Mercedes-Vorstand Michael Schiebe preist Ungarn – und setzt Deutschland unter Druck

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat Mercedes-Produktionsvorstand Michael Schiebe nun den Ausbau des Werks im ungarischen Kecskemét verteidigt – und dabei einen direkten Vergleich mit den deutschen Standorten gezogen. Seine Botschaft ist klar: Ungarn liefert aus Sicht des Konzerns die besseren wirtschaftlichen Bedingungen.

Schiebe verwies darauf, dass Beschäftigte in Ungarn mehr Arbeitsstunden leisten und der Krankenstand dort deutlich niedriger sei als in Deutschland. Für Mercedes sind genau diese Faktoren entscheidend, wenn es um Produktivität und Kosten geht. Dass der Konzern seine Kapazitäten in Ungarn massiv ausbaut, überrascht vor diesem Hintergrund kaum.

Brisant sind Schiebes Aussagen vor allem deshalb, weil Mercedes gleichzeitig von den Beschäftigten in Deutschland weitere Zugeständnisse verlangt. Während in Ungarn investiert wird, diskutiert das Management hierzulande über längere Arbeitszeiten ohne zusätzlichen Lohnausgleich und verschärft seinen Sparkurs. Der Vergleich mit dem Niedriglohnstandort dürfte daher vielen Beschäftigten wie eine unmissverständliche Botschaft erscheinen: Wer im internationalen Wettbewerb bestehen will, muss günstiger werden.

Schiebe versucht zwar, den Ausbau in Ungarn als Maßnahme zur Sicherung deutscher Arbeitsplätze darzustellen. Doch genau an diesem Punkt setzt die Kritik an. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter bezweifeln, dass Produktionsverlagerungen in Länder mit niedrigeren Lohnkosten langfristig den Standort Deutschland stärken. Vielmehr sehen sie die Gefahr, dass der Verweis auf günstigere Bedingungen im Ausland zum dauerhaften Druckmittel in Tarifverhandlungen wird.

Hinzu kommt, dass Schiebes Vergleich nur einen Teil der Realität abbildet. Höhere Arbeitszeiten und ein niedrigerer Krankenstand sagen wenig über die unterschiedlichen Lohnniveaus, Sozialabgaben oder arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen aus. Kritiker werfen dem Konzern deshalb vor, einen komplexen Standortvergleich auf wenige Kennzahlen zu reduzieren – und damit die Debatte zu vereinfachen.

Fest steht: Mit seinen Aussagen hat Michael Schiebe die Diskussion über die Zukunft des Industriestandorts Deutschland weiter angeheizt. Während Mercedes den Kurs als wirtschaftliche Notwendigkeit verkauft, stellt sich für viele Beschäftigte eine andere Frage: Wenn immer häufiger auf günstigere Produktionsbedingungen im Ausland verwiesen wird – wie sicher sind Arbeitsplätze in Deutschland tatsächlich noch?

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

62 Kommentare
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Siggi
30 Tage zuvor

In Ungarn boomts !

Bei uns stehen und sitzen die Leute nur rum und rauchen, oder spielen Handy.

Dietmar Johnen
Reply to  Siggi
30 Tage zuvor

Natürlich ist der Krankheitsstand in Deutschland bedenklich. Besonders seit der unsäglichen Corona,- wie soll ich es ausdrücken?- Verarschung die telefonische Krankschreibung wie ein 6er im Lotto ist. Gleichzeitig frage ich mich, was die Vorstandsmitglieder incl. K.O. denn gegen den irrsinnigen Emissionshandel bei der grünen Landesregierung in BaWü unternommen haben? Frage mich auch, ob die Geschäftsleitung beim Daimler auf ihre volle Tantiemen verzichten? Frage mich, wo ist der AR-Vorsitzende? Welche Initiativen hat er ergriffen? Und, hat wirklich einer der von mir oben genannten in seinem Leben echt ‚malocht‘? Deutschland ist durch die Entscheider in der Politik und in der Wirtschaft in Schieflage geraten. Ob es Deutschland noch schafft? Ich kann es mir nur wünschen, aber nur mit anderen Köpfen.

