Rückzug mit Signalwirkung: Warum der DRIVE PILOT Verzicht ehrlich & notwendig ist

Mercedes-Benz galt lange als einer der wenigen Hersteller, die den Mut hatten, das Thema autonomes Fahren nicht nur zu versprechen, sondern in die Serie zu bringen. Der DRIVE PILOT der S-Klasse bzw. im EQS war mehr als ein Assistenzsystem – er war ein Statement. Umso größer ist nun die Aufmerksamkeit, die der Verzicht auf das Level-3-System im Zuge der Modellpflege der S-Klasse erzeugt. Doch so überraschend dieser Schritt auf den ersten Blick wirkt, so folgerichtig ist er bei näherer Betrachtung.

Der DRIVE PILOT war technisch  beeindruckend, aber praktisch oft bedeutungslos. Wer ihn je im Alltag nutzen wollte, brauchte Geduld, Glück – und sehr spezifische Umstände. Freigegebene Autobahnabschnitte, passende Verkehrslage, ideales Wetter, moderate Geschwindigkeit. Autonomes Fahren fühlte sich weniger nach Freiheit an als nach einem seltenen Sonderfall. Für ein System, das einen erheblichen Aufpreis kostete und enorme technische Ressourcen band, ist das eine ernüchternde Bilanz.

Mercedes zieht nun die Konsequenz – und das verdient Respekt. Denn in einer Branche, die seit Jahren von vollmundigen Autonomie-Versprechen lebt, ist ein Rückzug kein Zeichen von Schwäche, sondern von Realismus. Autonomes Fahren auf Level 3 ist kein evolutionärer Zwischenschritt, sondern ein juristischer, technischer und wirtschaftlicher Sonderfall. Der Moment, in dem die Verantwortung vom Menschen auf die Maschine übergeht, macht Systeme teuer, komplex und schwer skalierbar.

Gleichzeitig offenbart der Schritt ein grundlegendes Missverständnis der vergangenen Jahre: Kunden wollten nie Autonomie um jeden Preis. Sie wollten Komfort, Entlastung, Sicherheit – und vor allem Verlässlichkeit. Moderne Level-2-Systeme können heute genau das bieten: stressfreies Fahren im Stau, souveräne Autobahnassistenz, spürbare Entlastung im Alltag. Der Unterschied: Der Fahrer bleibt verantwortlich. Und genau das scheint derzeit die ehrlichste Lösung zu sein.

Natürlich kratzt der Verzicht am technologischen Selbstverständnis der Marke. Die S-Klasse war stets das Schaufenster des Machbaren. Doch Prestige entsteht nicht durch das, was theoretisch möglich ist, sondern durch das, was im Alltag überzeugt. Ein System, das fast immer verfügbar ist, schlägt eines, das nur gelegentlich glänzt.

Der DRIVE PILOT war seiner Zeit voraus – nicht technologisch, sondern gesellschaftlich und regulatorisch. Weder Infrastruktur noch Gesetzgebung noch Kundenmentalität sind bereit für einen breiten Level-3-Einsatz. Das Eingeständnis dieser Realität ist kein Scheitern, sondern ein notwendiger Zwischenschritt.

Der eigentliche Fortschritt liegt nun darin, das autonome Fahren von seinem Mythos zu befreien. Weniger Vision, mehr Nutzen. Weniger Demo, mehr Alltag. Wenn Mercedes diesen Weg konsequent weitergeht, könnte der Verzicht auf den DRIVE PILOT rückblickend als das gelten, was er wirklich ist: ein seltener Moment industrieller Ehrlichkeit.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

57 Kommentare
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Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Ob Tesla und China das auch so sehen?

Matthi
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Tesla und die Chinesen haben halt mit die krassesten KI-Stacks der Welt. Ohne sowas braucht man das Thema autonomes Fahren auch gar nicht erst zu beackern. Es klingt hart, aber Autobahn-Rumgegurke ist das Maxium, was die deutschen Autohersteller aus ihren Systemen rausholen können. Das hat man jetzt bei Mercedes eingesehen.

