Die Produktionszahlen der Maybach-Baureihe 240

Mit den Maybach-Limousinen der Baureihe 240 belebte Mercedes-Benz zwischen den Jahren 2002 bis 2013 eine der exklusivsten deutschen Automobilmarken neu. Das erste Modell verlies dazu am 24. Juni 2002 das Werk in Sindelfingen. Im Werksarchiv sind nun die Produktionszahlen der einzelnen Varianten vermerkt worden.

Die Produktionszahlen der Maybach-Baureihe 240

Die Produktionszahlen der Maybach-Baureihe 240

Während die traditionsreiche Maybach-Motorenbau GmbH zwischen den Jahren 1921 und 1941 rund 1.800 Automobile fertigte, übertraf die neu erschaffene Marke Maybach diese Art von Exklusivität am Ende doppelt. Ab dem Jahr 2002 wurden dazu insgesamt sieben Varianten produziert, dessen Grundpreise inklusive Absatzzahlen des Werksarchiv nun publiziert hat. Nach Angaben von Mercedes-Benz hat man im Werk Sindelfingen pro Tag nur maximal fünf Fahrzeugeinheiten vom Typ Maybach produziert, wobei jedes Fahrzeug ausschließlich auf Bestellung in der Manufaktur hergestellt wurde. Für den Vertrieb gab es weltweit 25 Maybach-Center, wobei das Center of Excellence in Sindelfingen einen zentralen Fixpunkt – mit der Nähe zur Manufaktur – bildete.

So produzierte man vom Maybach 57 (W 240 E 55 LA, Baumuster 240.078) zwischen den Jahren 2003 und 2012 insgesamt 1.104 Einheiten. Dabei startete man im Mai 2002 mit einem Grundpreis von 359.600 Euro, den man bis ins Jahr 2010 auf 405.671,00 Euro anhob. Vom Maybach 57 S (W 240 E 60 LA, Baumuster 240.079) produzierte man zwischen Juli 2005 und Februar 2010 insgesamt 503 Einheiten, dessen Grundpreis bei 419.920 Euro im Jahr 2005 bis auf 443.870 Euro im Jahr 2007 anstieg. Vom überarbeiteten Modell Maybach 57 S (Baumuster 240.077) produzierte man bis Produktionsende im Januar 2013 für 465.290 Euro Stückpreis nur 164 Einheiten, vom Maybach 62 bis Dezember 2012 (Baumuster 240.178)  hingegen – für Preise von 417.600 bis am Ende 473.858 Euro – immerhin 1.058 Exemplare. Das Maybach 62 S Modell (Baumuster 240.179) kam zwischen September 2006 und Juli 2007 auf 236 Einheiten (für 504.832 bis 523.838,00 Euro), der Maybach 62 S (Baumuster 240.177) kam auf 256 Stück – für jeweils 545.28,00 Euro.

Die Produktionszahlen der Maybach-Baureihe 240

Die Produktionszahlen der Maybach-Baureihe 240

Produktionszahlen im Überblick:

  • Maybach 57 / M285 E 55 LA Motor / 405 kW  / W 240 55 LA / 240.078 / Zeitraum (Vorserie/Hauptserie-Produktionsende):  04.2002 / 01.2003 – 11.2012, 1.104 Stück
  • Maybach 57 S / M285 E 60 LA Motor / 450 kW /  W 240 E 60 LA / 240.079 / Zeitraum 07.2005 / 11.2005 – 02.2010 / 503 Stück
  • Maybach 57 S / M285 E60LA Motor, 463 kW / W 240.077 / Zeitraum 07.2009 / 06.2010 – 01.2013 / 164 Stück
  • Maybach 62 / M285 E 55 LA Motor / 405 kW / W 240.178 / Zeitraum 06.2002 / 05.2003-12.2012 / 1.058 Stück
  • Maybach 62 Guard B4 / M285 E 55 LA Motor, 405 kW / W 240.178 / Produktionszeitraum 2003 / keine Angaben
  • Maybach 62 S / M 285 E 60 LA / 450 kW / W 240.179 / Zeitraum 07.2006 / 10.2006 – 12.2009 / 236 Stück
  • Maybach 62 S / M 2185 E 60 LA / 463 kW / W 240.177 / 08.2009 / 05.2010 – 02.2013 / 256 Stück

In Summe kam man so auf eine Stückzahl von insgesamt 3.321 Einheiten, zzgl. einer unbekannten Anzahl von Fahrzeugen vom Typ Maybach 62 Guard (Baumuster 240.178).

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

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Luca
2 Monate zuvor

Damals, als kleines Kind las ich mal einen Artikel.
Dieser berichtete von einem Geschäftsmann, der mit seinem Maybach über eine Millionen Kilometer zurückgelegt hat.
Seither bin ich von seinem Fahrzeug und Lebensweise beeindruckt!