Flo
Reply to  Dietmar Johnen
30 Tage zuvor

Die telefonische Krankschreibung macht nur einen einstelligen Prozent Anteil an allen Krankgeschreibungen aus und der wirschaftstandort Deutschland hat einen Export Überschuss den Trump bereits 2016 als problematisch angesehen hat. Wir müssen mehr auf Inlandsnachfrage setzen anstatt zu denken das Amerika und Asien unsere Produkte kauften, Russland billiges Gas liefert und Amerika für unsere Sicherheit sorgt.

GT Cabrio
Reply to  Flo
30 Tage zuvor

Mit Inlandsnachfrage allein wird das Wohlstandsniveau kaum zu halten sein. Sieht man ja beim Brexit, wozu das führt, wenn man plötzlich nur noch das eigene Land als Absatzmarkt hat. Da kann die Wirtschaft ja bloß schrumpfen, egal, was man tut.

Ob die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung wirklich viel bringt, werden wir ja sehen. Ich bezweifle es ebenfalls stark.

JM13
Reply to  GT Cabrio
29 Tage zuvor

Heh, wieso hat man nur noch das eigene Land als Absatzmarkt? Bei mir im Supermarkt gibt es verstärkt Süßigkeiten aus England, die es vor dem Brexit hier nicht gab.

Zuletzt editiert am 29 Tage zuvor von JM13
GT Cabrio
Reply to  JM13
29 Tage zuvor

Du hast recht, das war ungenau formuliert. Für große Händler ist es seit dem Brexit „nur“ aufwendiger und teurer geworden, Waren zu exportieren. Für kleine lohnt es sich überhaupt nicht mehr. Folge ist, dass sich die britische Wirtschaft seither deutlich schwächer entwickelt als zuvor.

Kokolores
Reply to  Dietmar Johnen
29 Tage zuvor

Also seit die Menschen die freie Wahl zwischen Leben und Giftspritzen hatten ist der Krankenstand sehr hoch. Echt merkwürdig diese lineare Abhängigkeit. Aber nur so konnten sich die Menschen neu finden und so hat sich gezeigt wer wahre Freunde sind

Eric_der _kein_Bier_trinkt
Reply to  Dietmar Johnen
29 Tage zuvor

Ach, wenn man keine Ahnung hat und nur populistischen Geschwätz nachlabert.
Das Problem beim Krankenstand sind nicht die kurzen Erkrankungen, sondern die langen, über 4 Wochen. Wir müssen sehen, dass wir die Leute schneller Gesund bekommen, statt sie zu Gängen und zu verarschen.

Dietmar Johnen
Reply to  Eric_der _kein_Bier_trinkt
28 Tage zuvor

Getroffene Hunde bellen.

Joe
30 Tage zuvor

Wenn der Vorstand auf den deutschen Arbeiter verzichten will, dann wird er auch auf einen deutschen Stammkunden verzichten müssen. Auf mich zum Beispiel

Snoubort
Reply to  Joe
30 Tage zuvor

Vor ein, zwei Jahren hätte er noch geantwortet dass die deutschen Stammkunden irrelevant sind – ich würde mal sagen „dumm gelaufen“…

Bertram
30 Tage zuvor

In Ungarn gibt’s halt keine wohlstandsverwahrlosten Gutmenschen

Blubb
Reply to  Bertram
29 Tage zuvor

Ernstgemeinte Frage: Was haben Gutmenschen mit Jahresarbeitszeit (Unterschied von mehreren hundert Stunden) / Krankenfehlstand (teils mehr als doppelt so hoch in D) / Lohn- und Gehaltsniveau (Vielfaches) zu tun?

