Mercedes-Benz plant die Schließung seines Forschungs- und Entwicklungsstandorts im kalifornischen Long Beach, wovon mindestens 72 Arbeitsplätze betroffen will. Mercedes will seine Aktivitäten künftig stärker an seinem nordamerikanischen Hauptsitz im Bundesstaat Georgia bündeln.
Der Standort in Long Beach war seit Ende der 1990er-Jahre ein wichtiger Bestandteil der US-amerikanischen Entwicklungsaktivitäten des deutschen Premiumherstellers. In den vergangenen Jahrzehnten arbeiteten dort Ingenieure, Entwickler und Projektteams an zahlreichen Technologien für Antriebssysteme, Fahrerassistenz und digitale Fahrzeugfunktionen. Nach Unternehmensangaben wurden an dem Standort nahezu 100 Patente entwickelt.
Die Schließung soll schrittweise erfolgen. Bereits ab Juli 2026 beginnt die Verlagerung von Aufgabenbereichen, während die vollständige Einstellung der Aktivitäten bis Ende des Jahres vorgesehen ist. Ein Teil der Beschäftigten erhält die Möglichkeit, an andere Standorte des Konzerns zu wechseln – darunter Einrichtungen in Georgia, Michigan sowie weitere Standorte in Kalifornien. Andere Mitarbeiter sollen hingegne Abfindungsangebote erhalten.
Im Zuge der Neuordnung investiert Mercedes-Benz in ein neues Technologiezentrum nahe Atlanta im Bundesstaat Georgia. Das Entwicklungszentrum mit einer Fläche von rund 5.500 Quadratmetern soll künftig einen Großteil der bisherigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten übernehmen und etwa 160 Beschäftigte beherbergen. Das Investitionsvolumen wird auf rund 34 Millionen US-Dollar geschätzt.
Nach Angaben des Unternehmens ist die Standortkonsolidierung Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung des nordamerikanischen Geschäfts. Mercedes-Benz verfolgt das Ziel, seine Verkaufszahlen in den USA bis zum Jahr 2030 deutlich auszubauen und plant dafür eine umfangreiche Produktoffensive mit zahlreichen neuen und überarbeiteten Fahrzeugmodellen.
Nicht alle Aktivitäten von Mercedes-Benz werden jedoch aus Long Beach abgezogen, wo vor Ort derzeit in Summe noch 121 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Unternehmen bestätigte, dass sowohl das Classic Center als auch bestimmte Logistik- und Fahrzeugabwicklungsbereiche am Standort erhalten bleiben werden.
Symbolbild: Mercedes-Benz Group AG

