Die Aktionärinnen und Aktionäre der Daimler AG (Börsenkürzel DAI) haben auf der virtuellen außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Oktober 2021 mit überragender Mehrheit eine historische Neuausrichtung des Unternehmens beschlossen. Für die Abspaltung des Lkw- und Bus-Geschäfts mit anschließendem Listing der Daimler Truck Holding AG als eigenständiges Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse sprachen sich 99,90% des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals aus.

Mit einer ebenfalls überragenden Mehrheit von 99,89% hat die Aktionärsversammlung außerdem der Umfirmierung der Daimler AG in Mercedes-Benz Group AG zum 1. Februar 2022 zugestimmt. Der neue Name unterstreicht die künftige Fokussierung auf Pkw und Vans der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach und Mercedes-EQ.

Beide Maßnahmen müssen noch in das Handelsregister eingetragen werden. Anschließend können beide Unternehmen für alle Seiten entscheidenden Mehrwert schaffen.

Die bisherigen Daimler-Aufsichtsratsmitglieder Marie Wieck und Joe Kaeser geben im Zuge der Neuausrichtung ihre Mandate auf und konzentrieren sich künftig auf den Aufsichtsrat der Daimler Truck Holding AG. Als Nachfolger im Aufsichtsrat der Daimler AG hat die Hauptversammlung Helene Svahn mit einer Mehrheit von 99,34% und Olaf Koch mit einer Mehrheit von 98,60% gewählt.

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Die virtuelle außerordentliche Hauptversammlung verfolgten rund 3.000 Zuschauer im Internet. Insgesamt waren 56,45% des Grundkapitals vertreten.

Quelle: Daimler AG

28 Kommentare
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Urs
2 Monate zuvor

Gute Arbeit. Jetzt sind die beiden Restkonzerne klein genug, daß die chinesischen Investoren nicht so viel von Ihrem Kleingeld für die Übernahme aufbringen müssen…

Marc W.
Reply to  Urs
2 Monate zuvor

Tja, der Ausverkauf der Alten Welt geht weiter, bald trifft es eine der größten und wichtigsten Ikonen…

Marc W.
Reply to  Marc W.
1 Monat zuvor

Oha, ein zweiter Marc W.

Schienenfahrer
Reply to  Urs
2 Monate zuvor

Was die meisten nicht sehen, das gerade mercedes vermutlich in zukunft nur noch ein kleiner Luxus Nischen Hersteller sein wird, der bestimmt gut zu volvo und co passt…
Den Chinesen wird es freuen, übrigends gehört nur volvo cars zu geely nicht volvo trucks… daimler trucks ist dagegen eher uninteressant weil die Sparte schon zu gross und breit aufgestellt ist…

martin
Reply to  Schienenfahrer
1 Monat zuvor

… welche aber aufgrund der schlechten Ergebnisse der letzten Jahre vermutlich nicht viel Wert sein wird und somit für einen Wettbwerber leicht zu schlucken.

Die MB AG wird aus meiner Sicht irgendwann komplett von Geely übernommen werden und dort auch gut weiterexistiren wie es auch mit Volvo Cars funktioniert. Ob die Trucks überleben werden darf getrost bezweifelt werden.

Lola
Reply to  martin
1 Monat zuvor

Daimler trucks ist immerhin weltmarktführer und im Gegensatz zum PKW von der Regierung nicht gehasst sondern gebraucht…

martin
Reply to  Lola
1 Monat zuvor

Weltmarktführer ist DT garantiert nicht.
Daimler Truck ist der grösste Hersteller der Welt nach Stückzahlen wenn man alle Truckmarken zusammen rechnet. Das wars dann auch.
Und auch nur deswegen weil die chinesischen Hersteller sich zur Zeit noch fast ausschliesslich auf den chinesischen Markt konzentrieren. Sollten die sich mal in andere Länder ausdehnen ist es für DT mit dem Thema grösster Hersteller auch schnell vorbei. Dong Feng hat schon angefangen nach Osteuropa und Russland zu exportieren.
Davon abgesehen : Daimler Truck zu zerschlagen und die Einzelteile zu verkaufen ist doch ein leichtes. Die Heuschrecken freuen sich schon.

