Mercedes-Benz Museum eröffnet Sonderausstellung „50 Jahre AMG“

Am gestrigen Abend wurde im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart feierlich die neue Sonderausstellung „50 Jahre AMG“ eröffnet, welche bis zum 08. April 2018 zu besichtigen ist. Die Ausstellung feiert dabei nicht nur ein halbes Jahrhundert Höchstleistung aus Affalterbach, sondern ermöglicht den Besuchern auch den Kontakt zu Meilensteinen der Rennsportgeschichte. Ein halbes Jahrhundert Vollgas!

In der neuen  Ausstellung im Museum sind legendäre Fahrzeuge zu besichtigen, u.a. der AMG 300 SEL 6.8 aus 1969 oder den AMG 300 CE 6.0 „The Hammer“. Aber auch die jüngere Fahrzeuggeneration von Mercedes-AMG ist zu besichtigen – und das auch mit der neuesten und ausgereiftesten Rennsport-Technik: neben dem Mercedes-AMG GT R mit seinen 585 PS ist auch das Highlight der IAA 2017 aus Frankfurt zu besichtigen: den Mercedes-AMG Projekt ONE mit mehr als 1.000 PS.

Monja Büdke, Leiterin des Mercedes-Benz Museums: „Mercedes- AMG steht seit 50 Jahren für Leidenschaft, Leistung und Sportlichkeit. Und genau das werden unsere Besucher auch erleben können. Wir zeigen in unserer Ausstellung, wie 1967 alles begann, als Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher diese Firma gegründet haben und schnell zu Pionieren des Motorsports wurden.

Der Eintritt zur Sonderausstellung im Collectionsraum C 5 ist im Preis des normalen Tickets des Mercedes-Benz Museum enthalten. Zum Auftakt der Ausstellung gibt es am ersten Wochenende nach der Eröffnung, am 21./22. Oktober 2017, öffentliche DTM-Talks mit Ellen Lohr, Klaus Ludwig und weiteren Rennfahrern von Mercedes-AMG. Zudem können Museumsbesucher unter dem Motto „AMG & Friends“ ihren eigenen AMG jeweils von 9:00 bis 18:00 Uhr auf den Freiflächen vor dem Mercedes-Benz Museum parken und präsentieren.

300 SEL 6.8 von 1969 – „Der Hammer“ von 1986
Der AMG 300 SEL 6.8 des Baujahres 1969 – als ältestes Modell in der Sonderausstellung – verfügt über einen V8 Motor und 6.835 cm³, welcher bei 5.500 u/min eine Leistung von 428 PS (315 kW) abrufen kann. Mit dem Originalfahrzeug – im Museum wird der Nachbau gezeigt – errang AMG im Jahr 1971 den Klassensieg und den 2. Platz der Gesamtwertung beim 24-Stunden Rennen in Spa-Francorchamps.

Aus dem Jahr 1986 ist der „AMG 300 CE 6.0“ auf C 124-Basis zu besichtigen, der in Amerika liebevoll „The Hammer“ genannt worden ist. Das exklusive Fahrzeug verfügt dabei über 385 PS (283 kW) bei 5.500 u/min.

Öfters auf der Straße zu sehen, war der im Jahr 1995 produzierte Mercedes-Benz C 36 AMG – mit 6-Zylinder und 3.606 cm³ Hubraum verfügte er über eine Leistung von 280 PS / 206 kW bei 5.750 u/min. Das Modell war das erste Serienfahrzeug, welches Mercedes-Benz und AMG gemeinsam entwickelte – und später ein Produktportfolio von heute mehr als 50 verschiedenen Modellen entstand.

E 50 AMG und SL 55 AMG 
1995 präsentierten die Affalterbacher den Mercedes-Benz E 50 AMG aus der Baureihe 210, der mit seinen V8 Motor und 4.973 cm³ Hubraum eine Leistung von 347 PS bei 5.750 u/min erreichte. Das Fahrzeug kam in Serie mit Sportfahrwerk, Breitreifen auf Leichtmetallrädern und AMG-Styling und war ausschließlich mit dem neuen, elektronisch gesteuerten Fünfgang-Automatikgetriebe zu haben, welches auch in den 8- und 12-Zylinder Varianten der S-Klasse sowie SL zum Einsatz kam.

Beim gezeigten SL 55 AMG handelt es sich um den gemeinsam entwickelten Sportwagen der Baureihe 230, welcher im Herbst 2001 auf den Markt kam. Der SL 55 wird dabei mit einen 500 PS starken V8 Kompressormotor angetrieben, 2004 folgte dann der SL 65 AMG.