Ist auch keine Schande. Selbst Apple als reichstes Unternehmen musste feststellen, dass sie es nicht schaffen, eigene KI-Modelle zu entwickeln und kauft jetzt bei Google Gemini zu.

Es war halt nur extrem naiv von vielen Leuten hier zu denken, dass ausgerechnet die deutschen Autohersteller, die immer noch damit strugglen, flüssige Software zu programmieren, da in irgendeiner Weise mithalten können, komplett ohne eigene KI-Strategie und ohne das Thema auch nur ansatzweise in den eigenen Kernkompetenzen zu haben.

Das Level 3 System war gut für bisschen Markting-Blabla, aber nichts daran ist skalierbar. Jetzt muss man halt das zweitbeste machen und die Technik bei Nividia einkaufen. Bin zwar kein Freund davon, solche kritischen Dinge immer auszulagern, aber es gibt einfach kein Szenario, in dem irgendeine deutsche Firma das Thema KI auch nur im Ansatz auf die Kette bekommt.

Lackfarbe
Reply to  Matthi
1 Monat zuvor

Genau so sieht die Realität aus.

Aber wie hieß es immer wieder?

>Tesla bäh, Mercedes so weit voraus
>Tesla ist ja nur X, Mercedes doch schon X+Y

Hinweise, dass Tesla mit „nur“ X bereits im Einsatz ist, während es X+Y von Mercedes von den Pressemitteilungen nicht in den Straßenverkehr schafft, wurden immer wieder… veräppelt.

Nunja, jetzt schlägt halt die Realität auch in den Pressemitteilungen durch.

Womöglich will es auch jetzt der ein oder andere Verfechter von X+Y bereits von Anfang an gewusst haben 😉 es wird sich zeigen.

Jungs und Mädels, lasst es mich so formulieren:

Nach all den vielen Jahren ist selbst Tesla gerade einmal auf dem aktuellen Stand.

Weiter sind sie selber noch nicht.

Bis jetzt ist aber auch kein anderer auch nur ansatzweise an ihnen dran. (PKW)

Beispiel? RIVIAN: https://youtu.be/yoQzld8B4Zg (englisch)

Mercedes kann und soll jetzt, wie alle anderen auch: aufholen, aufholen, aufholen

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Lackfarbe
MartinBerlin
Reply to  Lackfarbe
1 Monat zuvor

Tesla bäh bleibt bestehen und wird sich die kommenden Jahre weiter verabschieden. Jeder der einen Tesla will, hat mittlerweile einen, zeigen die Verkaufszahlen eindeutig und es wird weiter bergab gehen.
Die offizielle Begründung von Mercedes scheint da schlüssig, warum in der aktuellen Lage so viel Geld da rein stecken, wo gar keine Nachfrage besteht? Wer will denn ein Auto haben was alleine fährt? Und dann noch die ganzen politischen und versicherungstechnischen Regelungen, bis das sich gewinnbringend verkauft bin ich wahrscheinlich schon in Rente und ich bin keine 40 Jahre alt. Nur hätte man vorher drauf kommen können, das stimmt. Stand heute ist Mercedes hier aber technisch sehr gut dabei, auch gerade was die Regularien mit dem Gesetzgeber betrifft, das blaue Licht bei selbstfahrenden Auto z.B. ist als Standard für alle Marken definiert und kommt von MB. Die nächsten Jahre wird man nur hören „er könnte Level 4″….

Ralf
Reply to  Lackfarbe
1 Monat zuvor

Das ganze wurde aber auch davon getriggert, dass andere Hersteller immer wieder behaupten, sie hätten autonomes Fahren („Full Self Driving“), was einfach nicht stimmt, da der Fahrer verantwortlich ist. Dieses Verhalten wurde auch schon von Gerichten untersagt, weil Menschen dann glauben, sie könnten während der Fahrt schlafen.
Wenn dann ein Hersteller um die Ecke kommt, wo man quasi wirklich schlafen kann, ist man ganz pikiert – gerade wenn dann das auch noch laut sagt.
Der Kommentar zeigt ja schon, wie krampfhaft man jetzt angebliche Realitäten beschreibt…

Dass die deutschen/europäischen Hersteller dran bleiben müssen, steht außer Frage. Aber 5 Cent für jeden Artikel, der die deutsche Automobilindustrie in den letzten 50 Jahren abschreibt, und Elon wäre ein armes gegen. 😉

Dr. Alexander
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Wen interessiert das?

