Mercedes-Benz prüft offenbar Rückkehr zu fünf Präsenztagen

Mercedes-Benz erwägt offenbar eine deutliche Verschärfung seiner Homeoffice-Regelungen. Nach Informationen des Betriebsrats wird geprüft, ob Beschäftigte in Bürobereichen künftig wieder an fünf Tagen pro Woche im Unternehmen arbeiten sollen. Eine offizielle Entscheidung gibt es bislang nicht.

Mit einer solchen Maßnahme würde sich der Autobauer dem Trend einiger großer Unternehmen anschließen, die ihre Mitarbeiter wieder häufiger ins Büro holen. Während sich nach der Corona-Pandemie hybride Arbeitsmodelle etabliert haben, bewerten viele Unternehmen ihre Regelungen inzwischen neu. Dabei stehen vor allem die Zusammenarbeit in den Teams, schnellere Abstimmungsprozesse und der persönliche Austausch im Fokus.

Aus Sicht des Betriebsrats dürfte eine Rückkehr zur vollständigen Präsenz auch kritisch diskutiert werden. Für viele Beschäftigte ist mobiles Arbeiten inzwischen fester Bestandteil des Arbeitsalltags und ein wichtiger Faktor bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Flexible Arbeitsmodelle gelten zudem als Wettbewerbsvorteil im Kampf um qualifizierte Fachkräfte. Welche Bereiche von einer möglichen Neuregelung betroffen wären, ist derzeit offen. Denkbar ist, dass unterschiedliche Vorgaben je nach Tätigkeit gelten, da sich nicht alle Aufgaben gleichermaßen für mobiles Arbeiten eignen.

Mercedes-Benz hat sich zu den internen Überlegungen bislang nicht offiziell geäußert. Ob die Prüfung tatsächlich zu einer neuen Konzernregelung führt oder bestehende Modelle lediglich angepasst werden, bleibt abzuwarten. Sollte der Stuttgarter Autobauer die Präsenzpflicht auf fünf Tage pro Woche ausweiten, dürfte die Entscheidung auch über das Unternehmen hinaus aufmerksam verfolgt werden. Als einer der größten deutschen Industriekonzerne setzt Mercedes-Benz bei Fragen der Arbeitsorganisation häufig Maßstäbe für die gesamte Automobilbranche.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

9 Kommentare
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Manfred Lieb
12 Stunden zuvor

Maßstäbe? Vielleicht für verblödete Bürokratiesierung und schlechtes Management. 100 Milliarden Gewinn in 7 Jahren, Ressourcen durch überhöhte Dividende und unvernünftige Aktienrückkäufe verschwendet. Ein trauriges Kapitel

Manfred Lieb
12 Stunden zuvor

Maßstäbe? Vielleicht für verblödete Bürokratiesierung und schlechtes Management. 100 Milliarden Gewinn in 7 Jahren, Ressourcen durch überhöhte Dividende und unvernünftige Aktienrückkäufe verschwendet. Jetzt die Ausbeuter Strategie fahren. Ein trauriges Kapitel

Mr x
11 Stunden zuvor

Ihr seid spät dran.
4 Tage Präsenz wurden bereits beschlossen, werden vom Konzern aber nicht offiziell bestätigt, um nicht gegen die Betriebsvereinbarung zu verstoßen.
Es heißt intern „Wunsch der Teamleitung an den sich alle zu halten haben“

Frank Müller
Reply to  Mr x
7 Stunden zuvor

Woher beziehen Sie denn dieses Wissen?? In der bestehenden Konzernbetriebsvereinbarung ist nichts derartiges vereinbart worden. Wenn dem so wäre, dann würde der Gesamtbetriebsrat die Belegschaft anlügen, wenn sie sagen, dass das noch Verhandlungen laufen.
Leider wurde diese Betriebsvereinbarung so schwammig beschlossen, dass es erlaubt ist, bei dringenden und/oder betriebsbedingten Anlässen, die Mitarbeiter ins Büro zu holen. Alles jedoch in Absprache mit dem Team. Dies widerspricht sich leider und wird schamlos durch das Unternehmen mit seinen leider vielen vorauseilenden und machthungrigen Führungskräften ausgenutzt. Insgesamt ist es jedenfalls traurig, dass ein weltweit agierendes Unternehmen sich dermaßen rückständig verhält und sich Vorstände nicht an geltendes Recht halten…