Der 1997 eingeführte Mercedes-AMG CLK GTR Rennwagen verfügte hingegen nicht nur über einen 12 Zylinder Motor, sondern mit 5.987 cm³ über eine Leistung von satten 600 PS / 441 kW – bei 7.000 u/min. Durchaus öfters im Straßenbild gab es ab 2005 den Mercedes-Benz SL 55 AMG zu erblicken, mit V8 und 5.439 cm³ Hubraum und 500 PS bei 6.100 u/min durchaus nicht untermotorisiert war. Das Fahrzeug startete im Jahr 1997 mit Pilot Klaus Ludwig 1997 in die FIA GT Meisterschaft und holte im Folgejahr im Nachfolgemodell CLK-LM auch den Meistertitel.

SLS AMG
Als Nachfolger des legendären Flügeltürers gab es im Jahr 2013 erstmals wieder eine ähnliche Neuauflage – mit dem Mercedes-Benz SLS AMG Black Series und 631 PS (bei 7.400 u/min) – so zumindest das Modell aus der Ausstellung – verfügte das Fahrzeug über 6.208 cm³ großen V8 Motor. Der Mercedes-Benz SLS AMG (interne Bezeichnung C 197) kam dabei nicht nur als Gran-Turismo-Coupé mit Flügeltüren auf den Markt, sondern ebenso auch als Roadster (R 197). Der SLS AMG der Baureihe 197 war der erste von Mercedes-AMG komplett eigenständig entwickelte Hochleistungssportwagen, welcher als Black Series erhältlich war.

GT 3 und GT R
Der ausgestellte Mercedes-AMG GT 3 ist hingegen neueres Baujahr – mit 6.208 cm³ und 405 kW / 550 PS – bei 7.300 u/min ist der V8-Bolide aktuell noch ein gern gesehenes Fahrzeug auf der Rennstrecke. Die Top-Variante der GT Baureihe (BR 190) von Mercedes-AMG ist hingegen der GT R mit seinen 585 PS / 430 kW bei 6.250 u/min. Der V8 leistet aus seinen rund 4 Liter Hubraum (3.982 cm³) beste Rennstreckenperformance für die Straße.

Im Jahr 2016 gewann Maro Engel, Bernd Schneider sowie Manuel Metzger und Adam Christodoulou vom Team BLACK FALCON mit dem ausgestellten Fahrzeug das 24-Stunden Rennen auf dem Nürburgring.

Mercedes-AMG Project ONE nur bis Ende 2017 zu besichtigen
Exklusiver geht es wohl nicht – zumindest für die Käufer der Serienversion des Mercedes-AMG Project ONE. Das Vorserienmodell – mit Weltpremiere auf der IAA 2017 in Frankfurt – zeigt bereits jetzt einen Ausblick auf das Serienmodell mit über 1.000 PS / 740 kW mittels V6 Hybrid und 1.600 cm³ Hubraum aus der Formel 1 Motorenschmiede. Das Serienmodell erwarten wir frühestens 2019 – und ist bereits ausverkauft. Das Modell ist dabei nur bis Ende 2017 zu besichtigen, danach wird es in der Ausstellung durch ein Modell des Antriebsstranges des Project ONE ersetzt.

Der PLUG IN Hybrid ANtrieb des GT Concept leistet über 1.000 PS Systemleistung und stammt direkt aus den Mercedes-AMG Petronas Formel 1 Rennwagen, mit denen die vergangenen 3 Saisons – jeweils die Fahrer- und die Konstrukteursmeisterschaft der Formel 1 gewonnen werden konnte. Der Antrieb besteht aus einem 1.6 Liter V6 Hybrid Benzinmotor mit Direkteinspritzung, einer elektronisch unterstützten Turboaufladung sowie einem mit der Kurbelwelle verbundenen Elektromotor. An der Vorderachse sind 2 zusätzliche E-Motoren angebracht. Das Fahrzeug beschleunigt aus dem Stand in weniger als 6 Sekunden auf die 200 km/h – und erreicht eine voraussichtliche Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h.

Bilder: MBpassion.de / Martin

12 Kommentare
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Benzfahrer
6 Jahre zuvor

Ähm, der Projekt ONe sieht ja von vorne aus wie ein Breitmaulfrosch mit Gesichtslähmung. Hier wollte man wohl auf Deubel komm raus unbedingt das Frontschürzendesign der aktuellen C/E 63er an so ein Auto pappen. – Einfach nur schrecklich hässlich! Aber auf der Straße wird man den eh kaum sehen..