Bertibotte
Reply to  Blubb
29 Tage zuvor

Indem sie Energiekosten, Sozialabgaben, Steuern und Bürokratie in ungeahnte Höhen treiben

Wille
Reply to  Bertram
29 Tage zuvor

Gute Menschen gibt es dort. Gutsmenschen sind hier die Irren die auf Demos gegen Rächts, auf Regenbogen Pädo Demos abhängen, sich für Elektro Schwindel und Dachplatten einsetzen und die sich nun noch Klimaanlagen in das Haus bauen. Es sind alles Idiotentests.

maitre-d
Reply to  Wille
29 Tage zuvor

Ich dachte hier wäre ein Mercedes-Automobilforum, kein rechter AfD Sumpf.

Marco
Reply to  maitre-d
29 Tage zuvor

Hier treiben sich immer mehr Verstrahlte herum, es ist eine echte Pestilenz!!!

JM13
Reply to  maitre-d
29 Tage zuvor

Richtig, es ist hier ein Mercedes-Automobilforum und da hast du alle politischen Strömungen.

Swissbob
Reply to  maitre-d
29 Tage zuvor

Das hier ist der Blog, das Forum findest Du oben rechts.

Kleiner Tipp, dort geht es sehr gesittet zu.

Snoubort
30 Tage zuvor

Die sollen erst einmal lernen wieder Autos zu bauen die ihre Kundschaft möchte anstatt Gott und die Welt dafür verantwortlich zu machen dass die Chinesen kein Interesse an elektrischen Mercedessen mit egal wie viel Bildschirmen haben, und die Stammkunden kein interessiere an Materialkostenreduzierungen.

Tobson
Reply to  Snoubort
29 Tage zuvor

Die sind mehr mit sich und ihrer Außenwirkung beschäftigt. Keine Substanz, nur noch Hochglanz-Teflonmanager viel reden – nix sagen, mit mittlerweile null Glaubwürdigkeit. Man sollte einfach mal auf die Kunden hören und von seinem hohen Ross runterkommen, bevor es zu spät ist.

G Fahra
30 Tage zuvor

Dann kauf ich mir halt einen Porsche. Sollen doch die Heuschrecken ihre Autos in Ungarn verkaufen!

GT Cabrio
Reply to  G Fahra
30 Tage zuvor

Einen Cayenne aus Bratislava, meinst du?

Jürgen
Reply to  GT Cabrio
29 Tage zuvor

Bratislava liegt in der Slovakei

Marco
Reply to  Jürgen
29 Tage zuvor

Schon mal was von Ironie gehört?! 😉

JM13
30 Tage zuvor

Michael Schiebe scheint die Material-Mehrkosten u.a. durch CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism, das CO₂-Grenzausgleichssystem der EU) bei den Personalkosten wieder hereinholen zu wollen. Nur die Personalkosten anzusprechen, ist zu einfach und nicht authentisch, Herr Schiebe. Nur auf die Personalkosten zu schauen, ist asozial und trägt kein soziale Verantwortung für das Heimatland von Mercedes. Wenn Mercedes ähnlich anderer ausländischer Hersteller agiert, brauche ich mir keinen Mercedes holen, dann hole ich mir gleich das preisgünstigere Konkurrenzmodell. Das aktuelle Handeln des Vorstands ist Anti-Werbung für Mercedes, macht keine Lust auf eine Mercedes Bestellung und wird die Stückzahl schrumpfen lassen. Michael Schiebe und die anderen Vorstands-Personen müssen nicht nur die Personalkosten thematisieren, sondern sie müssen die gesamten politischen Rahmenbedingungen inkl. CBAM kritisieren und in ihrem Beziehungsnetzwerk ändern.

Phil Osovi
Reply to  JM13
30 Tage zuvor

Fragen Sie mal die Zulieferer von MB ob MB nur auf die Personalkosten schaut, oder auch die Einkaufspreise massiv gedrückt werden? Wie der ZUlieferer das macht ist dann sein Problem.

Maik
Reply to  Phil Osovi
29 Tage zuvor

Auch die Chip Lieferanten mal fragen, ob die die Chip-Preise senken oder dauernd erhöhen ?! Geht nicht nur in eine Richtung

Phil Osovi
Reply to  Maik
29 Tage zuvor

Mercedes verbaut direkt keine „Chips“, das tun die Zulieferer, die meistens nicht Chiphersteller sind. Außerdem gibt es eine Menge Zulieferteile die keine „Chips“ enthalten.

Hansi
30 Tage zuvor

Muss Schiebe jetzt den harten Hund für den wackelnden OK spielen, nachdem er maßgeblich mitverantwortlich an dem „schönen“ AMG GT 4 Türer ist? Ich meine nicht die Technik, ich meine die Optik und den peinlichen V8 Sound, den OK als den besten V8 den Mercedes je gebaut hat angepriesen hat – bitte wie peinlich kann man sein? Stimmt es, dass auch die elektrische E-Klasse nach Ungarn geht?

GT Cabrio
Reply to  Hansi
30 Tage zuvor

Für das Design des neuen GT kann der Herr Schiebe wohl nur bedingt was. Dafür war Gorden Wagener zuständig, der das Design aller Mercedes der letzten 15 Jahre verantwortet hat.

Bzgl. des V8-Sounds würde ich erst mal abwarten, wie der in echt wirkt. Nach allem, was man hört, sehr gut. Porsche geht diesen Weg ja beim Taycan jetzt auch in der Hoffnung, dass sich so die Absatzzahlen ein bisschen steigern lassen. Und wer den Sound nicht will, kann ihn ja immer noch abschalten.

Und ganz ehrlich, auch beim Verbrenner-V8 kommt der Sound im Innenraum seit Jahren größtenteils aus dem Lautsprecher, denn Turbolader, Ottopartikelfilter, schärfere Emissionsvorschriften etc. lassen vom „echten“ Sound ohnehin so gut wie nichts mehr durch. Und selbst außen muss man mittlerweile ziemlich „basteln“, damit außer Gebrummel noch irgendwas anderes hörbar ist.

Tobson
Reply to  GT Cabrio
29 Tage zuvor

Das glaube ich nicht, die Vorstände geben die Richtung vor und Gordon ist weg – die Frage ist warum.

Mit dem Sound, das mag sein. Absoluter Poserdreck! Früher hatte ein 63er noch 6,3 Liter Hubraum, der hat gebrabbelt, der hat gestunken der hat geröhrt und die Fehlzündungen waren echt….das waren Emotionen.

BlueLagoon
Reply to  Markus Jordan
29 Tage zuvor

Bis 20 km/h ist ein Außensound bei EVs ja sogar gesetzlich vorgeschrieben. Ob das jetzt ein Verbrenner-Imitier-Sound ist oder ein künstlicher Elektrosound, macht bzgl. Lärmbelästigung keinen wesentlichen Unterschied. Im Gegenteil, EV-Sounds sind oft vom Frequenzspektrum her penetranter ausgelegt, weil das Ziel ja gerade ist, dass man das Auto nicht überhören soll. Und lauter als ein Verbrenner darf der EV auch nicht sein. Ab 20 km/h hört man vom dem Außensound eh nicht mehr viel, weil die Reifenabrollgeräusche dann meist schon lauter sind.