Über den W240 schieden sich die Geister, aber ich finde es toll, dass man mit nötigen Kleingeld die Möglichkeit hatte sich einen bauen zu lassen! 🙂

Mbpassion und der Leserschaft wünsche ich eine schöne Weihnachtszeit!

Für alle Interessierten – https://www.auto-motor-und-sport.de/reise/leserauto-maybach-62-der-kilometer-millionaer/

Stefan Camaro
2 Monate zuvor

In Starnberg sah man regelmäßig mindestens 2 rumfahren 😀
Ein 57 S und ein 62…

Phil
Reply to  Stefan Camaro
2 Monate zuvor

In Stuttgart sehe ich regelmäßig einen 57. Schade, dass die bei Erscheinen des Maybach bereits nicht mehr taufrischen Skalen der Baureihe 220 verbaut sind/waren.

Zuletzt editiert am 2 Monate zuvor von Phil
MaRix
Reply to  Phil
2 Monate zuvor

Ja! Das sofort erkennbare W220-Cockpit/Mittelkonsole war peinlich; einfach erkennbar lediglich ein Mercedes in teuer gemacht. Inakzeptabel!

Markus F. aus H.
Reply to  MaRix
2 Monate zuvor

Lol….aber jetzt eine S-Klasse nehmen (inkl. Mercedes Stern) und ein Maybach Lable dran kleben macht es besser

Marc W.
Reply to  Phil
2 Monate zuvor

Die W220-Instrumente waren für mich immer ein Schlag und fast der einzige Haken an diesem eleganten Boliden. Der W240 basierte aber doch sogar auf dem W140 ?
Heutige Maybachs wirken liebloser, weil Ausstattungslinie einer Großserie.
Als Stadtradler kann ich regelmäßig Blicke in Bentleys erhaschen, deren Instrumente wecken Begehrlichkeiten 😉

Swissbob
Reply to  Marc W.
2 Monate zuvor

Sind aber hinsichtlich Verarbeitung nicht besser, sofern man beim Maybach alle Pakete bestellt.

MaRix
Reply to  Stefan Camaro
2 Monate zuvor

Ein enger Freund meines Schwiegervaters, ein Fabrikant im Ruhestand und mit „abgeschlossener“ 🙂 Vermögensbildung, wie der stets sagte, hatte sich 2002 sofort zwei Maybächle gekauft, einen kurzen 57er und einen langen 62er, um ihn zu Höchstpreisen in Berlin zu vermieten. Die Nachfrage war mau, wie er mir erzählte. Auch ein „kostenneutraler“ Tausch des kurzen 57ers in einen 62er änderte daran nichts. Drei Jahre später hatte er einen seiner beider 62er mit erheblichem Verlust verkauft und den verbliebenen 62er nach Hamburg geholt… nur um ihn befreundeten Leuten in der durchaus vermögenden Nachbarschaft kostenfrei für Hochzeiten zu verleihen. Ich durfte den Eigner einmal zum Eis-Polo nach St. Moritz begleiten, auch selbst fahren, auf „exklusive Einladung“ von Maybach (die aber kein Geschenk war, sondern standesgemäß heftig Hotelkosten etc. verursachte).

In meiner weiteren Nachbarschaft im Hamburger Geld-Osten (Poppenbüttel/Eppendorf) fuhr noch ein weiterer 62er, später (ebenfalls mit €€€-Entgegenkommen des Daimler) in einen 62 „Zeppelin“ umgetauscht (genau das Auto, das bei Wikipedia abgebildet ist mit dem Kennzeichen HH-CC xxx, Schnapszahl). Dieser „Zeppelin“ frequentierte bis ca. 2010 auffällig sperrig und deplatziert wirkend das örtliche Einkaufszentrum.

C_Sel
2 Monate zuvor

Das müsste im letzten Absatz „Maybach 62 Guard“ heißen, oder ?

Danke Euch für den Blog und schöne Weihnachten

MaRix
Reply to  C_Sel
2 Monate zuvor

Der „kleine“ Panzer war übrigens ein weiteres Markthindernis: In der obersten Klasse wird die B7-Panzerung (brauchen z.B. Topmanager oder Staatschefs) verlangt. Der Maybach Guard war werksseitig nur mit Beschussklasse B4 (bis .44 Pistolenkaliber geschützt, NICHT gegen 7,62er (z.B. Nato-Karabiner) Gewehrmunition wie Heckler & Koch G36, US M-16 oder Kalaschnikow AK47).

MaRix
2 Monate zuvor

(OMG, was eine Zahlen-/Bleiwüste in dem Text!)

Nicht vergessen (von den Stuttgartern totgeschwiegen): Das Maybach-Abenteuer kostete den Daimler pro verkauftem Fahrzeug je 330.000 Euro Verlust/Stück! Dies errechnete Georg Kacher im Februar 2012 im brit. „CAR“-Magazine* aus – hier grob wiedergegeben – 1 Milliarde Euro nicht gedeckter Entwicklungskosten geteilt durch 3000 Stück verkauft = 330.000 Euro.

