40 Hektar Fläche mit mehr als 1.500 Bäumen als Bühne für die ganze Bandbreite der automobilen Klassik sowie über 1.200 kostenlose Parkplätze für Oldtimer und Young Classics: Der „Green Park“ am Rhein in der Nähe der Messe Düsseldorf ist der neue Veranstaltungsort der Classic Days, die in diesem Jahr vom 5. bis 7. August 2022 stattfinden. Seit 2006 haben sich die Classic Days rund um Schloss Dyck als eine der besonders renommierten Veranstaltungen der Klassikkultur etabliert.

Mercedes-Benz Classic präsentiert als Kooperationspartner der Classic Days bei diesem „Festival of Culture & Motoring-Lifestyle“ herausragende Fahrzeuge der sportlichen Markentradition aus 120 Jahren: Im Paddock, das der sportlichen Tradition der Marke gewidmet ist, sind Fahrzeuge von 1902 bis heute zu erleben. Ein Highlight dabei ist der Mercedes-Benz SSKL Avus-Rennwagen mit Stromlinienverkleidung, der bei Demonstrationsfahrten auf der 1,8 Kilometer langen Strecke mitten im Gelände der Classic Days zu erleben ist. Mit dem Vorbild dieses 2019 von Mercedes-Benz Classic mit hoher Authentizität rekonstruierten Einzelstücks gewinnt Manfred von Brauchitsch vor 90 Jahren das Internationale Avus-Rennen 1932. Der Rennsieg am 22. Mai 1932 verhilft von Brauchitsch im Autorennsport zum großen Durchbruch – und ebenso der Aerodynamik im Automobilbau.

Ein authentischer Nachbau des Benz Patent-Motorwagens von 1886, dem ersten Automobil der Geschichte, ist im „Green Park“ unterwegs. Besonderer Clou dieses Gastspiels ist eine Darstellerin von Bertha Benz in zeitgenössischer Kleidung. Bertha, die Ehefrau des Automobilerfinders Carl Benz, unterstützt ihren Mann maßgeblich bei seiner wegweisenden Erfindung. 1888 unternimmt sie außerdem die erste Fernfahrt mit einem Automobil von Mannheim nach Pforzheim. Gegenüber dem Paddock von Mercedes-Benz Classic empfängt bei den Classic Days die Hospitality der Marke mit dem Stern Mitglieder der anerkannten Markenclubs.

Geschichte der automobilen Sportlichkeit aus mehr als 120 Jahren

Faszinierende Begegnungen von Fahrzeugen verschiedener Epochen prägen den Auftritt des ältesten Automobilherstellers der Welt bei den Classic Days. So tritt der Mercedes-Simplex 40 PS, ein Supersportwagen aus dem Jahr 1902, in einen ästhetischen und technologischen Dialog mit dem Vision Mercedes Simplex aus dem Jahr 2019. Das große Jubiläum „70 Jahre SL“ gibt den Rahmen für zwei Fahrzeuge aus der einzigartigen Tradition dieser Sportwagen: Der Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194) mit der Chassisnummer 5 aus dem Jahr 1952 steht für den Beginn der SL-Historie. Ein aktueller Mercedes-AMG SL 63 4MATIC+ (Kraftstoffverbrauch (WLTP) gesamt (kombiniert): 13,0–12,5 l/100 km; CO₂-Emissionen (WLTP) gesamt (kombiniert): 294–282 g/km) schlägt den Bogen über sieben Jahrzehnte hinweg in die Gegenwart.

In enger Kooperation mit der Mercedes-Benz Niederlassung Rhein-Ruhr werden zudem die aktuellen vollelektrischen Modelle Mercedes-Benz EQS 580 4MATIC (Stromverbrauch (WLTP) kombiniert: 21,3–17,7 kWh/100 km; CO₂-Emissionen (WLTP) kombiniert: 0 g/km) und EQE 350+ (Stromverbrauch (WLTP) kombiniert: 18,7–15,9 kWh/100 km; CO₂‑Emissionen kombiniert: 0 g/km).

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Die Classic Days 2022 im „Green Park“ greifen auf, was Protagonisten der Klassikszene, Rennfahrer und weitere Persönlichkeiten der Motorsporthistorie sowie alle anderen Besucher am Wasserschloss Dyck über die Jahre schätzen gelernt haben: eine stilvolle Inszenierung von Klassikern aller Art bis hin zu außergewöhnlichen Rennwagen, im Zentrum des Geschehens die Demonstrationsfahrten auf der Rundstrecke, dazu viele bunt gemischte Paddocks und Clubareale. Dies alles gehört zu einer großen Gartenparty des automobilen Klassiksommers, genauso wie eine gute Stimmung und kulinarische Pausen auf der Picknickwiese.

Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic bei den Classic Days 2022

Benz Patent-Motorwagen, 1886

Einsatz: dynamisch

Am 29. Januar 1886 wird der Traum des Carl Benz wahr: Der Mannheimer Konstrukteur meldet sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Die Patentschrift zum DRP 37435 gilt als Geburtsurkunde des Automobils und prägt den Namen Patent-Motorwagen. Das erste Automobil der Welt ist eine eigenständige Konstruktion, bei der Motor und Fahrgestell eine organische Einheit bilden. Benz hat es als Dreirad ausgeführt, da er von der bei Kutschen üblichen Drehschemellenkung nicht überzeugt ist. Die entscheidende Leistung von Carl Benz besteht in der Konsequenz, mit der er seine Vision vom „Wagen ohne Pferde“ Realität werden lässt: Er hat die Idee eines Motorwagens, lässt ihn patentieren, konstruiert, baut und erprobt ihn. Er bringt das Fahrzeug auf den Markt, produziert es in Serie, entwickelt es weiter und macht seine Erfindung damit nutzbar. Der Benz Patent-Motorwagen läutet eine neue Ära der individuellen Mobilität ein. Mercedes-Benz Classic präsentiert auf den Classic Days im „Green Park“ eine originalgetreue Nachbildung des Fahrzeugs. Eine Darstellerin von Bertha Benz begleitet den Patent-Motorwagen. Die Ehefrau von Carl Benz unterstützt die Entwicklung ihres Mannes maßgeblich und unternimmt die erste Fernfahrt mit einem Automobil im Jahr 1888.

Technische Daten Benz Patent-Motorwagen
Baujahr: 1886 (originalgetreue Rekonstruktion)
Zylinder: 1
Hubraum: 954 cm3
Leistung: 0,55 kW (0,75 PS) bei 400/min
Höchstgeschwindigkeit: 16 km/h

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Mercedes-Simplex 40 PS, 1902

Einsatz: statisch

Vor 120 Jahren ist kein Automobil schneller und erfolgreicher: Während der Motorsportveranstaltung „Woche von Nizza“ vom 4. bis 11. April 1902 zeigt sich der Mercedes-Simplex 40 PS der Konkurrenz weit überlegen. Beim Bergrennen Nizza–La Turbie belegen Fahrzeuge des Typs die ersten drei Plätze. Der Engländer E. T. Stead fährt mit 55,2 km/h Durchschnitt einen neuen Streckenrekord, ihm folgen Albert „Georges“ Lemaître und Wilhelm Werner auf den Plätzen 2 und 3. Ein weiterer Triumph: Beim Meilenrennen erzielt Henri Degrais für die Meile mit stehendem Start 83,2 km/h und stellt einen neuen Weltrekord auf. Der Motor des 40 PS verfügt über einen Hubraum von 6.785 Kubikzentimetern. Die beiden unten liegenden Nockenwellen sind vollständig gekapselt. Für eine effiziente Kühlung des unten vollständig verkleideten Motors ist das Schwungrad zugleich als Lüfterrad ausgebildet und verstärkt mit seiner Sogwirkung den durch den Kühler strömenden Fahrtwind. Bandbremsen wirken auf die Antriebswellen der Kettenräder und erreichen durch gezielte einzelne Betätigung für rechts und links zugleich die Effektivität von Differenzialsperren. Die vier Bremsen haben Wasserkühlung, die aus einem Vorratstank beim Verzögern auf die Reibflächen tropft. Das Gesamtgewicht des Mercedes-Simplex 40 PS liegt bei rund 1.000 Kilogramm. Der Rennwagen ist noch bei zahlreichen weiteren Wettbewerben erfolgreich. Und beim Kilometerrennen von Ostende im Juli erreicht Baron Pierre de Caters mit ihm eine Höchstgeschwindigkeit von 120,8 km/h.

Technische Daten Mercedes-Simplex 40 PS (Serienausführung)
Produktionszeitraum: 1902 bis 1905
Zylinder: 4/Reihe
Hubraum: 6.785 cm3
Leistung: 29 kW (40 PS) bei 1.050/min
Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h