Dr. Alexander
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

Diverse Absatzmärkte. Eigentlich alle.

Snoubort
Reply to  Dr. Alexander
1 Monat zuvor

In dem Fall hat Elon das tatsächlich schon immer so gesehen

Joe Mansforp
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Stern, keine gute Quelle für Technikthemen.

FSD zeigt ja seit langem, dass Vision only gut funktioniert.

Die ganzen Lidar-Lieferanten gingen Pleite.

Dr. Alexander
Reply to  Joe Mansforp
1 Monat zuvor

Chris Mansfap, es ändert aber nichts an den Tatsachen.

Ralf
Reply to  Joe Mansforp
1 Monat zuvor

Mh, zeigen das die tödlichen Unfälle auch?

Snoubort
Reply to  Joe Mansforp
1 Monat zuvor

Mir hi g es ja genau darum – Elon hat das schon immer gesagt

Philipp W.
1 Monat zuvor

Wooow wie man jetzt das Versagen auch noch schön reden will. In einem Jahr steht bei mir ein neues Auto an. Auf jeden Fall wird es Level 3 haben, mal schauen bei welchem Hersteller

Jonas
Reply to  Philipp W.
1 Monat zuvor

Gibt ja sonst niemanden anderen. Aber ich denke, ein Verzicht auf ein Automobil könnte auch sinnvoll sein.

Alex
Reply to  Jonas
1 Monat zuvor

Das weiß er halt nicht, aber hauptsache mal einen rausgehauen…..

Hansi
Reply to  Philipp W.
1 Monat zuvor

Keiner gibt dir Level

Pano
Reply to  Philipp W.
1 Monat zuvor

Wenn es ein neues Auto mit Level 3 werden soll, könnte es mit 2027 eng werden. Wir sind gespannt welches es wird und wie die Erfahrung im Alltag sein wird.
Grüße
Pano

Carsten
1 Monat zuvor

Die meisten Autofahrer wollen kein totales autonomes Fahren. Von daher war dieser Schritt gut.

Denn selbst Autofahren hat auch viel mit Emotionen zu tun. Das ist nicht nur stupides Lenken, Gas geben und bremsen. Es ist eine Symbiose aus Mensch und Maschine.

Und dieses Gefühl geht meines Erachtens durch totales autonomes Fahren verloren. Teilautonom ist ok, aber nicht vollautonom.
Sonst bräuchten wir auch keine Formel 1 mehr mit Menschen.Dann könnten wir in jedes Auto einen Computer einbauen, und das Team, welche die beste Elektronik hat, gewinnt.

Vorallem glaube ich, daß die Hersteller das autonome Fahren nur forcieren (wollen), daß man mehr Dinge während der Fahrt machen kann (telefonieren, Büroarbeit usw.). Aber das halte ich für einen Irrweg. Finde es gut, daß bestimmte Dinge aus Ablenkungsgründen verboten sind (zumindest in Deutschland) und hoffentlich auch weiter verboten bleiben.

Denn letztendlich hat der Fahrer die Verantwortung. Ich glaube nicht, daß ein Hersteller alle Haftung freiwillig übernehmen würde, welche durch autonome Fahrzeuge entstehen. Man kann nicht alle Risiken auf sich nehmen, zumal es für einen Hersteller bzw. eine Versicherung nicht finanzierbar wäre, bei der Vielzahl der Fahrzeuge.

Cornelius
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Doch, Mercedes hat beim Level 3-Fahren die Haftung übernommen.