BlueLagoon
Reply to  Tobson
29 Tage zuvor

Die Fehlzündungen waren echt?! Guter Witz. 😀 Die waren einprogrammiert. Nicht, weil dadurch die Performance gestiegen wäre, sondern einzig und allein, weil es Krach macht und manche Kunden offenbar darauf stehen. Gleiches gilt für das Brabbeln und Röhren. Klar, wenn die Zylinder fehlen und der Hubraum nicht vorhanden ist, wird’s schwerer, aber am Ende ist das alles Sounddesign. Derselbe Motor, der in AMG-Baumustern röhrt und brabbelt, gibt in der S-Klasse als 580er lediglich ein sehr dezentes Säuseln von sich, selbst unter Last. Verbrenner könnten (fast) genauso leise sein wie Elektroautos, wenn man das wollte. Umgekehrt können EVs natürlich auch so laut sein wie Verbrenner, wenn gewünscht. Ein Motorsound ist nur dann „emotional“, wenn man den absichtlich so designt, egal ob Verbrenner oder EV. Auch der ursprüngliche 63er hatte eine Abgasanlage, die auf einen sportlichen, möglichst lauten Sound getrimmt war (und zum Glück noch keine künstlichen Fehlzündungen).

Das Design des GT stand schon seit Jahren fest und späte Änderungen sind teuer. Natürlich gibt der Vorstand die Richtung vor und segnet alles ab, was Gorden entwirft. Die hatten ihn ja schließlich auch auf den Posten gesetzt und ihm da weitestgehend freie Hand gelassen. Wenn dem Vorstand seine Entwürfe nicht mehr gepasst hätten, hätten sie ihn ja schon längst rausschmeißen können. Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass Gorden in irgendeiner Weise zum Gehen gedrängt wurde. Der Vorstand hätte ihn sicher gerne behalten. Er hatte wohl einfach nach all den Jahren keinen Bock mehr, denke ich.

Und @Markus: Dank neuer Emissionsvorschriften hat sich das Thema Ruhestörung ja mittlerweile auch so gut wie erledigt.

Snoubort
Reply to  GT Cabrio
29 Tage zuvor

AMG hat schon seinen eigenen Designverantwortlichen, der jetzt gerade Gordens Nachfolge antreten durfte nachdem er die letzten Jahre eng mit M. Schiebe zusammengearbeitet hat. So funktioniert Karriere bei MB seit 2019.

GT Cabrio
Reply to  Snoubort
29 Tage zuvor

Schon klar. Aber der wurde nicht zu Gordens Nachfolger befördert, weil er bisher einfach gemacht hat, was er wollte, sondern weil er natürlich im Einklang mit Gordens Designlinie gearbeitet hat. Insofern ist seine Ernennung die Botschaft, dass die grundsätzliche Ausrichtung beim Design beibehalten werden soll.

So funktioniert Karriere in jeder Firma. Michael Schiebe und Ola Källenius wären ja auch blöd, wenn sie Leute auf wichtige Posten setzen würden, mit denen sie nicht gut klarkommen oder zu denen sie kein Vertrauen haben.

Morty
Reply to  GT Cabrio
27 Tage zuvor

Der Designer designt das was der Vorstand will.

Gimini
30 Tage zuvor

In Ungarn steht das zweite Werk ohne Innenausrüstung seid 2018 leer rum.

Kostenvorteil bei Strom und Gas, Mitarbeiter kosten nur 40 % wie in D.

Aber warum wird die neue C-Klasse eq genauso viel kosten wie ein GLC eq aus D.
Als 400er jeweils 70000,-€.

Von Brudermüller ein niederträchtiges Verhalten den Medien vorzuenthalten das die Mitarbeiter in D.
nur geringe / gekürzte Lohnerhöhung für 2025 1% und für 2026 nur 1,55% erhalten haben.