Mercedes-Benz SSKL Avus-Rennwagen (W 06), 1932

Einsatz: dynamisch

Der Sieg des Mercedes-Benz SSKL mit stromlinienförmiger Karosserie beim Internationalen Avus-Rennen in Berlin am 22. Mai 1932 verändert dauerhaft die Konstruktionsprinzipien für Rennwagen. Denn dieses Fahrzeug verdeutlicht der Weltöffentlichkeit eindrucksvoll die Möglichkeiten einer herausragenden Aerodynamik. Das Einzelstück trägt auf einem SSKL-Chassis eine aerodynamisch optimierte Karosserie, die inklusive Unterboden den gesamten Rahmen verkleidet. Der Entwurf stammt von dem Aerodynamikspezialisten Freiherr Reinhard von Koenig-Fachsenfeld und wird aus Leichtmetall angefertigt. Der 221 kW (300 PS) starke Rennwagen erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h – das sind 20 km/h mehr als ein normaler SSKL. Die Zuschauer in Berlin geben dem außergewöhnlichen Rennwagen den Spitznamen „Gurke“. Rundfunkreporter Paul Laven dagegen bezeichnet diesen SSKL beim Avus-Rennen als „silbernen Pfeil“. Der 26-jährige Manfred von Brauchitsch verweist den etablierten Starfahrer Rudolf Caracciola (Alfa Romeo) auf den zweiten Platz – das ermöglicht dem Newcomer den Wechsel ins Profilager. Von Brauchitsch wird auf den Silberpfeilen von Mercedes-Benz ein umjubelter Star. 2019, im Jubiläumsjahr „125 Jahre Motorsport“, rekonstruiert Mercedes-Benz Classic den SSKL-Stromlinienrennwagen mit hoher Authentizität. Karosserie, Chassis, Motor: Alles entsteht innerhalb dieses aufwendigen Projekts so nah wie möglich am Original.

Technische Daten Mercedes-Benz SSKL Avus-Rennwagen (W 06)
Einsatz: 1932
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 7.065 cm3
Leistung: 177 kW (240 PS), mit Kompressor 221 kW (300 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h

Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194), 1952

Einsatz: statisch

Mit dem 300 SL (W 194) tritt Mercedes-Benz 1952 wieder in den Motorsport ein. Die begrenzten Ressourcen sprechen zunächst gegen die Entwicklung eines Rennwagens für die Formel 1 des Jahres 1952, weil dort schon zur Saison 1954 ein neues Reglement angekündigt ist. Achsen, Getriebe und Motor des neuen Rennsportwagens werden aus den Komponenten des Repräsentationsfahrzeugs Mercedes-Benz 300 (W 186) entwickelt. Ganz neu ist ein extrem leichter, dennoch sehr verwindungssteifer Gitterrohrrahmen, den eine strömungsgünstige Leichtmetallkarosserie umschließt. Wegen des im Einstiegsbereich hoch bauenden Gitterrohrrahmens erhält der Rennsportwagen die charakteristischen Flügeltüren, die am Dach angeschlagen sind. Der 300 SL ist 1952 auf Anhieb erfolgreich: Zu seinen großen Rennerfolgen gehören der Dreifachsieg beim Preis von Bern (Schweiz), die spektakulären Doppelsiege bei den 24 Stunden von Le Mans (Frankreich) und der Carrera Panamericana in Mexiko sowie der Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring. Den bei den Classic Days präsentierten originalen 300 SL Rennsportwagen mit der Chassisnummer 5 setzt die Marke vor 70 Jahren unter anderem bei der Carrera Panamericana (Hermann Lang/Erwin Grupp: Platz 2 beim Doppelsieg hinter Karl Kling/Hans Klenk) und bei der Mille Miglia ein (Rudolf Caracciola/Peter Kurrle: Platz 4 hinter Karl Kling/Hans Klenk auf Platz 2).

Technische Daten Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194)
Einsatz: 1952
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.996 cm³
Leistung: 125 kW (170 PS) bei 5.200/min
Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h

Vision Mercedes Simplex, 2019

Einsatz: statisch

Der „Vision Mercedes Simplex“ interpretiert den historischen Mercedes-Simplex als Zweisitzer mit freistehenden Rädern, alternativem Antrieb, faszinierendem User-Interface und modernem Design neu. Sein dominant horizontal ausgerichteter Fahrzeugkörper sitzt als Monocoque inmitten der vier großen Räder. Die konsequent vertikale Farbtrennung in einen weißen Vorderwagen und einen schwarzen Heckwagen folgt dem historischen Vorbild. Transparente Verkleidungen an den Rädern spiegeln Leichtigkeit und Effizienz wider, genau wie die aerodynamischen Leitflächen zwischen den Vorderrädern und dem Fahrzeugrumpf. Die gesamte Skulptur lebt vom Wechselspiel aus klar und kraftvoll gezeichneten Flächen und präzisen technischen Details. „Nur einer so starken Marke wie Mercedes-Benz gelingt die physische Symbiose von Historie und Zukunft. Der ‚Vision Mercedes Simplex‘ symbolisiert die Transformation des markenspezifischen Luxus von Mercedes-Benz“, sagt Chief Design Officer Gorden Wagener im Jahr 2019 zu dem Entwurf.

Quelle/Bilder: Mercedes-Benz Group AG