Tom
Reply to  martin
1 Monat zuvor

vielleicht ist es Dir nicht bekannt, aber Daimler Truck ist im asiatischen Bereich mit um die 40% Marktanteil Nr.1 Bharat Benz in Indien beliefert den indischen Markt der boomt.In den USA sind sie mit Freightliner, Western Star, TBB (die gelben Schulbusse) meine ich auch Marktführer. In Deutschland und Europa spielen sie die Hauptrolle. Zugegebener Maßen sind sie in Europa von der Marge her nicht ganz so gut.
In Summe sind sie Weltmarktführer und der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller.

Was also veranlasst dich zu behaupten zu sagen „ob sie das überleben“ ?
Einfach mal im Internet was rausrotzen oder gibts belegbare Fakten, die deinen Nonsens belegen?

martin
Reply to  Tom
1 Monat zuvor

wenn du mich gemeint hast , ich heisse nicht Martin Bauitinger.

zum Rest, siehe oben.

Und die Hauptrolle im Bereich ab 12t in Europa und Südamerika spielen schon lange Volvo und Scania.
Schau dich mal doch in deinem Umfeld ein wenig um in wievielen Nutzfahrzeug-Fuhrparks allein hier in Deutschland Mercedes mittlerweile rausgeflogen ist und durch Scania, Iveco und MAN ersetzt wurde.

Der grösste Witz war das Mercedes es ja nicht mal geschafft hat vor seiner eigenen Haustür einen werbeträchtigen Feldversuch auf der B462 mit einem Actros zu bestücken , sondern das auch da noch ein Scania läuft.

Thorsten Baier
Reply to  Schienenfahrer
1 Monat zuvor

Geely ist übrigens auch Großaktionär der Volvo Group.

Cornelius
Reply to  Urs
2 Monate zuvor

Das beste Mittel gegen eine feindliche Übernahme ist ein hoher Aktienkurs. Da hat der aktuelle Vorstand bislang ein glückliches Händchen gehabt. Von der Aufspaltung erhofft sich der Vorstand einen weiteren Kurstreiber. Ob das so kommt, muss man abwarten.

Phil
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

Erst einmal wird der Wert der Mercedes-Aktie um die 2:1 „gratis“ ausgegebene Truck-Aktie gemindert. Wer also nur Interesse am PKW-Haus hat, muss also nur noch um die 2/3 des vorigen Preises aufwenden müssen.

Cornelius
Reply to  Phil
1 Monat zuvor

Ein investor, der nur Interesse an der PKW- Sparte hat, hätte auch vorher schon Daimler kaufen und dann den Truck-Teil verkaufen können. Banken um das zwischenzufinanzieren hätten sich schon gefunden

Phil
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

Stimmt zwar, aber die Umstrukturierung kostet ungemein Manpower und Geld, auch Steuern. Dies erspart man nun dem möglichen Interessenten.

Lilalo
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

Ich habe leider keinerlei Ahnung von Börsengeschichten aber mich würde mal interessieren, ob unsere deutschen Chefs beim Daimler sich dieser Gefahr denn nicht bewusst sind? Wie wollen sie das verhindern, dass Mercedes von Ausländern übernommen wird?

martin
Reply to  Lilalo
1 Monat zuvor

Warum sollten sie das wollen?
Die heutigen Manager agieren wie es ihnen am meidten zum Vorteil gereicht. Wenn es dann mal knallt sind die heutigen Entscheider schon lange weitergezogen

Urs
Reply to  Lilalo
1 Monat zuvor

Wenn ich in Aktienoptionen bezahlt werden würde, würde ich auch versuchen, mein Unternehmen in einen vielbeachteten Merger/Take over zu manövrieren und dann auf den „Cash out“-Button drücken. Und deutsche Chefs hat es bei Mercedes auch nicht mehr so viele….Lokalpatriotismus ist in der internationalen Wirtschaft sehr nachrangig.