Kacher kritisierte damals die mangelnde Alleinstellung des Maybach im Vergleich zur S-Klasse. Etwa das der S-Klasse zu ähnliche Design (nur eine kaschierte, aber formgleiche S-Klasse-Front mit MM-Kühlerfigur statt Stern und das umgerubelte, lediglich noch mehr belederte Cockpit mit W220-Armaturen statt eines Maybach-eigenen Designs), ferner den Gelsenkircher Barock und keinerlei technische Exzellenz.

Zu Letzterem: Zwar kannte kaum einer der Superreichen die alte/neue Marke Maybach, aber auch die Milliardäre lasen im Auto-Blätterwald um das Jahr 2000 herum – zwei Jahre vor der Präsentation – dass Mercedes einen V16-Motor fertig hatte, aber nicht mehr den Mut, dieses Aggregat zu präsentieren.

So kam der Maybach als (deutlich erkennbar!) umgebatchte auf edel gemachte S-Klasse „nur“ mit 5,5 Liter-V12, … Und die Anderen? Ein Jahr später, 2003, präsentierte sich der damals komplett neue Rolls-Royce Phantom, mit 6,75 L-V12 und einem spektakulären Frontdesign mit (modernisiertem) „Griechischen Tempel“ und Schießscharten-artigen Scheinwerfern und den „Selbstmörder“-Türen.

Bentley brachte „für die Hälfte“ nicht nur den „kleinen“ Continental/Flying Spur (<=> VW Phaeton), sondern auch den großen Mulsanne mit den FLAK-(ähnlichen) Scheinwerfen => unausgesprochen – doch erkennbar – eine Reminiszenz an die britischen FLAK-Scheinwerfer im Weltkrieg II.

*Quelle:
https://www.carmagazine.co.uk/features/opinion/georg-kacher/why-maybach-closed-daimler-lost-330000-on-each-one/

Markus K.
2 Monate zuvor

Fand das Gelaserte Maybach Logo in den Xenon Scheinwerfer ziemlich cool in Koblenz fuhr einer rum. Angeblich vom Chef der Rhein-Zeitung. Ich finde das war noch ein echter Maybach. Dagegen der neue Maybach ist ja von der S Klasse nur im Detail zu erkennen.

Phil
Reply to  Markus K.
2 Monate zuvor

Diese Diskretion hat auch ihren Reiz. Der 222 Maybach Vormopf (mit dem Nerz nach innen) ist mir deshalb mit Abstand der liebste.

Zuletzt editiert am 2 Monate zuvor von Phil
MaRix
Reply to  Phil
2 Monate zuvor

D‘accord. Nur: Die Millionarios wollten den Nerz ebenfalls, aber nach außen (ist eben so…). Nur so, Marketing… , sind die Supercar-Spottings von Düsseldorfs Kö‘ bis Dubai zu erklären.

Phil
Reply to  MaRix
2 Monate zuvor

Wer’s braucht…. 🙂

Pano
2 Monate zuvor

Die 1997 in Tokio präsentierte Studie hatte schon sehr viel vom Serienmodell, hatte aber im Interieur einen eigenständigeren Charakter.
Noch vor der Markteinführung spekulierte die AMS über ein Coupe, in dessen absurd langer Motorhaube ein ebenso absurder V24 stecken sollte. Das dazugehörige Rendering sah aber recht spektakulär aus 🙂
Grüße
Pano

Eric, der kein Bier trinkt
2 Monate zuvor

220 und 140 gemischt, Flop mit Ansage.

Blubb
2 Monate zuvor

Der Umbau des 57S von Xenatec in die Coupé Form ist für mich immer noch eines der schönsten Autos der Neuzeit.
.
Hatte vor einigen Jahren auch nochmal etwas mediale Aufmerksamkeit durch den Verkauf eines Modells mit prominentem Vorbesitzer – Muammar al-Gadaffi…

Alexander Haupt
2 Monate zuvor

Naja, letztlich war doch zu sehr deutlich zu sehen dass die „Basis“ die S-Klasse war … in so fern ist das heute ehrlicher dass der Maybach eine Variante der S-Klasse ist …

Racer1985
2 Monate zuvor

Man wollte damals einfach zu hoch hinaus. Und heute ist es leider zu kaum mehr als einer Ausstattungslinie verkommen. Sehr schade. Dabei darf man sich durchaus fragen, was man mit dem Vision Mercedes-Maybach 6 (bzw. Cabriolet) andeuten wollte. Ein wunderschönes Auto, welches aber keinerlei Chancen für ein Serienprodukt hat? Na gut, für die Serie sollte es m.M.n. eher ein Viersitzer und vielleicht nen halben Meter kürzer sein.