Philipp W.
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Geht vielleicht dir so. Auto fahren ist für mich 0 Emotion und 100% möglichst entspannt von A nach B. Und das geht den Menschen in meinem Umfeld genauso. Da erzählt keiner was wie ein Autoblogger von Fahrenoptionen. Das überhaupt Leute sowas verbinden finde ich fast traurig.

Wie dem auch sei für mich ist jedes Auto was technisch so hinterher hinkt nicht kaufbar. Ich habe momentan Level 2+ oder wie sich das schimpft, das nächste Auto hat mindestens Level 3 egal ob da dann ein Stern drauf ist oder nicht.

MartinBerlin
Reply to  Philipp W.
1 Monat zuvor

Klingt sehr traurig, du und dein Umfeld…keine Emotionen mehrwo soll das nur hinführen? Ich selbst bin Baujahr 91 und kenne leider auch immer mehr Philipps, behalte seit C aber eh im Auge wen ich in mein Umfeld lasse, wird kleiner aber deutlich besser

S450
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Wir leben halt in einer Rentnerrepublik. Mal abgesehen von den paar Arbeitnehmern in der Teppichetage liegt die Kohle für die Kisten doch noch allerhöchstens bei unseren Geronten. Und die muss man so lang wie möglich „befähigen“ am Straßenverkehr teilzuhaben.

Ich habe auch nie den Baustellenassistenten bei BMW verstanden. Wenn du Schiss in der Buchse hast, deinen X5 auf der linken Spur in einer Baustelle zu fahren (sofern er das aufgrund seiner Breite überhaupt dürfte), dann häng dich hinter einen LKW und schwimm die paar KM im Verkehr mit.

Autonomes fahren war (linksabbiegen an einer Ampelkreuzung) hinsichtlich der aktuellen Technik immer eine Todgeburt. Sofern nicht alle Autos miteinander vernetzt sind, wäre das technisch eh ein äußerst komplexes unterfangen. Das Problem ist halt, dass die Automobilindustrie nicht wirklich mehr Innovationen zu bieten hat.

Klar in unserer mehr und mehr extrovertierten, egozentrischen Gesellschaft ziehen ein paar Blinkanimationen und fancy Leuchtbänder an Heck oder um Niere und Grill aber (wtf) das braucht doch real keine Sau. Deshalb musste die Sau des autonomen Fahrens durchs Dorf getrieben werden.

Es wäre volkswirtschaftlich der Horror, wenn die deutsche Automobilindustrie krachen geht. Es wäre für uns Liebhaber der deutschen Ingenieurskunst ein Jammer.

Aber bei Dieselskandal, der Logik von Aktiengesellschaften, Hybris und dem Streben den Kunden fürs Auto zu finden und nicht das Auto für die klassische Klientel zu bauen, wärs für die allermeisten Autobauer wohlverdient.

Phil Osovi
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Auf einer Strecke von 600 Kilometer mit 95% Autobahnanteil habe ich ganz genau null Emotion. Da wäre ich froh etwas anderes machen zu können.
Über einen Bergpass sieht die Sache anders aus, ich muss aber das autonome Fahren nicht einschalten 😉

Marc W.
Reply to  Phil Osovi
1 Monat zuvor

Naja, auch da gibt es dutzende Nuancen. Kasseler Berge, Optimierung in der Streckenwahl (A71?), Feinabstimmung bei Stauprognosen (A59?) usw. Im richtigen Boliden bleibt Emotion, es sei denn, man muss es täglich absolvieren.
Nichts spricht dagegen, das Auto machen zu lassen (bis 130km/h), aber eben konzentriert letztverantwortlich zu bleiben.
Weiß nicht, ob ich -jenseits der Erprobung- einem System mein Leben anvertrauen würde, wo auch andere, noch redundantere „737 MAX“ einen ins Verderben befördern können.

TheTurbo
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Ich fahre bis zu 40k km pro Jahr und würde sofort auf autonomes Fahrzeug wechseln. Warum sich noch dem Stress antun? So viel verlorene Lebenszeit. Das Auto der Zukunft wird eher aussehen wie ein Wohnzimmer und nicht mehr wie ein klassisches Auto.