Gartenpriester
10 Stunden zuvor

Man bekommt es nichtmal hin, dass ab Abteilungsleiter aufwärts alle LFK 5 Tage die Woche am Standort im Büro sind. Die Lebensrealitäten haben sich verschoben, aber der Vorstand lebt in der Echokammer ihrer Peer Gruppe und versucht die schlechten Entscheidungen der Vergangenheit mit Spahn-esken Stossrichtungen zu ändern. So sägt man weiter am eigenen Ast und dem notwendigen Rückhalt der AN – Godspeed OK!

JMK
Reply to  Gartenpriester
3 Stunden zuvor

Also in der IT würde ich die Präsenz von E3 und höher auf mehr als 90% schätzen.

Sternfahrer2
8 Stunden zuvor

Wie verzweifelt OK sein muss. Diese Maßnahme kann nur als Gängelung verstanden werden, um mehr Mitarbeiter zum Gehen zu bewegen. Evtl. auch Nostalgie an „die gute alte Zeit“.

Viele Standorte sind auf shared Desk Konzepte umgebaut worden mit nem Schluss von bis zu 1 Schreibtisch für 2 Mitarbeiter. Wer 5 Tage Anwesenheit verlangt muss auch jedem Mitarbeiter einen Platz zuweisen können.

Die Arbeitsrealität ist auch, dass die meisten Meetings eh Hybrid oder in der Regel weiterhin komplett digital sind. Dadurch schafft man auch mehr Termine pro Tag. Was wir früher um und in Stuttgart rumgegurkt sind auf Arbeitszeit, weil ein Bullshit Termin nur in Präsenz stattfand.

Und zu guter Letzt wird das kein einziges Auto mehr in China absetzen.

Dieser Vorstand(-vorsitzende) hat fertig.

D.B.
Reply to  Sternfahrer2
4 Stunden zuvor

Korrekt, es ist eine Maßnahme zur Personalreduzierung durch natürliche Fluktuation. Wer bleibt sind aber die Low-Performer, weil die sowieso nichts besseres am Markt finden und mit ihrem Hintern auf dem gut dotierten Arbeitsvertrag sitzen bleiben. Am Ende merkt das Unternehmen, dass die Know-How-Träger und anderes Fachpersonal weg ist.
Aber Hauptsache das Personal hat während der Pandemie den Karren im Home-Office über Wasser gehalten und wurde genau dafür gefeiert.
Evtl. hinterfragt der Vorstand Mal das eigene Management, was scheinbar in Teilen nicht in der Lage ist, die Home-Office-Schläfer vernünftig zu steuern ihre Arbeit zu verrichten.

Nur eine Anmerkung, evtl. liege ich auch falsch: Aber vllt hört das Unternehmen Mal auf, sein Design an den Wünschen des chinesischen Marktes auszurichten. Vorher lief es doch wie geschnitten Brot. Sicherlich spielen auch andere Faktoren, wie Preissensibilität und Nationalstolz, etc. der Chinesen in diese miserable Entwicklung auch mit rein.

Oleg
5 Stunden zuvor

Genau, dadurch werden die falschen Entscheidungen des Managements behoben. Danke OK, dass die Stimmung noch mehr kippt. Du willst unmotivierte Leute, die nur noch das nötigste machen? Du bist mit deinen Entscheidungen auf dem richtigen Weg. Nur weil die Führung die schlechtesten Strategieentscheidungen getroffen hat, bringt es gar nichts, das jetzt an den Mitarbeitern auszulassen.
Ich persönlich schaffe ein x-faches mehr an Themen zu Hause im Vergleich zum Büro.
Und die Leute, die zu Hause Nix arbeiten, die sind halt 50% ihrer Anwesenheit in der kaffeeküche.