Erik
Reply to  Gimini
29 Tage zuvor

Genau dies.
K2 stand fast 8 Jahre ungenutzt rum. Lack, Rohbau, Halle. Ich glaube mich noch zu erinnern, dass der Lack sogar schon ausgerüstet war, da mal im Gespräch war dort Karossen zu Lackieren für Rastatt.
Was allein das an Anbschreibungen gekostet hat werden die niedrigeren Lohnkosten in Ungarn so schnell nicht rein holen.
Oder reden wir mal von Hambach. Da wurde doch locker auch eine halbe Milliarde in den neuen Rohbau und Lack rein gesteckt und die Ertüchtigung der Endmontage. Wir haben die Produktion von EQA und EQB dort fertig beplant und ein halbes Jahr vor SOP einfach mal alles verkauft an INEOS.
Oder der Verkauf von den 10% Tesla Anteilen. Tesla war zu dem Zeitpunkt ganz klar mit Model S der Führer in der E Mobilität, das Model X kam ein Jahr später. 2014 im Jahr des Verkaufs wurde das M3 angekündigt, was bis heute noch Leader in 400V Batterie und HV Antriebstechnik ist. Aber um den eigenen Profit einmalig zu pushen wurde das alles verkauft. Man stelle sich einen Mercedes seit 2018 vor, mit Tesle Model S und Model 3 Technik. Einfach konkurrenzlos.

Nein die Lohnkosten in Deutschland sind nicht die Probleme beim Daimler, die Management Entscheidungen sind es.

Fred
Reply to  Gimini
29 Tage zuvor

Auf die Gefahr mich zu wiederholen: Stromkosten für die Industrie sind in Ungarn sogar (etwas) höher als in D, Gas ist günstiger weil es massiv vom ungarischen Staat subventioniert wird. Lohnkosten machen in D 16% der Gesamtkosten aus. Überproportional hoch sind allerdings Managergehälter ab Ebene 3 aufwärts, ich würde ja die ins günstige Ausland outsourcen, z.B. nach Indien, die sagen den ganzen Tag „Ja“ zum Chef für einen Bruchteil des Geldes 😉

Eric_der _kein_Bier_trinkt
Reply to  Gimini
29 Tage zuvor

Es geht immer darum, einen größtmöglichen Preis durchzusetzen, egal ob ich in einem Werk ein paar Prozent Entstehungskosten sparen.

Klaus Tengg
30 Tage zuvor

Da gewinnt der Slogan „ Made in Germany“ eine ganz neue Bedeutung. Auch wenn gewisse Aussagen korrekt sind, die Schuld an der Misere von Daimler ist die Unfähigkeit und Inkompetenz des gesamten Vorstands. Mit Arroganz und Präpotenz wurde lange an der Luxusstrategie festgehalten und die Modellpolitik war großteils auf den asiatischen Markt ausgerichtet. Zusätzlich die verfehlte Strategie in der Elektromobilität kombiniert mit massiven Qualitätsproblemen. Mercedes muss sich wieder auf die alten Tugenden fokussieren und der Begriff „ Das Beste oder Nichts“ soll auch der Realität entsprechen. Dazu wird es aber eine personelle Erneuerung im Vorstand geben müssen, denn die momentanen Akteure sind dazu weder gewillt noch fähig den Stern vor dem Untergang zu bewahren.

harry
30 Tage zuvor

Wer redet eigentlich mal über die vielen Fehlentscheidungen die diese Herren OK, Schiebe etc. getroffen haben und Milliarden an Entwicklungskosten versenkt haben. Das China Geschäft ist definitiv vorbei. Die fahren jetzt schon allein aus Patriotismus ihre eigenen Marken. Jetzt versaut man es sich auch noch mit der deutschen Kundschaft. Motor aus China, Produktion in Ungarn. Die müssen sich damit abfinden das man in Deutschland nicht so kostengünstig produzieren kann wie in Ungarn. Für die hohen Energiepreise sind ausschließlich unsere Politiker verantwortlich. Die eigene Belegschaft jetzt so schlecht zu machen ist eine absolute Sauerei. Als die Renditen noch gestimmt haben und man sich die Taschen voll gemacht hat, wurde die selbe deutsche Belegschaft noch in den höchsten Tönen gelobt.

JM13
Reply to  harry
29 Tage zuvor

Zusätzlich zu den Energiepreisen sind die hohen Sozialabgaben, -steuern und Regulierungen große Nachteile in Deutschland.

