Produktion des GLE 350 de 4MATIC Modells läuft aus

Mercedes-Benz verabschiedet sich vom Diesel-Plug-in-Hybrid im GLE. Wie uns jetzt bekannt wurde, läuft die Produktion der Motorisierung GLE 350 de 4MATIC – sowohl für den GLE SUV als auch für das GLE Coupé der aktuellen Baureihe 167 – im August 2026 endgültig aus. Bereits in den kommenden Tagen nehmen viele Händler keine neuen Bestellungen für diese Antriebsvariante mehr an.

Mit dem Produktionsende der de-Variante im GLE endet ein Kapitel einer effizienten Brückentechnologie zwischen Selbstzüner und Elektro. Der GLE 350 de 4MATIC kombinierte einen Vierzylinder-Dieselmotor mit einem Elektromotor und bot vor allem auf der Langstrecke einen niedrigen Verbrauch bei gleichzeitig hoher Reichweite.

Modellpflege steht bevor – Zukunft des Diesel-Hybrids ungewiss

Zeitlich fällt das Produktionsende mit der nächsten Modellpflege des GLE zusammen. Mercedes-Benz will das Facelift des GLE SUV sowie des GLE Coupés bereits im Mai 2026 vorstellen. Der Produktionsstart der überarbeiteten Modelle ist, wie üblich, acht bis zwölf Wochen später geplant. Ob der Diesel-Plug-in-Hybrid im Zuge dieser Modellpflege hierbei eine Zukunft hat, ist noch offen. Nach aktuellem Stand gilt es aber als unwahrscheinlich, dass Mercedes-Benz den 350 de 4MATIC oder einen vergleichbaren Diesel-PHEV in der überarbeiteten Baureihe weiterführt. Die strategische Ausrichtung der Marke deutet klar in Richtung elektrifizierter Benziner, Plug-in-Hybride mit Ottomotor sowie vollelektrischer Modelle auf EVA- und MMA-Plattformen.

Preise zum Abschied auf hohem Niveau

Zum Abschied bleibt der GLE 350 de 4MATIC ein kostspieliges, aber technisch anspruchsvolles Angebot. Die Preise liegen aktuell beim Mercedes-Benz GLE 350 de 4MATIC SUV bei 89.339,25 Euro, die Coupé-Variante ist deutlich teurer: stolze 106.034,95 Euro – jeweils inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Damit positioniert sich insbesondere das Coupé klar im oberen Premiumsegment.

Ein leiser Abschied einer Nischenlösung

Der Rückzug des Diesel-Plug-in-Hybrids aus dem GLE-Portfolio ist ein Signal dafür, dass diese Antriebsform für den Hersteller zunehmend an Bedeutung verliert. Zwar bot der Diesel-PHEV überzeugende Verbrauchswerte und hohe Langstreckentauglichkeit, doch hohe Kosten, steigende Komplexität und der politische wie regulatorische Druck auf den Diesel dürften Mercedes-Benz zu dieser Entscheidung bewogen haben. Mit dem Produktionsende im August 2026 verschwindet einer der letzten Diesel-Plug-in-Hybride im Premium-SUV-Segment vom Markt.

Symbolbild: Mercedes-Benz Group AG

20 Kommentare
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Christian Müller
1 Monat zuvor

Das ist super schade – es war ein absoluter USP, kein anderer Hersteller hat in diesem Segment eine Kombination aus Langstreckendiesel mit humanen Verbrauchswerten und gleichzeitig einer realen elektrischen Reichweite im städtischen Verkehr von um die 80 km. Es war ein Sweetspot.

Snoubort
Reply to  Christian Müller
1 Monat zuvor

Der deutsche Premium-Dienstwagen-Markt würde mit einem 500de in E, S, GLE und GLS Mercedes quasi alleine gehören – und nein, die hieraus entstehenden Stückzahlen wären bei diesen Modellreihen alles andere als unbedeutend.

Thomas
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Und das hat noch niemand bemerkt? Bei keinem der süddeutschen OEM? Da arbeiten also nur Amateure in Ingolstadt, München und Sindelfingen.

JMK
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Ich würde eher auf einen 450e tippen. Den meisten Dienstwagenfahrern ist der Mehrverbrauch von Benzin auf Diesel egal. Da ist die Prio doch eher:

  1. 0,5% Versteuerung
  2. Reichweite (read: Tankgröße)
  3. Verbrauch
Marc W.
Reply to  JMK
1 Monat zuvor

Bei DW spielt die Versteuerung eine Rolle, aber weder Kraftstoffart noch dessen Preis – selbst kaum für den AG. Da der GLE aber kein echter Wagen für den Vertriebler mit 60Tkm/a ist, spielt die Reichweite keine überragende Rolle.
Hier wird der Umstieg auf BEV ebenso geschehen, zumal GLE meist reservierte Plätze, zunehmend mit WB vorfinden.
Für Privat waren 300d und 350d ohnehin wirtschaftlicher. Trotzdem wäre genau dieser de (Schiebedach !) ideal, um zwei Fahrzeuge zusammenzufassen. Sein Aus kommt für uns also leider zu früh, auch wenn wir immer den Vormopf (Instrumente, Lenkrad, Armaturenbrett) bevorzugt hätten.