Wie wohltuend schön war da doch der E50 – Understatement pur und nix Proll. 😉

Ralf
Reply to  Benzfahrer
6 Jahre zuvor

Absolut!
Früher gab es auch mal ein „Business-Package“ für die E-Klasse. Da konnte man wenigstens die AMG-Heckschürze wieder abwählen! Ok, das hat sich Mercedes auch vergolden lassen, aber so ein ganz normaler E mit 500 PS wäre doch mal wieder was!

Phil
Reply to  Ralf
6 Jahre zuvor

Euch beiden stimme ich vollkommen zu! Aber der Zug fährt wohl in eine andere Richtung: Auffallen um fast jeden Preis, Auspuffklappen auf usw.
Ich halte z.B. den S 560 für den besseren AMG als den S 63; er hat im Grunde denselben Motor, ist deutlich preiswerter und rundweg komfortabler. So sollte für mich eine S-Klasse sein: Souverän, nicht exaltiert.

Marc W.
Reply to  Ralf
6 Jahre zuvor

Nunja, ein Business-Paket ist vielleicht deswegen nicht mehr sooo nötig, da die Leistungsstärke normaler Modelle (E500 im 212 oder 218) doch vollauf ausreichend war/ ist.
Tatsächlich ist die Mercedes-Welt nicht mehr uneingeschränkt meine, wenn für klassische Grills (205) oder Wurzelholz (Paket-Zwänge) unverschämte Aufpreise verlangt werden.
Das Foto oben ärgert mich aber: der C36 war nie mit dem „V12“-Grill erhältlich, ist also verbastelt – raus aus der Expo, ab in den Keller !! 😉

harry
Reply to  Marc W.
6 Jahre zuvor

Sieht nach C43 AMG aus!

Marc W.
Reply to  harry
6 Jahre zuvor

Auch er hatte nur zwei Chromstreben, und rundlichere Nebellampen…. Aber den anderen Grill konnte man wohl sogar beim MB-Händler nachrüsten, daher „ok“ – echt original würde aber den Designfortschritt über die Jahre besser verdeutlichen…

Achim
6 Jahre zuvor

Warum ist das nicht das Modell vom Project One, welches auf der IAA gezeigt wurde

MrUNIMOG
Reply to  Markus Jordan
6 Jahre zuvor

Hatte mich schon gewundert, wieso die „Klappen“ auf den vorderen Kotflügeln fehlen.

Tobias
6 Jahre zuvor

Falsch.
Die Quattro GmbH (bzw. mittlerweile Audi Sport GmbH) hat 20.200 Einheiten abgesetzt, aber darin sind nur die RS und R-Modelle enthalten.
Die S-Modelle werden nicht durch Quattro/Audi Sport vertrieben.
Inklusive der S-Modelle liegt Audi bei über 80.000 Einheiten.

Dass AMG die mit Abstand breiteste Produktpalette bietet (zur Erinnerung: Die AMG GmbH hat zur Zeit 56 Modelle im Angebot und damit so viele wie die Audi Sport GmbH mit 34 Modellen und die M GmbH mit 22 Modellen gemeinsam), trübt bei mir die Euphorie jedoch stark.

Tobias
6 Jahre zuvor

Da die AMG GmbH und die M GmbH ihre weichgespülten Performance-Modelle in die Absatzzahlen miteinbeziehen stimmten die Zahlen, ja.
Im Gegensatz zu AMG macht M Jedoch Angaben darüber, wie hoch der Anteil der Performance-Modelle ist. Dieser liegt mit 30.400 Fahrzeugen bei 44%, bei einer 50:50 Verteilung der Modellpalette auf M und M-Performance Modelle.
Wie mag es wohl bei AMG mit seinem 80:20 Verhältnis von AMG zu AMG-Performance Modellen aussehen?

Eric
6 Jahre zuvor

„Durchaus öfters im Straßenbild gab es ab 2005 den Mercedes-Benz SL 55 AMG zu erblicken, mit V8 und 5.439 cm³ Hubraum und 500 PS / 368 PS bei 6.100 u/min durchaus nicht untermotorisiert war.“

Also entweder meint ihr 368kW/500PS oder ihr wolltet 500PS/700nm schreiben 🙂