Snoubort
Reply to  JM13
29 Tage zuvor

Die aber nicht die Ursache für fast 50% Rückgang in China in zwei Jahren sind…

JM13
Reply to  Snoubort
29 Tage zuvor

Korrekt, die aber dazu führen, dass der Kostenabstand zu anderen Ländern groß ist.

Rainer
Reply to  JM13
28 Tage zuvor

Die Steuern kann man ja umgehen, wenn man die Gewinne ins Ausland verlagert.
In einem Kommentar bei Heise hat einer mal gesagt, das Problem sind nicht die Regularien, sondern die Weigerung der meisten Unternehmer (in Deutschland) etwas auf eigenes Risiko zu unternehmen.

Tesla kannte ja die Vorschriften in Deutschland. Elon hat aber entschieden, dass das Rest-Risiko (das man alles zurückbauen muss) sehr gering ist und man deshalb mit Teilgenehmigungen schon mal vorab bauen kann.

Weil alles genau geregelt ist, kann man sein Projekt diesen Regeln anpassen und wenn man fähige Leute anstellt dafür, wird das dann auch genehmigt am Ende.

Tesla kann mit 40h Woche und leicht tieferen Löhnen scheinbar Gewinn machen in Deutschland – trotz politischem und gesellschaftlichen Gegenwind der so absurd wie beispiellos ist.

Wahrscheinlich werden in der Fabrik dann viele Sachen schon von vornerein digital erfasst und dann muss niemand von Hand wieder Daten von einem Excel ins andere verschieben für diese Berichtspflichten.

Unternehmertum bedeutet Risiko. Dafür bekommen die Leute da oben Millionen. Wenn sie das nicht auf die Reihe kriegen gibt’s Jobs als Briefträger.

Tesla ist auch die einzige westliche Auto-Marke in China, die dort noch sowas wie Respekt und Ansehen geniesst. Der Rest ist abgemeldet.

Alex
29 Tage zuvor

Dann soll doch der Kollege Schiebe mal anfangen und sein Gehalt an das ungarische anpassen. Komisch, macht er aber nicht. Warum nur.

Alex
29 Tage zuvor

Dann soll doch der Kollege Schiebe mal anfangen und sein Gehalt an das ungarische anpassen. Komisch, macht er aber nicht. Warum nur.

Jens
29 Tage zuvor

Der Schiebe ist an Arroganz und Dreistigkeit nur von Jens Spahn zu übertreffen.wo er war hat er nichts nachaltig geschaffen , sondern Erfolge seiner Vorgänger abgesurft. Das Missverständnis des neuen AMG versucht er zu vertuschen Die Vorwürfe gegenüber dem Standort Deutschland sind frech und sollen von den heftigen Managementfehlern ablenken. Der S Angriff auf die faulen Mitarbeiter zerschneidet das Tuch zwischen Belegschft und Vorstand. So jemand dürfte in einer ordentlich geführten Firma noch nicht einmal ein Trupp Azubi über die Straße führen

dolphins1893
29 Tage zuvor

Ob sich die Ungarischen Kollegen für ihre 1.000-1.300€ Nettolohn auch einen Mercedes leisten können?
Anstatt bei sich selbst und der Luxusstrategie zu zweifeln, sind natürlich wieder die hohen Lohnkosten schuld.
Wo könnte man heute stehen, wenn man als Zugpferd der Deutschen Automobilindustrie massiv auf den Ausbau der Elektroinfrastruktur bei der Regierung gepocht hätte, statt die Lobby dazu zu verschwenden am Verbrenner festzuhalten?
Als Mitarbeiter würde ich es mir nicht 2x überlegen müssen das Abfindungsprogramm anzunehmen. Sollen sie doch schauen wie sie als Billiganbieter aus Ungarn ihre überteuerten Karren verkauft bekommen. Es ist wirklich eine Schande, dass die, die es verbockt haben nicht persönlich in Haftung genommen werden können, immer ist der kleine Mann schuld.