Tom
Reply to  Urs
1 Monat zuvor

Die Aktienpakete muss man 4 Jahre halten.
da ist nix mit kurz optimieren… 😉

Snoubort
Reply to  Lilalo
1 Monat zuvor

Warum sollten sie das verhindern wollen und sollen? Kernaufgabe eines angestellten CEO ist es den Wert für die Anteilseigner zu steigern (dafür werden sie „eingestellt“) – und hierfür ist es absolut hilfreich, wenn man (auch) für „Ausländer“ als Investitionsobjekt interessant wird, also nicht aus irgendwelchen ideologischen Gründen die Zahl der möglichen Käufer reduziert. Hierfür ist es selbstverständlich vorteilhaft, Komplexität und Querverpflichtungen zu kappen.

Das wird sich kurz- bis mittelfristig (also auch in „4 Jahren“) garantiert positiv auswirken. Die Frage die man sich nur stellen kann ist, ob es für die wirklich langfristige Perspektive die richtige Strategie ist, sich vordergründig als „Verkaufsobjekt“ / Label aufzustellen. Da es bei Daimler aber im Gegensatz zur Konkurrenz (VW, BMW, Tesla, Hyundai) keine Großaktionäre / Anteilseigner gibt, gibt es auch diese langfristige bzw. unternehmerische Perspektive gar nicht. Hier kann aber eine Ausweitung des Engagements von Geely nur vorteilhaft sein.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Snoubort
Lilalo
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Ich hoffe mein “Ausländer”-Kommentar aus meinem ursprünglichen Beitrag wird nicht anders verstanden als von mir gemeint, ich meine damit natürlich nur Investoren aus dem Ausland (hier speziell China), ohne jegliche Wertung und ohne irgendjemanden anfeinden zu wollen.

Aber wenn das der Fall wäre (und das ist nicht nur eine Antwort an @Snoubort sondern auch an die anderen), dann hätten diese größeren Investoren doch auch schon während des Höhepunkts der Pandemie mehr Anteile kaufen können, wo die Aktie bei fast 20€ lag, oder nicht?

Ich habe auch von Ola Källenius aus einem Interview gelesen, dass die Spaltung, neben anderem, auch vor “aggressiveren Investoren wie Geely” (seine Worte) schützen soll, was sich mir irgendwie auch nicht so ganz erschließt.

Snoubort
Reply to  Lilalo
1 Monat zuvor

Ich habe mich tatsächlich gewundert, dass bei 2x€ niemand groß eingestiegen ist.
Aber aus meiner Sicht war das „alte“ Daimler-Konstrukt für potentielle Investoren schwer zu bewerten. Der Markenwert von Mercedes war diskussionslos gegeben, aber alle Kennzahlen wie Umsatzrendite, Personalkostenquoten etc. schwer mit anderen vergleichbar,

Eine solche, freiwillig bzw. gewollt umgesetzte Abspaltung ist für Investoren mit Sicherheit einfacher, als wenn Sie zu erst investiert hätten und dann die Abspaltung gegen interne Wiederstände hätte umsetzen müssen.

JML
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Das ist relativ einfach zu beantworten: Neben der – richtig erkannten – Komplexität des Konstrukts Daimler AG weiß man natürlich erst ex post, dass die Pandemie seit Jahresende 2020 wirtschaftlich mehr oder weniger beendet ist. Während des Tiefpunkts Mitte vergangenen Jahres hätte kein ernstzunehmender CEO eines Unternehmens wertvolle Finanzmittel „verbrannt“ (aus der Betrachtung der damaligen Zeit), um eine derartige Wette auf die Zukunft abzuschließen. Und allenfalls Apple oder Google hätten die Menge an „FU-Money“ gehabt, um mal eben ein paar Milliarden Euro für so etwas zu „riskieren“.

Grundsätzlich sehe ich die Gefahr einer vollständigen Übernahme der neuen Mercedes-Benz Group AG durch einen Wettbewerber als nicht zu hoch. Jeder, der eine europäische Marke zum Eintritt in den hiesigen Markt und zur Queraufwertung der chinesischen Kernaktivitäten benötigt ist bereits positioniert, entweder wie Geely über eingekaufte und neugegründete Konzernmarken (Volvo, Polestar) oder via Verflechtung und technischer Kooperation (BAIC mit Daimler, oder SAIC mit Volkswagen und GM).