Lackfarbe
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Die meisten Autofahrer wollen kein totales autonomes Fahren.

stopped reading right there

MartinBerlin
Reply to  Lackfarbe
1 Monat zuvor

Schade, hättest weiter lesen sollen. So wird das nix mehr mit unserer Gesellschaft…

Carsten
1 Monat zuvor

Sie sollen erstmal die Qualität der Fahrzeuge wieder auf das Niveau von früher bringen. Beim CLA gibts schon für einige Fahrzeuge den ersten Rückruf. Hier findet man leider nichts davon.

Hr.Schmidt
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Carsten, Carsten, lies doch bitte noch einmal die Überschrift und gleiche deinen Kommentar ab. Das ist so der adäquate Schritt, den du analog MB mal vornehmen müsstest. 😉

Carsten
Reply to  Hr.Schmidt
1 Monat zuvor

Ich habe schon richtig gelesen. Ich habe das nur hier gepostet, weil eben kein Beitrag es zu den Rückrufen gibt. Vielleicht wäre es sinnvoll mal auch eine Rubrik auf der Homepage zu erstellen, wo Anwender Neuigkeiten zu MB posten können. Denn manchmal hinkt man hier auch hinterher mit den News.

Western
Reply to  Carsten
1 Monat zuvor

Die Rückrufe wurden schon längst gemeldet.

Cornelius
1 Monat zuvor

„Weniger Vision, mehr Nutzen“: Der Nutzen ist höher, wenn man sich während dem Fahren auf etwas anderes konzentrieren kann, und das geht legal nur ab Level 3. Klar, die Tesla-Fahrer machen während der Fahrt auch etwas anderes, obwohl ihr Auto nur teilautonom fährt, aber dafür gibt es hin und wieder mal einen tödlichen Unfall.

Klar ist, dass man bei Level 3 noch einen weiten Weg vor sich hatte, das System in allen Fahrsituationen verfügbar zu machen und bis dahin ist das System ein klarer Verlustbringer.

Das ist aber bei der Elektromobilität nicht anders, auch da dürfte die Entwicklung und Produktion einer immer breiteren Produktpalette mehr kosten als man mit den Autos bei den aktuell kleinen Stückzahlen verdient. Vielleicht sollte man mal hier überlegen, wie viele Kunden es nützlich finden, für 300 km Reichweite 20 min an der Ladestation zu stehen. Klar, es gibt seit Jahren die Hoffnung, mit der Feststoffbatterie ändert sich das alles, aber vielleicht sollte man auch hier mal industrielle Ehrlichkeit anwenden.

Carsten
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

Sehe ich anders. Autofahren bleibt ein „Fulltime Job“ und erfordert, – egal ob teilautonom oder autonom die volle Konzentration des Fahrers. Andere Dinge wie Büroarbeit gehören nicht ins Auto. Es sei denn es macht jeman Anderes auf der Rückbank und nicht der Fahrer selbst, so wie das bei Politikern mit Chauffeur der Fall ist. Da wird das Auto für solche Personen auch zum Arbeitsplatz.

Aber wer 1,5 t oder mehr Gewicht, und viel PS steuert, und Geschwindigkeiten fährt, die ein Mensch auch nicht leisten kann – also eine Vielzahl dessen, was das Gewicht und die Kraft eines Menschen bedeutet, sollte hochkonzentriert sein, hinter dem Lenkrad eines solchen Boliden.

Und daß manche diese physikalischen Gegebenheit noch nicht begriffen haben, sieht man daran, daß heute viele während der Fahrt telefonieren, trommeln usw.
Einfach nochmal drüber nachdenken: Wieviel Meter lege ich bei welcher Geschwindigkeit zurück, wie lange wäre mein Bremsweg, wie ist meine Reaktionszeit, wie sind die Kräfte, wenn 1,5 t auf ein Hindernis bei Geschwindigkeit X anprallen.
Und wer sich das vor jeder Autofahrt mal überlegt, fährt auch ganz anders.

