Wie bei uns die ersten Bilder zur Modellpflege des E-Klasse Cabriolets eingegangen sind, verwunderten wir uns schnell über den Verbleib des alten Touchpads mit Dreh-Drücksteller im Interieur – auch wenn die offene Variante bereits MBUX erhalten kann und man im Coupé-Pendant entsprechend die neue Generation des Touchpads verbaut.

Warum das Touchpads mit Dreh-Drücksteller im E Cabriolet verblieben ist

Eigentlich gingen wir beim Blick auf das Interieur der E-Klasse Cabriolet Modellpflege zuerst von einem Bildfehler aus, zu nahe lag der Verdacht, dass man hier noch ein Vorserienmodell abgelichtet hatte und entsprechend die neue Generation des Touchpads noch nicht vorhanden war. Gerade mit Blick auf die Coupé-Variante machte es für uns nahe liegend, hier mit falschem Bildmaterial versorgt worden zu sein. Auf Rückfrage bei Mercedes-Benz bestätigte man uns jedoch, dass die offiziellen Bilder und das gezeigte Interieur der E-Klasse – hier speziell in der Cabriolet-Variante – durchaus korrekt sind.

Bildmaterial zum E Klasse Cabriolet korrekt

Im Rahmen einer Telefonkonferenz am vergangenen Mittwoch ging Michael Kelz – Chef Entwickler der Mercedes-Benz E-Klasse – nochmals auf den speziellen Sachverhalt des alten Touchpads mit Dreh-Drücksteller ein. Demnach erfolgt die alte Generation hier vor allen aus Zertifizierungsgründen, zumal es eine feste Vorgabe gibt, wo die Bedieneinheit für das Cabriolet Verdeck positioniert sein muss. Für eine neue Gestaltung der Mittelkonsole wäre zusätzlich ein neuer Test notwendig. Da aufgrund einer anderen Dachbedieneinheit im E Klasse Cabriolet trotz dessen zusätzlich keine Gestensteuerung möglich wäre, hab man sich dafür entschlossen, die bisherige Bedienelemente hier beizubehalten.

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Warum das Touchpads mit Dreh-Drücksteller im E Cabriolet verblieben ist

MBUX geht auch mit Dreh-Drücksteller der alten COMAND-Generation

Unbestätigt bleibt hier natürlich, dass man sich hier durch das alte Touchpad hauptsächlich Geld spart, zumal ein neuer Zertifizierungslauf sich nicht nur zeitlich, sondern vor allen auch finanziell auswirkt. Effektiv würde die Bedieneinheit für das Verdeck bei der Handauflage stören, sobald man eine neue Touchpad-Generation einsetzen würde.

So ist das E Klasse Cabriolet nun ein einzigartiges Modell, welches zwar das neue MBUX Infotainmentsystem erhält, was sich aber mit dem (durchaus komfortablen) Dreh-Drücksteller der alten COMAND-Generation bedienen lässt – aber leider mit den alten (und deutlich schlechteren) Touchpad auskommen muss.

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Bilder: Daimler AG

23 Kommentare
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Nichts
1 Jahr zuvor

hahahahahahahahahaha was für ein witz 🙂

Bernd das Brot
1 Jahr zuvor

Ganz findige Leute werden jetzt wohl auf die Idee kommen vor Mopf auf MBUX umzurüsten…

stefan
1 Jahr zuvor

das beste oder nichts?! …

Benzfahrer
Reply to  stefan
1 Jahr zuvor

Eben! Das Beste!
Siehe meinen Text hier drunter 😉

Benzfahrer
1 Jahr zuvor

Ich finde es gut, dass das alte Touchpad bleibt.
Das wäre für mich schon fast ein Kaufargument für das Cabrio, wenn ich denn ein Coupé oder Cabrio nehmen würde.
Der Dreh-/Drücksteller erleichtert in der Tat die Bedienung in machen Situationen enorm.
Und ob das „alte“ Touchpad so viel schlechter ist, als das neue, wage ich zu bezweifeln.
In meiner nagelneuen E-Klasse hat es eine haptische Rückmeldung und lässt sich dadurch recht gut bedienen.
Trotzdem nutze ich auch immer wieder gerne den Dreh-/Drücksteller, z.B. zum Zoomen der Navikarte. Das funktioniert einfach und intuitiv.
Also: nicht alles Neue ist auch automatisch besser. 😉