HelpMan
Reply to  dolphins1893
29 Tage zuvor

Abfindungsprogramm ist leider abgelaufen. Würde es verlängert werden, würde ich keine Sekunde zögern und gehen.

D3P
Reply to  HelpMan
29 Tage zuvor

Kommt wieder am September 2026

DüdoVans
28 Tage zuvor

Das alles sind hinkende Vergleiche. Man muss auch die Lebenshaltungskosten berücksichtigen. Dazu die Fehlerhäufigkeiten in den jeweiligen Ländern. Da gibt es klare Tendenzen! Und es bringt ja nichts wenn sich Kunden im eigenen Land die Autos nicht mehr leisten können, egal wo sie herkommen! Wobei ich das tendenziell ganz anders sehe. Die Qualität muss wieder zurück zur unantastbaren langzeitstabilen Perfektion! Dafür dürfen die Fahrzeuge gerne teurer werden. Ich persönlich finde es ist inzwischen zu einem Massenprodukt geworden. Früher gab es einen E, einen S und einen SL. Dazu der G. Das hat gereicht, die Qualität war top, die Autos unkaputtbar. Es war etwas besonderes einen Mercedes zu fahren. Das ist heute bei weitem nicht mehr so. Autos sind Wegwerfartikel geworden. Und inzwischen kann sich ja jeder einen leisten. Ich finde das nicht gut.

Quenti
28 Tage zuvor

Was spart man denn eigentlich mit der Verlagerung?

  • Energie? Da eigene Kraftwerke praktisch kein Unterschied
  • Logistik? Eher teurer. Da Ungar nicht der große Abnehmer ist, sind die Transporte länger und teurer.
  • Lohn? Ja sicher. In Ungarn sollen bei MB um 2000€ sein. Da bekommt der hiesige Arbeiter viel mehr. Aber wenn ich mir anschaue wie wenige Arbeiter zum Teil nur noch in den Hallen rumlaufen frage ich mich wie viel man denn pro Auto einspart. Gibt es irgendwelche Anhaltspukte wie hoch der Lohnkostenanteil in der Produktion überhaupt ist?
Alexander Will
27 Tage zuvor

Es steht dem Schiebe frei, sich in ungarische Forint in der Höhe eines ungarischen Top-Managers entlohnen zu lassen. Dann würde er wirklich seinen Beitrag leisten.

Rainer
Reply to  Alexander Will
27 Tage zuvor

Ich habe damit keine persönlichen Erfahrungen, aber ich habe gelesen dass z.B. zwischen Deutschland und der Schweiz je höher man im Management geht desto weniger Unterschied in der Bezahlung existiert.

Wird mit Ungarn nicht viel anders sein.

Nur dass halt die Million in Ungarn a bissle weiter reicht, zumindest auf dem Papier.

In den diversen Listen mit „lebenswertesten Städten“ taucht Ungarn bzw. Budapest dann aber eher weiter hinten auf, wie das halt so ist mit Ländern wo die Schere weit auseinander geht und der Boden ziemlich tief unten ist….

Frisörmicha
13 Tage zuvor

update:in Ungarn müssen die Atomkraftwerke runtergefahren werden, da di Donau nicht genug Wasser führt. Dacia und Ford setzen bis 19.8 dieProduktion aus. Mal schauen wann auchMB dazu gezwungen ist. Soviel zum ‚Thema Strompreis und Versorgungssicherheiit

Hans
9 Tage zuvor

vorläufig 3 Wochen Produktionsausfall wegen Strommangel. in D würde jetzt der Staat mit Kurzarbeiter Geld einspringen
Da hat sich der so schlaue Schiebe mal wieder verzockt

Hans
9 Tage zuvor

vorläufig 3 Wochen Produktionsausfall wegen Strommangel. in D würde jetzt der Staat mit Kurzarbeiter Geld einspringen
Da hat sich der so schlaue Schiebe mal wieder verzockt.