Im Gegenteil: Die heutige Situation mit zwei starken Partnern, Geely und BAIC, die ihrerseits Wettbewerber in ihrem Heimatmarkt sind, könnte jegliche Übernahmefantasie uneingedenk einer möglichen „Idee“ seitens der chinesischen Regierung aus rein politischen Motiven sogar komplett im Keim ersticken, da BAIC wahrscheinlich überhaupt kein Interesse an einer Einverleibung Mercedes-Benz in den Geely-Konzern hat, und umgekehrt.

Snoubort
Reply to  JML
1 Monat zuvor

Mir ist schon klar dass die kurzfristig massiv gefallenen Kurse (überall) Ausdruck der generellen globalen Unsicherheit waren. Dennoch hätte ich gedacht, dass es für Geely bzw. Herrn Li Shufu ein absolutes Schnäppchen gewesen wäre, wenn es denn sein unbedingtes Ziel gewesen wäre bei Daimler mehr Anteile besitzen zu wollen.

Daraus würde ich tatsächlich ableiten, dass er entweder keine übermäßig großen Interessen für eine Ausweitung hat – oder zumindest dies nicht bei dem alten, großen Konstrukt nicht hatte.

Snoubort
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

An die „Daumenrunterfraktion“: Was ist falsch an der Aussage, dass Daimler unter den genannten „Wettbewerbern“ der einzige ohne Mehrheits-/Großaktionär ist? Und die Aktienkursentwicklung der letzten 20 Jahre bei Daimler weit hinter der aller anderen zurückliegt?

Cornelius
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Nichts. Kann mir aber vorstellen, dass viele Mitarbeiter nicht wollen, dass ihr Unternehmen mehrheitlich einem chinesischen Investor gehört. Auch ich als Aktionär finde, dass China mit den zwei Großaktionären Geely und beijing state-owned assets supervision & administration (wer ist das eigentlich?) schon ausreichend repräsentiert ist. Ich finde, Daimler investiert sehr viel in die Zukunft zur Zeit, und da sollte man lieber abwarten, ob diese Investments Früchte tragen, bevor man das Steuer an einen Mehrheitsaktionär übergibt.

Ehemalige Spender
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

Siehe KUKA Augsburg.

BWler
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Versuche doch mal bitte nochmal Deinen gesamten Text zu lesen. Da steht doch von Dir geschrieben:
„Da es bei Daimler aber im Gegensatz zur Konkurrenz (VW, BMW, Tesla, Hyundai) keine Großaktionäre / Anteilseigner gibt, gibt es auch diese langfristige bzw. unternehmerische Perspektive gar nicht“.
!!! Und diese deine Aussage ist eindeutig falsch !!!

Eigentlich sollte es jetzt dir möglich sein deine neg. Bewertungen zu verstehen. Anstatt verletztes Ego zu zeigen.

Es gibt hier im blog keine „Daumenrunterfraktion“. Es gibt aber einen Snoubort der keine anderen/ negativen Meinungen akzeptiert „!!! bzw. sich damit ausgesprochen schwer tut.

Hier werden Aussagen von Dir bewertet, genau wie bei anderen auch.Wer hier im blog schreibt, sollte auch kritikfähig sein.

Man muss sich das mal überlegen, was du so raushaust: Kein Großaktionär<=> keine langfristige, unternehmerische Perspektive !!!

Ich kenne genügend Unternehmen, die erfolgreich sind und keinen Großaktionär haben, der der Unternehmensführung die Ziele vorgibt.
Und wenn es einen Großaktionär gibt, meinst Du wirklich, dass der dann auch noch für das gesamte Unternehmen ( „extern fundiert ermittelt“ ) die gesamten Planungen vorgibt?
Weißt du was mich an deinen Kommentaren häufig stört: Dass du versuchst , z.B. durch Weglassen ( siehe Zitat von Dir) , Meinungen zu manipulieren.
Dafür, dass @Snoubort, seit zig Jahren ( hier im blog in Dauerschleife nachzulesen ) einen Großinvestor fordert, war doch MB die letzten Jahre eigentlich doch ganz erfolgreich. 🙂 🙂 🙂

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von BWler
China ist trash
1 Monat zuvor

Da reiben sich die Ching Chongs schon die Hände wund. Bye Bye Mercedes