Mercedes plant Mini-G-Klasse mit 4-Zylinder: Kurswechsel beim „Little G“

Mercedes-Benz erweitert bekanntlich die traditionsreiche G-Klasse um ein neues, kompakteres Modell. Der intern als „Little G“ gehandelte Geländewagen (Mini g) soll 2027 auf den Markt kommen – und wird nun doch nicht ausschließlich elektrisch angeboten. Nach Informationen aus Branchenkreisen plant Mercedes zusätzlich Varianten mit Verbrennungs- oder Hybridantrieb.

Abkehr vom reinen Elektro-Ansatz

Ursprünglich war der kleine Bruder der G-Klasse als konsequentes Elektrofahrzeug vorgesehen. Konzernchef Ola Källenius hatte das Modell als Teil der Elektrifizierungsstrategie positioniert. Inzwischen deutet jedoch vieles auf ein Umdenken hin: Die Nachfrage nach großen Elektro-SUVs entwickelt sich verhaltener als erwartet, auch innerhalb des eigenen Portfolios. Vor diesem Hintergrund setzt Mercedes beim „Little G“ nun auf Antriebsvielfalt statt Einbahnstraße. Neben einer vollelektrischen Version soll mindestens eine Variante mit klassischem Verbrennungsmotor – voraussichtlich elektrifiziert – angeboten werden. Angedacht ist, sich hier bei der Motorisierung des CLA Modells der MMA Modelle zu bedienen, somit beim 4-Zylinder M252 aus Geely Kooperation.

Technik: Zwei Welten, ein Anspruch

Nach aktuellem Stand sind zwei Grundkonzepte geplant: Eine Elektroversion mit Allradantrieb, moderner Batterietechnik und hoher Reichweite sowie eine hybridisierte Verbrennervariante, mutmaßlich mit kompaktem Turbobenziner und elektrischem Zusatzantrieb. Unabhängig vom Antrieb soll der „Little G“ echte Geländefähigkeiten bieten. Anders als viele urbane SUV-Ableger setzt Mercedes offenbar auf eine robuste Konstruktion mit Fokus auf Traktion, Bodenfreiheit und kontrollierbares Allradsystem. Damit soll sich das Modell klar von weichgespülten Lifestyle-SUVs abgrenzen.

Design: Kleine Form, große Gene

Optisch bleibt Mercedes dem ikonischen G-Design treu: kantige Silhouette, kurze Überhänge, aufrechte Front. Der „Little G“ wird dabei spürbar kompakter ausfallen als das Original, soll aber auf den ersten Blick als G-Klasse erkennbar bleiben. Genau darin liegt ein zentraler Teil der Markenstrategie: Wiedererkennbarkeit ohne bloße Kopie. Mit dem Modell will Mercedes die G-Klasse als eigenständige Submarke weiterentwickeln – ähnlich wie AMG oder Maybach. Der „Little G“ soll deutlich unterhalb der klassischen G-Klasse positioniert werden und neue Kunden ansprechen, für die das Original zu groß, zu teuer oder zu kompromisslos ist. Die Serienpremiere wird für Ende 2026 erwartet, der Marktstart für 2027. Preise sind noch nicht offiziell, dürften jedoch klar unterhalb der aktuellen G-Klasse liegen.

Bilder: MBpassion.de

2 Kommentare
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Carmatt
3 Stunden zuvor

“Antriebsvielfalt statt Einbahnstraße” oder doch eher “Kompromiss statt Konsequenz”? :-]

S-Fahrer
2 Stunden zuvor

Die g-Klasse ist grundsätzlich eine geniale Idee. Elektrisch wird das Modell seine Abnehmer finden. Der Hybrid wird vermutlich der schlechteste Kompromiss aller Zeiten. Das kleine Triebwerk in einem „G“, wenn auch einem kleinen, dürfte maximal in der stärksten Ausbaustufe angeboten werden. Ansonsten wird das nichts mit der standesgemäßen Motorisierung. Hier hätte man lieber auf den GLC als Spender setzten sollen. Selbst auf MMA wird es kein wirklich kompaktes Fahrzeug. Ein g450 als Spitze und mögliche Diesel würden mittelfristig deutlich besser zu einem echten Offroader passen – als solcher wird er ja angekündigt, sogar mit eigenem Leiterrahmen.

Mit den Mini-Motörchen wird man allenfalls eine interessante Retro Lifestyle-Alternative zum Mini Countryman darstellen aber sicher keine Offroad-Freaks überzeugen. Irgendwie überzeugt mich das bisher absehbare Konzept noch nicht. In China könnte es wiederum Potenzial haben.