Mit der Vorstellung der neuen Electric Compact Architecture (ECA) hat smart erstmals konkrete Details zur technischen Basis seines künftigen Einstiegsmodells veröffentlicht. Die neue Plattform feiert ihr Debüt im kommenden smart #2, dem Nachfolger des smart fortwo. Besonders bemerkenswert: Die Architektur wurde laut Hersteller vollständig von smart entwickelt und kommt – zumindest bislang – in keinem anderen Fahrzeug zum Einsatz – auch nicht innerhalb des Geely-Konzerns.
Entwickelt nach dem smart-Prinzip
Die ECA-Plattform folgt konsequent der traditionellen smart-Philosophie: möglichst geringe Außenabmessungen bei maximalem Platzangebot. Durch die besonders kompakte Integration aller Antriebskomponenten soll der smart #2 trotz seiner kurzen Karosserie viel Raum für zwei Insassen und deren Gepäck bieten. smart spricht von einem „Minimum Footprint, Maximum Space“-Ansatz, der die Plattform von Beginn an geprägt habe. Und ja: der smart #2 wird 2,79 Meter lang sein.
Rückkehr der Tridion-Sicherheitszelle
Ein zentrales Element der neuen Architektur des fortwo Nachfolgers ist die Rückkehr der Tridion-Sicherheitszelle. Die hochfeste Fahrgastzelle soll im A-Segment neue Maßstäbe beim Insassenschutz setzen. Damit knüpft smart an eines der prägendsten Merkmale des ursprünglichen fortwo an und überträgt das Sicherheitskonzept in die Elektromobilität. Nach Unternehmensangaben wurde die Struktur speziell darauf ausgelegt, auch in einem besonders kompakten Fahrzeug ein hohes Maß an Crashsicherheit zu gewährleisten.
Hohe Agilität
Technisch setzt die ECA-Plattform auf Hinterradantrieb. Gleichzeitig verspricht smart ein besonders dynamisches Fahrerlebnis. Dazu trägt unter anderem eine direkte Lenkung bei, die laut Hersteller Klassenbestwerte bei Präzision und Rückmeldung ermöglichen soll. Für zusätzliche Fahrstabilität sorgt eine im Segment außergewöhnliche Fünflenker-Hinterachse mit Einzelradaufhängung. Während viele Wettbewerber auf einfachere Achskonstruktionen setzen, soll die aufwendige Lösung Vorteile bei Komfort, Straßenlage und Kurvenverhalten bieten.
Besonders beeindruckend fällt der angekündigte Wendekreis aus: Mit einem Wendedurchmesser von lediglich 6,95 Metern soll der smart #2 selbst in engen Innenstädten außergewöhnlich wendig sein.
300 Kilometer Reichweite und Schnellladen in unter 20 Minuten
Auch bei der Elektrotechnik verfolgt smart ambitionierte Ziele. Die neue ECA-Plattform soll dem smart #2 eine WLTP-Reichweite von rund 300 Kilometern ermöglichen. Gleichzeitig will der Hersteller neue Maßstäbe bei den Ladezeiten setzen: Der Akku mit einer angestrebten Kapazität von 35,7 kWh soll sich in weniger als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent SoC (State of Charge) aufladen lassen. So wär eine Peak-Leistung des DC-Laders von über 90 kW Notwendig – genaue Details dazu gibt es von smart bislang aber noch nicht.
Möglich werden soll dies durch moderne Zelltechnologie und eine speziell auf hohe Ladeleistungen ausgelegte Batteriearchitektur. Damit will smart sowohl bei der Reichweite als auch bei der Ladegeschwindigkeit die Spitzenposition im Segment der kompakten Elektrofahrzeuge einnehmen.
Skalierbare Architektur für weitere Modelle
Obwohl die Plattform zunächst für den smart #2 entwickelt wurde, ist sie deutlich flexibler ausgelegt. Der mögliche Radstandsbereich reicht laut smart von 1.875 Millimetern bis über 2.500 Millimeter. Damit kann die Architektur grundsätzlich auch für weitere Fahrzeugkonzepte und Karosserieformen genutzt werden. Die ECA wurde von Beginn an modular konzipiert und soll bei Bedarf als Basis für zusätzliche Modelle dienen.
Mehr Eigenständigkeit für smart
Mit der ECA-Plattform setzt smart ein wichtiges strategisches Zeichen. Erstmals seit der Neuausrichtung der Marke entsteht eine eigene Fahrzeugarchitektur, die vollständig auf die Anforderungen eines kompakten Elektroautos zugeschnitten wurde und nicht aus bestehenden Konzernbaukästen abgeleitet ist.
Der smart #2 wird damit nicht nur das erste Serienmodell auf der neuen Plattform, sondern auch der Technologieträger einer Architektur, die höchste Sicherheitsstandards, moderne Elektromobilität, hohe Fahrdynamik und maximale Raumeffizienz in einem besonders kompakten Fahrzeug vereinen soll. Als technisches Herzstück des neuen Modells steht die ECA-Plattform damit für den Anspruch von smart, urbane Mobilität neu zu definieren.
Mit ihrer Kombination aus Hinterradantrieb, Fünflenker-Hinterachse, Tridion-Sicherheitszelle, einem Wendekreis von unter sieben Metern sowie einer angestrebten Reichweite von 300 Kilometern positioniert sich die ECA-Plattform als eine der technisch ambitioniertesten Neuentwicklungen im A-Segment der Elektromobilität.
Bilder: MBpassion.de / Draufsicht: smart