DüdoVans
1 Monat zuvor

Ich würde das mit OM656 machen, Dürfte erheblich stärker und interessanter werden. Und gerade für Wohnmobile auf Sprinter Basis. Verstehe bis heute nicht warum der R6 nicht eingeführt wurde! Der OM642 war beliebt. So könnte man nämlich auch die Lücke bis 7,5T schließen. Es gibt für den Sprinter bei EvoBus nämlich eine 7,5T Hinterachse.

Baron die Legende
1 Monat zuvor

Hybride sind unnötig. Kann ersatzlos weg.

S-Fahrer
Reply to  Baron die Legende
1 Monat zuvor

Das mag auf Plug-In Hybride, deren Besitzer diese nicht optimal einsetzen, sicher zutreffen. Vollhybride sind aus meiner Sicht ein ganz anderes Thema. Mercedes hat hier mit dem Motor zwischen Getriebe und Verbrenner sehr viel Potenzial. Verstärkt man diesen in Zukunft weiter (vielleicht ja sogar durch einen Axialflussmotor) und verbaut kompakte Akkus mit bis zu ~10 kWh, kann sicher noch einiges erreicht werden. Man hätte ein ähnliche Konzept wie Toyota aber umgeht ein leidiges CVT-Getriebe.

JMK
1 Monat zuvor

Gibt es denn dann künftig einen weiteren 6-Zylinder GLE Hybriden, neben dem 53er?

S-Fahrer
Reply to  JMK
1 Monat zuvor

Der Antrieb aus dem S450e würde sehr gut zum GLE (und auch dem GLS) passen.

JMK
Reply to  S-Fahrer
1 Monat zuvor

Ja, das wäre ziemlich gut. Wobei der dann ein wenig mehr Power bräuchte, 381PS im GLE400e vs. 408PS im S450e ist ja ein relativ moderater Sprung, da muss man sich künftig wohl an den Bayern orientieren, die liefern 360kW.

gesellschaftlicherGroßkonflikt
1 Monat zuvor

Diesel und hybrid vertragen sich nicht so recht

JMK
Reply to  gesellschaftlicherGroßkonflikt
1 Monat zuvor

Eigentlich vertragen die sich sogar super, Alle Nahbereichsstrecken kann man elektrisch fahren, die Langstrecken dann mit einem (für Verbrenner) relativ effizienten Diesel. Aber wahrscheinlich lohnt sich die EU7 Applikation des Dieselhybriden für MB einfach nicht.

Thomas
1 Monat zuvor

Dieses Fahrzeug steht wie kaum ein anderes für eine beschränkte Sicht der Entscheidungsträger auf den deutschen Markt. Nirgends sonst ist ein Dieselhybrid das richtige Produkt. Falscher Kraftstoff, Plugin aus steuerlichen Gründen. Ergibt eine hochkomplexe Technik, die teuer und fehleranfällig ist. Dass so ein Fzg. im deutschsprachigen Internet für Begeisterung sorgt, ist nachvollziehbar. Für ein Unternehmen, das Geld sparen muss, muss so eine Nische weg.

Irma12
1 Monat zuvor

Das langsame aus des Diesels

gesellschaftlicherGroßkonflikt
Reply to  Irma12
1 Monat zuvor

Wird auch Zeit

Christian
1 Monat zuvor

Bin den GLE 350DE 3 Jahre und 90tkm gefahren, weine dem keine Träne nach.
2.7 Tonnen bewegt mit 194PS – Reines eFahren mit einem Verbrauch jenseits von Gut und Böse.

Joe Mansfop
Reply to  Christian
1 Monat zuvor

Wer 2 Liter 4 Ender feiert, der hat die Kontrolle verloren. Also da benötigt man einen V8. Das läuft und macht Spass

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Joe Mansfop
Dr Alexander
Reply to  Joe Mansfop
1 Monat zuvor

Wie Sie aus zahlreichen Quartettspielen wissen.

Chris
1 Monat zuvor

Zwar echt ein schönes Auto, hatte lange geliebäugelt. Aber gegen den X5 50e war es dann doch keine Option. So ein dicker Bomber ist mit dem a klasse 4 Zylinder halt nicht richtig bestückt.
Im X5 ist es zumindest ein R6 Zylinder.
… naja am Schluss ist es dann voll elektro geworden.
Der verbrenner ist halt tot für das Alltagsauto (schöne R6, V8 und Co. Cabrios/ Coupés fürs Wochenende oder Motorräder explizit ausgenommen, da ist das unperfekte ja gewollt )