Das Mandat von Manfred Bischoff als Vorsitzender des Aufsichtsrats endet regulär mit Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2021. Der Aufsichtsrat will in Anbetracht der Herausforderungen der Transformation in der Automobilbranche frühzeitig die Weichen für eine geeignete Nachfolge stellen. Der Aufsichtsrat beabsichtigt, der Hauptversammlung zu diesem Zeitpunkt die Wahl von Dieter Zetsche in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Manfred Bischoff wird die Wahl von Dieter Zetsche als seinen Nachfolger im Vorsitz des Aufsichtsrates im Anschluss an die Hauptversammlung 2021 empfehlen.

Dieter Zetsche folgt Ola Källenius

Zur Wahrung der zweijährigen Cooling-off-Periode wird Dieter Zetsche zum Ende der Hauptversammlung im Jahr 2019 sein Vorstandsmandat bei der Daimler AG und die Leitung von Mercedes-Benz Cars niederlegen. Infolgedessen hat der Aufsichtsrat der Daimler AG in seiner heutigen Sitzung beschlossen, im Anschluss Ola Källenius als Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen und ihm die Leitung des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Cars für eine neue Amtszeit von fünf Jahren zu übertragen.

Dieter Zetsche hat die Daimler AG als langjähriges Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender maßgeblich geprägt und strategisch hervorragend für die Mobilität der Zukunft positioniert. Seine Expertise und seine Erfahrung sind für unser Unternehmen äußerst wertvoll. Dieter Zetsche ist prädestiniert auch den Aufsichtsrat des Unternehmens umsichtig und erfolgreich zu leiten. Er hat als Vorstandsvorsitzender bewiesen, dass er die Daimler AG auch in schwierigem Terrain führen und die Mitarbeiter für anspruchsvolle Ziele begeistern kann. Mit der angestrebten Übernahme des Vorsitzes im Aufsichtsrat durch Dieter Zetsche sichern wir Kontinuität für den nachhaltigen Erfolg der Daimler AG. Mit Ola Källenius berufen wir einen anerkannten, international erfahrenen und erfolgreichen Manager aus dem eigenen Haus als Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. Zugleich setzen wir auf die bewährte doppelte Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden als Leiter des größten Geschäftsfelds“, sagte Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Daimler AG.

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Michael Brecht, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Daimler AG und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Daimler AG: „Mit den heute gefassten Beschlüssen und Empfehlungen hat der Aufsichtsrat kraftvolle und gute Entscheidungen getroffen. Wir stellen einerseits den Vorstand der Daimler AG jünger auf und geben damit neue Impulse. Mit der Empfehlung zur Wahl von Dieter Zetsche in den Aufsichtsrat wird andererseits die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm fortgesetzt. Im Aufsichtsrat werden wir den Wandel zu einem Mobilitätsunternehmen weiterhin unterstützen und so den erfolgreichen Kurs des Konzerns sichern.“

Zur Nominierung von Ola Källenius durch den Aufsichtsrat sagte Dieter Zetsche: „Ola Källenius hat sich in vielfältigen Funktionen bei Daimler nicht nur meine Wertschätzung verdient, sondern auch die Anerkennung der Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Bereiche. Gleichzeitig bringt er eine wertvolle internationale Perspektive mit. Deshalb begrüße ich es sehr, dass der Aufsichtsrat diese zukunftsweisende Personalentscheidung getroffen hat.

Markus Schäfer wird neuer Entwicklungsvorstand

Als Nachfolger von Ola Källenius wird Markus Schäfer dem Beschluss des Aufsichtsrats zufolge das Ressort Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung im Vorstand der Daimler AG übernehmen. Markus Schäfer zeigte in verschiedenen technischen Leitungspositionen im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars herausragende Führungsqualitäten und strategischen Weitblick. Er wurde im Januar 2014 als Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars ernannt und ist seitdem für Produktion und Supply Chain Management zuständig. Sein Vertrag wurde im Jahr 2017 bis zum Februar 2022 verlängert.

Ola Källenius wurde zum Januar 2015 in den Vorstand der Daimler AG berufen und ist seit Januar 2017 Mitglied des Vorstands für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung. Der Aufsichtsrat der Daimler AG verlängerte seinen Vertrag im Februar 2017 um fünf Jahre bis Ende Dezember 2022.