Andy
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

Ich fahre den EQS 450+. Ein gutes Auto was die Reichweite anbetrifft. Ich bin im Sommer nach Kroatien (Insel KRK) gefahren und musste unterwegs einmal laden. In Deutschland bin ich zwischen 140 und 160 km gefahren und im Ausland die vorgeschriebenen 130 km.
Im September bin ich an den Timmendorfer Strand gefahren. Diesmal bin ich etwas schneller gefahren. Dort wo es ging bin ich immer zwischen 160 und 190 km gefahren. Bis Hannover waren es 400 km das ich nach 3 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 133 km erreichte. 80 km waren noch an Restreichweite vorhanden. Einmal nachladen und dann reichte es bis zum Timmendorfer Strand. Es geht auch mit den heutigen E Autos schon einiges.
PS: Mercedes testet schon seit 2024 mit dem EQS neue Batterietypen mit Reichweiten von 1200 km. Mit dem neuen CLA können sie in 10 Min. 300 km nachladen. In China laden die aktuell in 5 Min ihre Batterien voll. Noch ein Jahr Geduld dann können es hoffentlich auch die Deutschen.

Snoubort
1 Monat zuvor

Gut geschrieben

41er
1 Monat zuvor

Klar will ich, dass mein Auto autonom fahren kann und zwar vollkommen. Das schöne ist, die Wahl zu haben. Wenn ich Emotion möchte, setze ich mich in meinen 30 Jahre alten Verbrenner mit Schaltgetriebe und nicht in einen teilelektrischen Panzer mit hochgezüchtetem China-Verbrenner – das reicht mir am Wochenende oder im Urlaub. Auf meinem Weg zu Arbeit brauch ich das nicht, da kann ich auch Bahn fahren.

Ich hoffe mal, dass Mercedes das autonome Fahren bis zu meiner Rente hinbekommt.

npl
1 Monat zuvor

Schon ein bisschen Gehirnakrobatik, sich das so schönzureden, dass man Mercedes für diesen Entfall Respekt zollen soll.

S450
Reply to  npl
1 Monat zuvor

Und er kommt zu dem Ergebnis:
„Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil“, so schließt er messerscharf,
„nicht sein kann, was nicht sein darf.“

XRT80
Reply to  S450
1 Monat zuvor

Wie ungemein passend! Noch passender wäre das ganze Gesicht . Wundervoll!

Rainer
1 Monat zuvor

Die Wahrheit ist halt, dass diese SAE-Level letztlich nichts mit der Realität zu tun haben. Bzw. wie sich das „autonome“ Fahren in der Realität entwickelt.

Ralf
Reply to  Rainer
1 Monat zuvor

Noch nicht. Level 3 wird kommen und es ist gut arbeitet man dran.
Genauso hat man in den 70ern schon an Navis gearbeitet. Technik fällt nicht vom Himmel.

Bernhard
1 Monat zuvor

Im globalen Wettbewerb ist die Aufgabe der Weiterentwicklung des autonomen Fahrens gleichzusetzen damit dass bspw. Google die Weiterentwicklung seiner KI (Gemini) abkündigt.

Das ist seitens MB spektakulär mutig (oder spektakulär dumm??). Angesichts der bisherigen Entscheidungsqualität von Kalennius wohl Letzteres.

Auch ich sehe für mich in Autonomem Fahren auf Level 3 keinen Komfortvorteil. Aber hier geht es um Zukunft und nicht um Befindlichkeiten vom ein paar gestrigen Petrolheads (wie mir).

Joe Mansforp
Reply to  Bernhard
1 Monat zuvor

Korrekte Analyse.

Autonomes Fahren ist selbstverständlich die Zukunft.

Alleine aus Sicherheitsgründen schon.

Merkels Benz
1 Monat zuvor

Ziemliches PR-Chaos

Benzon
1 Monat zuvor

Man muss nicht alles machen, was man könnte um jeden Preis! Die Kundschaft, die das möchte, ist wohl doch nicht so groß.

