man davon wenig. Andererseits hat Toyota die „Multitronic“ in den Griff gekriegt.
Theoretisch erhöht Komplexität von Bauteilen auch deren porentielle Ausfallwahrscheinlichkeit. Dennoch lässt es sich in der Praxis (auch wenn es so schön einfach wäre) schlecht pauschalisieren. Es ist eben immer noch davon abhängig, wie es gebaut wird…

Martin Schneiders
Reply to  Ralf
3 Jahre zuvor

Der Weg den Tesla (u.a.) gehen, den Antriebsstrang immer auf Garantie zu tauschen wenn was kaputt geht, ist auch der einzig richtige.

Man schaue sich nur an was bei VW und Audi los ist, wo die Motörchen und Getriebe am laufenden Band nach nichtmal 50.000km kaputt gehen und die Kunden dann auf den Kosten aufgrund von Konstruktionsfehlern und schlechter Qualität sitzen bleiben.

Klar, bei VW war das von Anfang an so geplant, die Erträge der Vertragswerkstätten sind fest eingeplant, u.a. deshalb auch die Rekordgewinne.

Wenn ein Hersteller nicht ordentlich konstruiert und testest, solltet dieser die Kosten und das Risiko tragen – und nicht die Kunden.

Ralf
Reply to  Martin Schneiders
3 Jahre zuvor

Um die Kosten geht es nicht. Wenn bei Tesla die Garantie endet, steht man vielleicht auch ohne Auto da.
Und auch bei VW gibt es eine Garantie für viele Jahre und Kilometer – und die Gesamtkosten sind im Vergleich zu den Kosten eines Teslas immer noch sehr gering…

Für mich ist es das beste, wenn das Produkt gescheit ist und man nicht ständig etwas reparieren oder austauschen muss – auf welche Kosten auch immer.
Das DCT von MB ist da, soweit ich mitgekriegt habe, auch recht standfesty

Nikolaus Hagenau
3 Jahre zuvor

@ „Martin Schneiders“: Ja, tolles Kunstwerk. Allerdings mag ein Konstantläufer-Verbrennungsaggregat mit Generator, der den Strom für eine kleine Batterie und einen E-Antrieb liefert, bei den als reine Zweck-Pkw ausgelegten Fahrzeugen wirklich die beste Lösung sein. Bei den als primär soziales Produkt plazierten Fahrzeugen mit höherer Leistung ist die rein mechanische „emotionale“ Antriebslösung vorzuziehen.

Stefan
3 Jahre zuvor

Schneiders

das von Tesla geht aber auch nur, weil die in Relation zu VW und Co. kleine Stückzahlen haben. Wenn die 10 Millionen Model X/3 verkaufen würden, würden die das auch nicht machen.

Ich werde denke ich nur noch Autos mit Garantie fahren. Alles andere ist mir zu viel Risiko, auch wenn das dritte Jahr beim A45 total überteuert ist 😀

Und falls beim sich neuen A35/45 nix ändert, dann gehts vielleicht als nächstes zu Marken die standardmäßig 7 Jahre bieten. Da hat man wenigstens bisschen Sicherheit, auch wenn ich die Garantiebedingungen jetzt nich kenne^^

Gino Manthey
3 Jahre zuvor

Das ist also das 8 gang getriebe, dass auch im a45 kommen wird?

Und tatsächlich eine Eigenentwicklung?

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Jens
3 Jahre zuvor

Gibt es denn schon Erkenntnisse, ab wann dieses Getriebe für die Benzinmotoren bestellbar wird?

Reply to  Jens
3 Jahre zuvor

@Jens
Erste Modelle der Benziner mit 8G-DCT wohl Ende 2019

melaw
3 Jahre zuvor

Ist dies bereits eine Neuentwicklung, die standardmäßig 48V Antrieb im Getriebe verbaut hat?

Reply to  melaw
3 Jahre zuvor

@melaw
Das 8G-DCT ist eine Neuentwicklung aber beinhaltet keine 48V Komponenten im Getriebe

Bernhard Ternes
2 Jahre zuvor

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum ich eine gute Wandler Automatik gegen einen solchen Mist, wie ein Doppelkupplungsgetriebe tauschen soll. Ist für mich der Grund den neuen GLB nicht zu kaufen.

MrUNIMOG
Reply to  Markus Jordan
2 Jahre zuvor

Was allerdings ja nur momentaner Stand der Dinge ist, kein immerwährendes Gesetz…
Sowohl die 5-Gang Automatik (Aufbau ähnlich Schaltgetriebe) 722.7 im W/V 168 als auch die Autotronic (CVT) 722.8 in der zweiten Mercedes-Kompaktwagengeneration hatten klassische Wandler verbaut.

Prinzipiell gibt es doch keinen Grund, wieso man nicht auch einem DCT zusätzlich einen (überbrückbaren) Wandler vorschalten sollte, wäre auf jeden Fall für Komfort, Dynamik und Verschleißverhalten vorteilhaft, da die beiden Kupplungen des DCT nicht mehr als Anfahrkupplung herhalten müssten.

Bei Honda gibt oder gab es so etwas sogar: https://www.sae.org/news/2014/08/hondas-new-8-speed-dct-uses-a-torque-converter

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Bernhard Ternes
2 Jahre zuvor

Mercedes stand mal für das beste oder nichts, scheinbar hat man das Firmenmotto zu Grabe getragen, wenn man sich nicht mehr von den anderen Herstellern abheben will. Schade drum, damit wird Mercedes zu einem Automobilisten wie alle anderen. Hier gibt man den Premium-Anspruch ohne Not auf.

driv3r
Reply to  Bernhard Ternes
2 Jahre zuvor

Worauf genau bezogen? Ohne jegliche Beispiele eine etwas zusammenhanglose Behauptung.