Dieter Zetsche ist seit Dezember 1998 Vorstandsmitglied und wurde zum Januar 2006 als Vorstandsvorsitzender der damaligen DaimlerChrysler AG bestellt. Er ist darüber hinaus seit dem Jahr 2005 Leiter des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Cars. Der Aufsichtsrat verlängerte im Februar 2016 den Vertrag von Dieter Zetsche um drei Jahre bis Ende Dezember 2019.

Manfred Bischoff ist seit 2006 Mitglied des Aufsichtsrates und seit 2007 Vorsitzender des Gremiums. 2016 wählte der Aufsichtsrat Manfred Bischoff bis zum Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2021 erneut zu seinem Vorsitzenden.

Die Lebensläufe sind verfügbar unter: https://www.daimler.com/konzern/corporate-governance/

In Folge dieser Personalentscheidungen des Aufsichtsrats und der Beschlüsse des Vorstands der Daimler AG werden folgende Besetzungen im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars getroffen: Die Position von Markus Schäfer soll Jörg Burzer, Leiter Qualitätsmanagement Mercedes-Benz Cars, übernehmen. Zum 01. Oktober 2018 wird Wilko Stark, bisher Leiter Daimler Strategie & MBC Produktstrategie und -planung & CASE, die Position Leiter Mercedes-Benz Cars Einkauf und Lieferantenqualität übernehmen. Zum 1. Oktober 2018 wird die CASE/EVA Organisation als Bereich im Mercedes-Benz Cars Bereichsvorstand geführt. Die Leitung übernimmt Sajjad Khan, Head of Digital Vehicle & Mobility, neben seiner aktuellen Funktion. Ab dem 1. Oktober 2018 wird Tobias Moers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH, direkt an den Leiter Mercedes-Benz Cars berichten, um der wachsenden Bedeutung dieses Geschäftszweiges Rechnung zu tragen.

Quelle: Daimler AG

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Marc W.
3 Jahre zuvor

Danke, Dr.Z ! War dann eine der erfolgreichsten Ären der Konzerngeschichte.
Eminent wichtiger wäre aber, Vertrieb und Einkauf zu optimieren. Der Konfigurator, das Fehlen von PDF-Broschüren, die misslungene Kalkulation einzelner Teile (Batterien, Widescreen) ist zu peinlich.

Elon Murks
Reply to  Marc W.
3 Jahre zuvor

Dieter hat vieles richtig gemacht – aber leider die eMobility lange verschlafen.
Ola ist die perfekte Wahl – undogmatisch und pragmatisch!

Was stört dich am Konfigurator? Und was ist bei Batterie und Widescreen nicht ok?

Peter
Reply to  Elon Murks
3 Jahre zuvor

Der Konfigurator ist seit gefühlt ewigen Zeiten nicht aktuell und auch nicht immer richtig unterwegs.

Was mit den völlig vermurksten Planungen bezüglich der Verfügbarkeit von Bauteilen ist, ist auch kaum glaublich. Die TR (Take Rate) beim Widescreen wurde zu niedrig angesetzt, so dass jetzt die Bildschirme vom Zulieferer (der auf die von Daimler vorgegebene TR aufbaut) nicht so verfügbar sind. Die Folge sind explodierte Lieferzeiten für Fahrzeuge mit WSC (gilt auch für andere Ausstattungen, die dann und wann gesperrt werden).

Die Batteriethematk hat jetzt noch größere Folgen. Diese ist nach den bisherigen Aussagen der Grund, weshalb die offen angekündigte Einführung des M256 (also 450iger) in der E-Klasse überraschend abgeblasen und für den 450iger der alte M276 wieder ausgegraben wurde. Dem Vernehmen nach sind die Lieferzeiten für den M256 in den Baureihen, die ihn haben, auch verlängert, weil die Batterieverfügbarkeit Probleme macht. Auch dies hätte mit einer sinnvollen Planung verhindert werden können.

Truthy
3 Jahre zuvor

Neeeeiiiiiiiin! Wir wissen doch alle, waa mit Saab passiert ist! Oder wie sich Volvo schlucken liess! Ist der „planmäßige“ Wechsel in Wahrheit ein Angriff der Chinesen?

harry
3 Jahre zuvor

Dr. Z gehört in Stuttgart ein Denkmal gebaut. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn man sich 2007 nicht rechtzeitig von Chrysler getrennt hätte und das Unternehmen mit voller Wucht in die Finanzkrise geraten wäre.