Tijo
1 Monat zuvor

Ich fahre seit Jahrzehnten Mercedes. Seit 15 Jahren immer mit Distronic an Bord. Es ist mir zu nervig sie ständig anzutriggern. Folgendes kann ich einfach nicht nachvollziehen. Warum gibt es nicht den Modus bei dem das System grundsätzlich unterstützend eingreift ohne dass man extra den Tempomat aktivieren muss. Wenn man im Verkehr auf ein langsameres Auto oder Hindernis auffährt, sollte das System grundsätzlich sanft eingreifen. Überstimmen kann man mit Gas geben sowieso. So ähnlich funktioniert es besispielweise beim CLA EQ wenn man Rekuperation auf AUTO stellt. Es erschließt sich mir nicht, weshalb ein mit Distronic ausgestattetes Auto bei einem stehenden oder langsamen Vordermann weiterfährt.

Ralf
Reply to  Tijo
1 Monat zuvor

Die Hybride bei Mercedes können das in „D Auto“ auch. Ich will kein Auto mehr ohne dem Feature…

PupNacke
Reply to  Ralf
1 Monat zuvor

Die mit ISG verzögern auch merklich. Sogar mein GLC300 x253 der zwar EQ Boost hat aber kein ISG (weniger Verzögerung als im S206 von einem Freund)

Verbrenner
1 Monat zuvor

„Kunden wollten nie Autonomie‘ – das ist der springende Punkt. Wer von seinem Auto gefahren werden möchte, setze sich doch besser direkt in einen Zug.

schwob
1 Monat zuvor

Wie viel Geld da in den Sand gesetzt wurde wird man nie erfahren, in MUC war man da ein bisschen klüger (und leider nicht nur da). Die Summer der falschen Entscheidungen der letzten Jahre ist erschreckend.

michael
1 Monat zuvor

Für mich ist das tatsächlich irgendwie eine Enttäuschung. Ich hatte die Hoffnung dass das System künftig in den übrigen Modellreihen ebenfalls angeboten wird.

Bei der S-Klasse ist der Aufpreis – prozentual gesehen – sicherlich am geringsten und die Strahlwirkung dieses automobilen Aushängeschilds auch sehr groß, allerdings werden (vermutlich) die wenigsten S-Klassen als Kilometer-Fresser genutzt werden.

In meinem Anwendungsfall wäre das ein ernsthaftes Upgrade in der Nutzbarkeit des Fahrzeuges gewesen – auf Langstrecke die Verantwortung über längere Distanzen abgegeben und produktivere Dinge tun. Dabei auf die unzuverlässige und zeitlich rigide Bahn verzichten – traumhaft.

10.000 Aufpreis dafür wäre es mir tatsächlich wert, da gibt man für irgendwelchen Mumpitz schnell ähnliche Summen aus (Panoramadach, Felgen, Lack, Sitzbezüge,…)

schwob
Reply to  michael
1 Monat zuvor

Das Problem ist simpel, das was du dir wünscht ist aktuell (und auch in absehbarer Zukunft) nur extrem eingeschränkt möglich, Wetter, Strecke, Geschwindigkeit etc. müssen genau passen, das ist kaum vernünftig kommunizierbar.

Tobson
1 Monat zuvor

Ja, Mercedes tâte gut daran, wenn man sich mal wieder auf ein gutes, weniger kindisches Design konzentriert kombiniert mit überragender Qualität. Technisch mache ich mir keine Sorgen, das ist schon allererste Sahne, das meine ich ernst!

Vhris
1 Monat zuvor

Und was ist mit Taxis? Ich denke, viele Leute haben kein Problem, sich wie auch in den USA langsam von autonomen Fahrzeugen von A nach B fahren zu lassen, oder auch Busse sowie LKWs. Dafür haben wir in Deutschland in jedem Fall einen Bedarf, und es wäre schön, wenn Mercedes den Weg gehen würde, diese Richtung auszubauen. Denn wenn wir es nicht machen, werden andere wieder bei uns einfach die Stelle wegnehmen und wir bezahlen schön für den externen Dienstleister.

Joel
1 Monat zuvor

Ist Level 3 für immer weg oder nur für das nächste Facelift der S-Klasse?