Mercedes-Benz eActros 600 Erprobung in Spanien

Mercedes-Benz Trucks hat die Sommererprobung des batterieelektrischen eActros 600 für den Fernverkehr erfolgreich abgeschlossen. Rund fünf Wochen lang testeten Versuchsingenieure den E-Lkw bei hohen Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius in Andalusien in Südspanien. Die Bandbreite der Versuche reichte dabei von der Funktionstüchtigkeit der Klimaanlage bei großer Hitze über die Leistung des E-Antriebsstrangs und des Batterie-Thermomanagements bis hin zu Messungen bei Ladevorgängen an Schnellladesäulen. Nach Abschluss der Tests bewältigte darüber hinaus ein Prototyp auf eigener Achse die über 2.000 Kilometer lange Strecke von Granada über Valencia, Barcelona, Montpellier und Lyon zurück in das Entwicklungs- und Versuchszentrum von Mercedes-Benz Trucks in Wörth am Rhein. Am 10. Oktober feiert der eActros 600 seine Weltpremiere. 2024 soll das Fahrzeug serienreif sein.

Dr. Konrad Götz, Deputy Head of Global Testing Mercedes-Benz Trucks: „Wir haben den eActros 600 seit letztem Jahr rigorosen Testverfahren unterzogen. Nach der Wintererprobung im Frühjahr in Finnland bei klirrender Kälte von bis zu minus 25 Grad und ersten Tests auf öffentlichen Straßen, musste sich der E-Lkw nun bei über 40 Grad in Spanien beweisen. Der eActros 600 hat die herausfordernden Erprobungen souverän gemeistert. Jetzt freuen wir uns im nächsten Schritt auf die Tests im Realbetrieb bei unseren Kunden.“

Über den eActros 600

Eine neue Designsprache der Fahrerkabine des eActros 600 bricht mit der bekannten Optik der Actros-Baureihe, greift Designelemente des auf der IAA präsentierten Konzept-Prototyps auf und führt diese mit klaren Linien und einer aerodynamischen Formgebung weiter. Auch das Interieur erhält Neuerungen.

Drei Batteriepakete liefern dem eActros 600 in der Serie eine installierte Gesamtkapazität von über 600 kWh und zwei Elektromotoren als Bestandteil der neuen E-Achse generieren eine Dauerleistung von 400 kW sowie eine Spitzenleistung von über 600 kW. Die hohe Batteriekapazität soll eine Reichweite von 500 Kilometern ohne Zwischenladen ermöglichen. Zusätzlich zur Sattelzugmaschine produziert Mercedes-Benz Trucks direkt ab Marktstart auch Pritschenfahrgestell-Varianten des eActros 600. Dies bietet Kunden zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten im vollelektrischen Transport. Die Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz Trucks legen den eActros 600 für dieselben Anforderungen an die Dauerhaltbarkeit von Fahrzeug und Komponenten wie einen vergleichbaren konventionellen schweren Fernverkehrs-Actros aus. Das bedeutet 1,2 Millionen Kilometer Laufleistung in zehn Betriebsjahren.

Im eActros 600 kommen Batterien mit Lithium-Eisenphosphat-Zelltechnologie (LFP) zum Einsatz. Diese zeichnen sich vor allem durch eine hohe Lebensdauer und mehr nutzbare Energie aus. Die Batterien des eActros 600 sollen sich in der Serie an einer Ladesäule mit etwa einem Megawatt Leistung unter 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen lassen.

Kern des Konzepts von Mercedes-Benz Trucks für den batterieelektrischen Fernverkehr ist, Kunden eine gesamtheitliche Transportlösung aus Fahrzeugtechnologie, Beratung, Ladeinfrastruktur und Services zu bieten. Der eActros 600 soll so für Kunden die richtige Wahl in Sachen Profitabilität, Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit sein.

 

Quelle/Bilder: Daimler Truck AG

5 Kommentare
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Pano
10 Monate zuvor

Evtl sollte man nochmal darauf hinweisen, dass man seit Mai Werksbesichtigungen in Wörth buchen kann.
Nachdem ich mich bei den Schönen Sternen mit zwei Leuten von Mercedes-Benz Trucks sehr lange und sehr nett unterhalten habe, steht das auf der To Do-Liste 🙂
Grüße
Pano

Marc W.
10 Monate zuvor

Grob überschlagen wird auch hier für die reine Fortbewegung nur rund 40% an Energie benötigt. Und das Abbremsen auf 30 (OD nachts) vernichtet nicht mehr so viel Energie.
Bessere Zeiten voraus 🙂

Herr Holle
10 Monate zuvor

Ich freue mich schon darauf diese LKW im Verteilerverkehr zu sehen. In den Städten wird es sehr viel leiser werden, insbesondere an Ampeln und Abbiegungen. Als Markthindernis sehe ich das „Methanprivileg“, die absurd hohe Subventionierung von LNG/CNG als Kraftstoff in Deutschland.

XRT 78
10 Monate zuvor

Der GOLIA.TH von Mercedes. Fehlt eigentlich nur noch ein K.I.T.T.

driv3r
10 Monate zuvor

Gestern einen im triefendsten Regenguss auf der A8 gesichtet… in der finalen Optik sicherlich ein Hingucker.
Zudem wird es wirklich dringend Zeit, dass nach dem großen Umschwung im Nahverkehrs-Bus-Bereich nun auch die Kurz- und Mittelstreckenlogistik nachzieht. Denn diese Strecken (Verteilerverkehre etc.) lassen sich wirklich problemlos elektrifizieren. Daher stört mich auch das Öko-Geschwätz von Amazon in der Werbung, während vor der Haustür entweder Diesel-Transporter auftauchen oder Sub-Dienstleister in von der Post ausgemusterten alten Sprintern.