Naic
3 Jahre zuvor

Dr.Z wird allen fehlen. Es sind große Fußstapfen in die man treten wird. Ein BWLer tritt in die Fußstapfen von Dr.Z………….

Ralf Rath
3 Jahre zuvor

Dr. Bischoff als noch amtierender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Daimler AG bescheinigt dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden lediglich „anspruchsvolle Ziele“. Von einem notwendig in sich stimmigen Verhältnis zwischen der zuvor von der Belegschaft erbrachten Arbeitsleistung und dem dafür vom Unternehmen im Nachhinein zu entrichtenden Entgelt als dem vielleicht anspruchsvollsten Unterfangen, das jeder Betrieb tagtäglich zu meistern hat, ist in der offiziellen Pressemitteilung keine Rede. Anstatt also die Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat und der IG Metall zu suchen, damit endlich die hohen Personalkosten gerechtfertigt sind, trat Dr. Zetsche stillschweigend die Flucht vor der Notwendigkeit an. Weshalb ihm die Gewerkschaft angesichts dessen ihrerseits nicht „Tarifflucht“ vorwirft, kann einzig mit der ideologischen Verblendung nicht weniger ihrer Spitzenfunktionäre erklärt werden, die offenbar Gefallen daran gefunden haben, auch bei dem Stuttgarter Autobauer in völlig falscher Frontstellung zu agieren. Wenn man so will, lässt sich demnach resümieren, dass auf dem zentralen Feld unternehmerischer Initiative vieles im Argen liegt. Der zunehmenden Entkopplung von Lohn und Leistung muss dringend Einhalt geboten werden. Immerhin geht es darum, aus eigener Kraft heraus zu führen und nicht durch Zufall an die Weltspitze gestolpert zu sein.

Achim
Reply to  Ralf Rath
3 Jahre zuvor

Noch nie einen derart geschwollenen Schwachsinn gelesen! Respekt! Sie meinen wohl auch, jeder sollte 50h die Woche arbeiten, am besten bei Mindestlohn, was? Herr schmeiß Hirn vom Himmel! Platsch, daneben…. unglaublich!

Ralf Rath
Reply to  Achim
3 Jahre zuvor

Mein Argument gilt unabhängig von Ihrem Angriff auf meine Person. Insofern können Sie sich Ihre deshalb nichtige Empörung auch sparen.

SBG
3 Jahre zuvor

Den Komentar von Hr.Rath kann man so ja nicht stehen lassen. Klingt sehr nach Lohnsklaven und einer richtigen Zwei–Klassengesellschaft. Klar, die Mitarbeiter am Band verdienen, auch im Vergleich zu den Ingenieuren, bei Daimler erstaunlich gut. Andererseits tragen sie mit Ihrem Gehalt bestimmt auch zum Wirtschaftswachstum bei. Stellen wir uns vor, die Mitarbeiter bekommen in solchen Jobs nur noch den Mindestlohn. Wäre das nicht auch schlecht für den Rest der Wirtschaft? Die Entwicklung geht ja schon in die Richtung, mehr auf Lohnarbeitnehmer zu setzen, welche die gleiche Arbeit für ein Drittel durchführen. Leider haben diese Menschen dann wenig Geld für den eigenen Konsum, und ein Mercedes wäre dann sicher gar nicht mehr drin. Aber klar, denen ganz oben gehts gut. Schade, dass es Leute gibt, die das so sehen.

Ralf Rath
Reply to  SBG
3 Jahre zuvor

Obwohl ich unmissverständlich dafür plädiere, dass die Daimler AG endlich die hohen Personalkosten begründet, findet sich bei den beiden unter den Pseudonymen „SBG“ und „Achim“ kommentierenden Lesern dafür nicht mal im Ansatz eine Lösung. Stattdessen unterstellen mir beide unvermittelt so genannte Cost-Cutting-Strategien; so, als ob wir noch in den frühen 1990er Jahren leben würden. Dass sich seit über einem Vierteljahrhundert weltweit ein Wechsel des Rationalisierungsparadigmas menschlicher Arbeit vollzieht, scheint weder „SBG“ noch „Achim“ bewusst zu sein. Es fällt mir somit denkbar schwer, mich auf deren offenkundig rückwärtsgewandte Perspektive einzulassen, welche jeweils die gegenwärtig grundlegend veränderte Wirklichkeit längst nicht mehr als solche wahrnimmt.

Neisyros
Reply to  Ralf Rath
3 Jahre zuvor

Finde die Kosten für Strafverfahren,Nachrüstungen,Kartellverfahren usw. viel bedenklicher als die Personalkosten für die Leute, die ihr Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erledigen.
Keine Angst es wird schon genug an der Kostenschraube gedreht, so dass Sie ihr Auto immer häufiger auch aus einem Billiglohnland bekommen können.
Es klingt zwar doof aber die hohen Kosten für Personal bringen (nur meiner Meinung nach) die Firma auch ein Stück weit nach oben, denn nur ein motivierter Mitarbeiter ist auch ein guter Mitarbeiter.
Ps. Bei der hohen Taktung muss man die Arbeit auch erstmal fehlerfrei schaffen, hier wird mir die Leistung zu sehr herabgewürdigt.

Ralf Rath
Reply to  Neisyros
3 Jahre zuvor

Menschliche Arbeitskraft ist nicht erst seit Karl Marx das in seiner Polemik gegenüber der deutschen Sozialdemokratie festgestellt hat eine Naturkraft und damit eine Gegebenheit, deren Nutzung nicht im Belieben Dritter steht. Wird falsch auf sie zugegriffen, schlagen die Verhältnisse unerbittlich zurück, indem ökonomisch-gesellschaftliche Mechanismen sie unwiederbringlich entziehen mit der Folge, dass am Ende alle mit leeren Händen dastehen. Mir hier im mbpassionblog unablässig auch von Ihrer Seite aus vorzuhalten, ich würde wider besseres Wissen die Natur trotzdem meinem Selbst unterjochen, verlangt nach einer Begründung solch eines harten Vorwurfs. Solange Sie keine Belege für das angebliche Vergehen meinerseits vorlegen, ist es mehr als müßig, sich auch mit Ihnen auseinanderzusetzen. So genannte Cost-Cutting-Strategien müssen jedenfalls schon deshalb scheitern, weil jene die besagte und realiter stets fehlende Unmittelbarkeit von gleich welchem Tun gleichsam nicht auf dem Zettel haben. Mangelt es der Daimler AG angesichts dessen an einem Controlling, welches den zumindest wissenschaftlich inkriminierten Unfug nicht ausschließt, kann der Konzern die Höhe seiner Personalkosten nicht rechtfertigen; von den anderen Aufwendungen beispielsweise für Nachrüstungen oder für künftige Strafzahlungen im Zusammenhang mit der Debatte um die Abgase von Dieselmotoren erst gar nicht zu reden.

Snobort
3 Jahre zuvor

@Truthy: Deine Anmerkung verstehe ich nicht. Ich sehe keinerlei Verbindung vom aktuellen Abgang von Dr. Z und Saab. Und bzgl. Volvo, die Marke war als Bestandteil des Ford-Konzerns vollkommen am Boden. Was der neue Investor Geely hingegen mit der Marke veranstaltet hat, ist schlicht beeindruckend: Statt die Marke weiter auszusaugen wurde massivst investiert und fast der gesamte Vorstand + Aufsichtsrat mit erstklassigen, europäischen Fachleuten besetzt. Zudem hat die Marke mit Geely auch einen Partner an der Seite, vom dem sie hinsichtlich Elektromobilität nur profitieren kann. Auch für Daimler kann dies nur positiv sein.
@ Manche hier: mann sollte den Kommentar von Ralf Rath erst verstehen, bevor man ihn kommentiert
Zum eigentlichen Thema: dem ein oder anderen hier sollte meine Einschätzung zu Dr. Z, der Entwicklung des Konzerns in den letzten Jahren und der Aufstellung für die Zukunft bekannt sein: dies kommt für mich überhaupt nicht überraschend und ich denke, dass hier jemand noch versucht, gerade rechtzeitig den Absprung zu schaffen. Und ich gehe mit jedem jede Wette ein, dass der Aufsichtsratsvorsitzende in 2021 nicht Zetsche heißen wird.
Unumstößlicher Fakt ist, dass seit der Ernennung von Zetsche die Steigerung des Aktienwertes nur etwa bei einem Sechstel vom DAX liegt, sprich, Hr. Dr. Z hat seinen Anlegern nur 1/6 vom Mehrwert der durchschnittlich im DAX gelisteten Unternehmen gebracht (aber erheblich mehr als der Schnitt verdient, siehe Ralf Rath). Auch im Vergleich zu anderen Automobilwerten liegt Daimler noch gut 50% unterm Schnitt. Ob das jetzt fair ist oder guten politischen Einstellungen entspricht, ist völlig irrelevant, aus Sicht der Anteilseigner und damit auch aus der Sicht des Aufsichtsratsvorsitzenden kann nur dies zählen, und kann die Zeit nicht als erfolgreich bewertet werden (eine kleine Zwischenanmerkung zur „Fairness“ des Aktienkurses: Würden irgendwelche Analysten und Investoren irgendwo auf dieser Welt zu einer völlig andere Bewertung kommen, würden sie investieren, und der Preis steigen).
Jetzt kommen wir zu meiner Meinung: ich sehe das Problem bei Daimler gar nicht hinsichtlich neuer Medien / neuen Mobilitätslösungen. Hier denke ich tatsächlich, dass sich der Konzern sowohl strategisch wie auch organisatorisch ganz gut aufgestellt hat. Das Kernproblem sehe ich darin, dass der eigene Anspruch „Best or Nothing“ zwar laut herumgeschrieen wird, aber nur selten wirklich eingehalten werden kann. Bei keinem anderen Hersteller ist für mich der Zeitrahmen von (vollmundiger) Ankündigung von neuen Innovationen bis zur tatsächlichen – flächendeckenden – Umsetzung so lang (und dann auch nicht mehr als Wettbewerbsvorteil vorhanden). Natürlich baut Daimler heute gute Autos (das macht auch Opel), aber ein wirkliches Innovationsfeld, in dem man heute wirklich weltweit betrachtet (alleine) „Best“ ist, fällt mir nicht ein. Hier lag meiner Meinung lang das Augenmerk in den letzte Jahren zu sehr auf der kurzfristigen Rentabilität der Entwicklungsaufwände (Citan, X-Klasse, Smart), statt auf einer technischen Vorreiterrolle.
Ich denke dass die – massiven – Herausforderungen der nächsten Jahre hinsichtlich Innovationsführerschafft, Marktanteilen und Ressourcen nur bewältigt werden können, bzw. dass man im zukünftigen Weltmarkt nur bestehen kann, wenn es zu tiefgreifenden Veränderungen – insb. im „Mindset“ kommt, aber ob Hr. Källenius für diesen Wandel der Richtige ist, würde mich doch sehr überraschen (die Benennung überrascht natürlich nicht im Geringsten).
My 2 Cents

Snoubort
3 Jahre zuvor

@Neisyros: mit keinem Wort widerspricht Ralf Rath Deinen Ansichten von Mitarbeitermotivation, und es geht ihm auch nicht um die „Kostenschraube“, oder die Auslagerung der Personalkosten (ganz im Gegenteil). Er spricht lediglich davon, dass die Bezahlung leistungs- und marktgerecht sein und Personal effektiv (nicht billig) eingesetzt sein soll.
Ansonsten, willst Du den Mitarbeitern in einem typischen Mittelstandsbetrieb, der normale, ortsübliche Löhne bezahlt (von denen der Betrieb auch überleben kann) – die damit aber weit, weit unter den von Daimler „freigegeben“ Löhnen liegen – „Unmotivation“ und oder fehlende Qualifikation vorwerfen?

Achim
3 Jahre zuvor

Laut einer hohen Führungskraft liegen die Lohnkosten bei nur ca. 3% vom Ganzen. Es gibt Takte, da bekommen die Mitarbeiter EG3 oder EG4, das ist ein Witz. Und der schlaue Herr Rath möge, sofern denn in der Lage, mal darüber nachdenken, dass es in Deutschland Vollzeitarbeiter gibt, die trotzdem zum Sozialamt gehen müssen um leben zu können! Ich gebe ihm dahingehend Recht, dass Vorstandsgehälter oder ganz absurd Fußballer erheblich zu viel verdienen, das stimmt wohl! Ansonsten habe ich kein Verständnis für derartigen Schwachsinn. Vermutlich Aktionär, geht zum Frisör wo es nur 10€ kostet und versucht bei Aldi noch zu handeln… Ein Eckpfeiler der Gesellschaft!

Snoubort
3 Jahre zuvor

@Achim: 3% von Was? (also was soll das „Ganze“ sein?). Es tut mir leid, aber hier wäre es wirklich nicht so schwer gewesen, Fakten rauszusuchen, statt sich so zu blamieren.
Als kleiner Leihe – und keine „hohe Führungskraft“ im DAI Konzern – entnehme ich dem Geschäftsbericht 2017 einen Personalaufwand von 22,186 Mrd. €. Dies entspricht rund 13,5% vom Umsatz (von 164 Mrd. €), bzw. rund 15% der Gesamtaufwände (inkl. Materialaufwand!!!). Ich bin mir da nicht so sicher, ob Deine „hohe Führungskraft“ so in der richtigen Position gelandet ist….
Zur Info, bei BMW liegt der Personalaufwand mit 12,05 Mrd. € bei 12,2%, ergo gute 10% besser.

Achim
Reply to  Snoubort
3 Jahre zuvor

Es heißt: Laie… BMW hat vermutlich mehr Zeitarbeiter oder weniger Standorte in D…. Bei Daimler bekommen die Zeitarbeiter, ohne Sonderzahlungen, den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft, eventuell im Freistaat Bayern auch anders… ich kann es nur so wiedergeben wie es hier einst kommuniziert wurde, und es war die Führungsebene E2.
Ich sage es mal so, wir bauen die besten Premiumautomobile auf dem Planeten, ergo hat die Belegschaft auch Premiumlöhne verdient. Punkt.

Personalkosten...
Reply to  Snoubort
3 Jahre zuvor

BMW beschäftigt gerade einmal rund 130.000 Mitarbeiter, Daimler ca. 285.000.
Alleine um eine so immense Anzahl an Mitarbeiern zu verwalten wird schon deutlich zu Buche schlagen.
Zudem wird bei Daimler im Vergleich zu BMW noch deutlich mehr selbst entwickelt und (zum Großteil in DE) produziert, z.B. Getriebe. Daimler betreibt sogar noch die eigene Gießerei und eine eigene Schmiede im Stammwerk Untertürkheim.

All das ist natürlich mit höheren Personalkosten verbunden, als einfach „nur“ eine Hand voll Leute mit der Lieferantensteuerung zu beschäftigen.

Und dann wäre da ja noch das Thema mit den Händlern – BMW hat keine einzige eigene Niederlassung mehr. Leider folgt hier Daimler diesem Beispiel und hat auch bereits zahlreiche Niederlassungen an Investoren verkauft.

Snoubort
3 Jahre zuvor

Daraus leitet sich jetzt direkt die Frage ab, ob der BMW Mitarbeiter im Schnitt 10% unmotivierter ist?

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Joachim
Reply to  Snoubort
3 Jahre zuvor

Warum unmotivierter?? Einfach nur 10 % schlechter bezahlt. So einfach ist das.
Vor ca. 1 Woche mußten wir uns schon ähnliches in einem anderen Artikel von @snoubort und einem Mitstreiter anhören. Gleiches Thema: Dr. Zetsche und der Aktienkurs. Wahrscheinlich ausgeprägtes, latent wiederkehrendes Vorgesetzten-Trauma.
Bisher hat sich @Ralf Rath nur als Alleinunterhalter mit mehreren Kommentaren in dem Artikel über Tübingen ?? ausgebreitet, jetzt fängt das hier auch schon an. In anderen blogs gibt es dafür eine spezielle Laberecke ( sorry , die heißt wirklich so ).

Snoubort
3 Jahre zuvor

@Joachim, sorry für das Leihe, Du hast natürlich recht. Zur Info, ich denke natürlich nicht, dass BMW Mittbeiter schlechter bezahlt werden, es gibt nur weniger. Dieser Kommentar war nur als kleiner Scherz gemeint.
Aber, Du hattest hier etwas von „3% vom Ganzen“ gesprochen, was ein völlig obskurer Wert ist, der auch keinen Deut richtiger wird, weil es ein E2ler gesagt hat (das erinnert ja schon fast an Trump – Alternative Fakten). Oder vielleicht sollte sich dieser E2 mal mit dem Bodo unterhalten, dass der endlich mal die Zahlen im finanzbericht richtig darstellt.
Der Vegleich mit BMW war nur zur Info genannt, 100% vergleichen kann man die beiden Konzerne eh nicht, und will ich hier auch gar nicht (und beide machen ähnlich hohe Gewinne).
Und, noch einmal zum Aktienkurs, Du tust so als würde ich mich hier an irgendeinen Randaspekt bzw. irgendeine obskure Kennzahl aufhängen. Von wem wird denn ein Vorstandsvorsitzender bezahlt bzw. eingesetzt? Wonach sonst sollten die die ihn einsetzen denn den Erfolg messen, als daran wieviel Mehrwert er Ihnen gebracht hat? Nochmal, es geht mir hier nicht um Fairness von Aktienkursen oder ob politische Einstellungen gut oder richtig oder moralisch sind.
Aber man kann doch nicht die Zeit eines Vorstandsvorsitzenden als erfolgreich betiteln, wenn der Aktienkurs über mehr als 10 Jahre praktisch stagniert, während sich z.B. der DAX mehr als verdoppelt hat. Der Aktienkurs ist doch kein abstrakter Wert, und wir reden hier auch nicht von einem hoch spekulativen Investment.
Alles was ich sage ist doch nur, dass die Werteinschätzung des Unternehmens und damit der Leistung von Dr. Z durch die internationalen Analysten nicht gerade besonders positiv ausfällt, und das ist nunmal ein nicht wegdiskutierbarer Fakt (womit ich noch lange nicht sage, dass die Analysten recht haben oder ob die Bewertung fair ist).

Nikolaus Hagenau
3 Jahre zuvor

@ Aktienkurs: Was für ein Schwachsinn! Irgendwelche Anglo(Z)knechte spielen mit Zahlen und Mitteln, die via SPB2 zugeschachert werden. Kein Bezug zur Realität. Aktienkurse sind heute rein Ausdruck geopolitischer Machtspiele. Sehen Sie sich doch an, wer die Aktien hält, die „gut“ gehen! Caesar und die Gehilfen vom Stamm drücken seit Jahren die deutsche Industrie, zocken sie ab, erfindet Skandale und Strafzahlungen, weil sie zu echt und produktiv ist. Allerdings nicht nur die – auch GE ist drüben rausgeflogen und wurde durch einen Schachtelschieber wie Boots ersetzt. Echte, produktive, wertvolle Firmen wie DAI eignen sich halt nicht wie die FANG für fiktive Spekulationsspielchen. Aktienkurse! Mir kommt das KOTZEN wenn ich das nur höre! Und wenn man zu viel darüber nachdenkt, kann man nur mit der AK in den Wald gehen und die Revolution ausrufen. Nicht gut, deprimiert nur, und ich hab das ohnedies die ganze Woche, muss nicht auch noch am Wochenende much ärgern. Es ist DERMASSEN an der Zeit, dass der 2. Weltkrieg und das System Jalta zu Ende gehen. Aber dazu braucht es eine Revolution, und wie Stalin schon sagte, dazu müsste man in den Rasen steigen, und das tut der brave Deutsche nicht. Also wird sich die ganze Sch***** nur von aussen ändern, durch Implosion der (noch) vorherrschenden Macht und ihrer Knechte von der 5. Kolonne. So, und jetzt schaun‘ wir mal, ob dieser Post durchgeht …

S_B_G
3 Jahre zuvor

@Achim: wir sind halt nur rückwärtsgewandte Menschen, und können die Arguemnte einfach nicht verstehen….auch die Marx Zitate helfen mir nicht. Bei einem Konzern der Milliarden verdient verstehe ich die Diskussion auch irgendwie nicht so wirklich, warum der kleine Mitarbeiter an den Gewinnen keinen Anteil haben sollte. Aber um das zu verstehen, fehlt mir wahrscheinlich das Wissen! Bin halt kein Daimler Aktionär.

Christian
3 Jahre zuvor

Ein BWLer als VV. Das heißt also max. Reduzierung der Entwicklungs- und Fertigungstiefe.