Wolf
Reply to  Benzfahrer
1 Jahr zuvor

100% genau das.
Was dieser Nur-Touch-Krampf soll erschließt sich mir nicht. Dann noch als Pad, wie soll man das während der Fahrt zielgenau bedienen können?! Noch dazu sieht die matte Oberfläche wie ein Fremdkörper aus, das alte schwarz glänzende passt viel besser zu den anderen schwarzen Flächen an Mittelkonsole und Lenkrad.

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E
1 Jahr zuvor

Die Verdecksteuerung ist doch direkt vor der Mittelarmlehne? Wo hätte man die Mittelkonsole dafür neu designen müssen?

So ganz erschließen sich mir manche Aktionen der Hersteller nicht…

Thomas
Reply to  E
1 Jahr zuvor

Naja, wenn man den Handballen auf den silbernen Tasten ablegt, um das Touchpad besser bedienen zu können, könnte es sein, dass man aus Versehen das Verdeck damit betätigt. Das macht für mich schon Sinn.

Snoubort
1 Jahr zuvor

Wäre mal interessant zu wissen, wie es kostenseitig aussieht, wenn dieses Bauteil ausschließlich für das E Cabrio weiter produziert / bezogen werden muss…
Best of Dilettantenstadl…. eigentlich hätte das „neue“ Touchpad ja schon bei der 213er Einführung drin sein sollen, vor über 4 Jahren… Wohlgemerkt, ein Touchpad….
Wie (oder wie ähnlich) hat hier noch jemand vor kurzem von seinem Chef geschrieben: „ich will nicht wissen, warum etwas nicht geht, sondern wie etwas geht“. ..
Ganz unabhängig von der Frage, ob der Dreh-Drücksteller tatsächlich einen Nachteil darstellt.

Cabrio-Eigner
1 Jahr zuvor

Besser als nichts… Aber Leute, das macht doch nichts, die Baureihe 238 läuft eh aus und dann mit dem 236 wird eh alles auf Gesten- und Touchbedienung umgestellt. Da braucht man so ein Relikt aus der Vergangenheit nicht mehr.

LukasA35
Reply to  Cabrio-Eigner
1 Jahr zuvor

Und mit Touch und Gestik wird alles besser?
So wie aktuell mit den super funktioneirenden Touchfeldern am Lenkrad oder dem supertoll rückmeldenden Touchpad in der Mittelkonsole wenn man Größen verändern möchte..?
Gruß

Tom
1 Jahr zuvor

Ich finde es immer wieder interessant wie die Entscheidungen in der Entwicklung als Komplett falsch, blödsinnig oder dilettantisch bewertet werden, ohne das man alle Infos hat, aus der die Entscheidung resultiert.
Vll ist dies einfach der beste Kompromiss aus Kosten, Nutzen, Terminschiene etc?

Hibbert
Reply to  Tom
1 Jahr zuvor

Dito.
Typisch deutsch. Man weiß es immer besser.

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Snoubort
Reply to  Tom
1 Jahr zuvor

Ohne Frage wird es irgendwelche – internen! – Gründe dafür gegeben haben, sonst hätte man es ja auch nicht gemacht!?
Aber, die Entscheidung war bestimmt nicht „im Sinne des Erfinders“, nicht im Sinne des eigenen Markenslogans, und nicht im Sinne der Kunden (es sei denn man würde Daimler hier unterstellen, das alte Ding eigentlich für die kundenorientiertere Lösung zu halten – dann würde es aber erst richtig lustig werden).
Der Punkt ist doch, dass Daimler das Touchpad vor rund 5 Jahren für die E-Klasse angekündigt hatte, vor jeder Modelleinführung (W, S, C, A) die 0-Serienfahrzeuge damit „gesichtet“ wurden (und teilweise sogar die Pressebilder es enthielten), dann aber doch wieder dem Kunden das alte Ding angedreht wurde.
Wie soll man denn angesichts der aktuell anstehenden Technologiesprünge die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens einschätzen, das es in 4!!! Jahren nicht schafft in der E-Klasse eine neue Touchpad-Generation flächendeckend einzuführen!? Mit der oben genannten Logik würde sonst jede Innovation verhindert werden, weil es immer irgendwelche rationalen „Hinderungsgründe“ / Hürden geben wird!?

Benzfahrer
Reply to  Snoubort
1 Jahr zuvor

Nicht jeder Technologiesprung ist automatisch auch sinnvoll.

Ein Rad hat seit seiner Erfindung auch schon viele Technologiesprünge, z. B. in Bezug auf Materialien und Fertigungstechniken, hinter sich, ist aber immer noch rund, und das aus gutem Grund 😉

Snoubort
Reply to  Benzfahrer
1 Jahr zuvor

Das habe ich auch nicht behauptet – aber der Dreh-Drücksteller ist im Cabrio nicht deshlab drin, weil man ihn plötzlich wieder besser findet…
Ich habe bei 200 etc. auch lieber ein festes Rädchen „in“ der Hand, als verzweifelt zu versuchen meine Finger koordiniert auf einer Fläche zu wichen..

Nai
1 Jahr zuvor

Hardwaremäßig wird es schwer den Vormopf auf Mbux umzurüsten es sei denn ein Bekannter arbeitet bei NVIDIA oder Daimler und bringt einen Tegra auf Basis der Pascal-Architektur mit:)
Vorbei ich persönlich nichts vom Tegra halte. Insbesondere die Cortex A57 Cores des X1 waren ein Fail.
Aber der arbeitet zum Glück nicht für das Mbux-System.

Petko
1 Jahr zuvor

Ich weiß nicht, was die meisten hier getestet haben. Das alte Touchpad ist das Schlechteste was ich je getestet habe. Es erinnert an Touchsmartphones aus 2010, wo man nicht wusste macht er nun was oder nicht. Ich war so froh, dass ich es bei meiner E Klasse abbestellen konnte. Als ich das neue im CLA testen konnte, war ich begeistert das man sich hier als Smartphone User, nicht mehr Jahre zurückversetzt fühlt. Ich wäre eher für die Wahl Drehknopf oder Touch. Den habe ich schon im 204er geliebt.

Nexusband
Reply to  Petko
1 Jahr zuvor

Das Touchpad oben mit der Pianolackoberfläche hat inzwischen drei interationen hinter sich. Das „neuste“ (also im aktuellen Mopf 205 zu finden) ist nicht vergleichbar mit dem aus dem 1./2. Modelljahr W213 und auch nicht mit dem aus dem vormopf 205.

Petko
Reply to  Nexusband
1 Jahr zuvor

Ok, ich habe es Juni 2019 getestet und dann nicht mit bestellt. Trotzdem ist der Knopf, mit Touchpad darüber, nicht richtig zu gebrauchen.

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A205 Fahrer
1 Jahr zuvor

Würde doch auch bedeuten, dass man es auch in Coupe und Limousine einbauen kann, wenn man basteln will…

mbmb
1 Jahr zuvor

Also ich kann die Kritik am neuen Touchpad überhaupt nicht nachvollziehen. Gerade das zoomen funktioniert wie bei einem normalen Smartphone und anders als das Touchpad bei bspw Lexus lässt sich dies durchaus sehr zielgenau bewegen, da man anders als bei einer Computermaus nur auf eine Funktion klicken kann, nicht ins leere. Es ist außerdem wirklich weitaus besser, als das Touchpad wie hier. Dass es nicht aus Klavierlack ist, hat auch einen Grund. Die rauere Oberfläche schmiert nämlich nicht rum. Ich denke, dass viele hier einfach noch das alte gewöhnt sind.