Warum den Mercedes-Benz VLE nicht jeder fahren darf

Der neue Mercedes VLE gilt als Hoffnungsträger im Segment der elektrischen Großraum-Vans. Viel Platz, moderne Technik und lokal emissionsfreies Fahren machen ihn besonders für Familien, Shuttle-Dienste und Geschäftsreisende attraktiv. Jedoch: Nicht jeder darf den Mercedes VLE überhaupt fahren – zumindest nicht mit einem normalen Führerschein, wie Inside-digital berichtet.

Ein zentrales Kriterium im deutschen und europäischen Führerscheinrecht ist das sogenannte zulässige Gesamtgewicht. Für die weit verbreitete Führerscheinklasse B liegt diese Grenze bei 3,5 Tonnen. Genau hier wird der Mercedes VLE zum Problemfall. Denn je nach Ausstattung – etwa bei größeren Batterien oder umfangreicher Luxusausstattung – kann der Elektro-Van diese Grenze schnell überschreiten und bis zu rund 3,7 Tonnen wiegen.

Für viele Interessenten bedeutet das: Ein Fahrzeug, das äußerlich wie ein klassischer Familienvan wirkt, fällt rechtlich plötzlich in eine höhere Fahrzeugklasse. Das hohe Gewicht moderner Elektrofahrzeuge ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem der Elektromobilität. Besonders große Modelle wie der Mercedes VLE sind betroffen.

Für viele Autofahrer kommt die Einschränkung überraschend: Mit einem normalen Pkw-Führerschein (Klasse B) dürfen sie den Mercedes VLE in bestimmten Versionen nicht mehr fahren. Stattdessen wäre hier der Führerschein der Klasse C1 erforderlich. Erst dieser erlaubt das Fahren von Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen.

Zwar existiert bereits eine Ausnahmeregelung für Elektrofahrzeuge bis 4,25 Tonnen, doch diese gilt aktuell nur eingeschränkt. Der Haken dabei  Die neue Regelung greift in erster Linie im gewerblichen Bereich, etwa im Lieferverkehr. Privatpersonen profitieren davon bislang kaum. Die Gewichtsbeschränkungen sind jedoch bereits in der Europäischen Untion in Diskussion. Im Gespräch ist eine Anhebung der Grenze für die Klasse B auf 4,25 Tonnen sowie Sonderregelungen für Elektrofahrzeuge. Sollte sich hier eine Einigung ergeben, sind erste Änderungen frühestens 2027 zu erwarten.

Wer sich für einen elektrischen Van wie den Mercedes VLE interessiert, sollte daher nicht nur auf Reichweite, Preis oder Ausstattung achten – sondern unbedingt auch auf das Gewicht. Denn am Ende entscheidet nicht die Technik, sondern der Führerschein darüber, ob man überhaupt fahren darf.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG